Guido Contin lebt in den Dolomiten, wohnt alleine mit seiner Katze Moglie und besitzt fast nichts - außer einer Mappe mit handgeschriebenen Briefen, adressiert an die Berggipfel und verfasst von einem Mann namens Onesto. Die Briefe erzählen von Onestos Kindheit, von seinem Zwillingsbruder Santo und davon, wie unzertrennlich die beiden sind. Doch dann taucht Celeste auf, beide verlieben sich in sie, und Santo handelt schneller. Um die Beziehung zu seinem Bruder nicht zu gefährden, entscheidet Onesto, seine Gefühle für sich zu behalten - und verzichtet auf seine große Liebe.
Bildstark und atmosphärisch sehr dicht erzählt Francesco Vidotto vor dem Hintergrund der Jahrhundertwende und des Zweiten Weltkriegs über Liebe und Verzicht und darüber, wie weit man seinen Gefühlen folgen sollte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
friederickes Bücherblog
aus Berlin
5/5
25.04.2026
eBook (ePUB)
Eine berührende Liebesgeschichte
Die Geschichte:
Unzustellbare Briefe von einem Mann namens Onesto – die an Südtiroler Berge adressiert sind – landen über den Postboten bei Guido Contin, der mit seiner Katze alleine lebt. Er bewahrt sie in einer Mappe auf.
Sie erzählen von Onestos Kindheit und von seinem Zwillingsbruder Santo. Vom Leben der beiden, über Liebe, Verzicht und viele Gefühle. Das alles vor dem Hintergrund der Jahrhundertwende und des Zweiten Weltkriegs.
Das Cover:
Ein schlichtes Cover, das perfekt zum Buch passt und eine stimmige, ansprechende Buchpräsentation ist.
Meine Meinung:
Es ist die Geschichte der Brüder Santo und Onesto und deren große Liebe Celesto. Ihr Leben wird ausschließlich in Briefen erzählt, die der Autor dem alten Mann nach und nach vorliest, nachdem er ihm zufällig begegnet ist. Eine zu Herzen gehende, leise Erzählung um das Leben und die Beziehung der beiden Brüder in einer sehr poetischen und schönen Sprache geschrieben, was mir ausgezeichnet gefallen hat.
Mein Fazit: Ein kleines Buch, das so viel in sich trägt. Eine Geschichte, die, die große Liebe zwischen Menschen und zu den Bergen erzählt, auf eine ganz andere, eigene Art. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.
Heidelinde von Friederickes Bücherblog
Bewertung
aus Bad Münstereifel
5/5
14.04.2026
eBook (ePUB)
Hier spürt man die Liebe zu den Bergen sehr intensiv
Als die Mutter mit ihren Zwillingssöhnen einen Ausflug macht, wird eines ihrer Babys entführt. Auch intensive Suchen nach ihm bleiben erfolglos. Es ist einfach spurlos verschwunden. Der Kleine weiß nicht, wer seine Eltern sind. Eines Tages packt die Frau, die er Mutter nennen soll, einen kleinen Koffer. Der Mann, der angeblich sein Vater ist, reist mit ihm zu einem Ort, der in den Bergen liegt. Er fordert ihn auf, an der Türe einer Kate zu klopfen. Zuvor gibt er ihm noch einen Brief in die Hand. Als sich nach dem Klopfen die Türe öffnet, steht sein Ebenbild vor ihm. Eine junge Frau kommt aus der Stube und umarmt den Jungen sofort. Es ist ihr verlorener Sohn.
Santo und Onesto heißen die beiden Jungen. Sie versehen sich sofort und sind nicht nur Brüder, sondern ebenfalls beste Freunde. Dass beide die gleiche Frau liebten, tut ihrer Verbundenheit keinen Abbruch. Geschrieben ist das Buch in Form von Briefen. Sie werden auf Wunsch eines Seniors von einem jungen Mann vorgelesen. Die Briefe wurden von Onesto geschrieben und sind an die Berge der Umgebung gerichtet. Nur diese Giganten konnten ihn verstehen und nur ihnen vertraute er seine geheimen Gedanken an.
"Meine Berge bist du" beschreibt in erster Linie die Liebe zu den Bergen. Gibt Einblick in das karge Leben der Bewohner hoch droben und ist eine Hommage an die Bruderliebe. Es hat mich berührt. Ein Buch, das lange nachwirkt und das ich nicht so schnell vergessen werde.
Philiene
aus Süsel
5/5
14.04.2026
eBook (ePUB)
Wunderschön
Dieses Buch ist einfach nur wunderschön.
Mir hat die Idee sehr gefallen das Onesto seine Geschichte anhand von Briefen erzählt und diese viele Jahre später gelesen werden. Diese Briefen erzählen eine ergreifende Geschichte , vom Leben in den Bergen, vom Leben unter einfachsten Bedingungen, vom der Bindung unter Brüdern und von der Liebe.
Jeder Brief erzählt von einem wichtigem Ereignis aus seinem Leben und ich war einfach fazieniert von diesen Erzählungen.
Die Geschichte erzählt in ruhigen Worten eine emotionale Geschichte die uns das Leben von drei jungen Menschen näherbringen. Gleichzeitig erzählt der Roman vom harten Leben in den Bergen.
