Trügerisches La Rochelle
Commissaire Chevalier ermittelt an der Atlantikküste. Mörderische Spannung vor Urlaubskulisse - Fall 4 für den sympathischen Kommissar aus Frankreich
Ein sonniger Morgen an der Küste von La Rochelle. Commissaire Chevalier hilft seinem Schwager in den Austernbänken, da erreicht ihn der Ruf zu einem außergewöhnlichen Einsatz: Bei Arbeiten an einem Windpark auf hoher See ist ein Mann tödlich verunglückt. Als Chevalier und sein Team bei heftigem Seegang auf dem Installationsschiff eintreffen, erwartet sie das Schweigen einer eingeschworen wirkenden Crew. Der Tote scheint alles andere als beliebt gewesen zu sein, und was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich bald als Mord. Eines Täters, der sich immer noch an Bord befinden muss ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Jackolino
5/5
24.03.2026
eBook (ePUB)
Spannender Krimi vor faszinierendem Hintergrund
Bei Arbeiten an einem Windpark auf hoher See ist ein Mann tödlich verunglückt. Sein Tod entpuppt sich schon bald als kaltblütiger Mord, aber an Bord herrscht Schweigen. Der Tote war alles andere als beliebt gewesen. Bis es zu einem weiteren tragischen Todesfall kommt.
Die Arbeiten werden sehr anschaulich beschrieben, trotzdem habe ich mir auf Youtube mal einige Videos solcher Aufbauarbeiten an Windparks auf hoher See angesehen. Man kann sich sonst kaum vorstellen, wie ein Schiff auf Stelzen gestellt wird, um an dem Turm eines Windrades arbeiten zu können und Rotorblätter anzubringen. Allein schon der Schauplatz dieses Mordes ist faszinierend, allerdings wahrscheinlich nicht für die Männer und Frauen, die tagaus, tagein hier ihre Arbeit verrichten müssen und das auch oft bei schlechterem Wetter, als es Chevalier bei seinen Ermittlungen hat.
Alan Poyet war Kontrolleur von Sicherheitsmaßnahmen bei der Arbeit an Windparks. Er war pingelig, nachtragend und in den Augen der Techniker und Monteure kein angenehmer Mensch. Er hatte außerdem genug Einfluss, dafür zu sorgen, dass Arbeiter ihren Job verloren, wenn er sie auf dem Kieker hatte. Ob im Affekt oder geplant, bei seinem Sturz wurde jedenfalls nachgeholfen und Chevalier und seinen Mitarbeitern obliegt nun die Suche nach dem Schuldigen. Der erste Verdächtige kommt kurz danach auf der Flucht vor Chevalier bei einem Sturz ums Leben.
Und dabei bleibt es nicht. Die Ermittler versuchen, von der Motivseite die Zahl der Verdächtigen einzugrenzen. Sie sind sich sicher, dass der Schlüssel für die Morde an Bord in einem früheren Unfall zu suchen ist und konzentrieren sich daher auf die Vergangenheit. Da taucht auch so einiges an Ungereimtheiten auf, da gab es schwere Unfälle, Arbeiter kamen zu Tode oder wurden arbeitsunfähig. Und immer wieder versucht die Betreibergesellschaft, die Schuld von sich abzuwälzen, damit sie die lebenslangen Kosten nicht tragen muss.
Wir lernen die harte Seite dieser Arbeit kennen, die Menschen, die die Windräder montieren sind ohne Pause wochenlang an Bord, die Arbeit ist eng getaktet und die Regeln ausgesprochen streng gefasst.
Nachdem auch ein weiterer dringend Tatverdächtiger eines Morgens tot in seiner Kabine gefunden wird und eine nähere Begutachtung des Toten ergibt, dass auch er umgebracht wurde, müssen die Ermittlungen von vorne beginnen.
Es ist schon frustrierend, wenn die Motivsuche zwar immer wieder neue Ansatzpunkte ergibt, sich daraus aber im Endeffekt doch keine Anklage erheben lässt, weil z. B. Alibis hieb- und stichfest sind.
Natürlich werden die Morde schlussendlich geklärt, aber wir erleben den Frust der Beamten hautnah, die hohen Erwartungen der Vorgesetzten, die sich so gerne als erfolgreiche Behörde präsentieren wollen und Druck auf ihre Leute ausüben und wir erleben natürlich auch, dass Ermittler ein Privatleben haben und dass auch die Familie Ansprüche stellt, dass kleinere Unfälle das Privatleben durcheinanderbringen, allerdings auch, dass eine funktionierende und verständnisvolle Beziehung sehr viel Rückhalt geben kann.
