Ihre Methoden sind agil, sie handeln proaktiv, präsentieren nachhaltige und skalierbare Lösungen - Topmanager leben in anderen Sphären. Da, wo die Luft dünn ist und ein einziger Fauxpas den Fall ins Bodenlose bedeuten kann. Doch nun halten Frauen Einzug ins Habitat der Krawattenträger, und das bei den Angestellten so beliebte Homeoffice lässt die Führungsriege mit abgesägten Hosen dastehen. Die Herausforderungen werden diverser. Wem kann man noch trauen? Den Topkadern entgleitet die Kontrolle.
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Zurück in die Zeit von Homeoffice
Galladan aus Niederrhein am 01.03.2026
Bewertungsnummer: 3061693
Bewertet: eBook (ePUB)
Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice von Martin Suter (Autor), erschienen im Diogenes Verlag am 25.02.2026.
Wir befinden uns in den Reihen der Topmanager. Sie sind weit von uns abgerückt und haben unsere Probleme auf einem höheren Level. Ab einem gewissen Level müssen die Anzüge maßgeschneidert sein. Darunter dürfen sie es nicht sein. Gleichzeitig beginnen die Frauen die Bastion der Schlipsträger zu erstürmen. Dabei geht noch immer das Gerücht um, dass weibliche Eigenschaften in den oberen Etagen nichts zu suchen haben. Insgesamt spielen Frauen aber auch in diesem Buch eher die Rückenfreihalterinnen von gutverdienenden Männern.
Ein großer Teil der Geschichten finden in der Corona Zeit bzw. kurz nach den harten Auswüchsen der Zeit statt, als man Homeoffice im Schlips mit Badelatschen machte.
Auch dieses Buch ist mit Humor geschrieben und gibt Einblicke in die moderne Gesellschaft. Die Kurzgeschichten sind knapp bemessen, bringen es aber immer auf den Punkt. Ein Buch für vergnügliche Augenblicke und hin und wieder etwas Schadenfreude.
Die Business-Class sendet wieder
Bewertung aus Speyer am 25.02.2026
Bewertungsnummer: 3057461
Bewertet: eBook (ePUB)
Seit Suter uns die letzten Einblicke in die Business-Class gewährte, ist geraume Weile vergangen. Doch nun kehren die Topkader mit „Können Sie mich sehen?“ zurück.
Bei diesen Geschichten aus dem Management ist es schwierig, zu beschreiben, worum es geht – versuchen wir es also mit einem Auszug aus den angesprochenen Themen. Es geht ums Gendern, um Kalendereinträge, Coolness, verpasste Anrufe, Seitensprünge, Homeoffice, Aufenthalte in der Business-Lounge, Krisen (oha) und – wer hätte es für möglich gehalten – Selbstkritik. Dabei halten sich die Figuren, denen Suter all das widerfahren lässt, für fähig, agil, stets am Puls der Zeit, ja, auch ein wenig unfehlbar, weshalb die Selbstkritik durchaus ironisch gebrochen wird.
Damit wäre man auch beim Kern dieses Buches: Kurze Geschichten, von denen man immer mal wieder zwischendurch eine lesen kann und in denen Suter mit spitzer Feder in seinem so unnachahmlichen Schreibstil auf die Riege der Manager losgeht (oft nur mittleres Management, jedoch mit dem Hang, sich als wichtiger zu empfinden), derer also, die glauben, alles im Griff zu haben, sich für unentbehrlich zu halten, ja fast fehlerfrei zu sein – umso katastrophaler sind aber ihre Fehlschläge und die Risiken, die sie tragen, werden stets größer (zumindest empfinden sie das so) – und derer gibt es nicht wenige. Es ist schlicht amüsant, zu lesen, wie sehr hier Selbst- und Fremdbild auseinanderklaffen dürften. Suters größte Kunst ist es, seine „Kritik“ so zu verpacken, dass sie sich nicht als solche liest, was sicher auch am Bericht aus der Innensicht der Managerkaste liegt. Sie berichten teils so überzeugt und dabei zugleich „treuherzig naiv“ von ihrer Großartigkeit, dass die Kritik wie in rosa Wattebällchen gehüllt daherkommt: exzellent beobachtet, in wenigen, dafür umso treffenderen Worten dargereicht, lesenswert!
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