Produktbild: Das Pfarrhaus

Das Pfarrhaus Roman

3

21,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

17968

Erscheinungsdatum

10.06.2026

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

5679 KB

Originaltitel

The Mission House

Übersetzt von

Eva Bonne

Sprache

Deutsch

EAN

9783641222840

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Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • alle zum Verständnis notwendigen Inhalte sind über Screenreader zugänglich
  • navigierbares Inhaltsverzeichnis
  • alle Texte können angepasst werden
  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
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  • Navigation über vorher / nachher Elemente
  • Landmark-Navigation vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Verkaufsrang

17968

Erscheinungsdatum

10.06.2026

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

5679 KB

Originaltitel

The Mission House

Übersetzt von

Eva Bonne

Sprache

Deutsch

EAN

9783641222840

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    11.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein leiser Roman mit existenzieller Wucht

    Nachdem mich bereits „Ein klarer Tag“ so beeindruckt hatte, war meine Vorfreude auf einen neuen Roman des Autors groß. Auch wenn es wieder um einen Pfarrer geht, ist die Dynamik anders: Diesmal reist er nicht selbst, sondern lädt Hilary Byrd, eine Bekanntschaft aus dem Zug, zu sich in einen kleinen Ort Südindiens ein und stellt ihm einen Bungalow zur Verfügung. Für Byrd ist es das reinste Paradies und der ideale Ort für einen Neuanfang – ein idyllisches Refugium in den kühlen Bergen inmitten von Teeplantagen. Da fragt man sich: Warum hat dieser alleinstehende Bibliothekar aus England nach Indien flüchten müssen? Vor welcher persönlichen Krise ist er weggelaufen? Der Autor spielt geschickt mit Andeutungen auf Byrds Vergangenheit und einer drohenden Tragödie. Während sich der Neuankömmling von einem einheimischen Rikschafahrer durch den Ort kutschieren lässt und sich zu der jungen Haushälterin hingezogen fühlt, zeichnet sich sein Charakter immer deutlicher ab. Er ist ängstlich, unsicher, grüblerisch, neidisch – und verkörpert damit die typischen menschlichen Schwächen des modernen Menschen. Auch die Nebenfiguren sind sehr gut gezeichnet, sind sich ihrer Identität bewusst und haben ein klares Ziel vor Augen. Das verstärkt Byrds Gefühl von Fremdsein und kulturellen Missverständnissen, so sehr er auch einen Neuanfang wünscht. Der Ort selbst wird zur Metapher: Die Hill Station, wo sich einst britische Kolonialbeamte wegen des kühleren Klimas zurückzogen, steht für die isolierte Zwischenwelt, in der der Protagonist gefangen ist – eine Fassade fernab der indischen Realität. Davies bettet Byrds persönliche Krise damit meisterhaft in einen komplexen historischen und gesellschaftlichen Kontext ein. Die Spannungen zwischen christlichen Minderheiten und anderen religiösen Gruppen, das Kolonialerbe und die Suche nach einer eigenen Identität sind deutlich spürbar. Ein fesselnder Roman, der weit mehr ist als nur eine Reisegeschichte.

  • Anna

    5/5

    19.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein literarischer Lichtblick

    Ein Engländer, der nach Indien reist, um sein seelisches Gleichgewicht wieder zu erlangen. Er findet eine Bleibe bei einem Pfarrer und dessen Haushälterin. Ein warmherziges Buch über die Suche nach Heilung in der Fremde, über Liebe, Fürsorge und Religion. Das Besondere ist die Spannung, die sich allmählich einschleicht. Der Klappentext kündigt die Tragödie bereits an, und beim Lesen spürt man sie wie ein Gewitter, das immer näher kommt. Das Ende hat mich dann fassungslos zurückgelassen und steht in krassem Gegensatz zu allem, was vorher geschehen ist. Es wird mich noch länger beschäftigen.

