Produktbild: Vor uns die Zeit

Vor uns die Zeit Im Ruhestand wird endlich alles gut. Oder nicht? — Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

36054

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.02.2026

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

20,9/12,8/3,5 cm

Gewicht

465 g

Farbe

Mokka / Beige

Auflage

2

Originaltitel

Greengates

Übersetzt von

Rainer Moritz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-00635-5

Beschreibung

Rezension

»Es tut einfach gut, in diesen verwirrend unfreundlichen Zeiten ein so leises, liebevolles und irgendwie sogar komisches Buch zu lesen. Ich bin ganz sicher, dass sehr viele Leser sich in Edith und Tom wiedererkennen, ob 1936 oder heute! Herrlich frisch von Rainer Moritz übersetzt.« ("Kölner Stadt-Anzeiger")
»R. C. Sherriff bringt etwas unglaublich Menschenfreundliches in seine Romane . Vor uns die Zeit ist eine sehr fein und genau beobachtete Geschichte, Sherriff ein Meister der Szene. Vor fast 100 Jahren erschienen, ist der Roman gar nicht gealtert, Sherriff beschreibt Zwischentöne und Menschen so, dass man denkt, sie könnten einem auch heute begegnen. Wenn ein Kollege, eine Kollegin Pension geht, sollte man diesen Roman verschenken.« ("Deutschlandfunk")
»Wie geht eigentlich Ruhestand? Das muss Tom Baldwin, der Held von R. C. Sherriffs Glücksfall von wiederentdecktem Roman, erst noch lernen. Mit viel Liebe zu seinen Figuren beschreibt er das vertraute Miteinander der Eheleute Baldwin, ihre kleinen und größeren Sorgen und Nöte – und gönnt ihnen einen Neuanfang. Ein warmherziger Roman aus der Welt der kleinen Leute.« ("Buch-Haltung")
»Dieses Buch rührt ungemein und ist ein versöhnlicher Blick in eine Zukunft, die jedem von uns bevorsteht.« ("HR2 Kultur")
»R. C. Sherriff beschreibt detailreich, einfühlsam und humorvoll die Sorgen und Nöte der Protagonisten. Der Autor zeichnet einen vom Leben enttäuschten Mann, der wieder in Schwung gerät und glücklicher wird als je zuvor. Ein beschaulicher Roman, der die Idylle beschwört.« ("ekz Bibliotheksservice")
»Unwiderstehlich und gemütlich: Vor uns die Zeit ist ein berührender, liebenswerter Roman, eine Ode an die Vororte und ein faszinierendes Stück Sozialgeschichte.« ("The Guardian")
» Vor uns die Zeit von R. C. Sherriff ist ein Buch, das nicht überwältigt, sondern begleitet – ein stiller, aber nachhaltiger Begleiter, der seine Wirkung im Nachhall vollständig entfaltet.« ("Kulturthemen.de")
»Als Mr Baldwin in den Ruhestand geht, beschließen er und seine Frau, in eine neue Siedlung zu ziehen – und dieser zarte Roman handelt von diesem Prozess. In den Händen nahezu jeden anderen Autors wäre dieser Stoff nichts – in Sherriffs Händen ist es ein Meisterwerk.« ("Stuck in a Book")

