Fürs Lernen im Beruf brauchen Sie einen Plan: Ihren eigenen!
Wir haben das berufliche Lernen delegiert. Im Sinne einer Arbeitsteilung übernehmen institutionelle Einrichtungen wie Berufsschulen und Universitäten, Trainingsakademien oder Personalentwicklungsabteilungen die professionelle Wissensvermittlung. Sie sind damit neben dem Wie vor allem auch für das Was der beruflichen Weiterbildung verantwortlich. Diese Art der Arbeitsteilung hatte ihre Berechtigung in einem ruhigen Umfeld. Doch die Arbeitswelt ist volatil geworden und benötigt dafür ein anderes Lernen: Mit bedarfsabhängiger und schneller Wissensaneignung, mit hochspezifischen Lerninhalten und dem zügigen Transfer von neuem Wissen in anwendbares Können. Diesen Herausforderungen können wir nur begegnen, wenn wir das Lernen wieder als unser Lernen begreifen. Wenn wir unsere beruflichen Anforderungen erkennen und daraus eigene Lernpfade ableiten. Wir also selbst die Verantwortung für unser Lernen übernehmen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Olten
5/5
07.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Wegweiser für selbstbestimmtes Lernen
In einer sich rasant verändernden Arbeitswelt stößt die traditionelle, formelle Wissensvermittlung zunehmend an ihre Grenzen. Das vorliegende Werk setzt genau an diesem kritischen Punkt an und plädiert für ein Umdenken. Holger Regber zeigt auf, dass der Fokus des formellen Lernens meist auf der Vergangenheit liegt – auf bewährten Konzepten und starren Lehrplänen. Was jedoch in der Vergangenheit funktionierte, garantiert in einer dynamischen Zukunft keinen Erfolg mehr. Das Buch fordert daher einen fundamentalen Perspektivenwechsel: Weg von der reinen Konsumation von Wissen, hin zu einer aktiven, eigenständigen und lebenslangen Lernbiografie.
Ein besonderes Verdienst des Werkes liegt in der Auseinandersetzung mit dem informellen Lernen. Während dieses in der Praxis oft zufällig, unstrukturiert und bruchstückhaft geschieht, zeigt der Autor konkrete und nachvollziehbare Wege auf, wie die eigene Entwicklung systematisiert werden kann. Lebenslanges Lernen darf kein bloßes Schlagwort bleiben; es muss tief im Alltag verankert werden. Um den heutigen und zukünftigen beruflichen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Lernende selbst die volle Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen. Die im Buch enthaltenen, anschaulichen Abbildungen erleichtern dabei den Einstieg in die Thematik erheblich und unterstützen die Leserschaft effektiv dabei, den ganz persönlichen Lernweg zu finden und bisherige Denkmuster kritisch zu hinterfragen.
„Wer aufhört zu hinterfragen, hört auf zu lernen. Die Zukunft verlangt nicht das Verwalten von vergangenem Wissen, sondern die systematische Gestaltung des informellen, alltäglichen Lernpfads.“
Inhaltlich baut das Werk auf der bekannten „4K-Philosophie“ auf, welche die Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert definiert: Kollaboration, Kreativität, kritisches Denken, Kompetenz und Kommunikation. Das Buch belässt es jedoch nicht bei diesem etablierten Standard, sondern erweitert das Modell um zukunftsweisende Erfolgsfaktoren.
Der Autor ergänzt Neugier als inhärenten Antrieb, Mustererkennung zur Bewältigung von Informationsfluten, systematisches Denken für das Verständnis komplexer Zusammenhänge sowie die Fähigkeit zum Handeln unter Unsicherheit. Diese erweiterten Faktoren bilden das Fundament, um fortwährendes, selbstbestimmtes Lernen in einer unvorhersehbaren Umwelt tragfähig zu machen.
Das Werk richtet sich nicht nur an die Lernenden selbst, sondern nimmt auch die Bildungsinstitutionen und Lehrpersonen in die Pflicht. Es fordert und beschreibt eine tiefgreifende Transformation der pädagogischen Rolle: Weg vom klassischen „Wissenspräsentator“, der starre Inhalte vermittelt, hin zum agilen „Lernbegleiter“, der Räume öffnet, Prozesse moderiert und zur Selbsthilfe anleitet.
Fazit
Dieses Buch ist ein inspirierender und zugleich praktischer Leitfaden für die Bildungsrevolte im Kleinen wie im Großen. Durch die gelungene Verknüpfung von theoretischer Erweiterung (wie den neuen Erfolgsfaktoren) und visuellen Orientierungshilfen bietet es einen echten Mehrwert. Das Werk kann daher nicht nur Lernenden, die ihre eigene Entwicklung proaktiv in die Hand nehmen wollen, sondern auch Lehrenden, die ihre Rolle zeitgemäß neu definieren möchten, wärmstens ans Herz gelegt werden.
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