Dell Danvers braucht dringend Geld. Ihre Schwester liegt im Koma, das Krankenhaus will die lebenserhaltenden Maschinen abstellen. In ihrer Verzweiflung startet Dell einen siebentägigen Livestream, um Spenden zu sammeln: schlagfertig, wütend, voller Schmerz und Schärfe - im wahrsten Sinne des Wortes, denn bald feiert das Internet ihre Chili-Challenges. Je größer die Aufmerksamkeit, desto mehr entgleitet ihr die Kontrolle. Wie viel kann man von sich preisgeben, ohne sich selbst aufzugeben? Eine intensive, witzige und tief bewegende Geschichte über Sichtbarkeit, Schuld und radikale Selbstinszenierung.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Jürg K.
5/5
04.06.2026
eBook (ePUB)
Eindrückliches Buch
Dell Danvers Schwester liegt im Koma, das Krankenhaus will die lebenserhaltenden Maschinen abstellen. Sie braucht dringend Geld. In ihrer Verzweiflung startet Dell einen siebentägigen Livestream, um Spenden zu sammeln. Je grösser die Aufmerksamkeit, desto mehr entgleitet ihr die Kontrolle. Diese Geschichte hat mich sofort gepackt, weil sie kompromisslos ehrlich zeigt, wie dünn die Linie zwischen Selbstbehauptung und Selbstverlust werden kann, wenn das Leben einen an den Rand drängt. Dell steht unter einem Druck, der fast körperlich spürbar ist. Was als verzweifelter Hilferuf beginnt, verwandelt sich in ein Spektakel, das sie selbst kaum noch kontrollieren kann. Ich fand besonders eindrücklich, wie Dell ihre eigene Verletzlichkeit in scharfen Humor und Chili-Schmerz verpackt. Diese Challenges sind nicht nur Unterhaltung sie sind ein Ventil, ein Schutzschild, ein Versuch, die Kontrolle über eine Situation zurückzugewinnen, die längst ausser Kontrolle geraten ist. Und gleichzeitig spürt man, wie sehr sie sich dabei auszehrt. Je mehr das Internet sie feiert, desto mehr verliert sie sich selbst aus dem Blick. Die Geschichte stellt eine unbequeme, aber wichtige Frage: Wie viel von uns gehört uns noch, wenn wir uns öffentlich machen, wenn wir Klicks brauchen, wenn Sichtbarkeit zur Währung wird? Für mich ist das Buch eine intensive, witzige und tief bewegende Geschichte über Sichtbarkeit, Schuld und radikale Selbstinszenierung. Es zeigt, wie dünn die Haut wird, wenn Schuld, Liebe und Öffentlichkeit aufeinanderprallen.
Bewertung
5/5
04.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannende Geschichte!
„Streamen erzeugt eine Intimität, als würde man Menschen nicht in sein Hause, sondern sein Gehirn einladen. Sie nisten sich ein und breiten sich aus wie mein sprießen des Samenkorn, dass in Echtzeit wächst, während ich mit meiner Beute im Schlepptau, Richtung Uptown zurückfahre.“ Seite 129
INHALT
Dell braucht Geld. Schnell und am besten unkompliziert. Kurzerhand entschließt sie sich zu streamen. 24 Stunden beginnt sie ihren Alltag zu teilen und verliert sich schnell in der digitalen Welt. Was ziemlich harmlos begann, wird schnell zu einer Sucht nach Adrenalin und Kicks. Die Dinge, die Dell für Spenden tut, werden immer riskanter. Offiziell spenden alle für ihre im Koma liegende Schwester. Als ein Streamer droht die Wahrheit ans Licht zu bringen, verliert sie die Kontrolle.
EINDRUCK UND FAZIT
Also ich fand schon die Dinnerparty aus dem Frühjahrprogramm genial - aber dieses hier ist auch ganz wunderbar. Aufgrund der Chatnachrichten im Fließtext, wirkt es, als sei man selbst dabei. Eine Geschichte, die aktueller nicht sein könnte! Ein kritisierendes Buch an der Social-Media-Welt, die erschreckend realistisch dargestellt wird. Absolut fesselnd - aus der Hand legen ist nahezu unmöglich!
