Wer sich an die Regeln hält, hat das Spiel nicht verstandenLeonie handelt nach ihren eigenen Vorstellungen von Moral. Sie verwüstet das Büro ihres Chefs, sie prellt die Zeche, sie lügt im Bewerbungsgespräch - aber sie hat stets gute Gründe. Als ihr das Geld ausgeht, nimmt sie einen Job in München an. Doch die Stadt ist zu teuer für ein normales Gehalt. Als sie drei Frauen kennenlernt, die sich ihren Lifestyle mit zweifelhaften Methoden finanzieren, ist sie fasziniert. Schnell findet Leonie ihr eigenes Geschäftsfeld: Menschen mit frisch gebrochenem Herzen bezahlen sie für raffinierte Racheaktionen. Doch nach einer Weile kommen ihr Zweifel: Wie viel Geld braucht man wirklich für ein gutes Leben? Und wie viel Risiko ist sie bereit, dafür einzugehen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Andys_bücherecke
aus Leverkusen
5/5
22.01.2026
eBook (ePUB)
Schwarzer humor mit Tiefgang
Aus Rache über die Kündigung verwüstet Leonie das Büro ihres Chefs. Schon der Beginn des Buches ist überraschend anders. Danach zieht sie um nach München. Immer wieder kritisiert das Buch die teuren Mieten in der Stadt und macht sich über die reiche Münchner Gesellschaft lustig. Mit viel schwarzem Humor und unerwarteten Einfällen schildert Julia Bähr das Leben von Leonie in München.
Ihr neuer einfallsreicher, nicht immer legaler Nebenjob hat mich immer wieder zum Lachen gebracht. Und ihre neuen Freundinnen mit ihren geheimnisvollen Nebenverdiensten sind so sympathisch beschrieben, eine tolle Mädels-Clique. Ein bisschen war ich schon über mich selber erschrocken, dass ich Leonies kriminelle Aktivitäten so geliebt habe.
Unbedingt lesen!!!
Europeantravelgirl
5/5
17.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hinfort mit der Moral!
Rache kann zutiefst befriedigend sein, findet Leonie und setzt dies auch gleich bei ihrem alten Chef in die Tat um. Als sie einen neuen Job in München annimmt, perfektioniert sie die kreative Auslegung von Moral und trifft zu ihrer Überraschung auf drei Frauen, die ähnlich ticken. Davon ermutigt, startet Leonie heimlich neben ihrem eintönigen Job bei der Zoologischen Staatssammlung ein ganz besonderes Business, indem sie sich für Racheaktionen anheuern lässt. Kreative Racheaktionen wohlgemerkt. Immer im Gepäck die Gefahr, irgendwann doch erwischt zu werden.
Lest! Dieses! Buch! Wahnsinn, wie hart ich diesen Roman geliebt habe! So großartig fand ich Leonie geschildert zwischen lakonischer Langsamkeit mit Insektenkästen im Institut und ausgeklügelten und nicht ganz ungefährlichen Racheakten. Ebenso schmal ist der Grat der Moral, auf dem balanciert wird. Da schlägt das Pendel munter mal zur einen, mal zur anderen Seite aus. Nicht nur bei Leonie, überraschenderweise auch bei mir selbst als Leserin! Immer öfter gerät man an den Punkt, an dem die Vernunft mahnt, ob das noch so in Ordnung ist, der Bauch es aber leider sehr geil findet.
Überraschend schön fand ich die Freundinnengruppe geschildert. Ich hatte da anfangs mit anderen Entwicklungen gerechnet, mich dann aber restlos in diese Gruppe und ihre ganz eigene Dynamik verliebt. Sprachlich fand ich es perfekt passend, das Erzähltempo genau richtig abgewogen, und die starken Charaktere und genialen Einfälle verleihen der Story Authentizität und Tiefe.
Werft die Moral über Bord und lest dieses Buch!
Europeantravelgirl
5/5
17.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hinfort mit der Moral! Rache…
Hinfort mit der Moral! Rache kann zutiefst befriedigend sein, findet Leonie und setzt dies auch gleich bei ihrem alten Chef in die Tat um. Als sie einen neuen Job in München annimmt, perfektioniert sie die kreative Auslegung von Moral und trifft zu ihrer Überraschung auf drei Frauen, die ähnlich ticken. Davon ermutigt, startet Leonie heimlich neben ihrem eintönigen Job bei der Zoologischen Staatssammlung ein ganz besonderes Business, indem sie sich für Racheaktionen anheuern lässt. Kreative Racheaktionen wohlgemerkt. Immer im Gepäck die Gefahr, irgendwann doch erwischt zu werden. Lest! Dieses! Buch! Wahnsinn, wie hart ich diesen Roman geliebt habe! So großartig fand ich Leonie geschildert zwischen lakonischer Langsamkeit mit Insektenkästen im Institut und ausgeklügelten und nicht ganz ungefährlichen Racheakten. Ebenso schmal ist der Grat der Moral, auf dem balanciert wird. Da schlägt das Pendel munter mal zur einen, mal zur anderen Seite aus. Nicht nur bei Leonie, überraschenderweise auch bei mir selbst als Leserin! Immer öfter gerät man an den Punkt, an dem die Vernunft mahnt, ob das noch so in Ordnung ist, der Bauch es aber leider sehr geil findet. Überraschend schön fand ich die Freundinnengruppe geschildert. Ich hatte da anfangs mit anderen Entwicklungen gerechnet, mich dann aber restlos in diese Gruppe und ihre ganz eigene Dynamik verliebt. Sprachlich fand ich es perfekt passend, das Erzähltempo genau richtig abgewogen, und die starken Charaktere und genialen Einfälle verleihen der Story Authentizität und Tiefe. Werft die Moral über Bord und lest dieses Buch!
