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Unter Grund Roman - »Ein herausragender Debütroman.« BR

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

21566

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.04.2026

Verlag

Blessing

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

18,2/11,6/2,5 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Dunkelbraun / Khaki

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-795-2

Beschreibung

Rezension

»Ein herausragender Debütroman. Er überzeugt nicht nur durch sein relevantes Thema, sondern auch durch seine geschickte Konstruktion und seine behutsame, klare Sprache.« ("Bayern2 Buchtipp")
»Wie umgehen mit der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, radikaler Wut und den blinden Flecken der eigenen Familie? Am Ende wird klar: Schweigen hat ein Verfallsdatum.« ("Börsenblatt")
»Ein bemerkenswertes Debüt.« ("Münchner Merkur")
»Liepold schafft es, solche Sätze zu schreiben, die wie ein harter Schlag in die Magengrube sind, poetische Grausigkeit trifft feine Figurenzeichnung.« ("Buchkultur")
»Das Debüt der Saison – Ein starker Roman gegen rechts: Streit um politische Brandmauern? Annegret Liepold erzählt erschreckend nachvollziehbar, wie leicht so ein Brand überspringt.« ("Fränkischer Tag")
»Erschreckend, wie aktuell diese Thematik im Jahr 2025 ist.« ("Vorarlberger Nachrichten")

Produktdetails

Verkaufsrang

21566

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.04.2026

Verlag

Blessing

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

18,2/11,6/2,5 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Dunkelbraun / Khaki

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-795-2

Herstelleradresse

Blessing Karl Verlag
Neumarkter Strasse 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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  • Klaus Effing

    aus Köln

    5/5

    13.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der schleichende Sog in die rechte Szene

    Annegret Liepolds Unter Grund hat mich besonders berührt, weil der Roman zeigt, wie leise und unspektakulär Radikalisierung beginnen kann. Die 256 Seiten entfalten eine Geschichte, die nicht auf Schockeffekte setzt, sondern auf leise Verschiebungen im Denken und Fühlen der Figuren. Gerade deshalb wirkt sie so eindringlich. Im Mittelpunkt steht Franziska („Franka“) Fuchsberger, deren Lebensweg exemplarisch zeigt, wie man in Situationen gerät, die man niemals bewusst gewählt hat. Doch Liepold führt ihre Leserinnen und Leser unglaublich klug und sensibel an diese Materie heran: Sie verurteilt nicht, sie belehrt nicht – sie öffnet Türen und zeigt, wie sehr Verführung und Verführtwerden in der rechten Szene miteinander verwoben sind. Wie zwei kommunizierende Röhren beeinflussen sie sich gegenseitig: Das Anlocken durch Gemeinschaft, Stärke oder einfache Antworten auf der einen Seite, das Hineingleiten aus Unsicherheit, Verletzlichkeit oder Sehnsucht nach Zugehörigkeit auf der anderen. Dieser Blick ohne Polemik, aber mit klarer Haltung, hat mir besonders gefallen. Die Autorin nutzt Zeiten- und Perspektivwechsel, um zu zeigen, wie Frankas Kindheit im Dorf, das Schweigen der Elterngeneration und ihre späteren Erfahrungen als junge Frau zusammenhängen. Diese Sprünge wirken nie abrupt – im Gegenteil: Sie machen sichtbar, wie Vergangenheit und Gegenwart sich gegenseitig erhellen. Der einfach gehaltene Schreibstil verstärkt diesen Effekt, weil er die Figuren nahbar, ihre Entscheidungen nachvollziehbar und ihre Irrwege erschreckend real erscheinen lässt. Was mich beim Lesen besonders beschäftigte, ist der Gedanke, dass Menschen, die in solche Kreise geraten, nicht einfach „verloren“ sind. Der Roman macht deutlich: Wir müssen den von der rechten Szene Verführten den Weg zurück ebnen. Liepold zeigt durch Frankas Geschichte, dass Ausstiegswege möglich sind – aber nur, wenn wir verstehen, wie die Dynamiken funktionieren, die in diese Szenen hineinziehen. Unter Grund ist für mich kein politischer Roman im klassischen Sinn, sondern ein zutiefst menschlicher. Er macht sichtbar, was viele lieber nicht sehen wollen, und tut dies mit einer Feinfühligkeit, die lange nachwirkt. Ein Buch, das hilft zu verstehen – und das damit vielleicht auch hilft, Brücken zu bauen.

  • Bewertung

    5/5

    26.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tolles Debüt

    Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt. Franka (eigentlich Franziska) eine junge Lehramtsreferendarin, kehrt Ende Zwanzig in ihr fränkisches Heimatdorf zurück. Ein Ort mit einem dunklen Familiengeheimnis. Ihre Großmutter, genannt ‚die Fuchsin', hütete stumm Geheimnisse wie schwarze Steine in der Schürze. In Frankas Vergangenheit liegt ein Abschnitt, den sie bislang verdrängt: In den Nullerjahren schloss sie sich einer rechten Szene an, suchte Halt und Zugehörigkeit. Es geht aber weit übers ‚mitlaufen' hinaus. Nun muss sie sich, ausgelöst durch den Besuch eines Prozesstages von B. Zschäpe, den Erinnerungen stellen und Fragen nach Schuld und Verantwortung. Die Autorin zeigt das schleichende Abrutschen eines Teenies auf einem Dorf. Allgemein ist die Atmosphäre des Dorflebens, die Jugendjahre, die Szenen rechte Gruppe, so glaubwürdig erzählt, dass ich hier und da an meine Erfahrungen in den 2000ern gedacht habe. Einzig die häufigen Zeitsprünge, haben mich etwas holprig starten lassen.

