Texas, 1852. Sechs versklavte Frauen schleichen aus ihren Quartieren und versammeln sich im Schutz der Nacht im Wald. Die Luzis - die Plantagenbesitzer, benannt nach Luzifer selbst - wollen die Frauen zwingen, Kinder zu gebären, um die nächste Generation Sklaven zu erhalten. Doch die Frauen sind entschlossen, sich zu wehren.
Ein kraftvoller und poetischer Roman über Liebe, Widerstand und Erlösung. Tracey Rose Peyton findet eine eigene Sprache für die Stärke und den Zusammenhalt von sechs Frauen, die sich in schrecklichsten Zeiten ihre Menschlichkeit bewahren.
'Eindringlich und berührend.' Sunday Times.
'Ein extrem beeindruckendes Debüt.' Sarah Waters, Booker-Prize-Finalistin.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
09.08.2026
eBook (ePUB 3)
Leben
„Um uns nur Dunkelheit“ ist ein historischer Roman, der das Thema der Sklaverei beleuchtet. Zu diesem Thema habe ich schon so einiges gelesen. Denn dass, was Menschen anderen Menschen antun können, beschäftigt mich schon eine lange Zeit. Aber ich habe noch nie etwas vergleichbares gelesen. Vergleichbar in der Art der Schreibe, im Aufbau des Romans. In der Außergewöhnlichkeit der Schreibe ist dieser Roman hier vielleicht mit der „Underground Railroad“ vergleichbar. Nicht, weil dieses Buch hier irgendwie Ähnlichkeiten mit der Railroad hat. Sondern eher, weil das Ungewöhnliche beide Bücher verbindet. Das Ungewohnte in „Um uns nur Dunkelheit“ ist eben jene im Titel schon erwähnte Dunkelheit. Und damit meine ich nicht das Dunkle der Thematik der Sklaverei. Hier meine ich ein dunkles Wissen, welches dem Roman innewohnt, und was mich wirklich sehr beeindruckt hat. Mein dunkles Herz konnte hier richtig schwelgen.
Frauen, weibliche Sklaven stehen hier zentral und genau diese Frauen begegnen ihrer schlimmen Situation in einer völlig ungewohnten Weise. Eine vergleichbare Stimmung herrscht in „So gehen wir denn hinab“ von Jesmyn Ward. Auch da gibt es dieses alte Wissen. Nur ist diese Stimmung in „Um uns nur Dunkelheit“ viel intensiver und viel dunkler gezeichnet. Die Herkunft der Frauen spielt eine Rolle. Vielleicht nicht unmittelbar, denn das Buch handelt in Texas im Jahr 1852. Die Zeiten der großen Sklaventransporte aus Afrika sind vorbei. Der Sklavenhandel ist seit 1808 verboten. Dennoch gab es noch Schiffe, das letzte bekannte kam in Alabama im Jahr 1860 an. Es befanden sich 4 Millionen Sklaven in den Südstaaten, 4 Millionen Menschen. Das muss man sich mal vorstellen. Im 17. Jahrhundert begann dieses Drama der Sklaverei in den Amerikanischen Kolonien. Drei Jahrhunderte also. Drei Jahrhunderte, in denen Menschen aus einer anderen Kultur in den USA ankamen, Kinder bekamen, Generationen lang. Afrikanische Kulturen, Afrikanische Denke, Afrikanische Götter und Göttinnen trafen auf Europäisch/Amerikanische Denke. Manches blieb, manches verschwand. Bei den Frauen im Buch blieb so einiges.
Wer mit Hekate, Kybele, Astarte, Tanit, Hathor, Isis, Al Lat, Demeter, Artemis, Brigid, Frigg, Freya und Durga, Kali, um nur einige zu nennen, etwas anfangen kann, ist in diesem Buch hier goldrichtig. Denn dieses alte Wissen, das es überall gab, verbindet die Kulturen unserer Erde. Ebenso wie es alte Symboliken auf jedem Erdteil gibt. Siehe das Symbol der Spirale. Um nur eines zu nennen. Für mich ist dieses Symbol wichtig und ich verbinde mit der Spirale etwas. Jeder, der es ähnlich geht, rate ich zu diesem Buch hier, sicher auch so manch einem Mann. Mich hat diese Dunkelheit hier in ihren Bann gezogen. Wobei ich sagen muss, dass dieses Dunkle anfänglich mehr spürbar war, später verlor es sich etwas in der Handlung.
