Zwischen privatem Chaos und vielen durchaus auch komischen Katastrophen pendelt die Journalistin Polly Adler durch ein Wien, das in Zuckerguss-Seligkeit, Traditionskitsch, Gier und Leidenschaft versinkt. Eine Bundeskanzlerin, die Stressbewältigung mit einem Callboy betreibt. Ein Opernball, der wegen Anarchisten aus dem Ruder gerat. Eine Influencerin, die tot in einem Schokobottich treibt. Ein Kommissar, der ein Gesicht wie ein ungemachtes Bett hat. Und mittendrinnen Polly Adler, die eben ihren Job bei einem Societymagazin verloren hat. Eine rasante Krimikomödie durch die Niederungen einer High Society, deren Treibstoff die Eitelkeit ist.
DER ERSTE POLLY ADLER KRIMI!
Angelika Hager ist die Meisterin messerscharfer Beobachtungen und glänzender Selbstironie. Selbst Verzweiflung trägt bei ihr ein Paillettenkleid. Martina Parker, Krimiautorin
Der Krimi ist eine köstliche Tour de force durch eine durch und durch verrottete Gesellschaft. Stefanie Reinsperger, Burg-Schauspielerin
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
27.06.2026
eBook (ePUB 3)
Society, Sex, Skandale und eine Leiche
Bereits vor Jahrzehnten hat die bekannte Autorin und Journalistin Angelika Hager ihre Kunstfigur Polly Adler erschaffen. Doch erstmals darf Polly in einem Krimi mitermitteln.
Der Wiener Opernball geht zu Ende, ein Bienenvolk im Tanzparkett hat für einen Eklat und Panik gesorgt. In einem typischen Wiener Biotop, am Würstelstand, steht eine derangierte Polly, die nicht nur mit ihrer Kleiderfrage, sondern auch mit der Unsicherheit ihrer zukünftigen Existenz konfrontiert ist, denn ihr Zeitungsverlag wurde dicht gemacht. Also auf ins noble Hotel Kranzler, zu ihrer Freundin Iris, die unerschüttert von allen Katastrophen das Hotel führt. Jetzt allerdings ist Feuer am Dach, denn im Schokoladebottich liegt eine Leiche, Coco Kaputt, eine ehemalige Sportsgröße, jetzt Social Media Star und Opernball- Ehrengast der Interimskanzlerin Sissi Kogelnik.
Die Polizei ermittelt, doch Polly kennt Cocos wahre Geschichte, die von ihrem geschönten Lebenslauf erheblich abweicht. Polly ist auch bereit, sich mit einem alten Feind aus Journalistentagen zu treffen, der im Netz ein Fake-News Blatt mit politischen Hintergedanken betreibt. Um zur Falllösung beizutragen trifft Polly ihren Ex- Liebhaber, Hauptkommissar Gerry Sturz vom BKA, abgebrüht in seinem Job und herzkrank, wieder. Ob es zwischen den beiden noch einmal prickeln könnte? Gemeinsam durchleuchten sie eine Bussi- Bussi Gesellschaft, in der sich betuchte Frauen zur Entspannung gerne einen Callboy gönnen und in der Vitamin B, Eifersucht und Intrige genau so wie politische Interventionen zur Tagesordnung gehören.
Angelika Hager hat einen Kriminalroman geschrieben, der das typische Wiener Flair einfängt und das goldene Wienerherz nachzeichnet. Dazu verwendet sie eine Sprache, die wienerischer nicht sein könnte, genau auf den Punkt geschrieben, die eine Szenerie von Prominenten und solchen, die es gerne wären, beschreibt. Lustvoll wird in der Wiener Politszene gewildert, Ähnlichkeiten mit bekannten Personen erscheinen nicht zufällig. Die Opernballmutter mit einem Faible für die Farbe rosa, die junge Talente und besonders die eigene Nichte fördert, steht für ein Abbild der Wiener Verhältnisse, wie es sein könnte- oder doch, wie es ist?
Immer wieder bietet die Autorin den Lesenden elegante Persiflage, feine Ironie und bissige Satire. So werden die Opernballcrasher, eine Gruppe, die gegen den Kapitalismus demonstriert und sich Extinction Injustice nennt, von der Polizei in einer Nobelvilla aufgegriffen. Die Nichte der Opernballmutter war bei Sexspielchen mitten im Geschehen, in einer Pressekonferenz aber hat sie plötzlich mitgeholfen, die Gruppe zu zerschlagen. Das zeigt, dass man die Wahrheit schon sehr genau kennen muss, um sie glaubhaft zu verdrehen.
