Produktbild: Matei entdeckt die Freiheit

Matei entdeckt die Freiheit "Wenn Catalin Dorian Florescu erzählt, blühen die Seiten." Der Standard

3

22,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

13.03.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

3119 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644024977

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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  • ARIA-Rollen vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

13.03.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

3119 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644024977

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  • Bewertung

    aus Baden-Baden

    5/5

    03.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Rache und Freiheit

    Der 1976 in Rumänien geborene Autor Catalin Dorian Florescu lebt zwar seit seiner Ausreise kurz vor seinem 15. Geburtstag in der Schweiz, kehrt aber in seinen Romanen immer wieder zurück in die ehemalige Heimat. So z.B. in seinem mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichneten Werk „Jakob beschließt zu lieben“, 2011 erschienen. Und auch seine neueste Veröffentlichung „Matei entdeckt die Freiheit“ spielt wieder in Rumänien. Der Ich-Erzähler Matei wird als junger Mann im Herbst 1956 wegen ein paar großspurig als „politisches Manifest“ angekündigter Gedichte verhaftet und zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Als er 1964 entlassen wird, ist das keine Rückkehr in die Freiheit. „ Das ganze Land hatte sich in eine Zelle verwandelt,…“ Ein Klima von Angst, von Bespitzelung und Überwachung lähmt das Volk. Matei selbst muss gleich eine bittere Erfahrung hinnehmen. Während ihm die Liebe zu seiner Freundin Irina Halt und Stütze war in den Jahren der Gefangenschaft, hat diese sich längst von ihm losgesagt. Sie ist mittlerweile mit einem Geheimdienstoffizier verheiratet. Doch bald lernt er Monica kennen, Witwe eines Gulag-Häftlings und Mutter einer Tochter. Sie nimmt ihn bei sich auf, vermittelt ihm Arbeit als Sargmacher in der Volkskooperative „Genossenschaftlicher Trost“. Man begegnet ihm, dem ehemaligen „Volksfeind“, zwar mit Misstrauen, doch das Schicksal meint es nun endlich gut mit ihm. Die Ehe mit Monica ist liebevoll, Andrei, Freund als Gulagtagen, steht ihm lebenslang zur Seite und Enkelin Aurelia ist die Freude seines Alters. Aber das Lager steckt nicht nur in Form zahlreicher Krankheiten und Beschwerden in seinem Körper, sondern noch tiefer in seiner Seele. Die Bilder von damals verfolgen ihn Tag und Nacht, die früheren Weggefährten besuchen ihn in seinen Träumen. Eine tiefe Lethargie lähmt ihn geradezu. Da trifft er eines Tages auf seinen früheren Peiniger. „Das erste Mal, als ich meinen Henker wiedersah, war in einem schäbigen Bukarester Bus.“ Leutnant Pana war Geheimdienstmitarbeiter und hatte ihn in dieser Funktion verhört und gefoltert. Und als 1989 mit dem Tod des Diktators eine neue Zeit beginnt, beschließt Matei sich zu rächen. Der Wunsch nach Rache ist stärker als alles andere, stärker als die Liebe zu Frau, Familie und Freund. Besessen arbeitet Matei an seinem Racheplan. Ob ihm das Ruhe und Frieden schenken wird, soll hier nicht verraten werden. Catalin Dorian Florescu entwickelt seine Geschichte auf mehreren Zeitebenen, denen er nicht chronologisch folgt. So gelingt ihm nicht nur ein glaubhaftes Bild der Jahre unter Ceaucescu, sondern er zeigt auch die Endphase des stalinistischen Rumäniens ebenso wie die Nachwendezeit. Weil Matei schon in jungen Jahren dem Wunsch nach Freiheit Worte verleiht, wird er eingesperrt. Den Alltag im Arbeitslager, das Überleben und Sterben im Donaudelta beschreibt der Autor so genau und präzise, als hätte er dies selbst erlebt. Es sind Szenen, die kaum auszuhalten sind. Matei erfährt dabei aber nicht nur unfassbare Grausamkeit und Willkür, sondern auch Momente von Menschlichkeit und Solidarität. Florescu zeichnet ebenfalls ein düsteres Bild vom Leben unter Ceaucescus Diktatur. Die Menschen kämpfen ums Überleben. Sie stehen an für Lebensmittel und Heizmaterial, bekommen keine notwendigen Medikamente; es fehlt an allem. Die Securitate unterdrückt jeglichen Widerstand, verfolgt mit unbarmherziger Grausamkeit offensichtliche und vermeintliche Gegner des Regimes. Und das Ende der Diktatur bringt wenig Verbesserungen für die Bevölkerung . „Die Renten sind miserabel, das halbe Land ist arbeitslos, und an der Macht sind ehemalige Kommunisten.“ Denen liegt wenig an einer Aufarbeitung der Geschichte. Matei wartet vergebens darauf, dass die Täter von damals verhaftet und verurteilt werden. Er muss die Sache selbst in die Hand nehmen. Florescu verfolgt mit seinem Schreiben eine „Mission“. Er will aufklären, ergreift Partei für diejenigen, die unter das Rad der Geschichte gekommen sind. Dazu erschafft er lebendige, glaubwürdige Charaktere, mit denen der Lesende empathisch mitgeht. Mit Monica ist ihm wieder eine starke Frauenfigur gelungen und Matei ist geradezu eine tragische Figur. So lange ihn sein Hass und sein Wunsch nach Rache antreiben, so lange wird er unfrei bleiben. Florescu beweist hier erneut seine erzählerische Kunst, die sich durch eine bildstarke und poetische Sprache, große Intensität und Spannung auszeichnet. So ist „Matei entdeckt die Freiheit“ ein Roman, der auf eindringliche Weise beschreibt, wie stark eine Diktatur das Leben der Betroffenen bestimmt, sie nie mehr loslässt. So lange ein Land seine Vergangenheit nicht aufarbeitet und die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden, so lange gibt es keine Freiheit für die Opfer.

