Susan Ryeland, Lektorin außer Dienst, ist nach London zurückgekehrt. Sie arbeitet jetzt für einen kleinen Verlag, und auf ihrem Tisch ist das Manuskript eines jungen Autors namens Eliot Crace gelandet: Atticus Pünds letzter Fall. Die Geschichte handelt vom überraschenden Tod der schwerreichen Lady Chalfont, die anscheinend von einem Familienmitglied vergiftet wurde. Zu Susans Überraschung stellt sich heraus, dass Eliot Crace der Enkel der weltberühmten Kinderbuchautorin Marian Crace ist, die 15 Jahre zuvor verstarb – ermordet, vergiftet, wie Eliot behauptet. Je weiter Susan in die Story eintaucht, desto klarer wird ihr, dass Eliot in Atticus Pünds letzter Fall die Geschichte seiner eigenen Familie und des Todes seiner Großmutter erzählt. Zugleich verhält er sich immer merkwürdiger, wird zunehmend aggressiv – und dann wird er bei einem Unfall mit Fahrerflucht getötet. War es Mord? Plötzlich ist Susan die Hauptverdächtige, und erschrocken wird ihr klar, dass sie das selber aufklären muss, um nicht das nächste Opfer zu werden.
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Ein origineller, fesselnder Whodunit
bookloving am 15.02.2026
Bewertungsnummer: 3047314
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Anthony Horowitz hat mit „Tod zur Teestunde“ erneut eine fesselnde Fortsetzung seiner Krimireihe um seine Protagonistin Susan Ryeland eine ehemalige Londoner Lektorin vorgelegt.
Obwohl dieser dritte Band an die Vorgänger „Die Morde von Pye Hall“ und „Der Tote aus Zimmer 12“ anknüpft, lässt sich die Geschichte auch ohne Vorkenntnisse genießen und besticht durch einen faszinierenden, raffiniert verschachtelten Plot. Horowitz beweist hierbei wieder sein außergewöhnliches Talent für anspruchsvolle, vielschichtige Whodunits, in denen er geschickt typische Elemente klassischer Kriminalgeschichten und Anspielungen auf die großen Werke der Goldenen Krimi-Ära einfließen lässt.
Mit seinem lebendigen Schreibstil und pointiertem britischen Humor gelingt es Horowitz hervorragend, uns von Beginn an in den Bann zu ziehen.
Wie bereits bei den Vorgängern gliedert sich die Handlung in zwei gekonnt miteinander verwobene Erzählstränge. In der Gegenwart folgen wir der wieder nach London in ihr altes Leben zurückgekehrten Lektorin Susan Ryeland, die einen heiklen Lektoratsauftrag annimmt, um wieder in der Verlagswelt Fuß zu fassen. Sie soll das Manuskript von Eliot Crace redigieren, der den letzten Fall des berühmten Meisterdetektivs „Atticus Pünd“ ganz im Stil des verstorbenen Autors Alan Conway geschrieben hat. Als Enkel der berühmten Kinderbuchautorin Miriam Crace, die vor Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, hat Eliot in seinem eigenen Roman offenbar geschickt Hinweise auf den mutmaßlichen Mord an seiner Großmutter versteckt. Nach und nach wird Susan bei ihren hartnäckigen Nachforschungen in einen Strudel aus alten Familiengeheimnissen und Intrigen und schlielich sogar in einen mysteriösen Todesfall hineingezogen, bei dem sie bald selbst unter Verdacht gerät.
Der zweite Erzählstrang - mit dem fiktiven Kriminalroman als „Buch-im-Buch“-Element - führt ins Jahr 1955 nach Südfrankreich, wohin der berühmte Ermittler Atticus Pünd von einer reichen Dame eingeladen wird, die kurz darauf auf ihrem Landgut Marble Hall tot aufgefunden wird. In dem passagenweise enthüllten Manuskript aus der Feder des jungen Autors entfaltet sich ein von Gier, Familienzwist und verdeckten Motiven geprägter, klassischer Whodunit, der ganz in der Tradition der berühmten Autoren der goldenen Krimi-Ära verfasst ist.
