Produktbild: Oma Jever

Oma Jever Ein irres Jahrhundert und eine geniale Oma, die nichts anbrennen lässt — Roman

2

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

06.05.2026

Verlag

Hoffmann Und Campe

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

21,5/14,7/3,5 cm

Gewicht

474 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-455-02140-0

Beschreibung

Rezension

»Großer dokumentarischer Aufwand.« ("rbb radio 3")
»Ein bewegendes Zeitzeugnis aus einem ganzen Jahrhundert.« ("NDR Kultur")
»Henschel gelingt ein erstaunlich präzises, oft fast dokumentarisches Zeitbild, das mitunter an die Arbeiten Walter Kempowskis erinnert.« ("Ruhr Nachrichten")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

06.05.2026

Verlag

Hoffmann Und Campe

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

21,5/14,7/3,5 cm

Gewicht

474 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-455-02140-0

Herstelleradresse

Hoffmann und Campe Verlag
Harvestehuder Weg 42
20149 Hamburg
DE

Email: buchhaltung@vah-jager.de

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Familienchronik

Lesens_werte am 17.06.2026

Bewertungsnummer: 3170355

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Oma Jever, 1906 geboren, wurde später mit ihrer Heirat zu Emma Lüttke und konnte bis zu ihrem Tod 1996 auf ein langes, teilweise beschwerliches, aber vor allem kinderreiches Leben zurückblicken. Sie hat nicht nur mehrer Krisen und Kriege miterlebt, sondern auch persönliche Höhen und Tiefen gemeistert. Ihre fünf Töchter haben ihr viele Enkelkinder geschenkt, an deren Erziehung sie genauso beteiligt war, wie an der ihrer eigenen Kinder. Für ihre Familie wurde sie damit zu einer Institution. "Oma Jever" ist eine Art Familienchronik, die sich durch unzählige Briefe und Korrespondenzen der Familie Lüttke untereinander aufbaut. Durch eingestreute historische Ereignisse werden diese Zeitzeugnisse in den richtigen Kontext gesetzt, mit dem Weltgeschehen verknüpft und vom Autor bewertet. Mich hat vor allem erstaunt, wie viel schriftliche Kommunikation zwischen den Lüttkes stattgefunden hat und wie gut diese offensichtlich überliefert wurde. Dieses Buch verliert sich aufgrund seiner originalen Inhalte sehr in Details, da für Oma Jever natürlich ihre Einkochergebnisse und aktuelle Kleidungserrungenschaften in der kargen Zeit wichtig waren, die für den großen Zusammenhang aber heute weniger eine tragende Rolle spielen. Aber diese Authentizität und Unverzerrtheit macht dieses Buch aus. Dabei muss man sich natürlich auch sein eigenes Bild von den Familienmitgliedern machen, da erzählerische Passagen nur spärlich eingestreut worden sind. Auch wenn ich mich teils wie ein Voyeur gefühlt habe, der die Familie belauscht, konnte ich einen guten Einblick gewinnen und habe gerne die Frau, Mutter und Oma Jever kennengelernt.

Familienchronik

Lesens_werte am 17.06.2026
Bewertungsnummer: 3170355
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Oma Jever, 1906 geboren, wurde später mit ihrer Heirat zu Emma Lüttke und konnte bis zu ihrem Tod 1996 auf ein langes, teilweise beschwerliches, aber vor allem kinderreiches Leben zurückblicken. Sie hat nicht nur mehrer Krisen und Kriege miterlebt, sondern auch persönliche Höhen und Tiefen gemeistert. Ihre fünf Töchter haben ihr viele Enkelkinder geschenkt, an deren Erziehung sie genauso beteiligt war, wie an der ihrer eigenen Kinder. Für ihre Familie wurde sie damit zu einer Institution. "Oma Jever" ist eine Art Familienchronik, die sich durch unzählige Briefe und Korrespondenzen der Familie Lüttke untereinander aufbaut. Durch eingestreute historische Ereignisse werden diese Zeitzeugnisse in den richtigen Kontext gesetzt, mit dem Weltgeschehen verknüpft und vom Autor bewertet. Mich hat vor allem erstaunt, wie viel schriftliche Kommunikation zwischen den Lüttkes stattgefunden hat und wie gut diese offensichtlich überliefert wurde. Dieses Buch verliert sich aufgrund seiner originalen Inhalte sehr in Details, da für Oma Jever natürlich ihre Einkochergebnisse und aktuelle Kleidungserrungenschaften in der kargen Zeit wichtig waren, die für den großen Zusammenhang aber heute weniger eine tragende Rolle spielen. Aber diese Authentizität und Unverzerrtheit macht dieses Buch aus. Dabei muss man sich natürlich auch sein eigenes Bild von den Familienmitgliedern machen, da erzählerische Passagen nur spärlich eingestreut worden sind. Auch wenn ich mich teils wie ein Voyeur gefühlt habe, der die Familie belauscht, konnte ich einen guten Einblick gewinnen und habe gerne die Frau, Mutter und Oma Jever kennengelernt.