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Verkaufsrang

36054

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.02.2026

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

20,9/12,8/3,5 cm

Gewicht

465 g

Farbe

Mokka / Beige

Auflage

2

Originaltitel

Greengates

Übersetzt von

Rainer Moritz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-00635-5

EU-Ansprechpartner

Unionsverlag AG
mail@unionsverlag.ch

Herstelleradresse

Verlag C.H.Beck oHG
Wilhelmstraße 9
80801 München
DE
produktsicherheit@beck.de

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Time for something new

Kwinsu aus Salzburg am 04.04.2026

Bewertungsnummer: 3098983

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tom Baldwin steht vor seiner Pensionierung, über 40 Jahre war er in der Versicherungsbranche tätig. Er träumt sich ein wundervolles Leben herbei, in dem er seinen großen Leidenschaften, wie Geschichte, Archäologie und der Bearbeitung seines Gartens nachgehen kann. Doch die Realität ist ernüchternd und langsam verfällt er in depressive Episoden. Bis er eines Tages mit seiner Frau Edith beschließt, einen Ausflug in das Wendental zu machen. Dort haben sie eine Begegnung, die ihr Leben tiefgreifend verändern wird: ein junger Immobilienmakler führt ihnen ein Musterhaus vor und das Ehepaar weiß: das ist ihre Zukunft. Der Roman "Vor uns die Zeit" von dem Theaterautor, Drehbuchschreiber und Schriftsteller R.C. Sherriff erschien unter dem Namen "Greengates" das erste Mal im Jahr 1936. Das Buch strotzt vor britischer, gutbürgerlicher Attitüde seiner Zeit und ist dennoch erstaunlich zeitlos. Es ist so absolut nachvollziehbar, dass das plötzliche Loch, das einen durch den Eintritt ins Rentenalter mit hässlicher Fratze lachend entgegenstrotzt, in eine tiefe Depression stürzen kann. Die Beziehungsverhältnisse, wie sie bisher waren, können so nicht weitergehen: die Ehefrau, die sich stets um Haus und Garten kümmerte und nichts mehr liebte, als ihr kurzes Nachmittagsnickerchen, ist in ihrer Routine erschüttert, genauso wie ihr Dienst"mädchen" Ada, die plötzlich ihre Arbeit nicht mehr nach gewohnten Mustern verrichten kann. Und der Pensionär selbst weiß nichts mit seiner neu gewonnenen Zeit anzufangen. Der Autor Sherriff weiß mit feinem Humor eine Charakterstudie der Protagonist*innen nachzuzeichnen, die vor Beobachtungsgabe und zeitloser Modernität nur so strotzt. Alles ändert sich nach dem Ausflug ins Wendental: das Ehepaar verliebt sich Hals über Kopf in das Musterhaus und trotzdem sie bisher sehr auf Sparsamkeit bedacht lebten, sind sie gewillt ihr Erspartes und Geerbtes für einen neuen Lebensabschnitt in einem Haus, das allen modernen Komfort der Zeit bietet, zusammenzukratzen und würden am liebsten gleich dort einziehen. Lustigerweise haben sie kaum noch Geduld um abzuwarten, dort einzuziehen. Auch als Leserin fiebert man mit, dass alles wirklich so gut gehen wird, wie sich das Ehepaar so erhofft - ohne dabei von irgendjemanden übers Ohr gehauen zu werden. Als es endlich so weit ist, werden die beiden gleich ins nächste Projekt gezogen und widmen ihr Leben nun der Gemeinschaft, in Form eines partizipativen Klubs. Es ist erstaunlich, wie fein und tiefgehend der Autor seine Figuren zeichnet, sich mit einem Augenzwinkern über sie lustig macht, ohne sie jemals bloßzustellen oder die Augenhöhe zu verlieren. Großartig gelingt es ihm, ein eigentlich recht fades Leben mit Enthusiasmus und liebevollen Standesdünkel zu würzen und die Charaktere absolut glaubhaft und authentisch darzustellen. In keinem Moment kommt Langeweile auf und es ist herrlich mitzuverfolgen, wie Tom über seine eigene Entwicklung reflektiert - und staunt. Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass der Roman vor 90 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde und nichts an Aktualität verloren hat - wenn man von dem dargestellten, gutbürgerlichen Milieu mit starkem britischen Akzent einmal absieht. Die Charaktereigenschaften von Tom sind humorig schrullig, er weiß sich standesgemäß zu benehmen und ist anfänglich auch den Umständen entsprechend genügsam. Trotzdem der Hauskauf sie vor finanzielle Herausforderungen stellt, kommt er keine Sekunde auf seine Idee, etwas von ihrem bisherigen Lebensstandard - beispielsweise auf seine Haushälterin - zu verzichten. Äußerst amüsant ist es auch mitzuverfolgen, wie plötzlich ihr jahrzehntelang gewohntes Haus vom einst geliebten Zuhause zu einer hässlichen, ungemütlichen und unkomfortablen Bude heranwächst, nachdem ihnen ihr neues Zuhause vor Augen steht. Auch die Befindlichkeiten und Meinungen anderen Menschen gegenüber, beispielsweise dem kolonialistischen und leicht unsympathischen Mr. van Doon, sind bezeichnend, aber erstaunlich versöhnlich und offen. Mein Fazit: "Vor uns die Zeit" ist ein absolut empfehlenswerter Roman, der schon 90 Jahre auf dem Buckel und nur wenig an Aktualität verloren hat. Er besticht durch feine Charakterbeobachtungen und zum Schmunzeln bringenden Humor, ohne dabei die Figuren ins Lächerliche zu ziehen. Es ist ein meisterliches Werk britischer Literatur, die alle lesen sollten, die der britischen upper middle class gewogen sind und sich für die tiefgehenden Veränderungen interessieren, die passieren, wenn man das Arbeitsleben hinter sich gelassen hat.