Donnie Darko
Thalia Book Circle Community
5/5
31.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie weit gehst du für Klicks? Faszinierend, tragisch und unglaublich direkt!
Was für ein wilder Ritt! Bereits nach den ersten Seiten hatte mich das Buch komplett in seinen Bann gezogen. Das Thema ist durch die überspitzte Darstellung brandaktuell und extrem polarisierend. Durch den ungeschönten Blick auf die Abgründe der Streamingwelt ist das Werk nicht für jedermann – mir persönlich ging die toxische Eigendynamik des Chats aber gerade deshalb extrem unter die Haut.
Wir erleben hier schonungslos, wie weit Menschen für Geld gehen. Um die lebenserhaltenden Maschinen ihrer Schwester zu finanzieren, streamt die New Yorkerin Dell sieben Tage lang rund um die Uhr. Nach ihrem Jobverlust und mit der Miete im Nacken setzt sie ihre Privatsphäre aufs Spiel und ihr Leben wandelt sich abrupt. Durch ihre direkte und zynische Art kommt sie anfangs super bei den Viewern an. Doch je mehr es werden, desto mehr Grenzen muss sie für ihr Ziel überschreiten. Mit jeder neuen Donation wachsen ihre Selbstüberschätzung und der Drang nach Aufmerksamkeit, bis die Grenze zum echten Privatleben völlig verschwimmt.
Eins muss man dem Werk lassen: Durch das aktuelle Thema gepaart mit einem unverblümten Schreibstil polarisiert es auf ganzer Linie. Ohne langes Vorgeplänkel geht es mitten ins Geschehen und ehe man sich versieht, ist man schon am Ende angekommen – ein grandioser Pageturner. Der erfrischend direkte Schreibstil ist mein Highlight, da er Dells Charakter sowie ihren dunklen Humor perfekt einfängt. Allein die Darstellung der Chatverläufe während der Handlung ist sehr gut durchdacht und thematisch passend; man fühlt sich, als wäre man selbst live im Chat dabei. Auch Dell als Protagonistin ist unheimlich unterhaltsam. Sie wirkt authentisch, selbst wenn manche ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehbar waren. Dennoch wächst sie einem schnell ans Herz und man kann gar nicht anders als mit ihr mitzufiebern. Ihre Entwicklung parallel zum Erfolg des Streams ist faszinierend und tragisch zugleich.
Eigentlich hat mir fast alles an dem Buch gefallen, wenn da nicht das Ende wäre. Je mehr sich die Handlung dem Finale nähert, desto mehr unlogische Situationen entstehen. Das Ende an sich fühlte sich für mich persönlich einfach nicht stimmig an. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch jedem nur wärmstens ans Herz legen. Für mich wird es definitiv nicht das letzte Werk von Lior Torenberg gewesen sein.
Fazit:
Ein absolut wilder und brandaktueller Pageturner, der einen durch den genialen Schreibstil sowie authentische Chatverläufe mitten in Dells Stream zieht. Dell ist eine herrlich zynische Protagonistin, mit der man trotz einiger unlogischer Momente am Ende bis zur letzten Sekunde mitfiebert. wer ein schonungsloses Buch darüber lesen will, wie Streaming-Druck zur Grenzüberschreitung führt, kommt hier voll auf seine Kosten. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
30.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was tust du für Geld?
Dell braucht Geld. Und zwar nicht gerade wenig ihre Schwester liegt im Koma und die Ärzte wollen die Maschinen abstellen. Außerdem ist die Miete fällig, also braucht Dell Geld. Dringend und zwar möglichst schnell. Und was passt da besser als ein 7 Tage Stream um die Spendentrommel anzukurbeln? Doch als die Kamera zu laufen beginnt muss sich Dell fragen, wie weit sie zu gehen bereit ist.
