Produktbild: Die Zivilisation, Mutter!

Die Zivilisation, Mutter! Ein Radio kommt, und die Welt wird groß. — Roman

1

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2026

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18,3/11,5/1,5 cm

Gewicht

168 g

Farbe

Dunkellila / Champagner

Auflage

1

Originaltitel

La civilisation, ma mère! (1972)

Übersetzt von

Helgard Rost

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-71053-5

Beschreibung

Rezension

»Chraïbi beschreibt die Auto-Emanzipation seiner Mutter, die Analphabetin war und sich peu à peu das Wissen angeeignet hat, wie sie zur Feministin werden konnte. Die Figur der Mutter ist so nahbar, dieser Kampf ist so oft geführt worden, nicht nur in der Region, sondern auch darüber hinaus. Diese sehr berührende Geschichte lege ich jeder Person, die Literatur liebt, ans Herz. Der Roman hat mich geprägt. Und er ist auch noch so lustig, man lacht herzhaft an vielen Stellen.« Mohamed Amjahid SWR2

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2026

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18,3/11,5/1,5 cm

Gewicht

168 g

Farbe

Dunkellila / Champagner

Auflage

1

Originaltitel

La civilisation, ma mère! (1972)

Übersetzt von

Helgard Rost

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-71053-5

Herstelleradresse

Nördlinger Verlagsauslfg
Augsburger Str. 67a
86720 Nördlingen
DE

Email: Kundenservice@beck.de

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Feinfühlige Geschichte aus Marokko, feministisch und staatskritisch. Toll!

MarcoL aus Füssen am 26.03.2026

Bewertungsnummer: 3089702

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Casablanca, Marokko. Sie wurde mit dreizehn Jahren verheiratet, und hat seit dem ihr Haus nie mehr verlassen (dürfen). S.83: „Was ist das, 'lieben'? Was soll das heißen? … Als ich in dieses Haus zog, war ich ein Kind. Stand vor einem Mann, der mir Angst einjagte. War mit ihm allein, verstehst du? … Dann habe ich mich im Laufe der Jahre daran gewöhnt. Die Gewohnheit ist ein Gefühl. Ich stellte mit keine Fragen, ich wusste nicht, wer ich war.“ Alles wurde von ihrem Ehemann organisiert. Sogar die Einkäufe. Sie kennt nichts anderes, glaubt einfach, es muss so sein, und allen Müttern und Ehefrauen gehe es gleich. Ihr Mann ist ein reicher Geschäftsmann, mehr unterwegs als zu Hause. Ihre beiden Söhne sind dem Kindesalter mehr oder weniger entwachsen, als sie ein Radiogerät mitbrachten. Für ihre Mutter war das Magie, und sie war lange der Meinung, dass die Stimme von einem Zauberer kommt. Und das Telefon war ihr erster richtiger Kontakt nach außen. Die moderne Technik hält nach und nach Einzug in dem Haus. Und ihre Söhne nehmen sie mit nach draußen – in die Stadt. Geheim, von ihrem Sohn Nagib, der ein sanfter Hühne war, beschützt. S.70: „Ein Tor war aufgestoßen worden. Nun flutete alles auf einmal auf sie herein, und sie versuchte einzudämmen, was ihrer Natur fremd war, diesen Schlamm zu verarbeiten, damit er eines Tages fruchtbar werde.“ Ihr Leben ändert sich nach und nach. Sie lernt lesen, schreiben, rechnen. Sie entdeckt die Welt, und auch ihre eigene Welt, ihre eigenen Kinder, mit neuen Augen. Gleichzeitig mit dieser Entwicklung ändert sich auch das politische Gefüge im Land Marokko. S.81: „Und sie sah uns. Sah, dass ich Haare am Kinn hatte und dass Nagib größer war als ihr Mann. An diesem Tag war es zu Ende mit dem Panzer, mit der Schale um sie herum.“ Irgendwann erfährt ihr Mann davon, aber er sieht ein, dass er machtlos ist. Die Freiheit beginn zu siegen. Und die Mutter der Söhne beginnt zu verstehen. S.147: „Und der Kern der Gemeinschaft ist nun einmal die Familie. Wenn aber im Schoße dieser Familie die Frau als Gefangene gehalten wird, verschleiert noch dazu, eingesperrt, wie wir es seit Jahrhunderten getan haben; wenn sie über keinerlei Öffnungen zur Außenwelt verfügt, keine aktive Rolle spielen kann, wirkt sich das verhängnisvoll auf die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit aus; sie zieht sich zurück und hat sich und der übrigen Welt nichts mehr zu geben.“ - ein wunderbarer Satz, der alles auf einen Punkt bringt. Die Geschichte ist sehr feinfühlig erzählt aus der Sicht ihres anderen Sohns. Ganz allmählich merken wir, dass diese Familiengeschichte als große Gesellschaftskritik funktioniert, im kleinen wie im großen. Flüssig erzählt, mit viel Empathie und Humor, führt uns Driss Chraibi durch die Erzählung, kombiniert Familie mit Staat sehr geschickt. Ein wunderbares Buch, dem ich sehr viele Leser*innen wünsche. Das Original erschien bereits 1972. Ganz große Leseempfehlung.