Time for something new

Kwinsu aus Salzburg am 04.04.2026
Bewertungsnummer: 3098983
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tom Baldwin steht vor seiner Pensionierung, über 40 Jahre war er in der Versicherungsbranche tätig. Er träumt sich ein wundervolles Leben herbei, in dem er seinen großen Leidenschaften, wie Geschichte, Archäologie und der Bearbeitung seines Gartens nachgehen kann. Doch die Realität ist ernüchternd und langsam verfällt er in depressive Episoden. Bis er eines Tages mit seiner Frau Edith beschließt, einen Ausflug in das Wendental zu machen. Dort haben sie eine Begegnung, die ihr Leben tiefgreifend verändern wird: ein junger Immobilienmakler führt ihnen ein Musterhaus vor und das Ehepaar weiß: das ist ihre Zukunft. Der Roman "Vor uns die Zeit" von dem Theaterautor, Drehbuchschreiber und Schriftsteller R.C. Sherriff erschien unter dem Namen "Greengates" das erste Mal im Jahr 1936. Das Buch strotzt vor britischer, gutbürgerlicher Attitüde seiner Zeit und ist dennoch erstaunlich zeitlos. Es ist so absolut nachvollziehbar, dass das plötzliche Loch, das einen durch den Eintritt ins Rentenalter mit hässlicher Fratze lachend entgegenstrotzt, in eine tiefe Depression stürzen kann. Die Beziehungsverhältnisse, wie sie bisher waren, können so nicht weitergehen: die Ehefrau, die sich stets um Haus und Garten kümmerte und nichts mehr liebte, als ihr kurzes Nachmittagsnickerchen, ist in ihrer Routine erschüttert, genauso wie ihr Dienst"mädchen" Ada, die plötzlich ihre Arbeit nicht mehr nach gewohnten Mustern verrichten kann. Und der Pensionär selbst weiß nichts mit seiner neu gewonnenen Zeit anzufangen. Der Autor Sherriff weiß mit feinem Humor eine Charakterstudie der Protagonist*innen nachzuzeichnen, die vor Beobachtungsgabe und zeitloser Modernität nur so strotzt. Alles ändert sich nach dem Ausflug ins Wendental: das Ehepaar verliebt sich Hals über Kopf in das Musterhaus und trotzdem sie bisher sehr auf Sparsamkeit bedacht lebten, sind sie gewillt ihr Erspartes und Geerbtes für einen neuen Lebensabschnitt in einem Haus, das allen modernen Komfort der Zeit bietet, zusammenzukratzen und würden am liebsten gleich dort einziehen. Lustigerweise haben sie kaum noch Geduld um abzuwarten, dort einzuziehen. Auch als Leserin fiebert man mit, dass alles wirklich so gut gehen wird, wie sich das Ehepaar so erhofft - ohne dabei von irgendjemanden übers Ohr gehauen zu werden. Als es endlich so weit ist, werden die beiden gleich ins nächste Projekt gezogen und widmen ihr Leben nun der Gemeinschaft, in Form eines partizipativen Klubs. Es ist erstaunlich, wie fein und tiefgehend der Autor seine Figuren zeichnet, sich mit einem Augenzwinkern über sie lustig macht, ohne sie jemals bloßzustellen oder die Augenhöhe zu verlieren. Großartig gelingt es ihm, ein eigentlich recht fades Leben mit Enthusiasmus und liebevollen Standesdünkel zu würzen und die Charaktere absolut glaubhaft und authentisch darzustellen. In keinem Moment kommt Langeweile auf und es ist herrlich mitzuverfolgen, wie Tom über seine eigene Entwicklung reflektiert - und staunt. Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass der Roman vor 90 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde und nichts an Aktualität verloren hat - wenn man von dem dargestellten, gutbürgerlichen Milieu mit starkem britischen Akzent einmal absieht. Die Charaktereigenschaften von Tom sind humorig schrullig, er weiß sich standesgemäß zu benehmen und ist anfänglich auch den Umständen entsprechend genügsam. Trotzdem der Hauskauf sie vor finanzielle Herausforderungen stellt, kommt er keine Sekunde auf seine Idee, etwas von ihrem bisherigen Lebensstandard - beispielsweise auf seine Haushälterin - zu verzichten. Äußerst amüsant ist es auch mitzuverfolgen, wie plötzlich ihr jahrzehntelang gewohntes Haus vom einst geliebten Zuhause zu einer hässlichen, ungemütlichen und unkomfortablen Bude heranwächst, nachdem ihnen ihr neues Zuhause vor Augen steht. Auch die Befindlichkeiten und Meinungen anderen Menschen gegenüber, beispielsweise dem kolonialistischen und leicht unsympathischen Mr. van Doon, sind bezeichnend, aber erstaunlich versöhnlich und offen. Mein Fazit: "Vor uns die Zeit" ist ein absolut empfehlenswerter Roman, der schon 90 Jahre auf dem Buckel und nur wenig an Aktualität verloren hat. Er besticht durch feine Charakterbeobachtungen und zum Schmunzeln bringenden Humor, ohne dabei die Figuren ins Lächerliche zu ziehen. Es ist ein meisterliches Werk britischer Literatur, die alle lesen sollten, die der britischen upper middle class gewogen sind und sich für die tiefgehenden Veränderungen interessieren, die passieren, wenn man das Arbeitsleben hinter sich gelassen hat.

