Jede Menge "NEUE KLEINE GESCHICHTEN ZUM GROßEN ALTEN FEST".
Wenn die Autorenfreunde und -Kollegen Thomas Klappstein, Mickey Wiese und Frank Bonkowski - sich entschließen, gemeinsam ein Buch mit von ihnen geschriebenen Kurzgeschichten zum Thema Advent und Weihnachten zu veröffentlichen, darf man sicher sein, daß es keine alltäglichen und keine 08/15 Geschichten zur zauberhaftesten Zeit des Jahres sind. Da wird humorvoll geschildert, wie sich ein Europäer im amerikanisch-familiären Weihnachtswahnsinn wiederfindet, ein geistlicher Würdenträger sorgt mit einer ungewöhnlichen Aktion für eine Stunde Weihnachten in einem speziellen Etablissement, Fatima-Heike und Adolf wollen ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest mit ihren unterschiedlichen Herkunftsfamilien feiern. Am Elbstrand in Hamburg berührt auf einmal der Himmel die Erde, weil in einem Café am Heiligen Abend zufällig Menschen zusammengebracht werden, die eigentlich gar nicht zusammen passen. Mit "Draußen bleiben" gibt es aber auch eine Geschichte, in der das erhoffte Weihnachtswunder zunächst mal ausbleibt. Kalendergedanken beschäftigen sich mit der Zeit "zwischen den Jahren" und dem Jahreswechsel und Mickey Wiese schildert im letzten literarischen Beitrag in sehr persönlicher Weise , warum er Weihnachtsgeschichten schreibt.
Jede Menge "neue kleine Geschichten zum großen alten Fest". Ganz neue und ein paar bewährte persönlich ausgesuchte Lieblingsgeschichten. Geschichten die es in sich haben. Von 3 Autoren die es draufhaben, sich schätzen und mögen und die wundersame und zauberhafte Zeit des Advents und Weihnachten einfach lieben.
In dem humor- und phantasievollen, romantischen und nachdenklich machenden, manchmal auch schrägen Geschichtenreigen, findet sich die Vielfalt dieser besonderen Jahreszeit wieder.
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Drei Stimmen, ein Ton
LiteraTüren am 24.01.2026
Bewertungsnummer: 3023413
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Weihnachtszaubernächte ist ein literarisches Mosaik aus kurzen Erzählungen, Gedanken und Momentaufnahmen rund um Advent und Weihnachten. Drei Autoren – Thomas Klappstein, Mickey Wiese und Frank Bonkowski – nähern sich dem Fest aus unterschiedlichen Richtungen und schaffen gemeinsam ein Buch, das nicht laut sein will, sondern leise wirkt. Es ist eine Sammlung, die weniger erklärt als andeutet, weniger predigt als erzählt – und gerade dadurch ihre Wirkung entfaltet.
Drei Stimmen, ein gemeinsamer Ton
Was dieses Buch auszeichnet, ist nicht stilistische Einheitlichkeit, sondern ein bemerkenswertes Einverständnis im Ton. Die Texte der drei Autoren unterscheiden sich spürbar in Perspektive und Temperament, doch sie widersprechen einander nicht. Vielmehr ergänzen sie sich zu einem vielstimmigen Chor, der Weihnachten nicht verklärt, sondern betrachtet: mit Wärme, Ironie und gelegentlicher Melancholie. Die Geschichten stehen nebeneinander wie Lichter in einer Straße – jedes leuchtet anders, doch gemeinsam entsteht ein stimmiges Bild.
Alltag, Wunder und die Kunst des Innehaltens
Inhaltlich bewegt sich Weihnachtszaubernächte zwischen Alltagsszenen und leisen Grenzerfahrungen. Da sind Begegnungen, die zunächst unscheinbar wirken, dann aber eine überraschende Tiefe entwickeln. Kleine Wunder geschehen nicht als himmlisches Spektakel, sondern im Vorübergehen: im Gespräch, im zufälligen Zusammentreffen, im kurzen Moment des Erkennens. Das Buch vertraut darauf, dass Weihnachten nicht gemacht werden muss, sondern sich ereignet – manchmal dort, wo man es am wenigsten erwartet.
Sprache ohne Lametta
Stilistisch überzeugt die Sammlung durch eine klare, ruhige Sprache. Die Texte sind zugänglich, aber nicht banal; sie vermeiden Pathos, ohne kühl zu werden. Humor blitzt auf, oft hintergründig, manchmal trocken, nie aufdringlich. Besonders angenehm ist der Verzicht auf sentimentale Überladung: Hier wird nicht jedes Gefühl erklärt, nicht jede Pointe unterstrichen. Die Autoren lassen Raum – für eigene Gedanken, Erinnerungen, vielleicht auch für ein stilles Wiedererkennen.
Ein Buch für die stillen Stunden
Weihnachtszaubernächte eignet sich nicht für hastiges Lesen zwischen zwei Terminen. Es ist ein Buch für Abende, an denen die Welt langsamer wird, für die Tage „zwischen den Jahren“, für Momente, in denen man nicht mehr sucht, sondern bereit ist zu finden. Wer eine durchgehende Handlung erwartet, wird sie nicht entdecken. Wer jedoch literarische Miniaturen schätzt, die nachwirken, wird dieses Buch gerne zur Hand nehmen – vielleicht mehr als einmal.
Dieses Buch ist kein Weihnachtsfeuerwerk, sondern eine Lichterkette: unaufdringlich, warm und überraschend langlebig. Weihnachtszaubernächte zeigt, dass gute Weihnachtsliteratur nicht laut sein muss, um gehört zu werden. Es reicht, wenn sie ehrlich erzählt ist – und den Mut hat, leise zu bleiben.
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