Diese Hühner scheuchen die Hausgemeinschaft auf - und bringen sie dabei enger zusammen
Bisher sind sich die Nachbarinnen und Nachbarn im Steinbrucher Weg 13 aus dem Weg gegangen und haben kaum ein Wort miteinander gewechselt. Typisch Großstadt eben. Doch als Ceyda und Janina auf einem Dorffest zwei Hennen gewinnen, zieht mit der vorlauten Bertha und der zurückhaltenden Simone ganz viel Leben in ein großes Gehege im Garten ein. Plötzlich haben die Bewohner:innen des Mehrfamilienhauses nicht nur ein Gesprächsthema - schnell werden die gefiederten Haustiere zu einem echten Gemeinschaftsprojekt! Doch nicht alle in der Nachbarschaft sind mit den tierischen Neuzugängen einverstanden ...
Ein warmherziger Roman über Freundschaft, Zusammenhalt und die Frage, wie ein paar freche Hühner ein ganzes Haus verändern können.
Weitere tierisch tolle Bücher von Dana Lukas:
Weihnachtszauber mit Alpakas Eichhörnchenglück Weihnachtschaos auf vier Hufen
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Wohlfühlgeschichte, warmherzig erzählt, wenn auch ein wenig zu heile Welt
Renas Wortwelt am 01.05.2026
Bewertungsnummer: 3125631
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Romane, deren Handlung sich mittelbar um Tiere dreht, sind momentan zahlreich zu finden. Was kein Nachteil sein muss, machen sie doch meist recht viel Spaß und erzählen nette und oft humorvolle Geschichten.
So auch der neue Roman von Dana Lukas, deren voriges Buch sich mit Eichhörnchen befasste. Diesmal stehen Hühner im Mittelpunkt, die eine der Protagonistinnen auf einem Dorffest gewinnt. Sehr zum Entsetzen ihrer Lebenspartnerin Janina will Ceyla die beiden sehr hübschen Tiere tatsächlich behalten und für sie im winzigen Hofanteil, den sie in dem von ihnen bewohnten Mietshaus mitbenutzen dürfen, einen komfortablen Unterschlupf bauen.
Ceyla beginnt sich immer mehr mit Hühnern und ihrer fachfraulichen Haltung zu beschäftigen, während Janina sich auf ihr Studium zu konzentrieren versucht. Die beiden Hühner, die die Namen Simone (nach Simone de Beauvoir) und Frau von Suttner erhalten, wecken schließlich auch die Neugier der anderen Hausbewohner.
Da sind zum einen die alleinerziehende Yasmin und ihr kleiner Sohn Basti, der ab sofort am liebsten „Hühner-TV“ schaut, da ist Jette, die einsame alte Dame vermisst ihre Tochter und Enkelkinder, die auf der anderen Seite des Erdballs leben. Und da ist Juri, der im Dachgeschoss wohnt, nie vor die Tür geht und jeden Kontakt zu anderen Menschen meidet.
Nach und nach, wie nicht anders zu erwarten, treten die sich bislang aus dem Weg gegangenen Mieter in Kontakt zueinander, legen ihre Zurückhaltungen auf, beginnen sich zu helfen und aneinander Anteil zu nehmen. So wird der schüchterne Basti aufgeweckter, Yasmin findet mehr Zeit für ihre berufliche Tätigkeit und Jette lernt, per Videochat mit ihrer Familie zu telefonieren, wo sie den Enkeltöchtern eifrig von den Hühnern berichtet.
Letzteres ist für mich das Unglaubwürdigste an der Geschichte, dass sich zwei halbwüchsige Mädchen in Australien derart für Hühner in Düsseldorf interessieren, also das erschien mir ein bisschen arg an den Haaren herbeigezogen. Alles andere, so sehr es eine heile Welt beschreibt, ist so charmant, temporeich und humorvoll erzählt, dass der Roman absolut viel Spaß bereitet.
Die Figuren mögen nicht besonders außergewöhnlich sein, sind jedoch mit Empathie, Verständnis und manchem Augenzwinkern dargestellt, so dass man sie einfach mögen muss.
Ein Wohlfühlroman, der ganz nebenbei auch ein bisschen Lust machen könnte, selbst in die Hühnerhaltung einzusteigen. Und Vorfreude weckt auf weitere Werke von Dana Lukas.
Dana Lukas - Ein Huhn kommt selten allein
Piper, April 2026
Taschenbuch, 345 Seiten, 13,00 €
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