Äußerst fesselnd ist es, Susan bei ihren Befragungen zu begleiten, die eine Vielzahl von Verdachtsmomenten und verwobenen Beziehungen enthüllen. Die vielen versteckten Hinweise im Manusskript, anspielungsreichen Wendungen und clever konstruierten Finten laden zum Miträtseln ein, und so ist es bei diesem literarischen Puzzle eine große Herausforderung, die raffiniert ineinander verschränkten Zusammenhänge zwischen fiktiven und realen Geschehnissen auszuloten.
Besonders überzeugend ist Susan Ryeland als sympathische und clevere Protagonistin voller subtiler Zwischentöne gezeichnet, deren persönliche Entwicklung und einfühlsame Art zu ermitteln mir sehr gut gefallen hat. Auch die zahlreichen Nebenfiguren sind vielschichtig und mit feinem Humor charakterisiert.
Das britische Flair, die unterschiedlichen atmosphärisch dichten Settings im modernen London oder nostalgisch angehauchten Südfrankreich der 1950ger sowie die Vielzahl interessanter Charaktere sorgen zudem für ein höchst abwechslungsreiches Leseerlebnis. Besonders gelungen sind auch die aufschlussreichen Einblicke in die Buchbranche, stets gewürzt mit amüsanten Seitenhieben auf die Verlagswelt.
Sehr versiert steigert Horowitz in seiner komplexen Geschichte die Spannung mit einem geschickten Spiel von Sein und Schein und mit unseren Erwartungen bis zum packenden Finale. Die schlüssige Auflösung erfolgt klassisch in bester Agatha-Christie-Manier bei der alle Verdächtigen zusammenkommen und die Hintergründe und Motive nachvollziehbar offen gelegt werden. Trotz vereinzelter Vorahnungen konnte mich Horowitz dennoch überraschen und so lässt er seinen Roman mit einem runden, befriedigenden Abschluss ausklingen.
FAZIT
Ein spannender, origineller und unterhaltsamer Whodunit mit einem raffiniert angelegten Plot, der sowohl Fans der Reihe als auch Liebhaber anspruchsvoller klassischer Kriminalromane begeistern wird.
Eine warmherzige, humorvolle und gelungene Hommage an das traditionelle britische Krimi-Genre!
zum Miträtseln
Bewertung aus Bielefeld am 09.02.2026
Bewertungsnummer: 3040458
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Susan Ryeland ist nach einer gescheiterten Beziehung wieder zurück in London und arbeitet als freischaffende Lektorin. Das Geld ist knapp und so nimmt sie einen Auftrag an, der ihr gar nicht zusagt. Der Autor der Krimireihe über den Privatdetektiv Atticus Pünd lebt nicht mehr, dafür möchte Eliot Crace, der Enkel einer berühmten Kinderbuchautorin Miriam Pünd, nun eine Fortsetzung schreiben. Wieder erwarten ist das Manuskript hervorragend. Pünd, inzwischen schwerkrank, wird von einer befreundeten reichen Engländerin, die in Südfrankreich lebt um Hilfe gebeten, doch bevor er sie erreicht ist sie vergiftet worden. Während wir mit Susan gemeinsam diese Handlung verfolgen bemerkt Susan Ähnlichkeiten mit der Familiengeschichte von Eliot, bei der die gesamte Familie unter der Matriarchin Miriam litt. Nachdem Eliot verbreitet, Miriam wurde vergiftet und er verrät in seinem Krimi den Täter, kommt er bei einem Unfall ums Leben.
Die Ebenen, das Krimimanuskript und die Handlung um Susan sowie die Auflösung der alten Familiengeschichte sind sehr spannend und schriftstellerisch hervorragend umgesetzt. Man wird zum Miträtseln animiert. Es ist von Vorteil die Vorgängerkrimis zu kennen, um die Hintergründe, die zwischenzeitlich angesprochen werden zu verstehen, zum Verfolgen dieser Handlung jedoch nicht unbedingt nötig.
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