  • nad_uebel

    aus Magdeburg

    5/5

    18.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Franka ist Referendarin und…

    Franka ist Referendarin und besucht mit ihrer Klasse einen Verhandlungstag des NSU-Prozesses in München. Aufgrund einer unbedachten Äußerung einer ihrer Schüler, verlässt Franka plötzlich das Gerichtsgebäude und macht sich auf den Weg zurück in ihr Heimatdorf in der fränkischen Provinz, in dem sie seit 10 Jahren nicht mehr war. Franka spürt, dass es Zeit wird, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Franka besucht verschiedene Orte, reist gedanklich in die Vergangenheit zurück. Sie erinnert sich, wie ihr Vater ihr alles über die Natur, die Weyher, die Vögel, beigebracht hat. Schwer wiegt der Verlust ihres Vaters auf ihren Schultern. Auch das Schweigen innerhalb Frankas Familie, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, belastet Franka. Aus Angst vor dem Allein- und Anderssein aber auch aus Langeweile schließt sich Franka Patrick und Janna an. Zu ihnen fühlt sie sich zugehörig, nicht langweilig, sondern cool. Franka verbringt viel Zeit mit ihnen und merkt zu spät, welche Absichten sie verfolgen. Franka will sich nicht eingestehen, wie falsch alles ist und wie tief sie schon mit drin steckt. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Der Schreibstil ist ruhig, aber einnehmend. Ein Buch über Schweigen, Schuld und das Wegschauen, wenn man nicht selbst betroffen ist. Leider zeigt die Geschichte auch, wie aktuell und brisant sie wieder geworden ist. "Ein hochaktuelles Debüt über eine Jugend auf dem Land zwischen der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, radikaler Wut und den blinden Flecken der eigenen Familie." Besser als der Klappentext hätte ich dieses Buch nicht zusammen fassen können. Große Leseempfehlung!

  • Die Geschichtensammlerin

    aus Fulda

    5/5

    13.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Versteckter Schatz - Große Leseempfehlung

    Das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt und zeigt mir die Seiten einer Frau auf, die eigentlich nur dazu gehören wollte. Um nicht alleine zu sein, ist sie in die rechtsextreme Richtung abgedriftet. In dem Buch begleiten wir Franka, die ihre rechtsextreme Vergangenheit in ihrem Heimatdorf verarbeitet und dadurch auch das Schweigen innerhalb der Familie auflöst. Es ist gut zu sehen, dass Franka aus dieser Szene wieder raus gekommen ist. Es zeigt allerdings auch auf, wie schnell man in solche extremen Gefilde abdriften kann und wie auch die Familie dazu nichts positives oder negatives bei steuert.

  • caro_phie

    5/5

    29.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Fuchs geht um!

    Es ist der NSU Prozess, der Franka zurück in ihre Heimat drängt. Sie verlässt das Gerichtsgebäude in München überstürzt, sammelt in der WG das Nötigste ein und steigt ohne ein Wort an ihre Mitbewohnerin in den nächsten Zug nach Franken. Hier kommt sie her. Für diese Gegend spürte sie lange eine tiefe Heimatverbundenheit, insbesondere für die Wälder, in denen sie früher mit ihrem Vater Fische von Weiher zu Weiher gehoben hat. Doch nun war sie seit Jahren nicht mehr hier, hat es gemieden zurückzublicken und auch ihre Familie schweigt beharrlich über das was damals geschehen ist - über Frankas Jugend, in der sie immer weiter in die rechte Szene hineingerutscht ist, und über die Familiengeschichte, die Geschichte von Frankas wortkarger Großmutter - der Fuchsin. Annegret Liepold verwebt Vergangenheit und Gegenwart, mit Schilderungen des NSU Prozesses zu einem großartig komponierten Roman über Schuld. Wo fängt sie an und bei wem? Ab wann tragen junge Menschen Verantwortung für das was sie tun? Und wie hätte man sie davor schützen können? Es sind große Fragen, die der Roman verhandelt. Und trotzdem kommt er ganz leise daher, findet mit wenigen Worten einen Zugang zu diesem leider so aktuellen Thema ohne mit einfachen Antworten aufzuwarten. Er wirft es hinein in eine so bildhaft beschriebene, archaische Landschaft, von der eine unbestimmte Bedrohung auszugehen scheint. Denn wer schon mal da gewesen ist, weiß: Der Fuchs geht um! Eine uneingeschränkte Empfehlung von mir für dieses grandiose Debüt!

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