Die grandiose Fortsetzung von "Das Reich der Rose"
Frankreich 1297. Während der Papst und der französische König einen erbitterten Machtkampf austragen, werden der Ritter Constantin Fleury, die Goliardin Mélisande und der Templer Gérard d’Acre von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt. Feinde Constantins entführen Mélisande und seine schwangere Frau Agnès. Für die beiden Frauen beginnt ein Kampf ums Überleben. Um sie zu retten, muss Constantin sich hoch verschulden. Sein Freund Gérard, der sich auf einer heiklen Mission für den Templerorden befindet, hilft ihm, das Lösegeld nach Flandern zu bringen. Die rebellische Grafschaft taumelt am Rande eines Krieges, der Kronvasall Constantin gilt den Aufständischen als Todfeind. Auf der gefahrvollen Reise wird Gérard zudem mit alten Sünden konfrontiert und droht, an seiner Schuld zu zerbrechen …
Kundinnen und Kunden meinen
2.7/5.0
LizzyCurse
Thalia Book Circle Community
3/5
27.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Thema fantastisch, Figuren zum durchschütteln
Das war mal wieder ein Mittelalterschmöker, der mir ein Stück (Templer)Geschichte näher gebracht hat. Die handelnden Figuren hingegen hätte ich im Gegensatz zum ersten Band, in dem ich sie noch sehr gemocht habe, fast allesamt schütteln können.
Im ersten Band „Das Reich der Rose“ hat sich der Ritter Constantin Fleury erbitterte Feinde gemacht, die jetzt Rache üben wollen. Gemeinsam entführen sie seine Familie und die Goliardin Mélisande. Für die beiden Frauen beginnt ein Kampf ums Überleben, während Constantin durch ein von Krieg zerrüttetes Frankreich jagt um das Lösegeld aufzutreiben und seine Familie zu retten. Dabei steht ihm der Templer Gérard d‘Acre zur Seite. Constantins anderer Freund bei den Templern, Musa, hat sein ganz eigenes Abenteuer zu bestehen.
Um es vorweg zu nehmen: Leider kam der zweite Band bei mir lange nicht so gut an wie der erste, der mich sehr begeistert hat.
Daniel Wolf schafft es jedoch wie in all seinen Büchern mich restlos mit der Geschichte des Mittelalters zu begeistern. Ganz egal welche Episode er sich herauspickt um sie in seinen Geschichten zu verweben. Diesmal war es der spannende Konflikt zwischen dem französischen König und dem Papst und die kriegerische Auseinandersetzung mit Flandern. Auch der Zustand des Templerordens gegen Ende des 13. Jahrhunderts und die aufkommende Unzufriedenheit mit dem reichen Orden wird thematisiert. Reichlich spannender Stoff folglich, in dem Daniel Wolf seine Geschichte einbetten kann.
Ich mag Daniel Wolfs Romane eigentlich sehr gerne, allen voran seine Figuren, die ich in den vorhergehenden Romanen immer als Personen wahrgenommen habe, die erst denken und dann handeln. Für mich, als Mensch, der sehr an den Charakteren einer Geschichte hängt, steht und fällt das Buch mit ihnen für mich. Im zweiten Band hatte ich mich auf ein Wiedersehen mit Constantin, Mélisande und den Gérard gefreut. Doch anstatt mich mit ihnen von einem Abenteuer ins nächste zu stürzen, traf ich auf eifersüchtige Frauen und Szenen, die auf mich inszeniert wirken, um dem Buch mehr Spannung zu verleihen. Wenn Mélisande und Constantins Frau von Constantins Erzfeinden verschleppt werden, dann würde ich an ihrer Stelle erst zusammen halten bis die Gefahr ausgestanden ist und mich dann um die Streitigkeiten und Eifersüchteleien zwischen ihnen kümmern. So ist die Geschichte einen Weg gegangen, in dem lange Zeit kaum Kommunikation zwischen den beiden Frauen stattfand und die Feinde schalten und walten konnten wie sie wollten. Genauso eine Misskommunikation fand zwischen Constantin und Gérard statt. Ganz ehrlich? Ich hätte ihnen allen einfach mal den Kopf waschen können.
Der Erzählstrang, der mich am meisten gefesselt hat, war der von Musa, der einen alten Feind verfolgt und dabei in Gefahr gerät.
Generell hatte ich das Gefühl, dass in diesem Band die Weichen gestellt werden für den dritten Band. Nichtsdestotrotz - ich habe viele Abenteuer mit Constantin und seinen Freunden in dem Buch bestanden und hoffe einfach, dass die Figuren im nächsten Band ein bisschen dazu gelernt haben und ihre Zwistigkeiten lieber bei einem ehrlichen Gespräch und einem Humpen Bier klären. In „Der Thron der Lilie“ haben die ständigen Missverständnisse und Streitereien der Figuren die eigentlich spannenden Abenteuer und das atmosphärische Stück Geschichte, das hier behandelt wird, überlagert.
