Produktbild: Liefern

Liefern Roman | SWR-BESTENLISTE JUNI 2026

65

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

17224

Erscheinungsdatum

14.02.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

3729 KB

Auflage

2. Auflage, 2026

Übersetzt von

Anne Birkenhauer

Sprache

Deutsch

EAN

9783608125962

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.2
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level A

Verkaufsrang

17224

Erscheinungsdatum

14.02.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

3729 KB

Auflage

2. Auflage, 2026

Übersetzt von

Anne Birkenhauer

Sprache

Deutsch

EAN

9783608125962

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  • nessabo

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    14.05.2026

    eBook (ePUB 3)

    Ein lose gestrickter, wichtiger Roman mit Anspruch

    Tomer Gardi war mir zuvor kein Begriff und ich weiß auch nicht, ob ich seine zukünftigen Werke weiterverfolgen werde, obwohl „Liefern“ einen durchaus wertvollen Beitrag in der literarischen Welt darstellt. Sprachlich war er jedoch anspruchsvoll geschrieben und hat mir deshalb einiges an Fokus abverlangt. Die sechs Episoden hängen inhaltlich nicht wirklich zusammen, nehmen immer neue Menschen und Städte in den Blick. Lose verbunden werden sie durch etwas, das viel zu selbstverständlich zum modernen Stadtbild zu gehören scheint: die sogenannten Rider der diversen Lieferdienste. Was scheinbar ebenso selbstverständlich zu deren Arbeitsrealität gehört, thematisiert Gardi fast wie nebenbei in seinen essayhaften Texten. Ich mochte diesen nebensächlichen Anschein, der fast spielerisch die Realität hervorhebt. Hier mal schnell noch ein Essen bestellt, weil der Tag wieder zu wenige Stunden hatte, dort den Einkauf wegen des schlechten Wetters nach Hause bringen lassen - über die Personen, die diese Wege übernehmen, machen wir uns wohl nur in den seltensten Fällen wirklich Gedanken.

Genau dazu verleitet uns der Autor allerdings hier deutlich, ohne dabei allzu wertend zu sein. Manchen mag das zu schonend vorkommen, für mich war es ausreichend. Denn aus seinen Worten spricht sehr wohl eine kritische Komponente, die in mir stark resoniert hat. Über die kapitalistische Ausbeutung der Rider hat mensch vielleicht schon mal etwas gehört, Gardi gibt ihnen darüber hinaus aber auch ein interessantes Profil. Die Leben und Erfahrungen der Rider im Buch stehen für sich und sind so divers wie die Personen selbst. Ihr Beruf ist ein Teil dieser Leben, der gleichermaßen wichtig wie nebensächlich erscheint. So sehr ich die politische Dimension dieses Werks mochte, so herausfordernd fand ich den Sprachstil. Tomer Gardi erzählt alles andere als stringent, er springt nicht nur zwischen den einzelnen Episoden, sondern teilweise auch mittendrin von Figur zu Figur. Das erfordert ein aufmerksames Lesen und ich musste mich immer wieder zur Ordnung rufen, weil mein Gehirn versucht hat, den verbindenden roten Faden zwischen den Charakteren zu finden. Dass es ihn nicht so wirklich gibt und sie ein Teil ihrer Realität dennoch verbindet, fand ich ebenso faszinierend wie anstrengend. In den einzelnen Abschnitten konnte ich mich oft auch irgendwann einfinden in die Erzählung und für den hohen Anspruch liest sich der Text erstaunlich gut. Ich hätte mir allerdings trotzdem etwas mehr Zugänglichkeit und Präzision gewünscht bei einem wichtigen Thema wie diesem. Seine politische Schlagkraft entfaltet der Roman im Subtilen, was nicht verkehrt ist, mich aber dennoch überwiegend mit ein paar Fragezeichen zurücklässt.

  • Bewertung

    5/5

    03.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    wow!