  • Buchbesprechung

    aus Bad Kissingen

    3/5

    27.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ungewöhnlich und stilistisch interessant

    REZENSION – Anfangs verlangt der bereits 2020 im Original erschienene und nun im Juni beim Luchterhand Literaturverlag auf Deutsch veröffentlichte Roman „Das Pfarrhaus“ der britischen Schriftstellerin Carys Davies etwas Geduld. Was als scheinbar harmlos-seicht erzählte Geschichte über die Ankunft des über 50-jährigen Engländers Hilary Bird in einem einst von britischen Kolonialbeamten aufgebauten südindischen Bergdorf beginnt, entwickelt sich erst allmählich und fast unmerklich zu einer Tragödie. Der konservative und lebensuntüchtige Bibliothekar Hilary Bird ist an den Neuerungen und Herausforderungen der modernen Zeit gescheitert. Nach einem psychischen Zusammenbruch sucht er in Indien die nötige Erholung. In kühler Bergluft findet er Aufnahme im Pfarrhaus eines englischen Missionars und fühlt sich schon bald heimisch, da Klima und britisch geprägtes Ambiente ihm zusagen. Außer zum Pfarrer baut er langsam eine gewisse Nähe zu dessen Haushälterin Priscilla auf, einer körperlich behinderten jungen Frau aus der christlichen Minderheit des Ortes, sowie zum Rikschafahrer Jamshed. Trotz des scheinbar friedlichen Alltags gibt es hin und wieder irritierende Anzeichen unterschwelliger Probleme im Land, für die Hilary Bird allerdings kein Gespür hat. Ihn charakterisiert die Autorin eindrucksvoll als lebensfremden, verletztlichen und autistisch wirkenden, menschenscheuen Mann, der selbst in der Fremde des indischen Bergdorfes seinen geregelten Tagesablauf braucht. Der fremdartigen Kultur Indiens und seinen Bewohnern vermag er sich nicht zu öffnen. Während ihn die Hitze und Hektik in der Landesebene und die für ihn ungewohnte Lebensart der Einheimischen in den Tagen zuvor abgeschreckt hatte, fühlt er sich in der heimatlich-britisch geprägten Atmosphäre des abgelegenen Bergdorfs wohl. Für die Menschen – wie seinen Rikschafahrer Jashmed, in dem Bird nur den untergeordneten Dienstleister sieht – ist er unempfänglich. Während der täglichen Fahrten erzählt er ausschließlich von sich selbst und seinen Nöten, ohne sich für Jamsheds Leben oder dessen Sorgen und Probleme zu interessieren: „Seit Wochen fuhr er [Jamshed] den Mann durch die Stadt, und immer hatte er das Gefühl, dass es Mr Bird kaum interessierte, ob er da war oder nicht, dass Mr Bird es gar nicht bemerken würde, wenn auf dem Vordersitz plötzlich kein Mensch säße, sondern ein Holzklotz oder ein Kartoffelsack. Er würde einfach weiterreden …, und ob Jamshed mit in der Rikscha saß oder nicht, war egal.“ Auch in ihrer Beziehung zur Haushälterin Priscilla glauben der Pfarrer und Bird in europäischer Überheblichkeit und missionarischem Übereifer zu wissen, was gut für die junge Frau ist, und meinen – wenn auch gewiss in bester Absicht – rücksichtslos über ihr Leben bestimmen zu können. Niemals fragen sie Priscilla nach deren eigenen Wünschen und Träumen. Der Roman „Das Pfarrhaus“ lässt sich als Gleichnis für die politische Überheblichkeit westeuropäischer Länder und früherer Kolonialmächte gegenüber Entwicklungs- und Schwellenländern lesen. Wie Hilary Bird seinen Rikschafahrer „übersieht“, beurteilen viele Europäer diese Länder nach europäischem Maß und missachten die dort seit Jahrhunderten gewachsenen landestypischen Kulturen und Traditionen, die unterschiedlichen Ansprüche verschiedenartiger Ethnien und deren Religionen. Stattdessen verfolgen europäische „Missionare“ – heute ebenso wie damals zur Kolonialzeit – nur eigene machtpolitische und wirtschaftliche Interessen und schüren dadurch Hass und Feindschaft mit unabsehbaren Folgen – wie es auch Hilary Bird erfahren muss. Clarys Davies hat ihre ganz eigenwillige, zurückhaltende Erzählweise. Sie verzichtet auf Dramatik, wovon man sich bei Beginn der Lektüre nicht täuschen lassen darf. Denn ihre stilistische Stärke liegt in der eindrucksvollen Beschreibung kleiner zwischenmenschlicher Begegnungen, menschlicher Einsamkeit und kultureller Missverständnisse sowie vor allem in der ungewöhnlichen Atmosphäre einer unmerklich unter der Oberfläche brodelnden Gefahr. „Das Pfarrhaus“ ist ein ungewöhnlicher, stilistisch interessanter Roman, in den man sich erst hineinlesen muss, der nach Ende der Lektüre aber umso länger nachwirkt.

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