Vom Ruhestand und der Bereitschaft zu Veränderung

Eternal-Hope aus Österreich am 24.03.2026

Bewertungsnummer: 3087255

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was macht es mit Menschen, wenn sie in den Ruhestand gehen und auf einmal "vor ihnen die Zeit" liegt? Wenn jahrzehntelange Routinen dadurch auf einmal zu einem Ende kommen und es eine Neuausrichtung braucht? Wenn sich auch eine eingespielte Partnerschaft neu ordnen muss? Worin liegen die Gefahren, aber auch die Chancen dieser Lebensphase? Und was können wir vom Beispiel anderer lernen, so wie aus diesem Roman? Diese universellen Fragen, die viele Menschen in verschiedenen Zeiten und Lebenslagen bis heute beschäftigen, behandelt der zeitlose Klassiker "Vor uns die Zeit". Die Originalausgabe des Werks ist unter dem Titel "Greengates" im Jahr 1936, also vor 90 Jahren, erschienen. Nun wurde das Buch von Rainer Moritz in moderner und zugänglicher Sprache übersetzt und im Unionsverlag neu herausgebracht. Auch wenn die Charaktere des Buches natürlich in der damaligen Zeit und in ihrer Region in der Nähe von London verortet sind, ist das Buch auch für heutige Menschen aus anderen Regionen ein großartiges Lesevergnügen, das nicht nur unterhält, sondern auch viel Weisheit in sich trägt und zum Nachdenken anregt. Es geht um das große Thema des Sinnfindens im eigenen Leben und der Herausforderung und Chance, die freie Zeit selbst so zu nützen, dass sie einem nicht verschwendet vorkommt - und das nach einem langen Arbeitsleben, in dem man darauf konditioniert wurde, fremdbestimmten Rhythmen zu folgen und sich vielleicht auch nur zu gerne bequem den immer gleichen Gewohnheiten hingegeben hat. Wir begegnen Tom Baldwin an seinem letzten Arbeitstag. Jahrzehntelang hat er im gleichen Unternehmen gearbeitet, nun ist die Zeit seines Ruhestands gekommen, er wird ehrenvoll verabschiedet und bekommt als Abschiedsgeschenk ausgerechnet eine Uhr. Dann kommt Tom nach Hause in sein altes Anwesen "Grasmere", das ihm auf einmal dunkel und abgewohnt erscheint, und bringt dort erst die Routinen seiner nicht erwerbstätigen Frau Edith und der Haushälterin Ada gehörig durcheinander. Außerdem hat Tom ehrgeizige Pläne für seinen Ruhestand und nun sieht er die Zeit gekommen, diese endlich verwirklichen zu können: "Er würde Historiker werden. Kein bloßer Stubenhocker, sondern einer, der hinausging, erforschte und entdeckte. Das verlieh Winter- und Sonnentagen eine herrliche Fülle. Tausende faszinierender Bücher galt es zu studieren, tausend Ausgrabungen an der englischen Küste, die römischen Festungen und die normannischen Schlösser." (S. 25) Doch bei beidem stößt er an innere und äußere Grenzen und realisiert nach einigen Rückschlägen, dass er diesen Traum nicht wie geplant verwirklichen kann: "Ein Hirn, das sechzig Jahre lang das Leben begierig aufgenommen hat, ist am Rande seines Fassungsvermögens angekommen. Man kann sich großzügig daraus bedienen und es wieder auffüllen mit dem, was es gewohnt ist, doch man kann es nicht komplett ausmisten und mit neuen Dingen unterschiedlicher Form und Größe wieder füllen. Dafür ist es einfach nicht geschaffen, es stößt das Neue entweder ab oder bricht unter der Belastung zusammen." (S. 88) So geht ein Jahr ins Land und Tom wird immer deprimierter, auch der Paarbeziehung tut sein Ruhestand nicht sehr gut: "Als sich der erste Winter, in dem ihr Mann im Ruhestand war, seinem Ende zuneigte, begann Mrs Baldwin allen Glauben daran zu verlieren, dass sie ihm helfen könnte. Es wurde ein Ding der Unmöglichkeit, wenn jedes Wort als Zurechtweisung oder Vorwurf der Trägheit aufgefasst und zornig zurückgewiesen wurde." (S. 96) Das sind die ersten knapp 100 Seiten des über 300 Seiten dicken Buches. Und wäre es so weitergegangen, hätte es eine äußerst deprimierende Beschreibung des möglichen körperlichen und geistigen Niedergangs im Ruhestand werden können. Aber zum Glück kommt es anders, denn das Ehepaar Baldwin trägt wesentlich mehr Flexibilität, Veränderungswille und Tatkraft in sich, als man vielleicht erst einmal vermutet hätte. Als eine Gelegenheit auf die beiden zukommt, ihr eigenes Leben grundlegend zu verändern und an einem anderen Ort neu zu starten, Kontakte zu knüpfen und für eine Gemeinschaft aktiv zu werden, packen die beiden diese beim Schopf und stürzen sich mutig und unerschrocken in die Veränderung, lassen sich auch von Hürden nicht von ihrem Weg abbringen und mobilisieren alles, was nötig ist, um noch einmal ganz neu zu beginnen. Das macht sich bezahlt: während im alten Haus alles abgewohnt und alt wirkte, mobilisiert das neue Haus an einem anderen Ort positive Gefühle in den Baldwins: "...Tom und Edith Baldwin empfanden all die Freude, Frische und Steigerung ihres Selbstwertgefühls, die sich einstellen, wenn man mit sauberen, neuen Dingen Umgang hat." (S. 277) Damit ist es insgesamt ein nicht nur äußerst vergnüglich und unterhaltsam geschriebenes Werk und ein sehr interessantes Zeitporträt des Kleinbürgertums im England der 1930er Jahre, sondern auch ein weises und inspirierendes Buch, in dem sich viele Ideen dazu finden, wie der Lebensabschnitt nach dem aktiven Berufsleben sinnvoll gestaltet werden könnte. Es kann zu Recht als Klassiker bezeichnet werden, aus dem sich auch für die heutige Zeit viel lernen lässt und das ich einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen kann!

