WENN ALLES KÄSE IST, VERKAUFST DU AM BESTEN SELBST WELCHEN.Sarah hat Appetit – auf gutes Essen, aber vor allem auf ein Abenteuer. Darum kündigt die erfolgreiche Werbetexterin ihren Agenturjob in Wien und heuert als Praktikantin bei den Schweizer Käsemachern von JUMI an. Die schicken sie schnurstracks nach London, wo sie ihre ausgefallenen Kreationen unters Volk bringen soll. Für Sarah heißt das: raus aus der Komfortzone, rein in meditative Reifekeller, auf legendäre Märkte und in die Küchen der besten Restaurants der Stadt.Eine unterhaltsame Geschichte über die Suche nach dem guten Leben, den Mut zum Neuanfang und Freundschaften ohne Ablaufdatum.
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17.12.2025
Buch (Taschenbuch)
„Du wärst ja blöd, wenn du das nicht liest.“
„Du wärst ja blöd, wenn du das nicht liest.“ Damit greife ich den wunderbaren, ja fast beiläufigen Einstieg in Sarah Satts autobiografischer Erzählung über einen beruflichen Neuanfang auf, der sie mitten hineinführt in das „Jumiversum“ des Schweizer Käseherstellers JUMI. Doch dieses Buch ist mehr als die Geschichte eines Praktikums. Es ist ein lebendiger, klug erzählter Einblick in die Welt des handwerklichen Käses – und in das, was passiert, wenn man den Mut hat, vertraute Bahnen zu verlassen.
Das Buch richtet sich an all jene, die spüren, dass es im Arbeitsleben manchmal eines Richtungswechsels bedarf. An Leserinnen und Leser, die neugierig sind auf das, was jenseits klassischer Karrierepfade liegt – ebenso wie an jene, die einmal hinter die Fassaden der Käsetheken auf Märkten und in Delikatessengeschäften blicken möchten, hinein in den echten Alltag des Käsehandwerks mit all seinen Facetten.
Sarah Satts Geschichte: Kurz vor dem Burn-out verlässt die Autorin ihre Anstellung in einer Werbeagentur und beginnt ein viermonatiges Praktikum bei JUMI. Was folgt, ist eine dichte, oft sehr humorvolle Abfolge von Lernen und Beobachten, Ausprobieren und Hinspüren: Besuche in Käsereien, Marktverkäufe bei Wind und Wetter, das Kalkulieren von Käsebuffets, professionelle Verkostungen – und schließlich der Schritt nach London, wo Schweizer Käse auf Märkten, in renommierten Käsegeschäften, Restaurants und Luxushotels präsentiert und verkauft wird.
Sarah Satts humorvollen, nahbaren und immer wieder überraschend allegorischen Schreibstil habe ich als besonders gelungen empfunden. Vergleiche wie: „Ohne fahrbaren Untersatz Käse auszuliefern ist wie einen Truthahn ohne Messer zu tranchieren. Es geht, aber es ist dumm. Und es macht vor allem keinen Spaß.“ haben mir beim Lesen immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Ihr Ton ist leicht und selbstironisch, getragen von einem feinen Gespür für die kleinen Missverständnisse des Alltags – von sprachlichen Stolpersteinen im Berner Deutsch bis hin zu charmanten Fettnäpfchen, eigenen wie auch jenen der Kolleginnen und Kollegen.
Über den Käse hinaus erzählt das Buch vom Slow-Food-Gedanken, vom Leben in einer WG, von einem familiär geführten Unternehmen – und nicht zuletzt von der Frage nach Sinn, Tempo und Genuss im eigenen Leben. Who the f** is Heidi?* macht Lust auf Käse, vermittelt Wissen und erinnert daran, dass es neben der Hektik auch eine Zeit des Innehaltens gibt.
Empfehlenswert für Käsefans – und für alle, die sich selbst gerade an einem persönlichen und beruflichen Wendepunkt befinden.
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