Produktbild: Parasiti

Parasiti

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

14219

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2026

Verlag

Verlag Voland & Quist

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

20,1/14,1/2,2 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Dunkellila / Neon Pink

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86391-466-0

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

14219

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2026

Verlag

Verlag Voland & Quist

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

20,1/14,1/2,2 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Dunkellila / Neon Pink

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86391-466-0

Herstelleradresse

Voland & Quist
Louisenstraße 37
01099 Dresden
DE

Email: vertrieb@voland-quist.de

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  • Jutta

    aus Stade

    5/5

    28.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Buch ist der Hammer

    Was wissen die meisten Menschen schon über die vielen verschleppten Frauen nach Sibirien nach dem Krieg? Familien, die weder richtige Deutsche noch richtige Russen waren? Das Buch öffnet einem die Augen. Ich bin sehr erschüttert darüber, dass bisher so wenig darüber geschrieben wurde. Es war überfällig, darüber zu berichten.

  • Bianka

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    23.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein ungewöhnliches, aber unheimlich packendes Debüt

    Ich bin überraschend schnell in Parasiti reingekommen. Der Schreibstil ist zwar etwas ungewöhnlich, hat für mich aber von Anfang an gut funktioniert und ich war schnell mitten in der Geschichte.Im Mittelpunkt stehen drei Frauen aus einer Familie und ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten. Besonders gefallen hat mir, wie die Vergangenheit immer wieder mit der Gegenwart verbunden wird und man nach und nach merkt, wie sehr Erlebnisse und unausgesprochene Dinge über Generationen hinweg nachwirken.Die Themen sind teilweise ziemlich schwer, wie etwa Vertreibung, Heimat, Zugehörigkeit und die Rolle der Frau, aber für mich stand trotzdem immer die persönliche Geschichte der Frauen im Vordergrund. Gerade das hat das Buch für mich interessant gemacht. Ich mochte außerdem, dass die Geschichte nicht alles erklärt oder einem ständig vorgibt, was man fühlen soll. Manches hat mich einfach beschäftigt und ich habe auch nach dem Lesen noch darüber nachgedacht. Alles in allem ist Parasiti definitiv ein etwas anderes Buch, das vor allem durch seine ungewöhnliche Erzählweise und die starken Figuren besticht. Für mich ist es ein absolut gelungenes Debüt, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

  • Xenia Malwina

    aus VS

    5/5

    30.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hommage an die Frauen meines Lebens

    „Die Frauen ihrer Familie sind durch Seile verbunden, die sich fest um die Taillen winden und nur bis zu einem gewissen Grad nachgeben.“ Drei Generationen von Frauen irgendwo zwischen Nähe und Widerstand. Es ist ein unscheinbarer Brief, der eine von ihnen an einem ganz gewöhnlichen Tag verstummen lässt. Rückblenden erzählen von einem harten Leben in den Weiten Sibiriens, die Hände der Vergangenheit reichen bis ins Jetzt und hin zur Enkelin, die beginnt, sich selbst und den wichtigsten Frauen in ihrem Leben Fragen zu stellen. Dieses Buch hat mich wie kein anderes auf 1.000 verschiedene Arten gebrochen und wieder zusammengesetzt. Ich habe diese Rezension so oft begonnen, Worte gelöscht und wieder neu getippt, weil ich so unbedingt wollte, dass sie meiner tiefen Liebe zum Debüt von @alishagamisch gerecht wird. Valli, Rina und Lydia waren mir als Protagonist:innen unendlich nahe. Ich wurde in Sibirien geboren, doch bin jung genug, dass meine Erinnerungen an meine Heimat nach Johannisbeereis schmecken, das meine Tante mir im Sommer in den Straßen von Novosibirsk kaufte, oder nach den frischen Himbeeren, die ich im Garten meiner Oma direkt vom Strauch aß. Erst als ich älter wurde und mich mit der Geschichte Russlanddeutscher auseinandersetzte, verstand ich, wie untrennbar verbunden sie auch mit Heimatlosigkeit und Schmerz, Ausgrenzung und Anpassung ist. All diese schweren Themen, all das transgenerationale Trauma verpackte Alisha in einen unendlich berührenden Roman. Er ließ mich mit Demut für die starken Frauen vor mir zurück, doch auch mit dem Gedanken, dass für sie so vieles unerreichbar war, das für uns heute selbstverständlich scheint. Die Sprache des Buchs war ein Fest: filigran und durchzogen von russischen Worten (am Ende des Buchs findet sich ein Glossar), die nach Heimat klangen; ich wollte mich in sie hineinlegen, trotz aller Schwere, trotz aller Härte. Dieses Buch bedeutet mir die Welt. Danke, danke, danke dafür, @alishagamisch. 5 von 5 ✨ und mein ganzes Herz

