Endlich: der Abschlussband der »His Dark Materials«-Serie!
Im fulminanten Finale der "His Dark Materials"-Serie reisen Lyra und Malcolm in die Wüste von Karamakan, um durch ein mysteriöses Gebäude in eine andere Welt zu gelangen, in der besondere Rosen wachsen. Ihr Öl soll es ihnen ermöglichen, endlich den Staub zu entschlüsseln und die Wahrheit ans Licht bringen zu können. Doch ihr Weg ist gefährlich. Lyra und Malcom müssen immer wieder gegen magische Wesen und das Magisterium kämpfen, das die Entdeckung der Rosen verhindern will. Als sie schließlich am Ziel ankommen, gibt es eine große Explosion, die ihnen die Rückkehr in die alte Welt unmöglich macht. Werden Lyra und Malcom trotzdem das Geheimnis um den rätselhaften Staub lösen können und wird Lyra ihren Daemon Pan wiederfinden?
Alle Bände der unvergleichlichen Fantasy-Serie »His Dark Materials«:
Über den wilden Fluss (Band 0)
Der Goldene Kompass (Band 1)
Das Magische Messer (Band 2)
Das Bernstein-Teleskop (Band 3)
Ans andere Ende der Welt (Band 4)
Das Feld der Rosen (Band 5)
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Rosenöl und Staub
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 26.03.2026
Bewertungsnummer: 3089932
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Lyra wurde von ihrem Daemon Pan getrennt. Stattdessen wird sie von Malcoms Damon begleitet, der auch von diesem getrennt wurde. Natürlich streben beide nach einer Wiedervereinigung. Doch der stehen diverse Hindernisse im Weg, von denen die geografische Entfernung das geringste ist. Unterdessen versucht das Magisterium die Macht ganz an sich zu bringen und schreckt dabei auch nicht vor Waffengewalt zurück.
Aus Philip Pullmans „His Dark Materials“-Reihe kenne ich die ursprüngliche Trilogie wie auch die in Band 0 („Über den wilden Fluss“) erzählte Vorgeschichte. Gerade Band 4, auf den dieser 5. Band unmittelbar aufzubauen scheint, kenne ich allerdings noch nicht. In diesem muss es auch zur Trennung von Lyra und Malcom von ihren Daemonen gekommen sein. Und richtig erkannt: Malcom, der Junge aus der Vorgeschichte, der in der ursprünglichen Trilogie nicht vorkam, spielt hier eine wichtige Rolle, wobei er wie auch Lyra mittlerweile längst erwachsen ist. Im Ganzen ist deutlich erkennbar, dass die Bände 1 bis 3 eine Einheit innerhalb der gesamten Reihe bilden, während die Bände 0, 4 und 5 eine andere darstellen. Hier im Finale wird nochmals auf Ereignisse aus allen 5 vorhergehenden Bänden eingegangen. Und auch wenn es zu keinem Friede-Freude-Eierkuchen-Ende kommt (das sei schon vorweggenommen), ist dem Autor die extreme Abneigung gegen Happyends, wie sie in den Bänden 1 bis 3 deutlich wurde, anscheinend verloren gegangen. Zumindest findet die Reihe ein relativ versöhnliches Ende, auch wenn manches leider offen bleibt.
Der Stil des Autors ändert sich natürlich nicht entscheidend. Der erzählerische Fokus wechselt zwischen Lyra, Malcom und einer ganzen Reihe weiterer Charaktere hin und her. Auch die Hörbuch-Umsetzung kann überzeugen.
Fazit:
Auch wenn ich mir doch ein paar mehr Antworten gewünscht hätte, findet die Fantasy-Reihe um Lyra und die Welten-Übergänge ein würdiges Ende.
Reihenabschluss, der mich etwas ratlos zurücklässt
Caro_liest am 26.04.2026
Bewertungsnummer: 3120611
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit Spoilern!
Worum geht es:
„Das Feld der Rosen“ ist der Abschlussband der Book of Dust-Reihe (BOD). Diese wiederum ist die neue Serie nach der Vorgängerserie His Dark Materials (HDM). Ich möchte zum Inhalt nicht viel sagen, da man das Buch, ohne die Vorgänger zu kennen, ohnehin wahrscheinlich nicht lesen wird.