Und natürlich ist die Liebe ein wichtiges Motiv, gerade in Wien, wo in einem Wienerlied die Bäume im Prater so schön blühen. Sowohl Interimskanzlerin Sissi als auch Hotelchefin Iris teilen sich den selben Callboy. Doch für die Frauen ist das nicht nur ein Geschäft, sie glauben, Intimität kaufen zu können und investieren zunehmend Gefühle. Jedoch ganz umsonst, denn der Callboy, Künstlername De-licious, ist unsterblich in Coco verliebt und untröstlich, als sie ermordet wird. Da ist Polly, die als ehemalige Journalistin wie ein Trüffelschwein begeistert die Verhältnisse umgegraben hat, mitten drin in diesem Gefühlschaos, löst aber dann doch diesen ungewöhnlichen Kriminalfall.
Angelika Hager hat einen spannenden Kriminalroman geschrieben, in dem es richtig menschelt. Wer jetzt denkt, mit den wienerischen Ausdrücken oder den vielen Anglizismen, dem typischen Politsprech, nicht zurecht zu kommen, kann beruhigt sein, denn es gibt Fußnoten zur Erklärung. Natürlich würde ich gerne wissen, wie es mit Polly weiter geht und hoffe auf eine Fortsetzung. Ich habe mich bei diesem Krimi köstlich amüsiert und lege ihn gerne anderen Lesenden ans Herz, und das muss gar nicht das “goldene Wienerherz” sein.
Bewertung
aus Lannach
5/5
30.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Bienenstich
Man nehme einen weltbekannten Ball, eine Weltstadt, eine bekannte Kolumnistin einer bekannten Zeitung, eine Ballmutter samt Tochter und Onkel, eine Kaffeehausbesitzerin, einen Kriminalkommissar samt Kollegen und -innen, mehrere Töchter mehrerer Mütter, eine Call-Boy-Agentur, Callboys, Kaffeehausangestellte, Tänzer, Chefs von Online-Neuigkeitenportalen, einen Würstlstand, eine beinamputierte Influencerin, einen Bienenschwarm und einen Schokoladebottich.
Und natürlich eine Handvoll korrupter ehemaliger und aktiver Politiker zum Drüberstreuen. Wichtig: Schwarzer Humor
Alles mische man gut durch und lasse es ziehen. Währenddessen werden private und geschäftliche Aktivitäten gleichmäßig eingerührt, bis alles eine homogene Masse bildet.
Nochmals ziehen lassen. In der Zwischenzeit mische man Politik und Geschäftliches as usual und füge es ebenfalls hinzu. Nun fülle man die Masse in eine Form, besonders beliebt: Goldene Masken, und backe alles vorsichtig hellbraun.
Man kann nun noch die Glasur aus Honig oder Schokolade, oder Beides aufstreichen und der Bienenstich ist fertig.
Das Rezept ist auch in (d)englischer Sprache erhältlich-
Guten Appetit!
Magnolia
Thalia Book Circle Community
4/5
04.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Temporeiche Krimikomödie
Der erste Polly-Adler-Krimi ist überhaupt meine erste Begegnung mit Polly Adler, obwohl sie sich ja schon lange in sämtlichen Medien rumtreiben soll. Nun, Zeit wird’s, sie mal näher zu betrachten.
Drängt sich mir die Frage auf, wer denn Polly ist und was sie bis jetzt so getrieben hat. Journalistin ist sie, seit langem schon schreibt sie für „Flash“. Aber nun ist auch diese Zeitung Geschichte, sie haben schlichtweg die Online-Entwicklung verschlafen. Polly jedoch hat ihren journalistischen Blick nicht eingebüßt, sie spürt den jüngsten Ereignissen unerbittlich nach.
Es herrscht Katastrophenstimmung am Ballhausplatz. Beim Opernball hat ein Bienenvolk Gefallen an dem üppigen Blumenschmuck gefunden, was den Gästen so gar nicht genehm ist. Polly mittendrin mit ihrer geliehenen Robe, welche den Abend nicht unbeschadet überstanden hat. Als Stargast war die ehemalige Snowboarderin Coco Kaputt eher abwesend, was zu verständlichen Verstimmungen gesorgt hat. Als dann ihre Leiche im Schokoladenbottich kopfüber gefunden wird, ist die Aufregung groß.
