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Produktbild: Anständige Frauen
Band 2

Anständige Frauen Roman

2

25,50 €

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

15803

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.04.2026

Herausgeber

Bettina Balàka + weitere

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

328

Maße (L/B/H)

20,6/13/2,7 cm

Gewicht

470 g

Auflage

1 Auflage Herausgegeben von Bettina

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7099-8272-3

Beschreibung

Rezension

„Love and Crime in der kakanischen Provinz um 1900: Klarsichtig und mit leichter Hand seziert Emilie Mataja Konventionen und Zwänge der besten Gesellschaft; lauter Getriebene und Gefesselte vor dem herandämmernden Untergang ihrer Welt.“
Daniela Strigl

Produktdetails

Verkaufsrang

15803

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.04.2026

Herausgeber

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

328

Maße (L/B/H)

20,6/13/2,7 cm

Gewicht

470 g

Auflage

1 Auflage Herausgegeben von Bettina

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7099-8272-3

Herstelleradresse

Haymon Verlag
Erlerstraße 10
6020 Innsbruck
AT

Email: order@studienverlag.at

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  • Johanna Zimmermann

    4/5

    08.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    „Anständig“ sind hier eigentlich die wenigsten

    Ich weiß nach dem Ende von "Anständige Frauen" immer noch nicht, ob ich auch nur eine der Figuren wirklich mochte. Aber vielleicht musste ich das auch gar nicht. Der Roman von Emilie Mataja erschien ursprünglich bereits 1906 und wurde nun für die Reihe "Haymon Her Story" neu herausgegeben. Im Mittelpunkt steht die 19-jährige Christine, Tochter eines Kutschers auf Schloss Borryán. Sie möchte nicht als Kammerjungfer oder Kindergärtnerin arbeiten, sondern reich, vornehm und am liebsten selbst Gräfin sein. Als Graf Alexander Murány nach zwei Jahren aus Paris zurückkehrt, sieht Christine ihre Chance gekommen. Seine Ehe steckt aufgrund seiner Untreue ohnehin in einer Krise und zwischen den beiden beginnt eine Affäre. Dann taucht allerdings unerwartet seine Frau im Schloss auf, und alles wird noch einmal deutlich komplizierter. Christine fand ich gleichzeitig faszinierend und wahnsinnig anstrengend. Einerseits konnte ich ihren Wunsch verstehen, aus dem Leben auszubrechen, das ihr aufgrund ihrer Herkunft und ihres Geschlechts vorgegeben wird. Andererseits trifft sie Entscheidungen, bei denen ich wirklich dachte: Girl, das kann doch unmöglich gut enden. Was mir richtig gut gefallen hat, war die Auseinandersetzung mit Klasse und Geschlecht. Frauen hatten um 1900 nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ihr Leben selbst zu gestalten. Gleichzeitig macht der Roman aus seinen Frauenfiguren keine hilflosen Heiligen. Sie sind ehrgeizig, widersprüchlich, berechnend, mutig und manchmal ziemlich unfair. Genau das fand ich spannend. Auch der Titel funktioniert dadurch richtig gut. Wer gilt eigentlich als „anständige Frau“ – und wer entscheidet das? Während die Frauen für ihre Wünsche, ihre Sexualität und ihren gesellschaftlichen Ehrgeiz verurteilt werden, kann sich der Graf deutlich mehr erlauben. Diese Doppelmoral ist über 100 Jahre später leider immer noch ziemlich leicht zu erkennen. Trotzdem blieb zwischen mir und den Figuren eine gewisse Distanz. Ich konnte ihr Verhalten analysieren und interessant finden, aber emotional war ich nicht immer komplett bei ihnen. Dazu kommt die historische Sprache, an die ich mich erst gewöhnen musste. Manche Stellen lasen sich überraschend schnell, andere waren für mich deutlich zäher. Das Beziehungschaos war unterhaltsam, aber die Dynamik rund um den Grafen hat mich zwischendurch auch genervt. Mehrere Frauen kämpfen um einen Mann, der selbst einen großen Teil des Problems verursacht, und ich saß teilweise da und dachte, dass sie ihre Energie wirklich sinnvoller verwenden könnten. Gerade darin steckt aber auch die Gesellschaftskritik des Romans: Für die Frauen geht es nicht nur um Liebe, sondern um finanzielle Sicherheit, sozialen Aufstieg und die wenigen Möglichkeiten, die ihnen überhaupt offenstehen. Dadurch ist die Geschichte interessanter, als es ein reines historisches Liebesdrama gewesen wäre. "Anständige Frauen" war für mich also weniger eine Geschichte, in die ich emotional komplett versunken bin, und mehr ein ziemlich interessantes gesellschaftliches Drama voller unangenehmer Wahrheiten und moralisch widersprüchlicher Figuren. Nicht unbedingt ein Herzensbuch – aber definitiv ein Buch, über das ich länger nachgedacht habe, als ich während des Lesens erwartet hätte. 3,5 von 5 Sternen

  • Jürg K.

    4/5

    30.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Blick hinter die Glanz Kulissen

    Emilie Mataja erzählt in diesem Roman von Frauen, die sich nicht schuldig fühlen für das, was sie wollen. Von Frauen, die klug, mutig, unbeugsam, skandalös und in keiner Weise anständig sind. Sie erzählt von Adeligen und Dienstboten, die um die Gunst des Grafen buhlen, denn im Spiel um Titel und Prunk sind alle auf sich allein gestellt! Beim Lesen fühlt es sich an wie ein Blick hinter die Kulissen einer Welt, die glänzt, aber nur aus der Ferne verlockend ist. Christine, die Kutscherstochter, trägt eine Sehnsucht in sich, die fast körperlich spürbar wird. Der Wunsch, einmal nicht am Rand zu stehen, sondern im Zentrum. Nicht zu dienen, sondern gesehen zu werden. Ihr Traum, Gräfin zu sein, auch nur für einen Tag, wirkt zunächst naiv, doch dahinter steckt ein tiefes Bedürfnis. Als Graf Alexander Murány zurückkehrt, öffnet sich für Christine ein Spaltbreit die Tür zu dieser anderen Welt. Und genau hier entfaltet der Roman seine eigentliche Kraft, in der Spannung zwischen Verlangen und Vernunft, zwischen gesellschaftlichen Grenzen und persönlicher Hoffnung. Die Affäre wirkt nicht wie ein romantisches Märchen, sondern wie ein gefährliches Spiel, in dem Christine mehr riskiert, als sie selbst begreift. Was mich besonders berührt, ist die Art, wie Christine trotz aller Illusionen eine stille Klarheit bewahrt. Sie weiss, dass sie mit Feuer spielt, und doch kann sie nicht anders. Für mich weniger ein historischer Roman als ein feinsinniges Porträt einer jungen Frau, die sich nach Freiheit sehnt und dabei entdeckt, wie hoch der Preis für einen einzigen Tag im Licht sein kann.

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