    Tomer Gardis Roman „Liefern“ ist ein vielstimmiges, hochaktuelles und zugleich überraschend leichtfüßiges Werk, das die unscheinbaren Figuren unseres Alltags ins Zentrum rückt: Essenslieferanten, Migrant:innen, Reisende zwischen den Welten. Ausgehend von Filmon, einem aus Eritrea geflüchteten Lieferanten in Tel Aviv, entfaltet sich ein literarisches Netzwerk, das Delhi, Buenos Aires, Istanbul und Berlin miteinander verbindet. Dem Autor gelingt es auf eine elegante Art und Weise globale Ungleichheiten, prekäre Arbeitsverhältnisse und institutionellen Rassismus sichtbar zu machen, ohne je in platte Anklage oder moralische Vereinfachung zu verfallen. Besonders eindrucksvoll ist die Art, wie persönliche Sehnsüchte – nach Familie, Liebe, Sicherheit und Zugehörigkeit – mit politischen Realitäten verwoben werden. Die Figuren sind keine bloßen Träger von Botschaften, sondern lebendige, widersprüchliche Menschen. Die verwendete Sprache ist verspielt, ironisch und zugleich von großer emotionaler Tiefe. Humor und Ernst, Reflexion und Erzählfreude stehen in einem produktiven Spannungsverhältnis. „Liefern“ ist weniger ein klassischer Roman als ein literarisches Epos der Gegenwart: fragmentarisch, polyphon und bewusst grenzüberschreitend. Gerade darin liegt seine Stärke. Das Buch fordert Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit einer eindringlichen, klugen und berührenden Lektüre.

  • Dominik Alexander

    5/5

    10.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Globale Armut. Hoffnungsvoll

    Tomer Gardis Roman "Liefern" hat mich positiv überrascht. Im Grunde sind es sechs Erzählungen, die ineinander verwoben sind. Ein Beziehungsgeflecht, das global gespannt wird und von den Hoffnungen ärmerer Menschen berichten. Doch was ist "arm" eigentlich? Vielleicht sind es einfach nur Menschen, die andere Hürden zu überwinden haben, um im Leben weiterzukommen. Sie müssen mit einfacheren Mitteln größere Distanzen überwinden und sind sich doch mit ihren Liebsten scheinbar näher als es Menschen sind, deren Hürden oft nur in ihren Köpfen existieren. Doch worum geht es? Der Titel "Liefern" und auch das Cover mit dem kleinen Motorradfahrer in einem Positionspfeil deutet es sichtbar an: Es geht um Menschen, die Fahrer, Diener, Zulieferer sind, die meist aus Zwang und prekär beschäftigt einen Lebensunterhalt gewählt haben, der kaum eine Wahl war. Sie beliefern die sogenannten Reichen und Schönen mit Essen und schauen dabei täglich, wie sie aus diesem Leben herauskommen können. Der Roman beginnt mit Filmon aus Eriträa, der in Tel Aviv gestrandet ist. Auf der Flucht mit seiner Frau hat er sie geschwängert. Sie lebt mittlerweile mit der Tochter Israel in Deutschland. Bereits seit acht Jahren sind sie getrennt. Dennoch lebt Filmon noch immer mit der Hoffnung, dass er als Lieferant einmal etwas zur deutschen Botschaft liefern muss, dort dann auf Anhieb einen guten Eindruck hinterlässt und damit seine Ausreise nach Deutschland beschleunigen kann. Es sind naive Gedanken und doch spürt man beim Lesen, dass Filmon es schaffen kann. Tomer Gardi schreibt in einem wahrhaft unnachahmlichen Stil: humorvoll, tiefgründig, warmherzig, derb. Es ist eine gesunde Mischung, die nie ins Banale, Alberne oder Unrealistische abgleitet. Es gibt auch kein Gefühl der Fremdscham, wie ich es zuweilen bei derartigen Themen erlebe. Man merkt dem Autor an, dass er wirklich da war und eingetaucht ist in die Lebenswirklichkeiten der prekär Beschäftigten und Lebenden. Ein großartiger Roman, den ich jedem empfehle, der Alltagsrassismen und Vorurteile gegen arme Menschen hegt.

