Eine junge Frau auf der Suche nach Bedeutung: ein Campusroman über akademische Enttäuschungen und romantische Obsessionen.
Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? In ihrem letzten Studienjahr kämpft die Ich-Erzählerin darum, einen Platz in der Welt zu finden. Doch: Weder die Psychologievorlesungen über das Ritual des Geschenkemachens und die Klimakrise noch die weinseligen Treffen der Literary Society oder die obskuren Kunstaustellungen bringen sie weiter auf der Suche nach der großen Erkenntnis, die ihr die Universität versprochen hatte. Auch ihre Abschlussarbeit, für die sie stundenlang Videoaufnahmen von Kleinkindern auswerten muss, erscheint ihr sinnlos. Aufschlussreicher sind da die peinlichen Situationen im Wohnheim. Und die endlosen Gespräche mit Mitbewohner Luke. Vielleicht kann sie mit seiner Hilfe endlich das richtig große Glück finden? .»Richtig großes Glück« ist ein furioses Debüt mit einer ebenso einzigartigen wie unmissverständlichen Stimme und erzählt scharfsinnig, herrlich ironisch und völlig verzweifelt von den universellen Erfahrungen einer Studentin.
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Leider nicht ganz überzeugt
Bewertung am 04.06.2026
Bewertungsnummer: 3157901
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
INHALT
Ein Roman mit wenig eigentlicher Handlung: eine Studentin kurz vor dem Ende ihres Studiums. Ein Mitbewohner, an dem sie interessiert ist (eine wilde Mischung aus freundschaftlichen Gesprächen und Obsession), er aber nicht an ihr. Es geht um die wichtigen Fragen des Lebens: wer bin ich? Was will ich?
„(…) Ich fiel ihm sofort um den Hals. Es war herrlich, jemanden zum Arm, der so groß war, jemanden einzuatmen, bei dem sich mein Gesicht an den Oberkörper schmiegen musste, und zu wissen, dass ich diesen Menschen einatmete, sein T-Shirt, sein Duft, es gab nichts auf der Welt, dass ich lieber eingeatmet hätte. Als die Umarmung vorbei war, boxte ich ihn ganz komisch gegen die Schulter, um ihn von mir weg zu schieben, ich hatte das seltsame Bedürfnis, diese Umarmung mit einem gewaltsamen Akt zu beenden.“ Seite 86
EINDRUCK UND FAZIT
Ein wenig hab ich mich an meine 20iger erinnert gefühlt. Studium, neues Erwachsenenleben, erste Liebe. Aber das wars dann auch schon. Ich glaube, die Autorin wollte viel - aber was genau, weiss ich auch nicht. So richtig passte es für mich nicht. Ich mag Bücher, in denen wenig los ist, aber ich mochte die Protagonistin einfach nicht. Die Buchpost vom @team.bloggerportal war so wundervoll. Im Päckchen war nicht nur das Buch, sondern auch Ufos (die ich als junges Mädchen geliebt habe) und eine wundervolle Anleitung zum lesen des Buches. Danke, für diese Arbeit! Ein klassische coming - of - age Geschichte (die ja in der Regel nicht so meins sind ).
Konnte mich nicht überzeugen
MarieOn am 18.05.2026
Bewertungsnummer: 3141825
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Im ersten Semester des letzten Studienjahres wertet sie Statistiken aus und sitzt stundenlang vor dem Bildschirm, um sich Videos von Kleinkindern anzusehen. Die Studie will beweisen, dass ein Kind, das öfter nach Gegenständen greift, schneller sprechen lernt als die Desinteressierteren. So richtig will sie sich immer noch nicht in das Studium der Psychologie einfinden.
Sie hasst die Literary Society, weil sie sich nicht einbringen kann, obwohl sie gerne genauso eloquent wäre wie ihre Kommiliton*innen, stattdessen trinkt sie stundenlang den billigen Rotwein aus Plastikbechern, bis sie öfter als sonst gegen Tischbeine stößt. Ihre Mitstreiterinnen erzählen schlimme Sachen von Tutoren und sie fragt sich, warum ihr noch nie etwas Ähnliches passiert ist. Sie scheint niemandes Typ zu sein.
In der Gemeinschaftsküche im Wohnheim trifft sie zum ersten Mal auf Luke, der sich ein Curry kocht. Wieder auf ihrem Zimmer schaut sie sich ausgiebig sein Facebook-Profil an. Ein wirklich netter Typ, der überall immer Spaß zu haben scheint und eine Freundin. Und dann sitzt Luke weinend vor ihr, weil seine Freundin ihn verlassen hat und überfordert sie.
Mein Leben lang war ich davon überzeugt, Gefühle seien die Produkte intellektueller Metanarrative, die Menschen um ihr Leben herum konstruieren, um Bedeutung zu erzeugen und das Leben auf ein menschlicheres, edleres Niveau zu heben. S. 36
Fazit: Harriet Armstrong hat in ihrem Debütroman eine namenlose studierende Protagonistin der Generation Z erzeugt, die Schwierigkeiten hat, sich in ihr Leben und die Welt einzubringen. Sie fühlt nichts außer ihre eigene Unzulänglichkeit. Völlig verkopft und verschlossen bleibt sie überall außen vor und dann trifft sie den lässigen Luke und beginnt eine einseitige Obsession. Der Roman wurde im Klappentext als furioses Debüt mit den Worten „scharfsinnig und herrlich ironisch“ verkauft. Das habe ich so leider nicht erlebt. Auf mich traf eine ellenlange Litanei des „Ich bin nichts und kann nichts“ und ich gebe zu, das kann, sofern herrlich literarisch verarbeitet, eine feine Leseerfahrung sein. Hier jedoch traf ich auf eine Atmosphäre, die ich am ehesten J.D. Salingers „Fänger im Roggen“ zuordnen würde, den die Protagonistin auch mehrfach erwähnt. Die Stimmung ist dystopisch und bleibt es bis zum Schluss. Einige Wortwiederholungen wie schlechtes Gewissen (bis Seite 19 schon 6x) zeugen nicht von Qualität. Die Tatsache, dass sie aus ihrem Zimmer rausmusste und es geräumt hat, um einige Seiten später wieder hineinzuspazieren und die Blumen zu gießen, ist nicht stringent. Ein paar Bilder hätten der Geschichte auch guttun können, denn ich hätte gerne erfahren, wie die Protagonistin aussieht. Statt des seichten Innenlebens und der penetranten Selbstzentrierung hätte mich interessiert, wie sie so unfreiwillig exzentrisch werden konnte. Obwohl der Roman augenscheinlich von Presse und Leser*innen „heiß geliebt“ wurde, konnte er mich nicht überzeugen.
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