»Staub zu deinen Füßen. Staub in deinem Herzen.« Einst geschaffen von sieben Gottheiten, sind die Staubkinder den Weltenbauern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Figuren auf dem Spielbrett, auf dem jede Gottheit die Oberhand gewinnen will. Doch wer teilt das gleiche Ziel? Und ist es wirklich das eigene oder unterliegt man dem Einfluss der Schöpfer? Liebe und Verrat gehen in Abra Hand in Hand, und nicht nur die Sterblichen fallen diesem Gesetz zum Opfer.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
09.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Tiefgründig, Überraschend, Emotional
Götterfunken und Zemrãblut ist eine Sammlung verschiedener Kurzgeschichten aus einer von ihr eigens erschaffenen Welt.
Wir treffen unterschiedliche Charaktere, zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten.
Durchtrieben, voller Schnerz, Hass aber auch Liebe.
Jede dieser Geschichten ein Gänsehautmoment für sich, der nachhallt.
Und es ist unglaublich spannend, wie Caro es schafft, die Schicksale und Entscheidungen jedes einzelnen Charakters und jeder einzelnen Geschichte so miteinander zu verknüpfen, dass sich die Storys in ihrem Buch am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen.
Selten etwas vergleichbar gutes gelesen.
Bewertung
5/5
30.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Eine ergreifender und tiefgründiger Kurzgeschichtenband, der berührt und lange nachhallt.
Caro Grimm entführt uns mit 12 Geschichten nach Abra, in eine düstere Welt voller Götter, Intrigen und aufkeimenden Momenten der Hoffnung, die sich wie Puzzleteile Stück für Stück zusammensetzen, um am Ende von der realistischen Pranke einer entromantisierten Dark-Fantasy wieder zerrüttet zu werden. Das heißt nicht, dass Liebe in ihren Geschichten keine Rolle spielt, im Gegenteil. Caro schreibt von Liebe, die tiefer geht, die den Figuren Kraft schenkt, wenn auch nur für einen Moment, die Bänder zwischen Geschwistern knüpft, die genauso schnell wieder gekappt werden können und die Fragilität von zwischenmenschlichen (und -göttlichen) Beziehungen sorgfältig widerspiegelt. Dabei fügen die Geschichten sich perfekt zusammen, auch wenn jede einzelne in sich abgeschlossen ist und einen eigenen Spannungsbogen verfolgt. Sie enthüllen Stück für Stück einen fantastischen und konsistenten Weltenbau, der mich als Leserin eingelullt hat und Lust auf mehr macht.
Der Schreibstil ist bildgewaltig und poetisch und mit sorgfältig gewählten Worten schafft Caro es immer wieder, mich nachdenklich und mit Gänsehaut zurückzulassen. Die Figuren sind nahbar, nachvollziehbar und verfolgen ihre eigenen Pläne und Träume. Sie sind nicht nur Schausteller in der Welt, sondern ergänzen die darken Aspekte des Weltenbaus mit ihren Motiven und ihren Handlungen perfekt. Besonders Hedda hat mich verzaubert und ich habe durchweg mit ihr mitgebibbert und mitgefühlt. Caro zeigt mit ihren Geschichten, wie nahe Licht und Finsternis aneinander liegen und dass es manchmal nur ein einziger Moment ist, der uns aus dem höchsten Hoch in das tiefste Tief fallen lassen kann.
Carténna
Mit Carténna leitet Caro die Reise nach Abra ein. Eine Schöpfungsgeschichte der sieben Götter Abras, die Geschichte der Dunklen Mutter und ihren Kindern, die einander mit Leichtigkeit entweder ergänzen oder auch vernichten können. Hier zeigt Caro deutlich, wie toll sich ihr poetischer Stil in den einzigartigen Weltenbau mischt.
Die Herzen der Libelle
Hedda. Ach, Hedda. Ich habe ihre Einsamkeit auf jeder Seite gefühlt und mit ihr mitgefiebert. Gerade sie hat es mir als Figur angetan. Hoffnungsvoll, mutig, im Alleinsein verloren und verzweifelt genug, um alles zu geben, was sie hat. Hier transportiert Caro ein uns allen vermutlich in verschiedenen Intensitäten bekanntes Gefühl, das uns sowohl zerstören, als auch über uns selbst hinauswachsen lassen kann, wenn wir die Wahrheit über uns und unsere Mitmenschen erkennen. Eine ganz große Empfehlung, ich liebe diese Geschichte sehr.
Nachwehen
„Staub zu deinen Füßen. Staub in deinem Herzen.“
Kurz und knapp hallen hier die Ereignisse aus Die Herzen der Libelle auf bittersüße Art nach und präsentieren uns eine Figur, die nicht nur in der vorhergehenden Geschichte eine zentrale Rolle gespielt hat, sondern uns auch auf den weiteren Buchseiten begleiten wird und in mir eine Hassliebe ausgelöst hat.