  • Kwinsu

    aus Salzburg

    5/5

    08.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Liefert im Nachgang

    Wie ich sie verfluch(t)e: mit leisen Elektrorollern fahren sie auf Radwegen und über Fußgängerbrücken, schneiden eine im Überholen von links und von rechts und bescheren damit mehrere Schrecksekunden - Essenslieferanten. Zwar war mir klar, dass sie in prekären Lebensumständen leben, trotzdem waren sie mir ehrlichgestanden des Öfteren ein Ärgernis. Tomer Gardi hat dem Abhilfe verschaffen und liefert mit "Liefern" ein eindringliches Bild von den Menschen, die durch unsere Bequemlichkeit nicht nur prekär, sondern fast schon versklavt leben müssen. Wir folgen im gesamten Buch, das sich aus mehreren Erzählungen zusammensetzt, schier zahllosen Schicksalen von Menschen, die liefern. Die ihr Glück in einem anderen Land oder einer anderen Stadt suchen und egal was ihr Hintergrund ist, sie finden sich zu dieser undankbaren Arbeit, die ihnen vor allem eines beschert: Stress. Und kaum Verdienst. Sie müssen kämpfen, um ihren Online-Status nach oben zu treiben, den jede schlechte Bewertung könnte ihnen zum Verhängnis werden und ihnen ihre Lebensgrundlage entziehen. Aber wer glaubt, Gardi tut das mit erhobenen Zeigenfinger, der irrt. Die meisten Einzelschicksale werden humorig erzählt, wir lernen Lieferanten und Lieferantinnen aus und auf der ganzen Welt kennen, erfahren Momentaufnahmen aus ihrer Biographie, hetzen mit ihnen von Auftrag zu Auftrag, verweilen mit ihnen beim Fischen und beim Erzählen über ihr Leben, lernen andere Personen kennen, die die ein oder andere Berührung mit ihnen hatten, staunen über Absurdes und darüber, dass eine Geschichte dann plötzlich abbricht. Die Figuren, die Gardi schildert, sind nicht zwangsläufig sympathisch, oft nerven sie sogar gewaltig - besonders zu Beginn, im ersten Kapitel "Indie-Go", in dem wir Filmon als Lieferant in Israel begleiten, dachte ich mir manchmal: ich werde dieses Buch nicht beenden können, die Art und Weise dieses Typen ist einfach nur nervig. Nächste Szene, nächste Protagonist*innen und es wurde besser. Ich kann nicht leugnen, dass das Buch bis zum Schluss ein kleiner Lesekampf war, teilweise war es etwas schwer, die Zusammenhänge zusammenzubekommen, ABER: das Buch hallt nach und erst nach Beendigung fand bei mir der Prozess der Begeisterung statt. Langsam dämmerte mir, wie genial der Autor die Zusammenhänge der Figuren global zusammenführt. Und wie gesellschaftskritisch er dabei agiert, unterschwellig, denn es muss erst sickern. Es gibt viele Leerstellen, Geschichten die begonnen und nicht fertig erzählt werden, aber die Lebensgeschichten, über die wir lesen, sind nur Einzelaufnahmen und alle teilen sie das selbe Schicksal: sie sind dem kapitalistischen System ausgeliefert. Mein Fazit: "Liefern" ist ein rasanter Roman in Episoden, der es weiß, die unterschiedlichen Protagonist*innen fein miteinander zu verweben und ihre Gemeinsamkeiten unterschwellig herauszuarbeiten. Es ist ein kritisches Buch, dass erst verdaut werden muss, ehe es seine vollkommene Wirkkraft entfaltet. Eine klare Leseempfehlung, die aber Durchhaltevermögen voraussetzt.

  • Bewertung

    5/5

    01.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Geliefert

    Tomer Gardi hat mit seinem Roman "Liefern" meines Erachterns wirklich geliefert! Nämlich eine schonungslose Darstellung von verschiedenen Lieferboten und ihrem Umfeld aus aller Welt. Jemandem wie mir, der im ländlichen Raum lebt, wo täglich meist noch gekocht wird, wird anschaulich vor Augen geführt wie groß der Kampf der Menschen ist, die hauptsächlich in Großstädten Essen, Lebensmittel, Blumen u. a. nach Hause liefern. Rund um den Erdball nimmt diese Art der Geschäfte zu und somit auch der harten Arbeitsbedingungen von Lieferboten. Sicher werde ich , wenn ich demnächst einem Lieferboten begegnen werde, an dieses Buch und seine Protagonisten denken. Kein Jammern , sondern eifriges Handeln um ein besseres Leben zu erreichen, ist der Grundtenor dieses lesenswerten Buches. Dabei ist der Schreibstil von Gardi durchaus angemessen, manchmal hektisch, immer echt.

Kundinnen und Kunden meinen

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