Bewertung
3/5
16.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nette Geschichte, aber nicht ganz überzeugend
Als Daniel Wolf Fan habe ich bisher alle Bücher genossen! Das neueste Buch von Daniel Wolf ist gut zu lesen, kommt aber leider nicht an seine anderen Werke heran.
Ich bin von der Story und dem Schreibstil nicht enttäuscht, aber auch nicht so begeistert als dass ich das Buch verschenken würde.
Michael Sterzik
aus Wallenhorst
2/5
05.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ritter in Guten und in Schlechten Zeiten
Die Tempelritter – kaum ein anderer Orden umgibt eine derartige Aura aus Mythen, Legenden und dem ewigen Flüstern um den Heiligen Gral. Diese elitären Gotteskrieger, die einst als Beschützer von Pilgern begannen und zu den mächtigsten Finanziers Europas aufstiegen, bieten eine faszinierende kulturhistorische und machtpolitische Bühne. Sie waren Männer, die vor ihrer Vergangenheit flohen, gesellschaftliche Ausgestoßene oder tief Gläubige auf der Suche nach Sühne. Doch wer hofft, in Daniel Wolfs zweitem Band „Der Thron und die Lilie“ in diese komplexen historischen Untiefen einzutauchen, wird bitter enttäuscht.
Ein vielversprechendes Setting verkommt zur Seifenoper
Wir schreiben das Jahr 1297. Frankreich ist ein Pulverfass. Während der Papst und König Philipp der Schöne einen erbitterten Kampf um die Vormachtstellung austragen und die Grafschaft Flandern am Rande eines blutigen Aufstands taumelt, werden Constantin Fleury und der Templer Gérard d’Acre von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt.
Als Constantins schwangere Frau Agnès und die Goliardin Mélisande aus Rache entführt werden, beginnt ein verzweifelter Kampf um Lösegeld und Überleben, der die Protagonisten tief ins unruhige Flandern führt. Was auf dem Papier nach einem hochspannenden, politisch aufgeladenen Thriller im Mittelalter klingt, entpuppt sich in der Umsetzung leider als erzählerischer Offenbarungseid.
Schwächen, die das Lesevergnügen trüben
Im direkten Vergleich zum starken Auftakt der Trilogie fällt dieser zweite Band dramatisch ab. Die Gründe dafür sind ebenso vielschichtig wie ärgerlich:
• Vorhersehbarkeit statt Raffinesse: Die gesamte Handlungsachse rund um die Entführung ist von einer geradezu schmerzhaften Banalität. Die Storyline reiht ein Klischee an das nächste, sodass man als geübter Leser bereits nach wenigen Seiten das Ende sämtlicher Erzählstränge präzise vorhersagen kann. Echte Spannung? Fehlanzeige.
• Anstrengende Charakterdynamiken: Die Interaktion der beiden entführten Frauen wird auf ein unerträgliches Maß an "Zickenterror" reduziert. Das ständige, künstlich aufgebauschte Angiften in den Dialogen wird derart auf die Spitze getrieben, dass man bald jegliches Interesse an ihrem Schicksal verliert.
• Forcierte Modernität: Die Integration eines Coming-outs bei einer der weiblichen Figuren ist ein perfektes Beispiel für gut gemeint, aber schlecht gemacht. Grundsätzlich wäre dies ein mutiger und gesellschaftlich spannender Aspekt in einem historischen Roman. Hier wirkt die gesamte Konstruktion jedoch ausnahmslos bemüht, künstlich aufgesetzt und verfehlt jegliche emotionale Wirkung.
• Das historische Vakuum: Dies ist das größte Manko des Romans. Die weitreichenden politischen Auseinandersetzungen, die komplexen Spannungen in Flandern, das geopolitische Schachspiel des französischen Königs und die Identitätskrise der Tempelritter nach dem Verlust des Heiligen Landes – all diese faszinierenden Themen des Zeitgeschehens werden nur extrem oberflächlich angerissen.
Fazit
„Der Thron und die Lilie“ ist ein historischer Roman, der seine eigene Historie vergisst. Statt die komplexen politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen des späten 13. Jahrhunderts auszuloten, liefert das Buch lediglich eine seichte, langatmige Rachegeschichte vor historischer Kulisse. Für Leser, die Tiefgang, durchdachte Dialoge und ein authentisches Gefühl für die Epoche suchen, ist dieser Band leider verschwendete Lebenszeit.
Michael Sterzik
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