Dazu gibt es einen Teil in der Gegenwart in dem der Erzähler diese Briefe vorliest und es oft nicht erwarten konnte, wie es weiter geht. Da ging es ihm wie mir.
Shilo
aus Ulm
5/5
13.04.2026
eBook (ePUB)
Onestos Geschichte
Zwischen Bergen, Einsamkeit und alten Erinnerungen zeigt sich ein Leben, das von Liebe, Verzicht und stiller Sehnsucht geprägt ist.
Im Mittelpunkt steht ein Mann, der zurückgezogen in den Bergen lebt und kaum mehr besitzt als einige Briefe. In ihnen wird Stück für Stück eine Geschichte sichtbar, die weit in die Vergangenheit reicht und von zwei Brüdern erzählt, die eng miteinander verbunden sind.
Nach und nach merkt man, wie ein Mensch alles verändert. Zwischen den Brüdern steht etwas im Raum, das nicht ausgesprochen wird.
Die Briefe geben der Geschichte eine besondere Form. Sie lassen die Vergangenheit langsam entstehen und machen die Gedanken und Entscheidungen nachvollziehbar. Dabei entsteht eine ruhige, oft nachdenkliche Stimmung, die zu den Bergen und der Einsamkeit passt.
Man spürt beim Lesen immer wieder, wie viel unausgesprochen bleibt. Es geht nicht um große Szenen, sondern um leise Entscheidungen, die ein ganzes Leben prägen können.
Die Geschichte bleibt ruhig, aber sie wirkt lange nach. Vor allem die Verbindung von Liebe und Verzicht zieht sich durch alles hindurch und gibt dem Ganzen eine besondere Tiefe.
Alles in allem ist es ein Buch, das sehr berührt. Die Figuren bleiben lange im Kopf, und die Berge werden fast zu einem eigenen Teil der Geschichte. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Liebe, Familie und stille Gefühle mögen.
5 Sterne.
bookloving
aus Munich
5/5
12.04.2026
eBook (ePUB)
Ein leiser Roman über Liebe und Verzicht
Der neue, tief berührender Roman „Meine Berge bist du“ vom italienischen Autor Francesco Vidotto ist eine leise, poetische Erzählung über Liebe, Loyalität, Verzicht und die schmerzhafte Kunst des Loslassens, deren Stärke weniger aus der Handlung als aus ihrer eindringlichen Stimmung, der poetischen Sprache und der inneren Wahrhaftigkeit entsteht, mit der Vidotto seine Figuren zeichnet.
Im Zentrum steht der alte Guido Contin, genannt Cognac, der mit seiner Katze Moglie zurückgezogen in den Bergen lebt und in einer Mappe mit handgeschriebenen Briefen den kostbarsten Schatz seines Lebens hütet. Diese an die Berggipfel der Gegend gerichteten Briefe enthalten die gesammelten Erinnerungen eines Manns namens Onesto. Nach und nach erfahren wir aus seinen geheimnisvollen Botschaften an die Berge mehr über Onestos Vergangenheit, seine Kindheit und enge Verbundenheit mit seinem Zwillingsbruder Santo sowie seine geheime Seelenpein, die er keinem gegenüber aussprechen kann. Als sich beide Brüder in die junge Celeste verlieben, gerät ihr enges Verhältnis gefährlich ins Wanken, und so entscheidet Onesto sich trotz seiner Gefühle für Celeste für den Verzicht, um seinen Bruder nicht zu verlieren. So werden die Gipfel zu stummen Zeugen einer großen Liebe, die nie gelebt werden durfte. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Dolomiten entfaltet sich eine fein nuancierte, verhängnisvolle Dreiecksgeschichte voller schmerzlicher Tragik, Verzicht, Selbstaufgabe, Schuldgefühlen, Einsamkeit und stiller Sehnsucht. Vidotto erzählt seine Geschichte ohne pathetische Überhöhung, äußerst feinfühlig, mit leisen Tönen und eindrucksvoller Poesie. Die reduzierte, dialogarme Erzählweise, ihre einfache Klarheit und rhythmische Wiederholung verleihen dem Roman eine beeindruckende, melancholische Dichte. Der bildstarke und dennoch ruhige, prägnante Schreibstil passt sehr gut zur rauen Bergwelt, die mit ihren verborgenen Waldpfaden, schroffen Hängen, unberechenbaren Wetterumschwüngen und dem Licht- und Schattenspiel eindrucksvoll die Brüchigkeit der komplexen Beziehungen und das Innenleben der Figuren widerspiegeln. Deutlich spürbar ist dabei auch die enge Naturverbundenheit des aus den Dolomiten stammenden Autors.
Gekonnt Vidotto zeigt auf, dass Stärke nicht im Festhalten, sondern oft im Loslassen liegt. So lernen seine Figuren, nicht der Last der Vergangenheit zu erliegen und alles verloren zu geben, sondern hoffnungsvoll sic h dem Ungewissen und den eigenen Emotionen zu öffnen. Mutig vollziehen sie einen leisen inneren Aufbruch, indem sie beschließen, nicht länger gegen das eigene Herz - ein gelungener Ausklang für diesen wundervollen Roman!
FAZIT
Ein feinsinniger, melancholischer Roman über Liebe, Loyalität und Verzicht, der ohne großen Spannungsbogen mit atmosphärischer Bergkulisse, starker Bildsprache und einer berührenden Liebesgeschichte überzeugt.
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