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Produktbild: Königin der Nacht
Neu

Königin der Nacht Ein kurzes Buch über meine Mutter

1

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

3115

Erscheinungsdatum

15.05.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

1557 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644014886

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

Text-to-Speech

Ja

Bedeutet Ihnen Stimme mehr als Text? Mit der Funktion Text-to-Speech können Sie sich im tolino webReader und in der aktuellen Thalia – Lesen & Hören App das eBook vorlesen lassen. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Text-to-Speech.

Barrierefreiheit

  • alle zum Verständnis notwendigen Inhalte sind über Screenreader zugänglich
  • navigierbares Inhaltsverzeichnis
  • alle Texte können angepasst werden
  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert
  • Seitennummerierung folgt dem gedruckten Werk
  • Navigation über vorher / nachher Elemente
  • ARIA-Rollen vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Verkaufsrang

3115

Erscheinungsdatum

15.05.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

1557 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644014886

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"Ich kannte das Gefühl der Mutterliebe nicht."

drawe aus Landau am 11.06.2026

Bewertungsnummer: 3164733

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Ein kurzes Buch über meine Mutter“ – so der Untertitel. Ja, mit seinen nur 128 Seiten ist das Buch ein kurzes Buch, aber ein gewaltiges. Bärfuss beginnt sein Buch mit dem Tod seiner Mutter, die sich die teure Schweiz nicht mehr leisten konnte und ihre letzten Jahre in der Dominikanischen Republik verbrachte. Bei der Durchsicht ihres Nachlasses erkennt er ihre bittere Armut, erinnert sich an die katastrophale letzte Begegnung mit ihr und lässt seine Kindheit wieder Revue passieren: eine entbehrungsreiche Kindheit, ohne den Schutz einer Familie, ungeliebt, abgelehnt, von seiner Mutter um Geld und seine Zukunft betrogen, in die Obdachlosigkeit getrieben, „mit einem Gauner als Vater, einem Flittchen als Mutter, mit einem vagantischen Stiefvater“. Die Mutter geht so weit, das Kind als sog. Verdingkind an eine Bauernfamilie zu geben, „und der Junge war verkauft“. Seine Klage über diese harte Zeit ist berührend, eine Klage darüber, dass „seine Stimme erstickt, sein Wille an die Kette gelegt wird“. Dennoch findet er autodidaktisch den Weg zur Schrift, zum Lesen, zu Büchern und wird in seiner Obdach- und Mittellosigkeit „von allen guten Engeln behütet“, wie er es heute sieht. Der Autor bemüht sich offensichtlich um Distanz zur eigenen Biografie, wenn er nur vom „Sohn“ und dann vom „Jungen“ spricht, und er findet erst zum „Ich“, wenn er gegen Schluss die Biografie seiner Mutter in einen größeren Zusammenhang stellt. Er nimmt die gesellschaftlichen Verhältnisse der Schweiz in den Blick und klagt an: die Verdingung an, die aus armen Kindern Sklaven mache, und das System der Zwangsarbeit an, das bis in die 70er Jahre existierte. „Wie wird man zum reichsten Land der Welt? Durch Fleiß, schmutzige Geschäfte und den Krieg gegen die Armen innerhalb der eigenen Grenzen.“ Und die Geschichte dieses Krieges gegen die Armen und nicht gegen die Armut, die müsse erst noch geschrieben werden: der Feldzug der Rassisten und Eugeniker gegen die fahrenden Leute, die Homosexuellen, Waisen und alle anderen Schwachen. Und hier ordnet er seine Mutter ein, die mit Stärke und Mitleidlosigkeit versuchte, in diesem System zu überleben und dennoch scheiterte. Und an diesem Punkt seines Buches, wo er das Wort „Ich“ benutzt, bekommt auch seine Mutter ihren Namen: Ursula. Eine spezielle Form der Annäherung.

"Ich kannte das Gefühl der Mutterliebe nicht."

drawe aus Landau am 11.06.2026
Bewertungsnummer: 3164733
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Ein kurzes Buch über meine Mutter“ – so der Untertitel. Ja, mit seinen nur 128 Seiten ist das Buch ein kurzes Buch, aber ein gewaltiges. Bärfuss beginnt sein Buch mit dem Tod seiner Mutter, die sich die teure Schweiz nicht mehr leisten konnte und ihre letzten Jahre in der Dominikanischen Republik verbrachte. Bei der Durchsicht ihres Nachlasses erkennt er ihre bittere Armut, erinnert sich an die katastrophale letzte Begegnung mit ihr und lässt seine Kindheit wieder Revue passieren: eine entbehrungsreiche Kindheit, ohne den Schutz einer Familie, ungeliebt, abgelehnt, von seiner Mutter um Geld und seine Zukunft betrogen, in die Obdachlosigkeit getrieben, „mit einem Gauner als Vater, einem Flittchen als Mutter, mit einem vagantischen Stiefvater“. Die Mutter geht so weit, das Kind als sog. Verdingkind an eine Bauernfamilie zu geben, „und der Junge war verkauft“. Seine Klage über diese harte Zeit ist berührend, eine Klage darüber, dass „seine Stimme erstickt, sein Wille an die Kette gelegt wird“. Dennoch findet er autodidaktisch den Weg zur Schrift, zum Lesen, zu Büchern und wird in seiner Obdach- und Mittellosigkeit „von allen guten Engeln behütet“, wie er es heute sieht. Der Autor bemüht sich offensichtlich um Distanz zur eigenen Biografie, wenn er nur vom „Sohn“ und dann vom „Jungen“ spricht, und er findet erst zum „Ich“, wenn er gegen Schluss die Biografie seiner Mutter in einen größeren Zusammenhang stellt. Er nimmt die gesellschaftlichen Verhältnisse der Schweiz in den Blick und klagt an: die Verdingung an, die aus armen Kindern Sklaven mache, und das System der Zwangsarbeit an, das bis in die 70er Jahre existierte. „Wie wird man zum reichsten Land der Welt? Durch Fleiß, schmutzige Geschäfte und den Krieg gegen die Armen innerhalb der eigenen Grenzen.“ Und die Geschichte dieses Krieges gegen die Armen und nicht gegen die Armut, die müsse erst noch geschrieben werden: der Feldzug der Rassisten und Eugeniker gegen die fahrenden Leute, die Homosexuellen, Waisen und alle anderen Schwachen. Und hier ordnet er seine Mutter ein, die mit Stärke und Mitleidlosigkeit versuchte, in diesem System zu überleben und dennoch scheiterte. Und an diesem Punkt seines Buches, wo er das Wort „Ich“ benutzt, bekommt auch seine Mutter ihren Namen: Ursula. Eine spezielle Form der Annäherung.

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Königin der Nacht

von Lukas Bärfuss

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