Ein spektakulärer Raub erschüttert Speyer: Das kostbarste Exponat des Historischen Museums der Pfalz - die älteste Weinflasche nördlich der Alpen - soll als Leihgabe nach Wien überführt werden. Doch der Römerwein wird noch auf der Salierbrücke aus einem gepanzerten Transporter gestohlen. Zurück bleiben ein toter Wachmann und ein Rätsel, das Polizei, LKA und internationale Experten gleichermaßen vor Herausforderungen stellt. Während der Druck für Kriminalhauptkommissar und Soko-Leiter Achill wächst, stürzt sich Gästeführer Sartorius in eigene Nachforschungen.
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Ein raffinierter Coup
Ilses Lesetipps aus Wien am 31.05.2026
Bewertungsnummer: 3154456
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mit „Weinfluch“, dem 8. Band dieser Reihe, liefert Uwe Ittensohn wieder einen außergewöhnlichen Fall, der das polizeilich/private Ermittler-Kleeblatt Frank, Verena, André und Irina nicht nur hinsichtlich der Lösung des Falles, sondern auch zwischenmenschlich fordert.
Als Fan dieser Reihe sind mir die Protagonisten sehr vertraut, aber auch als Quereinsteiger gewinnt man dank des Personenverzeichnisses rasch einen Überblick hinsichtlich der Haupt- und Nebenfiguren und kommt problemlos in die jeweilige Geschichte hinein. Das Cover unterstreicht die Thematik Wein. Das 2026 erschienene Buch ist sehr übersichtlich in angenehm kurze Kapitel unterteilt, jeweils mit Titel, Datums- und Zeitangaben versehen, was Orts- und Perspektivenwechsel übersichtlich macht. Die Handlung spielt im Sommer 2024, vorwiegend in Ludwigshafen, Speyer und Umgebung, mit kurzen Szenen in Wien.
Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend. Immer wieder sind regionale Besonderheiten in die Handlung mit eingewoben sowie Wissenswertes über Wein. Das Lokalkolorit wird sprachlich durch Dialektfärbungen unterstrichen. Einen humorvollen Touch bringen die Dialoge zwischen André und seiner Mitbewohnerin, der jungen Studentin Irina, hinein.
Man ist sofort mitten im Geschehen. Ein Toter am Rheinufer, offensichtlich ertrunken. Unfall, Selbstmord oder Mord? Ziemlich rasch stellt sich der Fall wesentlich komplexer heraus, denn der Tote gehörte einer Werttransportfirma an und die wertvolle Fracht, eine Flasche Wein aus der Römerzeit, die als Leihgabe an das Wiener Kunsthistorische Museum ergehen sollte, kam dort nie an. Als die Diebe Lösegeldforderungen stellen, sieht sich Frank Achill als verantwortlicher Einsatzleiter einer extrem schwierigen Aufgabe gegenüber.
Mich faszinierte an diesem Fall, dass es weniger um einen großen Kreis von Verdächtigen ging, um Suche nach einem der üblichen Mordmotive, sondern um Polizeiarbeit in allen Facetten. Der Autor beschreibt nicht nur das Umfeld und die Schauplätze penibel, sondern auch die Strategie der Polizeieinheiten: die geplanten Abläufe, wie man die Diebe zu fassen und das Lösegeld zurück zu gewinnen gedenkt. Die Herausforderungen an den Polizeiapparat sind enorm, das bedeutet Stress für die verantwortlichen Kriminalbeamten, das Zusammenspiel von Kriminaltechnik, Scharfschützen u.v.a. wirkt authentisch und ist beeindruckend. Wirklich lebendig wird die Handlung vor allem durch die emotionale Seite, die psychische Belastung, den Druck durch Vorgesetzte und Missgunst von Konkurrenten, die Einmischung Außenstehender, diverse Befindlichkeiten einzelner, aber auch durch den Zusammenhalt innerhalb des Teams und Loyalität.
Die stetigen Perspektivenwechsel, die Kürze der Kapitel, immer wieder mit einem Cliffhanger endend, auch prekäre Situationen, sowie last but not least ein dramatisches Finale, erzeugen nicht nur eine temporeiche Handlung, sondern heizen die Spannung an und lassen einen das Buch kaum aus der Hand legen.
Im Mittelpunkt stehen wie stets Frank, Verena, André und Irina, Menschen mit Stärken und Schwächen, manchmal unvernünftig emotional und spontan. Insbesondere Frank ist dem Arbeitsdruck diesmal kaum gewachsen, dafür eröffnet sich für Verena eine große Chance, die sie bravourös meistert. André und Irina unterstützen die beiden in altbewährter Art und Weise und tragen letztlich maßgeblich zur Lösung des Falles und Festnahme der Täter bei.
Mit „Weinfluch“ ist dem Autor wieder einmal ein nicht nur spannender, sondern auch unterhaltsamer Krimi gelungen. Das Buch bietet alles, was ein ausgezeichneter Regionalkrimi beinhalten sollte: sympathische Protagonisten, regionales Flair, einen Schuss Humor und natürlich Spannung und Action. Mit Vorfreude auf den nächsten Fall empfehle ich das Buch gerne weiter und vergebe 5 Sterne.
Pfälzer Gold
Sandhaas aus Bodenheim am 11.02.2026
Bewertungsnummer: 3042879
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein toter Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma und der Diebstahl der ältesten Flasche Wein nördlich der Alpen halten die Polizei in Ludwigshafen auf Trapp. Kommissar Achillversucht den Dieben mit einer Sonderkommission auf die Schliche zu kommen. Aber das ist gar nicht so einfach, da zwischen den österreichischen und deutschen Behörden sowie der Versicherungsgesellschaft massives Kompetenzgerangel gibt. Wie gut das André als Berater der Polizei Ermittlungsansätze außerhalb der gewohnten Wege geht und sich lieber von einer guten Flasche Wein inspirieren lässt.
Einmal mehr hat Uwe Ittensohn einen Pfalzkrimi geschrieben, der überaus spannend und und mit reichlich Action versehen ist. Dabei stellt er die landschaftliche Schönheit, die Kultur der Pfalz und insbesondere auch die Menschen und deren Naturell in den Mittelpunkt. Man könnte auch sagen er feiert zum wiederholten Male die Pfalz und die Pfälzer. Und genau dafür lieben wir seine Kriminalromane. Tolle Unterhaltung für entspannte Lesestunden mit einer guten Flasche Wein.
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