Vom Ruhestand und der Bereitschaft zu Veränderung

Eternal-Hope aus Österreich am 24.03.2026
Bewertungsnummer: 3087255
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was macht es mit Menschen, wenn sie in den Ruhestand gehen und auf einmal "vor ihnen die Zeit" liegt? Wenn jahrzehntelange Routinen dadurch auf einmal zu einem Ende kommen und es eine Neuausrichtung braucht? Wenn sich auch eine eingespielte Partnerschaft neu ordnen muss? Worin liegen die Gefahren, aber auch die Chancen dieser Lebensphase? Und was können wir vom Beispiel anderer lernen, so wie aus diesem Roman? Diese universellen Fragen, die viele Menschen in verschiedenen Zeiten und Lebenslagen bis heute beschäftigen, behandelt der zeitlose Klassiker "Vor uns die Zeit". Die Originalausgabe des Werks ist unter dem Titel "Greengates" im Jahr 1936, also vor 90 Jahren, erschienen. Nun wurde das Buch von Rainer Moritz in moderner und zugänglicher Sprache übersetzt und im Unionsverlag neu herausgebracht. Auch wenn die Charaktere des Buches natürlich in der damaligen Zeit und in ihrer Region in der Nähe von London verortet sind, ist das Buch auch für heutige Menschen aus anderen Regionen ein großartiges Lesevergnügen, das nicht nur unterhält, sondern auch viel Weisheit in sich trägt und zum Nachdenken anregt. Es geht um das große Thema des Sinnfindens im eigenen Leben und der Herausforderung und Chance, die freie Zeit selbst so zu nützen, dass sie einem nicht verschwendet vorkommt - und das nach einem langen Arbeitsleben, in dem man darauf konditioniert wurde, fremdbestimmten Rhythmen zu folgen und sich vielleicht auch nur zu gerne bequem den immer gleichen Gewohnheiten hingegeben hat. Wir begegnen Tom Baldwin an seinem letzten Arbeitstag. Jahrzehntelang hat er im gleichen Unternehmen gearbeitet, nun ist die Zeit seines Ruhestands gekommen, er wird ehrenvoll verabschiedet und bekommt als Abschiedsgeschenk ausgerechnet eine Uhr. Dann kommt Tom nach Hause in sein altes Anwesen "Grasmere", das ihm auf einmal dunkel und abgewohnt erscheint, und bringt dort erst die Routinen seiner nicht erwerbstätigen Frau Edith und der Haushälterin Ada gehörig durcheinander. Außerdem hat Tom ehrgeizige Pläne für seinen Ruhestand und nun sieht er die Zeit gekommen, diese endlich verwirklichen zu können: "Er würde Historiker werden. Kein bloßer Stubenhocker, sondern einer, der hinausging, erforschte und entdeckte. Das verlieh Winter- und Sonnentagen eine herrliche Fülle. Tausende faszinierender Bücher galt es zu studieren, tausend Ausgrabungen an der englischen Küste, die römischen Festungen und die normannischen Schlösser." (S. 25) Doch bei beidem stößt er an innere und äußere Grenzen und realisiert nach einigen Rückschlägen, dass er diesen Traum nicht wie geplant