Die Suche Chevaliers nach seiner Mutter ist ein Thema, das sich schon durch mehrere seiner Krimis zieht und möglicherweise wird es auch noch einige Bücher brauchen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Gespannter bin ich auf die Verbindungen von Chevaliers Vorgesetzten Vignaud in obskure Kreise, da erhoffe ich mir im nächsten Band mehr Aufklärung. Vielleicht wird man ihn dann endlich los.
Für mich war es der dritte Band um Commissaire Chevalier und ich empfand ihn als spannende Unterhaltung vor einem faszinierenden Hintergrund. Ein Windpark-Errichterschiff als Schauplatz von Morden auszuwählen, das hatte etwas Besonderes und brachte dem Leser einen Arbeitsplatz näher, den man sonst nicht kennenlernt.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
3/5
27.03.2026
eBook (ePUB)
Mord auf einer Windplattform oder war es doch nur ein Unfall?
Während Commissaire Chevalier seinem Schwager bei der Pflege dessen Austernbänken zur Hand geht, wird er zu einem Einsatz gerufen: auf der Errichtungsplattform eines Windparks wurde ein Toter aufgefunden. Schon bald wird klar, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. In Frage für die Tat kommen nur die auf der Plattform anwesenden Personen, doch das erleichtert dem Commissaire und seinem Team kaum die Arbeit. Irgendwie gibt es Beziehungsgeflechte an Bord und darüberhinaus auch noch Verbindungen zu Land und auch innerhalb der Strukturen der verantwortlichen Firma - schwierig für die Ermittler, zumal wenn alle Beteiligten mauern und man ihnen doch anmerkt, dass es etwas zu verbergen gibt. Kein Wunder also, wenn die anfänglich aufgefundenen Spuren erst einmal in die falsche Ricchtung laufen.
Das Buch ist gut aufgemacht, hat einen, für Meeresliebhaber, sehr verlockenden Einband, einen packenden Einstieg, mit dem sich der Leser sofort an Ort und Stelle, nämlich am Atlantik, fühlt und mit den Arbeiten zu einem Windpark auf offener See ein ungewöhnliches und innovatives Setting. (Hier wäre allerdings wenigstens eine Zeichnung von einem “Schiff”, auf dem das Hauptgeschehen spiel, sehr hilfreich gewesen.) Ich war am Anfang sehr angetan von allem, auch vom Personal, das sehr überzeugend und glaubwürdig bei mir ankam. Dann aber wurde es an einigen Stellen etwas langatmig, an anderen zu persönlich - die Suche auf den Spuren seiner Mutter hat mich Kommissar Chevalier in seiner Profession stark anzweifeln lassen, ja, schon, einfühlsamer Polizist und so weiter, aber für mich dann eben doch zuviel - und das kriminalistische Geschehen hat mich dann leider auch nicht richtig überzeugt. Erfahrene Ermittler geraten allesamt so in die Irre und werden am Schluß von der Lösung auch noch komplett überrascht? Irgendwie hat mich der Kommissar damit nicht überzeugt. Und das Motiv war dann am Ende einfach zu “billig”. Ein atmosphärisch dichter Krimi, mit einigen zu weit führenden Einsprengseln vor allem aus den Privatleben der Beteiligten und einem nicht ganz stringenten Abschluss - spannend und lesenswert aber dann doch.
