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Band 2839

Woher kommst du? Tagebuch einer Geflüchteten

Aus der Reihe edition suhrkamp
1

19,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.03.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

17,4/10,7/1,2 cm

Gewicht

116 g

Farbe

Rot

Auflage

1 Auflage Deutsche Erstausgabe

Übersetzt von

Ganna-Maria Braungardt

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-12839-8

Beschreibung

Rezension

»Natalja Kljutscharjowa versucht sich im schwierigsten aller literarischen Genres. Sie verfasst den Bericht eines Opfers, ist aber selbst Angehörige der Täternation. ... [Sie] meistert ... ihre Aufgabe glänzend.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Natalja Kljutscharjowa ist eine
ebenso sensible wie reflektierte
Schriftstellerin.« ("Landshuter Zeitung")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.03.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

17,4/10,7/1,2 cm

Gewicht

116 g

Farbe

Rot

Auflage

1 Auflage Deutsche Erstausgabe

Übersetzt von

Ganna-Maria Braungardt

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-12839-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Johanna

    aus München

    5/5

    21.10.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Die russische Schriftstellerin im Exil in Landshut

    „Ich habe keine Heimat, aber eine Muttersprache.“ Die Schriftstellerin Natalja Kljutscharjowa ist 2023 aus Russland geflohen, nachdem sie Opfer einer Denunziation geworden ist. Die „professionelle“ Denunziantin schickt ihr nach der Premiere ihres Theaterstücks den Paragraphen des Gesetzbuchs, gegen den sie verstoßen hat: „Propaganda des Nazismus“. Das Antikriegs-Stück wird nur einmal aufgeführt. Danach bekommt es Kljutscharjowa mit der Angst zu tun. Bekannte verschwinden, werden wegen Gedichten ins Gefängnis geworfen. Dauert es bei ihr Tage, Wochen oder Monate, bis sie verhaftet wird? Ein vertrauter Mitarbeiter bei den „Behörden“ kann es ihr nicht sagen. „Es ist, wie auf einer Mine zu sitzen. Du könntest jeden Moment in die Luft fliegen. Oder auch nie.“ Sie entschließt sich zu gehen und kommt nach Deutschland. Das Schwierigste am Leben in einer Gemeinschaftsunterkunft sei, dass man sich nicht zurückziehen könne. Zum Schreiben setzt sie sich untertags, wenn niemand duscht, in eine leere Duschkabine. Auf ihren Spaziergängen in Landshut, der Stadt, in der sie jetzt lebt, sammelt sie deutsche Wörter am Straßenrand. Die Menschen sind fremd, undurchschaubar. Sie kann ihr Lächeln, ihre Gesten nicht deuten. Sie liest und schaut Nachrichten aus Russland und aus der Ukraine. Gefragt, wo sie herkommt, zögert sie: „[N]icht aus der Ukraine“, sagt sie, wenn ukrainische Frauen in der Nähe sind, oder: „Meine Muttersprache ist Russisch.“ Die Scham, aus Russland zu kommen, ist verbreitet unter den Geflüchteten. Ihre Kinder behaupten in der Schule, aus Kiew zu sein, um nicht angefeindet zu werden. Ein schmerzvoller Rückblick, ein schwieriger Beginn im Land ihres Exils. Kljutscharjowa erzählt in kurzen Schlaglichtern, Geschichten und Gedichten von ihren Träumen, ihren Erfahrungen, den Menschen, denen sie begegnet. Von den Daheimgebliebenen und denen im Gefängnis. Von der Macht und der Ohnmacht. Die Sprache ist ihr Ausdrucksmittel. Das, was sie nicht verloren hat. Ihr Tagebuch ist das Dokument ihrer Trauer und Verunsicherung. Immerhin fühlt sie sich hier sicher vor Verfolgung und immerhin haben die Sukkulenten, die sie im Landshuter Supermarkt aufgelesen hat, auf ihrem Fensterbrett Wurzeln geschlagen. Aus dem Russischen übersetzt von Ganna-Maria Braungardt.

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