Und die Handlung, absolut spannend und sehr traurig. Weglegen kann frau dieses Buch kaum. Man fühlt sich wie gefangen. Und ja, ich war traurig am Schluss, ich wäre sehr gern noch weiter mit den Protas gereist. Die Protas sind sechs Sklavinnen, Nan, Serah, Junie, Patience, Alice und Lulu, intensive Figuren, aber unterschiedlich intensiv gezeichnet, was auch mit der Zeit ihres Auftritts zusammenhängt. Serah und Nan haben es in mein Herz geschafft. Natürlich Nan, jede, die das Buch gelesen hat und aufmerksam die Rezi liest, wird wissen warum. Und ja, ich habe geweint.
Lesen! Unbedingt!
Bock auf Bücher
aus Dresden
5/5
04.08.2026
eBook (ePUB 3)
Herausfordernd!
Ein unglaublich schweres Buch. Ich konnte es nur in kleinen Chunks lesen, weil Schmerz auf Schmerz folgt. Und trotzdem würde ich niemals sagen, dass diese Sperrigkeit ein Mangel ist.
Besonders erschütternd fand ich die verschiedenen Ebenen von Machtlosigkeit und wie dieses System Menschen dazu bringt, nach unten zu treten, um selbst ein kleines Stück Macht oder Sicherheit zu behalten.
Ich konnte diese Geschichte nicht einfach als historische Fiktion lesen. Sie hat wehgetan, wütend gemacht und bleibt. Ein wichtiges Buch.
Rina
aus Mannheim
5/5
09.06.2026
eBook (ePUB 3)
Bewegend, schwer und wichtig
Sechs versklavte Frauen leben auf der Plantage der Luzis. Sie ernten, säen, nähen, waschen und helfen im Haus. Das Einzige, was sie besitzen, ist die Gemeinschaft, die sie miteinander bilden, und ihr Glaube. Jede von ihnen hat ihre eigene Geschichte, bevor sie in die Sklaverei verkauft wurde. Sie haben ihre Rituale und schleichen sich jeden Abend in den Wald, um zu beten und Hoffnung zu suchen.
Alles ändert sich, als die Luzis einen Zuchtsklaven auf die Farm holen. Die Frauen sollen dadurch gezwungen werden, Kinder zu gebären, die später als Arbeitskräfte dienen oder verkauft werden. Unter dem dunklen Himmel und den Sternen im Wald schmieden die Frauen einen Plan. Auch wenn ihnen alles genommen wurde, finden sie trotzdem einen Weg zum Widerstand und verweigern genau das, was die Besitzer am meisten wollen.
Eine Geschichte voller Mut und stiller Rebellion. Besonders gut gefallen hat mir, dass alle Frauen genügend Raum bekommen. Dadurch lernt man jede von ihnen besser kennen. Manche wurden in die Sklaverei hineingeboren, andere erinnern sich noch an ein früheres Leben.
Serah ist noch sehr jung und träumt davon, sich zu verlieben, legal heiraten zu dürfen und irgendwann zu fliehen. Nan ist die Älteste der Frauen und durch ihr Wissen über Kräuter und Geburten eine wichtige Unterstützung für die anderen Frauen.