Bewertung
aus Rastede
5/5
14.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Mehr Erzählung statt Krimi - trotzdem spannend
Jean-Claude Vinet hat einen interessanten unüblichen Schauplatz für die Verbrechen gewählt: Ein Errichterschiff! Man erfährt viel über die technischen Möglichkeiten eines solchen Schiffes, die Arbeitsbedingungen und Unfallgefahren der Monteure, über die persönlichen Probleme und Schwierigkeiten, die das miteinander Arbeiten und Leben auf derartig engem Raum ohne Ausweichmöglichkeit mit sich bringt usw. Ganz "nebenbei" geschehen Morde, deren Aufklärung sich unheimlich in die Länge zieht. Viele Puzzle-Teile, teilweise aus der Zeitebene vor der eigentlichen Handlungsebene, überführen schließlich den Täter. Wie immer spielen auch in diesem Krimi die persönlichen Befindlichkeiten des ermittelnden Kommissars Chevalier eine Rolle und beeinflussen sein Denken und Handeln. Damit versucht der Autor eine möglichst realitätsnahe Darstellung der Arbeit eines Ermittlers wiederzugeben. Das unterscheidet diesen Krimi von Fernsehkrimis, die streng zielgerichtet innerhalb von 45 bis 90 Minuten den Täter überführt haben müssen. - Mir gefällt dieser lockere unterhaltsame Erzählstil des Autors, bei dem man nebenbei auch viel über die Schauplätze erfährt. Das beeinträchtigt dennoch nicht die Spannung, da immer wieder neue Indizien auftauchen und die Ermittlungen demzufolge immer wieder andere Richtungen einschlagen. Für Leser mit einem guten Gedächtnis und einem langen Atem ein Krimi-Leckerbissen der besonderen Art.
verhei
5/5
13.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Turbulenzen im Offshore-Windpark
Auf der Baustelle eines Offshore-Windparks nahe Rochelle wird ein Toter gefunden – Unfall, Selbstmord, Mord es ist nicht ganz klar. Commissaire Chevalier wird von seiner beschaulichen Arbeit mit seinem Schwager zum Einsatz auf dem Installationsschiff gerufen. Hier begegneter er einer eingeschworenen Crew, die durch die Distanz zum Festland isoliert ist, ist man doch einige Wochen am Stück auf dem Installationsschiff – ohne Empfang. Bald ist klar, dass es kein Unfall sein kann- trotz stürmischer See. Doch wer ist der Täter, er muss sich doch noch auf dem Schiff befinden.
Die Erzählung folgt dem klassischen Whodunit Prinzip der Kriminalromane: Ermittlungen des Teams um Commissaire Chevalier verlaufen in klassischer Polizeimanier. Man verfolgt Spuren, sucht Motive, landet in Sackgassen und wird durch so manche Entwicklung überrascht. Besonders spannend ist dabei die Tatsache, dass sich der Täter an Bord dieses Installationsschiffes befinden muss.
Neben der Hauptermittlung taucht man auch in einem gewissen Maße in das Privatleben des Ermittlerteams ein. Man lernt einerseits ein doch entspannteres Privatleben des Commissaires kennen, andererseits aber auch private Ermittlungen in der eigenen Familiengeschichte. Damit lernt man den Ermittler auch von einer anderen Seite kennen und lernt ihn sehr zu schätzen.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm und auch sehr bildhaft. Man nimmt die geschilderte Atmosphäre in der wundervollen Stadt Rochelle gut war, ein maritimes Lebensgefühl, dass gleich Urlaubslüste weckt. Aber auch der Windpark und die technischen Details sind detailliert, aber auch verständlich dargestellt, so dass man auch gleich etwas fürs Leben lernt. Gelungen fand ich, wie das alles miteinander verknüpft wurde.
Für mich war dies der erste Roman aus dieser Krimiserie. Auch wenn dieser ohne Probleme für sich alleine gelesen werden konnte, werde ich bei Gelegenheit die restlichen Bände ansehen, um besser in die Geschichte um den Commissaire einzutauchen.
LS
5/5
11.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Mord oder Unfall auf hoher See
Es sollte ein schöner Morgen werden, doch Commissaire Chevalier wird zu einem Todesfall gerufen, ausgerechnet auf einem Errichterschiff für Windkraftanlagen. Schnell ist klar, dass sich der Mörder unter der Besatzung befinden muss. Doch das macht die Ermittlungen nicht einfacher. Kann der Commissaire den Fall klären, damit er wieder Zeit mit seiner Familie verbringen kann?
Wie schon die vorherigen Bände, ist auch dieser Band der Reihe gut aufgebaut. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben eine angenehme Länge und es gibt einige Wendungen, die die Lektüre spannend machen. Man kann beim Lesen förmlich die Stimmung auf dem Schiff spüren. Die Figuren sind authentisch und es ist schön, dass man auch etwas über das Privatleben der Ermittler erfährt. Besonders toll finde ich, dass es am Ende des Buches ein Personenverzeichnis gibt.
Ein sehr empfehlenswerter Krimi! Man kann sich auf weitere Bände freuen.
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