verwirklichen kann: "Ein Hirn, das sechzig Jahre lang das Leben begierig aufgenommen hat, ist am Rande seines Fassungsvermögens angekommen. Man kann sich großzügig daraus bedienen und es wieder auffüllen mit dem, was es gewohnt ist, doch man kann es nicht komplett ausmisten und mit neuen Dingen unterschiedlicher Form und Größe wieder füllen. Dafür ist es einfach nicht geschaffen, es stößt das Neue entweder ab oder bricht unter der Belastung zusammen." (S. 88) So geht ein Jahr ins Land und Tom wird immer deprimierter, auch der Paarbeziehung tut sein Ruhestand nicht sehr gut: "Als sich der erste Winter, in dem ihr Mann im Ruhestand war, seinem Ende zuneigte, begann Mrs Baldwin allen Glauben daran zu verlieren, dass sie ihm helfen könnte. Es wurde ein Ding der Unmöglichkeit, wenn jedes Wort als Zurechtweisung oder Vorwurf der Trägheit aufgefasst und zornig zurückgewiesen wurde." (S. 96) Das sind die ersten knapp 100 Seiten des über 300 Seiten dicken Buches. Und wäre es so weitergegangen, hätte es eine äußerst deprimierende Beschreibung des möglichen körperlichen und geistigen Niedergangs im Ruhestand werden können. Aber zum Glück kommt es anders, denn das Ehepaar Baldwin trägt wesentlich mehr Flexibilität, Veränderungswille und Tatkraft in sich, als man vielleicht erst einmal vermutet hätte. Als eine Gelegenheit auf die beiden zukommt, ihr eigenes Leben grundlegend zu verändern und an einem anderen Ort neu zu starten, Kontakte zu knüpfen und für eine Gemeinschaft aktiv zu werden, packen die beiden diese beim Schopf und stürzen sich mutig und unerschrocken in die Veränderung, lassen sich auch von Hürden nicht von ihrem Weg abbringen und mobilisieren alles, was nötig ist, um noch einmal ganz neu zu beginnen. Das macht sich bezahlt: während im alten Haus alles abgewohnt und alt wirkte, mobilisiert das neue Haus an einem anderen Ort positive Gefühle in den Baldwins: "...Tom und Edith Baldwin empfanden all die Freude, Frische und Steigerung ihres Selbstwertgefühls, die sich einstellen, wenn man mit sauberen, neuen Dingen Umgang hat." (S. 277) Damit ist es insgesamt ein nicht nur äußerst vergnüglich und unterhaltsam geschriebenes Werk und ein sehr interessantes Zeitporträt des Kleinbürgertums im England der 1930er Jahre, sondern auch ein weises und inspirierendes Buch, in dem sich viele Ideen dazu finden, wie der Lebensabschnitt nach dem aktiven Berufsleben sinnvoll gestaltet werden könnte. Es kann zu Recht als Klassiker bezeichnet werden, aus dem sich auch für die heutige Zeit viel lernen lässt und das ich einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen kann!

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Vor uns die Zeit

von R. C. Sherriff

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