Produktbild: Unter Dojczen

Unter Dojczen Roman. »Ein eindringliches, einfühlsames Buch in wunderbar klarer Sprache.« Welt am Sonntag

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.03.2026

Verlag

Kjona Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19,1/12/2,1 cm

Gewicht

230 g

Farbe

Mauve

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-910372-73-3

Beschreibung

Rezension

»Eine Geschichte über Fürsorge, Ausbeutung und Selbstbehauptung, und über zwei Frauen, die tiefe Freundschaft finden, wo sie es nicht erwartet hätten. Fein und eindringlich erzählt – wie Musik, die uns nicht mehr aus dem Kopf geht.« Kristine Bilkau
»Kenntnisreich und zuweilen spöttisch erzählt Mia Raben vom Kampf um Geld und Würde einer Altenpflegerin […]« Brigitte

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.03.2026

Verlag

Kjona Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19,1/12/2,1 cm

Gewicht

230 g

Farbe

Mauve

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-910372-73-3

Herstelleradresse

Kjona Verlag
Zweibrückenstraße 3
80331 München
DE

Email: hello@kjona.eco

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  • Bewertung

    aus Freiberg

    5/5

    04.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So viele ausgebrannte Frauen ...

    „Unter Dojczen“ von Mia Raben ist ein sehr einfühlsames Buch mit einem wirklich wichtigen und gleichzeitig so „alltäglichen“ Thema. Erzählt wird die Geschichte der etwa fünfzigjährigen Polin Jola, die seit vielen Jahren als Pflegekraft in Deutschland arbeitet. Nach ihrem letzten Einsatz war sie völlig ausgebrannt und musste sich erholen. Nun geht es wieder zum nächsten Einsatz. Dieses Mal im schicken Hamburg, bei der wohlhabenden Familie von Klewen. Zwischen Jola und ihrer „Seniorki“ Uschi entwickelt sich mit der Zeit eine freundschaftliche Beziehung. Auch das Arbeitsverhältnis ist unerwartet gut, und zum ersten Mal schöpft Jola Hoffnung, dass sie wieder Kontakt zu ihrer inzwischen erwachsenen Tochter aufnehmen könnte. Wird eine Versöhnung gelingen? Es gab gegen Ende einen Wendepunkt – hier hätte sich die Geschichte auch in eine andere Richtung entwickeln können. Mia Raben hat sich für eine optimistischere Richtung entschieden. Ich fand das gut. Die Realität mag (leider!) größtenteils für die vielen ausländischen Pflegekräfte noch anders aussehen, aber ein bisschen Hoffnung können wir hier brauchen. Sowohl der Schreibstil auch die berührende Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Ganz klare Leseempfehlung von mir! „Wenigstens Zigaretten waren in Polen noch billiger als in Deutschland. Und Menschen natürlich. Jola war zu alt für Illusionen. Das war der einzige Grund, warum sie hier erwünscht war: Sie war ein beliebtes, weil billiges Importprodukt. Wer würde dazu schon Nein sagen?“ "Vorauseilen. Gehorchen. Dienen. Erfüllen. Befriedigen. So hatte sie aktiv ihr Leben verkürzt. Sie hatte darüber einen Artikel gelesen. Pflegekräfte in der mitleidsfalle. Das was sie! Eine wie sie verlor ständig Lebensjahre. Wurden einfach hinten abgeschnitten wie ein Zopf." "Ja, sie putzte immer noch ständig hinter sich her. Sie hinterließ nicht gern Spuren. Spuren waren ihr in der Vergangenheit immer wieder zum Vorwurf gemacht worden. Spuren boten Angriffsfläche. Wie oft war sie dafür kritisiert oder sogar angeschrien worden, irgendwelche Spuren hinterlassen zu haben!" "Während der ersten Sitzungen hörte sie nur zu. Wie viele Frauen da waren, die an den unterschiedlichsten Orten gedient hatten, in Mistelgau, Königstein, Oberbetten, Mulmigen, Dörzbach und Eschwege, in Eystrup, Clenze und Wustrow. Als ihr das klar wurde, wie viele sie waren, was sie fassungslos. So viele ausgebrannte Frauen!"