Zeitzeugnis

MarieOn am 22.05.2026

Bewertungsnummer: 3145618

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Emma Lüttjes aus Jever hat zwei Kriege überlebt. Eigentlich hätte sie zur Sängerin ausgebildet werden sollen, aber ihr Vater mochte aus ihr lieber eine gute Partie machen und so ging sie auf die Haushaltsschule. Um ihr praktisches Können zu vertiefen, schickte die Familie sie für sieben Jahre nach Düsseldorf. Dort wurde sie von Hilde im Putzen, Kochen und Handarbeiten angelernt. 1933 wurde der Aufstieg der NSDAP in Jever (Niedersachsen) gefeiert, wie nirgends sonst in Deutschland. Schon 1930 erlangten sie bei den Reichstagswahlen 39,7 %, deutschlandweit dagegen nur 18,3 %. 1931 bei der Rede Hitlers in der fahnengeschmückten Reithalle wurde er gefeiert wie ein heutiger Popstar. Das jeversche Wochenblatt verkündete danach frenetisch: …der nationalsozialistische Führer ist nicht nur an Ideen, Kraft, sondern auch an Klugheit, Besonnenheit und unbeirrbarer Zielklarheit vielen Staatsmännern von heute turmhoch überlegen. S. 17 1934 wurde der Jude Fritz Levy wegen Unzucht mit einem deutschen Mädel in Haft genommen, da war Emma schon zum dritten Mal schwanger. Emma und ihr Mann Gepke hielten Hühner, Lämmer, Kaninchen und Schweine. Im Nutzgarten spross das Wurzelgemüse und die Obstbäume trugen reichlich Früchte. Obwohl Gepke an die Front musste, hatte Emma durch viel Fleiß und die Unterstützung ihrer Töchter und ihres Vaters ein gutes Auskommen während des Krieges. Fazit: Der 1962 geborene Humorist und Satiriker Stefan Henschel hat mit diesem Briefroman seine Familie geehrt und ein Zeitzeugnis geschaffen, das ich so noch nicht gelesen habe. Am Ende gelingt ihm ein Gesamtbild über die Menschen und die Umstände dieser Zeit, dabei schließt er auch die unangenehmen Wahrheiten (sein Opa hat sich als Herrenmensch aufgespielt, nachdem er durchs Warschauer Ghetto gefahren ist) nicht aus. Interessant fand ich, wie leicht es für diesen verrückten (aus heutiger Sicht) Mann Adolf Hitler war, so viele Menschen für sich zu gewinnen und wie dissoziativ der Großteil der Bevölkerung war, entweder so zu tun, als seien die Plünderungen, Enteignungen, Deportationen richtig oder als gäbe es sie nicht. Zu sehen, wie schon mit dem verlorenen 1. Weltkrieg der Grundstein für diese Katastrophe gesetzt wurde, beeindruckt mich. Zu verstehen, wie viel Trauma aus dieser Zeit bis in meine Generation geschwappt ist, erschreckt mich. Während des Lesens wurde mir bewusst, wie viel Kriegssprech sich bis in mein Vokabular geschlichen hat. Der Autor erwähnt auch immer wieder am Rande, wie die „Entnazifizierung“ gescheitert ist und Verantwortliche nach der Kapitulation um neue Pöstchen geschachert und ihre Pfründe gesichert haben. Tja und Emma (Oma Jever) wird so nett erzählt. Sie war fleißig, akkurat, stets freundlich und nützlich, wie die deutsche Frau eben erzogen wurde. Ein unterhaltsames, gut recherchiertes Zeitzeugnis, das ich gerne gelesen habe.