Die Grausamkeiten werden nicht im Detail beschrieben, wirken aber trotzdem sehr eindringlich, sodass mir beim Lesen manchmal flau im Magen wurde. Dazu bleibt die Stimmung die ganze Zeit ziemlich schwer und bedrückend. Auch die Perspektiven der Luzis und des Zuchtsklaven werden gezeigt. Das hat für mich noch einmal mehr in die Geschichte reingebracht. Ich fand diese Perspektiven spannend zu lesen, auch wenn ich keinerlei Sympathie für die Luzis entwickeln konnte.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er trägt die Schwere der Geschichte gut und passt zur Atmosphäre. Das Ende war traurig, aber leider auch realistisch.
Insgesamt ein sehr eindringliches und bewegendes Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde.
Shilo
aus Ulm
5/5
14.05.2026
eBook (ePUB 3)
Ein bedrückender, aber starker Roman
In diesem Roman erzählt Tracey Rose Peyton von sechs Frauen, die auf einer Plantage arbeiten. Die Arbeit ist schwer und oft ungerecht. Im Wald treffen sie sich nachts, um ehrlich zu reden. Sie reden über Hoffnungen, Verletzungen und Träume. Es geht darum, wie sie zusammenhalten und füreinander da sind.
Jede Frau hat eine eigene Stimme. Man merkt, wie verschieden Schmerz und Hoffnung klingen können. Es gibt kein großes Drama, sondern sensible, ehrliche Gespräche. Im Laufe der Zeit verändern sich Erwartungen und das Gefühl, wer man ist, wenn man zusammen bleibt.
Peytons Stil ist ruhig, ja, aber nicht glatt. Die Sätze sind oft kurz, der Rhythmus hängt am Atem der Figuren. Es gibt nichts Überflüssiges, und doch fängt jedes Bild eine Welt ein: den Geruch von Erde nach Regen, das leise Knacken von Ästen, das Tasten nach Worten, die nicht verletztend, aber wahr sind. Die Autorin lässt die Figuren sprechen, ihre Sprachspuren sind verschieden – und genau das macht das Lesen so intensiv.
Wichtig sind Solidarität, sichere Räume und wie man Menschlichkeit auch unter Druck bewahrt. Die nächtlichen Treffen werden zu einem Ort der Wahrheit. Dunkelheit außen zeigt, wer man innen ist. Die Geschichte ist ruhig, aber stark im Kern.
Es gibt kein lautes Finale. Es bleibt eine stille, nachklingende Klarheit. Mut zeigt sich im Alltag, wenn Menschen zusammenhalten. Das Ende regt zum Nachdenken an.
Besonders trifft mich, wie Nähe hier praktisch ist. Es geht nicht um Schönreden, sondern um echte Hilfe und Zuwendung. Die Figuren wirken echt und verletzlich. Die Waldnächte haben eine besondere Atmosphäre, die bleibt.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich auf ernste Themen einlassen können und starke Frauenfiguren mögen.
Reader1965
aus Hamburg
5/5
13.05.2026
eBook (ePUB 3)
Ausdrucksstark
"Um uns nur Dunkelheit" von Tracey Rose Peyton ist für mich ein rundum beeindruckender Roman - und das umso mehr, da es ein Debüt ist.
Der Titel könnte nicht passender gewählt sein. Die 400 Seiten spielen in einer dunklen & harten Zeit: Sechs versklavte Frauen versuchen 1852 in Texas ihr Leben unter schwersten Bedingungen zu meistern - stark & mutig und mit großem Zusammenhalt & mit weiblichem Widerstand.
Der Sprachstil ist grossartig: bildlich, kraftvoll & ausdrucksstark. Die Atmosphäre ist durchgend düster & beklemmend. Die Frauen sind sehr unterschiedliche Charaktere, die mit ihren Ängsten & Nöten greifbar & nachvollziehbar gezeichnet sind. Ich war von Anfang an gefesselt und habe mit den Frauen mitgefühlt & mitgelitten. Die damaligen Lebensumstände waren mir bekannt und werden hier so klar & eindringlich beschrieben, dass ich dennoch erschüttert war und das Lesen viele Emotionen hervorrief. Die Geschichte endet nach so viel Dunkelheit hoffnungsvoll und das Ende hat mich zu Tränen gerührt.
Für dieses Buch gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.
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