Iris, die Chefin des Kranzler, in dem die Kaputt logiert hat, spielt eine tragende Rolle, ebenso die Interimskanzlerin Sissi Kogelnik. Beiden würzt einer, der sich De-licious nennt, ihr Leben. Was auch immer er sonst noch ist, wird im Laufe der nachfolgenden Stunden näher durchleuchtet. Und da ist Gerry Sturz, der Hauptkommissar, der mit seiner Kollegin Britney Wurnitz ermittelt. Mit Gucki Trampusch und den ihren kommt ein Familienzweig dazu, der von Johann Strauß Vater abstammt, wenngleich eher außerehelicher Natur. Die SoKo Maja wird begründet, was wiederum auf den Bienenanschlag zurückgeht, ein Verdächtiger wird ziemlich rasch festgenommen, es tauchen noch ne ganze Reihe anderer Gestalten auf – es geht turbulent zur Sache.
Dieses geschmeidige Österreich-wienerisch-englische hat es aber auch in sich! Ich mag ihn eh, diesen Wiener Schmäh, der reichlich vorhanden ist und so nochmal aufgepimpt wird. Die ganze Story ist so rasant wie deliziös, so herrlich, einfach köstlich! Von Liebe und Bettakrobatik bis hin zu dem facettenreichen Zwischenmenschlichen ist alles dabei. Skandale und Skandälchen geben sich die Ehre, so manch Szene lässt auf echte Politiker und mehr oder weniger Prominente schließen. Wahres verbirgt sich geschickt hinter Satire.
Angelika Hager hat mich mit ihrem Schokoladenfall bestens unterhalten, wenngleich ich mit den vielen Gestalten, die Schlag auf Schlag daherkommen, vor allem anfangs meine Schwierigkeiten hatte. Davon abgesehen war ich von dieser temporeichen Krimikomödie sehr angetan. Ein Buch - mit einem Augenzwinkern zu lesen - das gut unterhält.
Bewertung
4/5
02.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Wien Krimi mit High Society und einer taffen Journalistin
nhalt:
Die ehemalige Journalistin Polly Adler hat gerade ihren voraussichtlich letzten Opernball besucht. Dieser wurde von einem Anschlag unterbrochen, von was spoiler ich nicht . Um sich zu beruhigen, besucht sie ihre Freundin und Inhaberin eines Hotels um dort eine heiße Schokolade zu trinken. Doch der Kellner spricht gleich den Titel des Buches: "Pardon, aber da schwimmt eine Leiche in der Schokolade". Und diese Leiche ist niemand anderes als der Stargast des Opernballs. Als Polly dann noch ihren Ex, den ermittelnden Komissar trifft, fängt auch sie an sich mit ihrem journalistischen Sinn fürs ermitteln, auch in den Fall zu stürzen.
Das Buch:
Der Titel hat mich schon neugierig gemacht. Das Buch selbst ist pink gestaltet und 231 Seiten stark. Es wird nicht nur aus Pollys Perspektive geschrieben, sondern noch aus einigen anderen Perspektiven, was am Anfang leicht verwirren kann. Die Autorin, bei der man merkt, dass sie selbst Journalistin ist, schreibt im typischen Wiener Schmäh mit viel Humor und erstaunlicher Selbstironie, was ihre Protagonistin Polly Adler betrifft. Gleichzeitig zieht sie Politik, High Society und sonstige aktuelle Probleme gekonnt durch "die heiße Schokolade". Es wird außerdem fleißig gegendert und es kommen viele Anglizismen vor, die fröhlich mit wienerisch gemischt sind.
Auf den Mörder wäre ich dank der vielen Wendungen nicht gekommen!
Meine Meinung:
Der Polly Adler Krimi hat große Stärken und ist gut geschrieben. Er ist mitreißend und man will ihn irgendwann nicht mehr aus der Hand legen, da man ja den Mörder finden möchte. Durch die vielen Wendungen wird es nicht langweilig. Einen Stern Abzug gitb es, weil ich trotzdem länger gebraucht habe um in die Geschichte reinzukommen.
Für Wienliebhaber ist das Buch definitiv das Richtige, da es wirklich vielschichtig ist. 4 Sterne und ein Haferl Schoklad
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