Zeitzeugnis

MarieOn am 22.05.2026
Bewertungsnummer: 3145618
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Emma Lüttjes aus Jever hat zwei Kriege überlebt. Eigentlich hätte sie zur Sängerin ausgebildet werden sollen, aber ihr Vater mochte aus ihr lieber eine gute Partie machen und so ging sie auf die Haushaltsschule. Um ihr praktisches Können zu vertiefen, schickte die Familie sie für sieben Jahre nach Düsseldorf. Dort wurde sie von Hilde im Putzen, Kochen und Handarbeiten angelernt. 1933 wurde der Aufstieg der NSDAP in Jever (Niedersachsen) gefeiert, wie nirgends sonst in Deutschland. Schon 1930 erlangten sie bei den Reichstagswahlen 39,7 %, deutschlandweit dagegen nur 18,3 %. 1931 bei der Rede Hitlers in der fahnengeschmückten Reithalle wurde er gefeiert wie ein heutiger Popstar. Das jeversche Wochenblatt verkündete danach frenetisch: …der nationalsozialistische Führer ist nicht nur an Ideen, Kraft, sondern auch an Klugheit, Besonnenheit und unbeirrbarer Zielklarheit vielen Staatsmännern von heute turmhoch überlegen. S. 17 1934 wurde der Jude Fritz Levy wegen Unzucht mit einem deutschen Mädel in Haft genommen, da war Emma schon zum dritten Mal schwanger. Emma und ihr Mann Gepke hielten Hühner, Lämmer, Kaninchen und Schweine. Im Nutzgarten spross das Wurzelgemüse und die Obstbäume trugen reichlich Früchte. Obwohl Gepke an die Front musste, hatte Emma durch viel Fleiß und die Unterstützung ihrer Töchter und ihres Vaters ein gutes Auskommen während des Krieges. Fazit: Der 1962 geborene Humorist und Satiriker Stefan Henschel hat mit diesem Briefroman seine Familie geehrt und ein Zeitzeugnis geschaffen, das ich so noch nicht gelesen habe. Am Ende gelingt ihm ein Gesamtbild über die Menschen und die Umstände dieser Zeit, dabei schließt er auch die unangenehmen Wahrheiten (sein Opa hat sich als Herrenmensch aufgespielt, nachdem er durchs Warschauer Ghetto gefahren ist) nicht aus. Interessant fand ich, wie leicht es für diesen verrückten (aus heutiger Sicht) Mann Adolf Hitler war, so viele Menschen für sich zu gewinnen und wie dissoziativ der Großteil der Bevölkerung war, entweder so zu tun, als seien die Plünderungen, Enteignungen, Deportationen richtig oder als gäbe es sie nicht. Zu sehen, wie schon mit dem verlorenen 1. Weltkrieg der Grundstein für diese Katastrophe gesetzt wurde, beeindruckt mich. Zu verstehen, wie viel Trauma aus dieser Zeit bis in meine Generation geschwappt ist, erschreckt mich. Während des Lesens wurde mir bewusst, wie viel Kriegssprech sich bis in mein Vokabular geschlichen hat. Der Autor erwähnt auch immer wieder am Rande, wie die „Entnazifizierung“ gescheitert ist und Verantwortliche nach der Kapitulation um neue Pöstchen geschachert und ihre Pfründe gesichert haben. Tja und Emma (Oma Jever) wird so nett erzählt. Sie war fleißig, akkurat, stets freundlich und nützlich, wie die deutsche Frau eben erzogen wurde. Ein unterhaltsames, gut recherchiertes Zeitzeugnis, das ich gerne gelesen habe.

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Oma Jever

von Gerhard Henschel

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  • Produktbild: Oma Jever
  • Cover
    Titelseite
    1906–1938
    1939–1945
    1946–1949
    1950
    1951
    1952
    1953
    1954
    1955
    1956
    1957
    1958
    1959
    1960
    1961
    1962
    1963
    1964
    1965
    1966
    1967
    1968
    1969
    1970
    1971
    1972
    1973
    1974
    1975
    1976
    1977
    1978
    1979
    1980
    1981
    1982
    1983
    1984
    1985
    1986
    1987
    1988/89
    1990/91
    1992/93
    1994
    1995/96
    Quellenverzeichnis
    Über Gerhard Henschel
    Impressum