  • CK

    aus Raum Stuttgart

    5/5

    04.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So viele ausgebrannte Frauen…

    So viele ausgebrannte Frauen ... „Unter Dojczen“ von Mia Raben ist ein sehr einfühlsames Buch mit einem wirklich wichtigen und gleichzeitig so „alltäglichen“ Thema. Erzählt wird die Geschichte der etwa fünfzigjährigen Polin Jola, die seit vielen Jahren als Pflegekraft in Deutschland arbeitet. Nach ihrem letzten Einsatz war sie völlig ausgebrannt und musste sich erholen. Nun geht es wieder zum nächsten Einsatz. Dieses Mal im schicken Hamburg, bei der wohlhabenden Familie von Klewen. Zwischen Jola und ihrer „Seniorki“ Uschi entwickelt sich mit der Zeit eine freundschaftliche Beziehung. Auch das Arbeitsverhältnis ist unerwartet gut, und zum ersten Mal schöpft Jola Hoffnung, dass sie wieder Kontakt zu ihrer inzwischen erwachsenen Tochter aufnehmen könnte. Wird eine Versöhnung gelingen? Es gab gegen Ende einen Wendepunkt – hier hätte sich die Geschichte auch in eine andere Richtung entwickeln können. Mia Raben hat sich für eine optimistischere Richtung entschieden. Ich fand das gut. Die Realität mag (leider!) größtenteils für die vielen ausländischen Pflegekräfte noch anders aussehen, aber ein bisschen Hoffnung können wir hier brauchen. Sowohl der Schreibstil auch die berührende Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Ganz klare Leseempfehlung von mir! „Wenigstens Zigaretten waren in Polen noch billiger als in Deutschland. Und Menschen natürlich. Jola war zu alt für Illusionen. Das war der einzige Grund, warum sie hier erwünscht war: Sie war ein beliebtes, weil billiges Importprodukt. Wer würde dazu schon Nein sagen?“ "Vorauseilen. Gehorchen. Dienen. Erfüllen. Befriedigen. So hatte sie aktiv ihr Leben verkürzt. Sie hatte darüber einen Artikel gelesen. Pflegekräfte in der mitleidsfalle. Das was sie! Eine wie sie verlor ständig Lebensjahre. Wurden einfach hinten abgeschnitten wie ein Zopf." "Ja, sie putzte immer noch ständig hinter sich her. Sie hinterließ nicht gern Spuren. Spuren waren ihr in der Vergangenheit immer wieder zum Vorwurf gemacht worden. Spuren boten Angriffsfläche. Wie oft war sie dafür kritisiert oder sogar angeschrien worden, irgendwelche Spuren hinterlassen zu haben!" "Während der ersten Sitzungen hörte sie nur zu. Wie viele Frauen da waren, die an den unterschiedlichsten Orten gedient hatten, in Mistelgau, Königstein, Oberbetten, Mulmigen, Dörzbach und Eschwege, in Eystrup, Clenze und Wustrow. Als ihr das klar wurde, wie viele sie waren, was sie fassungslos. So viele ausgebrannte Frauen!"

  • moneslesecouch

    5/5

    30.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Menschenwürdiger Umgang

    Jola fährt einmal mehr von ihrer polnischen Heimat nach Deutschland, um eine neue Stelle als Pflegekraft anzutreten. Nach ihren letzten Erfahrungen kann und will sie eigentlich nicht mehr weitermachen. Doch dieses Mal landet sie in einer Hamburger Arztfamilie bei „Uschi“, der Matriarchin der Familie. Schon die Begrüßung durch deren Tochter fällt anders aus als sie es bislang erlebt hat. Sie wird als Person wahrgenommen und respektiert. Und ganz langsam beginnt sie - auch durch ihre Anpassungsfähigkeit - sich mit der mitunter nicht ganz einfachen Uschi anzufreunden. Es gibt Höhen und Tiefen im täglichen Miteinander und die beiden erleben einiges zusammen, doch letztlich steht auch Uschi hinter Jola. So gelingt es Jola, langsam wieder zu sich zu finden, Kraft zu tanken und vertraut Uschi sogar ihr großes Geheimnis und den Grund ihrer Arbeit als Pflegekraft fern der Heimat an. Ein Buch, das in sehr klarer und kraftvoller Sprache den Alltag von Pflegekräften und auch der Pflegebedürftigen beschreibt. Hier treten menschliche Schicksale in den Vordergrund und auch Abgründe im Umgang mit Menschen, die in einem völlig fremden Land Arbeit verrichten, für die es in unserem Land einfach nicht genügend „Menschen“ gibt, werden benannt. Ein Buch, das Augen öffnet, das aber auch klar mit dem Finger auf Missstände zeigt und über all dem eine Zartheit und Hoffnung auf einen menschenwürdigen Umgang miteinander schwebt. Ein Buch, das zeigt, wie es für beide Seiten funkionieren kann. Natürlich ist es ein fiktiver Roman, in dem letztlich über der Handlung stets Empathie und Hoffnung liegen, der aber ohne Kitsch daherkommt und ihn somit für mich zu einer klaren Lesempfehlung macht. Für alle, die sich mit dem Thema der häuslichen Pflege beschäftigen wollen oder müssen oder die gerne einen richtig gut geschriebenen Roman in sehr hochwertiger Aufmachung lesen mögen.