  • MarieOn

    5/5

    09.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr fesselnd

    Fürstenfeldbruck 2021 Rina läuft aufgebracht durch die Wohnung, als Valli nach Hause kommt. Rinas Großmutter Lydia sitzt auf dem Sofa und rührt sich nicht. Neben ihr hat Rina ein braunes Kuvert gefunden, daneben ein streichholzkleines Plastiketwas mit einem winzigen Püppchen darin, dass den Daumen in den Mund gesteckt hat. In dem Begleitschreiben steht, dass ein echter Fötus im Alter von zehn Wochen genauso aussehe. Klein, schutzbedürftig und so bedroht wie nie, so schreiben es die Abtreibungsgegner. Valli setzt sich neben Lydia, redet auf sie ein. Sie cremen ihre leblosen Hände mit Calendula ein, wie sie es gern hat, dann die Füße. Sie wissen nicht, was sie sonst machen sollen. Valli holt das rote Fotoalbum, das Lydia so liebt, blättert darin und sagt, was sie sieht. Als Rina auf dem Balkon steht und raucht, geht ein Ruck durch den Großmutterkörper. Kuckuckskind krächzt sie, Parasit! Valli ist erschüttert. Wenn jemand sie jetzt mit einer Nadel pieksen würde, käme kein Blut. Sie weiß, dass sie gemeint ist. Nach allem, was Valli und Lydia zusammen erlebt, die Männer, die sie beerdigt haben. Seit Jahren wohnen sie zusammen, damit Valli sich um Lydia kümmern kann wie die sich einst um Valli und jetzt das. Novosibirsk 1961 Lydia könnte noch schlafen, aber ihr Sashka hat wieder gestunken wie ein Klohäuschen. Nach Mitternacht kam er in die Hütte gepoltert und stank. Boshe moj! Sie waren in der Baracke untergekommen, weil ihr Schwiegervater es angeboten hatte. Dafür musste sie ihm ihren ganzen Lohn aus der Wäscherei geben. Der Alte lässt Sashka und der Jelenatochter alles durchgehen, nur an ihr mäkelt er rum, sie koche zu wenig und kümmere sich nicht genug um Jelena, dabei hat sie selbst ein kleines Mädchen. Fazit: Alisha Gamisch, Lyrikerin und Kuratorin, hat in ihrem Romandebüt eine Familiengeschichte erschaffen, die drei Generationen Frauen umfasst. Da ist die jüngste, die unsichere, ängstliche Rina, die gelernt hat, dass man Männern besser kein Nein entgegensetzt. Valli wurde von Ihren Eltern an Lydias Schwiegervater abgegeben, Vallis Eltern hatten schon sechs hungrige Mäuler zu stopfen. Lydia wurde während des 2. Weltkriegs mit ihrer eigenen Familie aus Odessa vertrieben, kam nach Deutschland, dann nach Polen und wurde dann nach Sibirien deportiert, wo sie ihren Sashka kennenlernte. Sie hatte drei Abtreibungen hinter sich und wäre bei der vierten fast gestorben. Die Autorin hat mich absolut gekonnt in eine kalte, fremde Welt ohne Mitgefühl entführt. Frei von Pathos und mit enormer Ausdrucksstärke erlebe ich die unprätentiöse Lydia, die sich ihrem Schicksal nicht ergibt. Parasiten, das sind die Embryos, die sich ungefragt nach dem Geschlechtsakt einnisten. Es ist erschütternd, wie Frauen weltweit ausgebeutet wurden und werden. Wie sie das Nötigste über ihren Körper wussten, aber die „bedürftigen“ Männer nicht von sich fernhalten konnten. Erschütternd finde ich auch, welchen Leidensdruck Frauen aushielten und aushalten, ohne zu klagen. Mit diesem Mechanismus: Gute Miene zum bösen Spiel machen, sind viele Frauen vertraut. Ein wirklich guter Beitrag zum Thema transgenerative Traumata. Wie Erfahrungen auf die nächsten Generationen übertragen werden. Und noch dazu so fesselnd geschrieben.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    18.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Frauen ihrer Familie sind durch Seile verbunden