Wie ich es fand:
Da HDM eine der prägenden Buchreihen meiner Jugend war, bin ich mit hohen Erwartungen an die neue Serie herangegangen, insbesondere an den finalen Band. Leider konnte er meine Erwartungen nicht erfüllen.
Eine bekannte Schreibregel ist Tschechows Gewehr: Wenn in einer Geschichte ein Gewehr eingeführt wird, muss es irgendwann abgefeuert werden. Oder anders gesagt, Storyelemente müssen Konsequenzen haben. Doch BOD3 fühlte sich an wie eine Ansammlung von Gewehren, die niemals abgefeuert werden.
Der vorherige Band hatte mir besser gefallen, da er wirkte, als würde das alles auf etwas hinarbeiten. Das zentrale Thema schien ein Konflikt zwischen Phantasie und einer modernen – oder postmodernen – Denkweise zu sein, der sich in Entfremdung zwischen Lyra und ihrem Dämon äußerte. Alte Feinde wie das Magisterium und neue wie ein großes Unternehmen waren in den Konflikt involviert. Aber leider verlief vieles in BOD3 einfach im Sande.
Viele Rezensenten haben schon die Inkonsistenzen und offenen Enden bemerkt, daher hier nur ein paar:
- Das Myriorama wird eingeführt als eine noch bessere Methode, Staub zu lesen, als das Alethiometer, aber dann nie wirklich benutzt.
- Malcolms Visionen eines leuchtenden Rings.
- Über hunderte Seiten hinweg wird eine romantische Beziehung zwischen Malcom und Lyra angeteasert (was immer man davon halten will) und am Ende sang- und klanglos fallen gelassen.
- Der „Alkahest“ wird als neue Bedrohung eingeführt. Am Ende entpuppt sich das als Kritik am Kapitalismus, diese ist aber sehr plakativ und eher fehlerhaft (Vorher gab es ja auch Geld. Aber das war „gutes“ Geld. Was genau soll denn der Unterschied zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Geld sein?). Und auch aus dieser Bedrohung werden keine Konsequenzen gezogen, das Buch ist dann einfach vorbei.
- Und nicht zuletzt: sind offene Durchgänge zu anderen Welten nun ein Problem, wie in HDM etabliert, weshalb Lyra und Will sich dramatisch trennen mussten? Oder ist das doch kein Problem? Und wenn letzteres, warum hat das nicht mehr emotionale Wirkung auf Lyra?
Natürlich will ich auch die guten Aspekte des Buches nennen. Pullman ist hervorragend darin, Atmosphäre und Settings aufzubauen. Auch seine Studien von zwischenmenschlichem Verhalten sind spannend. Seine Schilderung der „Machtergreifung“ von Delamare und des Verhaltens vieler Opportunisten (in BOD2) war brillant. Oder wie Lyra Mitarbeiter des Magisteriums mit einem Trick übertölpelt, hatte stellenweise den Witz von HDM. Ich mochte Olivier Bonneville als Antihelden und was am Ende über ihn und Lyra herauskommt.
Ich fand auch spannend, wie Pullman die Mensch-Dämon-Beziehung weiter ausleuchtet, bis zu der gruseligen Idee, dass arme Menschen ihren Dämon an reiche Menschen ohne Dämon verkaufen müssen und es einen regelrechten Handel mit ihnen gibt, passend zur Kapitalismuskritik.
Allerdings wurde in HDM etabliert, dass ein Mensch ohne Dämon etwas absolut Schockierendes ist, und nun soll das gar nicht so unüblich sein. Vielleicht war das schon immer weiter verbreitet, als man dachte, oder aber es gehört auch zu den Veränderungen durch den „Alkahest“.
Solche Bilder wie das der Dämonen, die zum Verkauf stehen, bleiben hängen und können auch als Metaphern für Zustände in unserer Welt stehen.
Aber aus starken Bildern, Atmosphäre und stellenweise brillanten Schilderungen wird leider noch keine kohärente Erzählung. Damit bleibe ich etwas ratlos zurück.
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