  • Bewertung

    aus Leipzig

    5/5

    27.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unter Deutschen

    Unter Deutschen Wir begleiten die Polin Jola auf ihrem Weg in eine Familie, in der sie eine ältere Dame pflegen soll. Gefahren in einem Minibus mit vielen anderen Gastarbeitern. Schon viele Familien hat sie als Altenpflegerin begleitet und war nicht immer gern gesehen. Doch jetzt soll sich das ändern. Denn sie soll Ursula »Uschi« von Klewen, Matriarchin einer Hamburger Arztfamilie, pflegen. Auch wenn Uschi zu Beginn niemanden an sich ranlassen möchte, schafft Jola es, einen Weg zu finden, bei dem sich beide öffnen können. Sie reden viel miteinander. Über die Vergangenheit, die Gegenwart und auch die Zukunft. So erfährt auch der Leser viel über Jolas Vergangenheit. Und diese war nicht immer rosig. Oft wollte ich sie einfach in den Arm nehmen und ihr sagen, dass irgendwann alles gut werden wird. Vieles von den Arbeitsbedingungen - die eben wirklich vorherrschen, und nicht nur für das Buch beschrieben wurden - war furchtbar zu lesen und zu verstehen, dass außerhalb der eigenen, kleinen privilegierten Welt noch andere Zustände herrschen. Ich selbst bin an der deutsch-polnischen Grenze aufgewachsen und daher hat mich das Buch sehr interessiert. Zwei Länder direkt aneinander- und doch herrscht so viel Unterschied. Die Autorin Mia Raben hat es geschafft, mich damit auseinanderzusetzen und schon bei so kleinen Dingen anfangen, wie einen Namen korrekt auszusprechen. Die Recherche rund um das Thema muss ziemlich aufreibend gewesen sein, wenn man all diese unglaublichen Geschichten zu hören bekommt. Doch hat es sich in meinen Augen gelohnt. Denn das Buch ist sehr gut und einfühlsam geschrieben. Es lässt einen in die Welt von Jola eintauchen und man bekommt die Augen geöffnet für ein Thema, das an einem selbst bisher vorbeigegangen ist. Vielen Dank für dieses tolle Buch. Ich hoffe sehr, dass bald etwas Neues von ihr veröffentlicht wird.

  • Buch_im_Koffer

    aus Münster

    5/5

    24.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Warmherziger Roman zu schwerem Thema

    Jola (mit kurzem o wie in Lolli) ist Anfang 50. Über eine polnische Agentur arbeitet sie seit 12 Jahren als betrojerinki für deutsche seniorki. In den meisten Fällen ein „Knochenjob“, in dem die Agentur viel verdient und Jola für das wenige Geld sehr hart arbeiten muss, mal gut behandelt, mal ausgebeutet wird. Als Jola nach einem Zusammenbruch als Betreuerin zu Ursula, genannt Uschi, kommt, wendet sich das Blatt überraschend. Die alte Dame und auch ihre Familie begegnen ihr mit Respekt und Wertschätzung und zwischen den beiden Frauen entwickelt sich nach und nach ein Gefühl von Zuneigung, Freundschaft, Vertrauen. Sehr begeistert bin ich von den starken Figuren in diesem Roman, die sich alle – gewollt wie ungewollt, bewusst wie unbewusst – gegenseitig so viel Kraft, Unterstützung, Güte und Wohlwollen zuteil werden lassen. Die das Leben nehmen wie es kommt aber doch immer wieder positiv, resolut und voller Zuversicht in die Zukunft blicken. Das Vergangene als Status akzeptieren und für die Gegenwart in etwas „Formbares“, Hoffnungsvolles wenden. Egal, ob es da um Jola und Magda, Uschi und Bea oder jede einzeln betrachtet geht. Dabei schafft es die Autorin, jede Figur sehr authentisch, ehrlich und verletzlich zu zeichnen, ohne Stereotype zu bedienen. Geschickt flicht sie kulturelle, geschichtliche und gesellschaftliche, deutsche wie polnische Themen ein, ohne in die Tiefe zu gehen oder zu bewerten. So lässt sie der Leserin viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Ein warmherziger Roman, der trotz des schwierigen Settings der Protagonistin sehr ans Herz geht und einen tiefen, zufriedenen Seufzer am Ende erlaubt.

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