Ein einzigartiger Blick auf den Ukraine-Krieg aus nächster Nähe und ohne Filter.
Fast zwei Jahre lang schreibt Savita Wagner ein Tagebuch von der Front des Ukraine-Kriegs - nicht aus sicherer Distanz, sondern mitten im Geschehen. Kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine meldet sie sich als humanitäre Helferin. Bald darauf tritt sie in die ukrainische Armee ein und dient als Combat Medic. Ihr Weg führt sie an einige der zentralen Schauplätze dieses Krieges: die Befreiung von Butscha oder die Schlacht um Charkiw.
Savita Wagner beschreibt eindringlich, was in den Nachrichten häufig abstrakt und lapidar wirkt: Luftalarm, Artilleriebeschuss, die Versorgung Verwundeter unter Feuer und permanente Unsicherheit. Sie schreibt über Angst und Solidarität, über Kameradschaft, Zweifel und Entschlossenheit. Ihr Tagebuch zeigt, wie sich Krieg anfühlt, wie er Denken und Handeln verändert und was er für das politische Selbstverständnis Europas bedeutet.
Am 31. Januar 2024 wird Savita Diana Wagner beim Versuch, zwei Verwundete zu bergen, tödlich verletzt. Ihre letzten Nachrichten und Tagebucheinträge machen dieses Buch zu einem Vermächtnis. Sie zeichnen ein bewegendes, eindringliches Bild dieses Krieges in Europa. Es steht stellvertretend für all jene, die dort ihr Leben riskieren, um ihr Land gegen den Aggressor Russland zu verteidigen.
Für alle, die verstehen wollen, was Krieg wirklich bedeutet.
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Eine klare Leseempfehlung!
Bellis-Perennis aus Wien am 09.06.2026
Bewertungsnummer: 3162296
Bewertet: eBook (PDF)
Dieses Buch ist das Vermächtnis von Savita Diana Wagner, die sich kurz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 als humanitäre Helfern freiwillig gemeldet hat. Warum? Weil ihr die zögerliche Haltung des Westens und besonders Deutschlands der Ukraine zu helfen, unerträglich schien.
In chronologischer Reihenfolge werden Auszüge aus Wagners E-mails, Chats, Blog Posts und anderen Nachrichtenkanälen zu einem fiktiven Tagebuch verarbeitet. Herausgekommen ist eine erschütternde und sehr berührende sowie authentische Bestandsaufnahme über das Leben an der Front. Denn Savita Diana Wagner tritt, nachdem ihr ihre humanitäre Hilfe zu gering erscheint, in die ukrainische Armee ein und dient bis zu ihrem Tod am 31. Jänner 2024 als Combat Medic, also als Kampfsanitäterin. Sie gewährt uns einen Einblick in das reale dramatische Kampfgeschehen an der Front, von dem wir im allgemeinen durch amerikanische Serien wie M.A.S.H. nur eine eher unrealistische Vorstellung haben.
Zudem korrigiert sie mit ihren Schilderungen die oft abstrahierten Nachrichten. Sie zeigt den Alltag an der Front, der sie nach Butscha oder nach Charkiw geführt hat. Sie schildert Luftalarm, Artilleriebeschuss, die Versorgung Verwundeter unter Feuer und sowie die permanente Unsicherheit, den nächsten Tag zu erleben. Sie schreibt über Angst und Solidarität, über Kameradschaft, Zweifel und Entschlossenheit, sowie darüber, dass es an manchen Tagen sehr schwer ist, nicht die Hoffnung zu verlieren. Aus ihrem Tagebuch kann man herauslesen, wie sich das Denken und Handeln verändern. Mehrmals lässt sie ihrer Wut über die zögerliche Bereitschaft der Ukraine Waffen und Munition zur Verfügung zu stellen, freien Lauf. So hat sie ihr eigenes Fahrzeug mitgebracht, da zu wenige geländegängige SUVs zur Verfügung stehen.
Savita Diana Wagner malt sich aus, welche Folgen ein Sieg von Putins über die Ukraine haben könnte und welche was das für Europa bedeuten könnte. Allerdings nicht in einer warmen Amtsstube fernab, sondern in Schmutz und Kälte, mitten drin im Geschehen.
Besonders berührend sind jene Worte vom 2. Jänner 2023, die sie bei einem kurzen Heimaturlaub niederschreibt und die ihre Mutter im Nachwort zitiert:
„In Deutschland an der Seitenlinie zu sitzen und zuzusehen, wie meine Leute in der Ukraine fertiggemacht werden, ist so unglaublich anstrengend... Ich bin wütend und fühle mich gleichzeitig irgendwie völlig leer....Ich möchte einfach nur durch diese Türe rennen, zurück auf die andere Seite, und wenn das bedeutet, dass ich dort in einem Meer von Blut ertrinken werde, dann ist es so.“
Ihre Mutter wird sie nicht mehr wiedersehen.
Noch am 20. Jänner 2024 schreibt sie, dass sie sich des Risikos bewusst ist, dass sie
„lieber aufrecht kämpfend für etwas, an das ich glaube, sterben, als die nächsten 50 Jahre nichts zu tun, ...“
Am 31. Jänner 2024 erfüllt sich ihr Schicksal. Combat Medic Savita Diana Wagner, die Deutsche in der Ukraine, wird beim Versuch zwei Verwundete zu bergen, tödlich verletzt. Als Angehörige der Ukrainischen Armee erhält sie ein Begräbnis mit allen militärischen Ehren auf dem Lukianivske-Friedhof in Kiew. Savita Diana Wagner gilt in der Ukraine als Heldin, weil sie Dutzenden verwundeten Soldatinnen und Soldaten durch ihren Einsatz das Leben gerettet hat.
Dieses Buch hat mich tief berührt. Es ist ein außergewöhnliches Zeugnis von Mut und Courage sowie eine Hommage an das ukrainische Volk, das sich gegen einen übermächtigen Aggressor stellt. Leider sieht es aktuell so aus, als ob Trump der Ukraine die Unterstützung durch die USA und die NATO entzieht, weil er sich in seinem eigenen verqueren Weltbild, das sich nur wenig von dem Putins unterscheidet, verschanzt und das, in der Ukraine dringend benötigte Material, in dem von ihm selbst angezettelten Krieg gegen den Iran verschleudert.
Zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos ergänzen und illustrieren sehr anschaulich sowohl die schonungslosen Texte als auch das Ausmaß der der Zerstörung. Gleichzeitig bieten private Fotos unvergleichliche Einblicke in das kurze, aber für Savita Diana Wagner erfüllende Leben an der Front.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem schonungslosen Fronttagebuch, das Savita Diana Wagners Mutter gemeinsam mit Karl Stenerud im Verlag Herder herausgegeben hat, und eine Liebeserklärung an eine Frau ist, die bewusst diesen Weg gewählt hat, 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung, auch wenn manche Stellen schwer zu ertragen sind.
Empfehlung
Bewertung am 11.05.2026
Bewertungsnummer: 3134653
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich bin froh das Buch gekauft zu haben auch wenn es nicht leicht verdaulich ist und bin jetzt um viele Sichtweisen reicher. Was kann mal erwarten? Einblicke in das harte Leben an der ukrainischen Front und Salvitas Gedanken zu den Umständen, dem politeschen damaligen Weltgeschehen. Krass, wie charakterstark sie und stark, wie ihr Mann sie aus der Ferne unterstützt hat.
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