Feinfühlige Geschichte aus Marokko, feministisch und staatskritisch. Toll!

MarcoL aus Füssen am 26.03.2026
Bewertungsnummer: 3089702
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Casablanca, Marokko. Sie wurde mit dreizehn Jahren verheiratet, und hat seit dem ihr Haus nie mehr verlassen (dürfen). S.83: „Was ist das, 'lieben'? Was soll das heißen? … Als ich in dieses Haus zog, war ich ein Kind. Stand vor einem Mann, der mir Angst einjagte. War mit ihm allein, verstehst du? … Dann habe ich mich im Laufe der Jahre daran gewöhnt. Die Gewohnheit ist ein Gefühl. Ich stellte mit keine Fragen, ich wusste nicht, wer ich war.“ Alles wurde von ihrem Ehemann organisiert. Sogar die Einkäufe. Sie kennt nichts anderes, glaubt einfach, es muss so sein, und allen Müttern und Ehefrauen gehe es gleich. Ihr Mann ist ein reicher Geschäftsmann, mehr unterwegs als zu Hause. Ihre beiden Söhne sind dem Kindesalter mehr oder weniger entwachsen, als sie ein Radiogerät mitbrachten. Für ihre Mutter war das Magie, und sie war lange der Meinung, dass die Stimme von einem Zauberer kommt. Und das Telefon war ihr erster richtiger Kontakt nach außen. Die moderne Technik hält nach und nach Einzug in dem Haus. Und ihre Söhne nehmen sie mit nach draußen – in die Stadt. Geheim, von ihrem Sohn Nagib, der ein sanfter Hühne war, beschützt. S.70: „Ein Tor war aufgestoßen worden. Nun flutete alles auf einmal auf sie herein, und sie versuchte einzudämmen, was ihrer Natur fremd war, diesen Schlamm zu verarbeiten, damit er eines Tages fruchtbar werde.“ Ihr Leben ändert sich nach und nach. Sie lernt lesen, schreiben, rechnen. Sie entdeckt die Welt, und auch ihre eigene Welt, ihre eigenen Kinder, mit neuen Augen. Gleichzeitig mit dieser Entwicklung ändert sich auch das politische Gefüge im Land Marokko. S.81: „Und sie sah uns. Sah, dass ich Haare am Kinn hatte und dass Nagib größer war als ihr Mann. An diesem Tag war es zu Ende mit dem Panzer, mit der Schale um sie herum.“ Irgendwann erfährt ihr Mann davon, aber er sieht ein, dass er machtlos ist. Die Freiheit beginn zu siegen. Und die Mutter der Söhne beginnt zu verstehen. S.147: „Und der Kern der Gemeinschaft ist nun einmal die Familie. Wenn aber im Schoße dieser Familie die Frau als Gefangene gehalten wird, verschleiert noch dazu, eingesperrt, wie wir es seit Jahrhunderten getan haben; wenn sie über keinerlei Öffnungen zur Außenwelt verfügt, keine aktive Rolle spielen kann, wirkt sich das verhängnisvoll auf die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit aus; sie zieht sich zurück und hat sich und der übrigen Welt nichts mehr zu geben.“ - ein wunderbarer Satz, der alles auf einen Punkt bringt. Die Geschichte ist sehr feinfühlig erzählt aus der Sicht ihres anderen Sohns. Ganz allmählich merken wir, dass diese Familiengeschichte als große Gesellschaftskritik funktioniert, im kleinen wie im großen. Flüssig erzählt, mit viel Empathie und Humor, führt uns Driss Chraibi durch die Erzählung, kombiniert Familie mit Staat sehr geschickt. Ein wunderbares Buch, dem ich sehr viele Leser*innen wünsche. Das Original erschien bereits 1972. Ganz große Leseempfehlung.

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Die Zivilisation, Mutter!

von Driss Chraïbi

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