Die Geschichte um Dell hat mich wirklich von der ersten Sekunde an gepackt, es hat sich angefühlt als würe man ihr direkt zusehen. Was ich hier besonders gut gemacht fand, ist wie Dell porträtiert wurde. Du bist regelrecht mit ihr in den Abgrund gestürzt, gleichzeitig hat sich bei mir fast eine Scham eingestellt, als ich das Buch gelesen habe. Es war allerdings auch so mitreißend geschrieben, dass man es wie in Rausch lesen musste. Lior Thornberg hat es geschafft, dass man, obwohl Dell keine sympathische Person ist, alles was sie tut regelrecht aufsaugt.
Besonders gelungen fand ich auch den Bodyhorror in diesem Buch. Man hat im Laufe des Buches mitbekommen wie wahnsinnig Dell wurde.
Das Ende hätte für mich noch etwas weiter eingeleitet und erklärt werden sollen, aber in der Gesamtwertung stört mich das nicht besonders.
Im der Aufmachung des Buches fand ich auch die Chatverläufe die sich durchs gesamte Buch ziehen. Zu erwähnen sind außerdem die besonderen Nebencharaktere.
Bewertung
5/5
27.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dunkler Humor, Sozialdrama, Botanic Hororr
Es geht um Dell, die ihren Job verliert, die Miete für ihre winzige, badlose Wohnung in NY nicht mehr zahlen kann, und sich spontan entschließt, einen Live Stream zu starten, um Geld für lebensverlängernde Maßnahmen ihrer im Koma liegenden Schwester zu sammeln.
Dass Maschinen ausgeschaltet werden, weil Familien nicht mehr zahlen können, während sie für Reiche munter weiter laufen können, fand ich erschreckend. Ich weiß nicht, ob das nur in den USA so ist, aber es war eine schockierende Hintergrundstory, dass Daisys Hände zucken, aber die Ärzte sie aufgegeben haben.
Zunächst geht es darum, extrem scharfe Chilis gegen Bezahlung zu essen. Die Follower waren eine Mischung aus neugierig, unmoralisch, p3rvers und ekelhaft. Einer hat ihre Adresse und Daten herausgefunden, sie gestalkt und erpresst. Ich persönlich würde mich niemals trauen, 24/7 vor Wildfremden life zu streamen, auch weil ja munter Screenshots geschossen werden können.
Dass sie ihr Geld bieten, wenn sie sich anzündet, ist leider viel zu realistisch - wir kennen die Meldungen über verstorbene Teenies durch TikTok Challenges.
Während sie sich von ihrer realen Familie distanziert, werden die Follower ihre neuen und es wird deutlich, wie gefährlich es ist, Leben in den Sozialen Leben mit der Realität zu verwechseln. Spannend fand ich das Bsp, wie sie sich vorstellt, wie diese zahllosen Menschen in ihrer Wohnung sitzen und sie anstarren.
Die manipulativen VMs ihrer penetranten Mom haben mich in den Wahnsinn getrieben, ich hätte sie am liebsten angeschrien, sich in Therapie zu begeben anstatt ihrer Tochter die Verantwortung für ihren Seelenfrieden zuzuschieben.
Positiv herausgestochen ist zudem die Mischung aus Botanic und Body Horror, mit der ich nicht gerechnet habe, aber metaphorisch sooo perfekt gepasst hat und bildsprachlich eine 12/10 wurde.
Generell war das Buch sprachlich unglaublich gut umgesetzt, literarisch hochwertig und fesselnd. Ich habe es in zwei Schüben durchgelesen, ohne begründen zu können, was genau diese Sogkraft ausgelöst hat.
Dell ist ein unmoralisches, stures weird girl und ich habe sie dafür geliebt.
Zudem wurden viele relevante Themen angesprochen wie Dr0genm1ssbrauch, Armut, Verschuldung junger Menschen, die Gefahren des Internets, Mis0gynie usw, wobei die Themen subtil und nahtlos in den Plot eingewoben wurden.
Auch den großen Plottwist am Ende habe ich nicht kommen sehen:
Den halben Stern Abzug gibt es, weil es mich emotional viel tiefer getroffen hätte, wäre die Rechtfertigung Verdrängung der Realität statt berechnende Lüge gewesen - das hätte es für mich nochmal ziemlich heftig gedreht.
Trotzdem eine riesige Leseempfehlung für alle, sie skurrile, unkonventionelle Protagonistinnen und dunklen Humor lieben ♡
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.