    Alisha Gamischs Debütroman „Parasiti“ spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart leben Großmutter Lydia, Enkelin Rina und Tante Valli in Fürstenfeldbruck. Als im Briefkasten ein Brief radikaler Abtreibungsgegner landet, verstummt Oma Lydia urplötzlich. Und Rina beginnt, Fragen über die Vergangenheit zu stellen. Diese möchte Valli lieber nicht beantworten, doch Rina lässt nicht locker. Sie ahnt, dass in ihrer Familiengeschichte einiges im Verborgenen liegt.   In Rückblenden und aus wechselnden Perspektiven erfahren wir nach und nach von Lydias schwerem Leben, in den 1960er Jahren in Sibirien. Als Wolgadeutsche wurde sie während des Zweiten Weltkriegs deportiert und lebt seitdem im eisigen Novosibirsk, in einer Holzbaracke ohne fließendes Wasser und Strom. Sie arbeitet hart als Näherin in einer Fabrik, während ihr Ehemann Sashka die meiste Zeit säuft. Ihrem tyrannischen Schwiegervater muss sie ihren gesamten Lohn abgeben. Neben ihrer kleinen Tochter Lydia lebt auch noch Valli als Ziehkind bei ihnen auf, weil ihre leiblichen Eltern keinen Platz für sie hatten in der Sowjetunion. Lydia wird ungewollt wieder schwanger; es folgt eine Abtreibung, nicht ihre erste, doch danach ist Lydia nicht mehr dieselbe. Verzweifelt versucht sie, ihren Mann nachts von sich fernzuhalten.   „Er jammert, ohne Rücksicht auf die Schlafenden, was er denn noch alles tun solle, eine Arbeit habe er gefunden, in die eiskalte Hölle gehe er für sie, aber sie sei selber eiskalt, lasse ihn leiden und gebe ihm nicht, was ihm zustünde, obwohl er nun drei Monate nur für sie schuften ginge. Sie sei schuld, wenn ihn seine Kollegen einen Brakadel nennen würden, und überhaupt: Sie sei ihm was schuldig!“   Über ein Auffanglager gelangt Lydia in den 1970er Jahren nach Deutschland, ihre Tochter heiratet, bekommt zwei Kinder, Rina (Irina) und Eugen.   Besonders die Frauen der Familie sind stark miteinander verbunden; selbst ihrem Ziehkind bzw. „Kuckuckskind“ Valli, wie Lydia sie manchmal verächtlich nennt, fühlt sie sich nah. „Die Frauen ihrer Familie sind durch Seile verbunden, die sich fest um die Taillen winden und nur bis zu einem gewissen Grad nachgeben. Großtante, Mutter und Schwester haben immer wieder an den Seilen gezogen, bis sie nach Estland kam. Aber weil sie so viel Zeit mit der Jelenatochter verbrachte, hat sich das Seil nicht nur um die winzige Hüfte von Elvira geschlängelt, was aus Lydias Sicht der natürlichen Ordnung entspräche, sondern unerwartet auch mindestens zweimal um die eckige Hüfte der Jelenatochter gewickelt, mit der sie nicht mal richtig verwandt ist.“   Doch die unverarbeiteten Erlebnisse und Traumata der vorherigen Generationen haben sich auch auf Rinas Leben übertragen:   „Rina lernte, dass man zu einem Mann nicht direkt Nein sagt, sondern, dass es andere Wege gibt. Am besten, man drapiert alles um ihn herum so, dass er glaubt, er bekäme, was er will. So wendet man das Schlimmste ab, ohne sich in eine Auseinandersetzung zu begeben. In dieser Fähigkeit wurde sie trainiert – von ihrer Mutter, der Tante und der Oma auf je verschiedene Art und Weise, sodass sie jetzt drei unterschiedliche Strategien hat, direkten Diskussionen mit Männern auszuweichen. Bevor Rina Fra kennenlernte, lag sie oft mit einem Jeweiligen in seinem WG-Zimmer oder Wohnheimbett und nahm wahr, wie der Opageruch aus den Bettlaken kroch. Dann musste sie aufspringen und schnell ihre Sachen zusammensammeln. Wenn der Geruch der Bettlaken frisch war, konnte sie sich in den Gliedmaßen eines Jeweiligen für einen Moment einrichten, sich von aus Filmen abgeschauten Bewegungen leiten lassen, die sich manchmal verselbstständigten. Aber wenn ein Jeweiliger irgendwas viel zu schnell machte oder zu fest, wenn er etwas Falsches sagte, wenn etwas wehtat oder nichts in Rina auslöste, sagte sie nie etwas, ließ den Jeweiligen gewähren, als liefe da ein unabwendbares Ereignis ab, und tat im Zweifelsfall so, als wäre alles großartig.“   Das Ende des Romans ist offen, lässt jedoch hoffen, dass ein Ausbruch aus dem lähmenden Schweigen der russlanddeutschen Vergangenheit möglich ist.   „Parasiti“ ist ein interessanter Familienroman über Herkunft und Migration, generationenübergreifende Traumata, familiäres Schweigen und den harten Kampf um weibliche Selbstbestimmung.     Vielen Dank an den Voland & Quist Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

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