Der Rand der Welt
Wieder ein poetischer Schnipsel, der den Weltenbau wunderbar ergänzt und uns noch mehr in Abra hineinzieht.
Herrin der Asche
Ein Nekromant und ein verzweifelter Mensch, der das ihm wichtigste verloren hat. Die Kollision ist nicht zu vermeiden, und die Geschichten von Kazeel und Darian prallen mit einer Wucht geballter Emotionen aneinander, die mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat. Alles hat seinen Preis, und der Preis, den die Figuren zahlen müssen, ist verdammt hoch.
Kommt aus der Tiefe
Neben Die Herzen der Libelle mein Highlight der Kurzgeschichtenreihe. Wir begegnen Yelyā und Morrten, deren Liebe selbst die todbringendsten Wellen des Ozeans niederzuringen vermag … oder? Der Twist am Ende ist gnadenlos gut und die Geschichte hallt lange nach.
Seelenverwerfung
Wir begegnen hier wieder den Göttern und lernen eine Seite von ihnen kennen, die auch sie nahbar zeigt und ihre Verzweiflung perfekt in Szene setzt.
Cataréya
Die Protagonistin Cataréya habe ich direkt ins Herz geschlossen. Wer bis hierhin gelesen hat, wird verstehen, warum das Ende mich zerrüttet zurückgelassen hat. Und wer ein Happy End sucht, sollte schleunigst weiterblättern. Aber das Leben beschert uns eben nicht nur glückliche Momente, weswegen wir sie umso mehr schätzen müssen – und das gilt auch für die Götter Abras.
Dunkelheit
Dunkelheit hat auch mich in Ketten gelegt. Kurz, atmosphärisch und gefährlich.
Der Besuch
„Staub zu Staub, Bruder.“
Ich habe eine Schwäche für Götter, und ganz besonders für diese beiden Götter.
Gu’ren
Wir lernen in Gu’ren mehr von Abra kennen und damit auch eine neue, spannende Figur und ein furchterweckendes Wesen. Mit Gu’ren zeigt Caro auf eindrucksvolle und fast sogar psychologische Weise, wie dunkel und gefährlich Abra sein kann.
Götterfunken und Zemrāblut
Diese Geschichte fühlt sich an, als wären die vorangegangenen Geschichten genau für sie geschrieben worden. Mit Götterfunken und Zemrāblut schließt dieser fantastische Kurzgeschichtenband ab und bricht ein letztes Mal die Leserherzen. Hier wartet eine emotionale und fulminante Dark Fantasy-Geschichte und wir treffen eine Figur wieder, die mich freudig überrascht hat und ohne die ich mir das Ende dieses Bandes nicht hätte ausmalen wollen. Vielleicht also doch ein winzig kleines Happy End?
Meine Begeisterung für GuZ ist unschwer zu erkennen. Ich finde, dass Caro eine sehr faszinierende Welt erschaffen und mit ihrem poetisch angehauchten und bildgewaltigen Schreibstil perfekt umgesetzt hat. Besonders hervorheben möchte ich auch die liebevolle Gestaltung hervorheben. Die Umschlaggestaltung von Yola Stahl spiegelt den Inhalt des Buches wider und die wunderschönen, farbigen Illustrationen von Jana Stehr und Lisa Harley Lopez ergänzen die Geschichten perfekt. GuZ ist für mich ein Gesamtkunstwerk und absolut lesenswert. Ich hoffe, dass wir bald noch mehr über Abra erfahren dürfen und spreche eine große Leseempfehlung aus.
Bewertung
4/5
11.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Poetische Dark Fantasy
GÖTTERFUNKEN UND ZEMRĀBLUT ist da ein wunderbarer Appetizer, in dem Caro wirklich Lust macht auf dieses fantastische Universum, dass sie sich da erdacht hat.
Wie üblich war ich begeistert von der bildhaften, poetischen Sprache, den nicht zu erwartenden Plottwists und Irrungen und Wirrungen, die letztendlich alle zu einem logischen Schluss führen - den ich auch nicht erwartet hatte.
Caro schafft es, mit wenigen Sätzen eine Atmosphäre zu erzeugen, die einem entweder das eigene Herz wehtun lässt oder einen Schauer über den Rücken jagt - manchmal auch sogar beides. In GÖTTERFUNKEN UND ZEMRĀBLUT geht es viel um diesen Schmerz, um Rache, Reue und Verzweiflung - ein Buch, das man besser nur liest, wenn man gerade auch mit diesen Gefühlen umgehen kann, denn dass man diese beim lesen selbst fühlt ist unausweichlich.
Ich freu mich in jedem Fall sehr auf alles was uns da bald erwartet!
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