  • Alrik Gerlach

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    20.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gefangen im Kopf und trotzdem frei

    Ein Buch wie ein Faustschlag in den Bauch und gleichzeitig eine warme Hand auf der Schulter. Mateis Geschichte zieht rein, ohne höflich zu fragen. Bukarest, Lager im Donaudelta, politische Willkür – das alles wirkt nicht wie ferne Vergangenheit, sondern unangenehm nah. Beim Lesen kam öfter dieser Gedanke: Wie viel würde ich aushalten, bevor ich zerbreche? Die Sprache ist bildgewaltig, manchmal fast poetisch schön, obwohl sie von hässlichen Dingen erzählt. Gerade das macht es so intensiv. Zwischen Hunger, Angst und Demütigung blitzen immer wieder kleine Momente von Menschlichkeit auf. Genau die halten einen genauso fest wie Matei selbst. Und dann dieser Hass, der leise mitläuft, wie ein Schatten, der nie ganz verschwindet. Richtig stark wird es, wenn die Geschichte in die Zeit nach dem Umbruch springt. Freiheit fühlt sich hier nicht leicht an, sondern kompliziert und schwer. Die Begegnung mit der Vergangenheit trifft mit voller Wucht. Man merkt, dass Rache kein sauberer Plan ist, sondern ein inneres Chaos. Ein paar Längen gibt es, gerade wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Aber vielleicht gehört das sogar dazu. Dieses Buch will nicht gefallen, es will etwas auslösen. Hat es geschafft. Und zwar ordentlich.

  • Jürg K.

    4/5

    15.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Roman der Bewegt und fesselt

    Diese Geschichte hat mich sofort gefesselt und tief bewegt, weil der Roman zeigt, wie ein einzelnes Leben von den großen politischen Erschütterungen des 20. Jahrhunderts geformt, verletzt und zugleich getragen wird. Matei ist kein Held im klassischen Sinn, sondern ein Mensch, der immer wieder versucht, sich selbst zu behaupten, gegen Systeme, gegen Gewalt, gegen die eigenen Schatten. Seine Geschichte fühlt sich an wie ein langer Atemzug zwischen Hoffnung und Schmerz. Die Kindheit im Bukarest der 30er-Jahre trägt noch das Leuchten einer Welt, die bald zerbrechen wird. Man spürt, wie sehr Matei aus dieser frühen Lebendigkeit Kraft schöpft, selbst als alles verloren geht. Die Verurteilung wegen seiner Gedichte trifft wie ein Schlag. Der Roman zeigt eindringlich, wie gefährlich Worte in einer Diktatur werden können und wie sehr sie dennoch Identität stiften. Das Lager im Donaudelta ist ein Ort, an dem Menschlichkeit und Brutalität untrennbar nebeneinanderstehen. Die Natur ist überwältigend schön und gleichzeitig tödlich. Der Roman verschweigt nicht, wie schwer es ist, nach solcher Gewalt wieder Vertrauen zu lernen. Der Moment im Bus, in dem Matei seinen früheren Peiniger erkennt, ist wie ein Riss in der Zeit. Plötzlich steht die Vergangenheit im hellen Licht der neuen Freiheit. Die 1990er-Jahre wirken wie ein Versprechen und eine Zumutung zugleich, Freiheit bedeutet nicht automatisch Heilung. Mich hat besonders berührt, wie Florescu die Frage nach Freiheit stellt, ohne einfache Antworten zu geben.

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