Bewertung
5/5
26.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ungewöhnliche Mischung
„Hustle“ entpuppt sich als quirliger Mix aus Großstadtwahnsinn, Kapitalismuskritik und einer guten Portion Schadenfreude. Die Protagonistin Leonie, die sich einerseits hauptberuflich mit Insekten befasst und andererseits quasi nebenberuflich in ein ungewöhnliches Rache-Gewerbe stolpert und somit Stoff für eine wirklich ungewöhnliche Geschichte liefert. Obwohl so manche Handlungen bewusst überspitzt dargestellt sind, kann man sie interessanterweise dennoch nachvollziehen und so nebenbei auch eine gewissen Schadenfreude für sich entdecken.
Leonie ist eine Figur, in der man schnell auch eigene Anteile entdecken kann: bodenständig, ein bisschen überfordert vom Leben in der teuren Großstadt, aber mit viel Herz und einem eigenwilligen moralischen Kompass. Auch ihr Freundeskreis wirkt menschlich, nahbar und sympathisch.
Bähr erzählt das alles mit einer Leichtigkeit, die immer wieder zum Grinsen bringt. Zwischen witzigen Dialogen, skurrilen Situationen und kleinen „Kapitalismus, wir müssen reden“-Momenten entsteht ein Roman, der unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anstupst.
Ein kurzweiliges, sehr amüsantes Buch für zwischendurch – ungewöhnlich, warmherzig und mit überraschend viel Tiefgang.
nil_liest
aus RheinMain Gebiet
5/5
16.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rache ist buchbar!
Was für ein Spaß! Hustle ist so ein Buch, das man aufschlägt, „nur kurz reinlesen“ will – und plötzlich ist man auf Seite 200 und lacht Tränen über Leonies sarkastische Kommentare, bissige Beobachtungen und die absurden Situationen, in die sie sich hineinmanövriert. Julia Bähr hat hier einen Roman geschrieben, der gleichzeitig federleicht und messerscharf ist – Unterhaltung mit Köpfchen, Gesellschaftskritik mit Witz.
Im Mittelpunkt steht Leonie, Anfang 30, Biologin, moralisch flexibel und lebensklug. Nachdem ihr Chef ihre Forschung klaut und sie in einem legendären Wutanfall sein Büro verwüstet, findet sie sich ohne Job wieder – und mit einem Neuanfang in München, der teuersten Stadt Deutschlands. Dort stößt sie auf drei Frauen, die sich mit mehr oder weniger legalen „Nebenjobs“ über Wasser halten – und bald gründet Leonie ihr eigenes Business: Rache Inc. Wer Liebeskummer hat, zahlt, und Leonie sorgt mit raffinierten Aktionen für Gerechtigkeit auf ihre ganz eigene Art.
Was das Buch so großartig macht, ist der Ton. Julia Bähr schreibt herrlich trocken, mit einem Gespür für Timing und Situationskomik, das an Mareike Fallwickl oder Caroline Wahl erinnert – nur noch schärfer und urbaner. Ich habe selten so oft laut gelacht und gleichzeitig gedacht: Autsch, das trifft leider genau ins Schwarze. Zwischen überzogenen Mieten, Selbstoptimierung und moralischen Grauzonen erzählt Hustle von einer Generation, die gelernt hat, sich selbst zu hustlen, weil sonst niemand für sie sorgt.
Dabei bleibt der Roman warmherzig. Die Freundschaften zwischen den Frauen sind das emotionale Rückgrat der Geschichte – loyal, wild, solidarisch, und manchmal chaotisch. Es tut gut, dass hier einmal nicht die romantische Liebe im Zentrum steht, sondern weibliche Bündnisse, Wut und Witz.
Leonie ist keine Heldin im klassischen Sinne, sondern ein Mensch, der Fehler macht, flucht, zweifelt – und gerade deshalb so sympathisch ist. Dass Julia Bähr diese Figur nie moralisierend, sondern liebevoll ironisch zeichnet, macht Hustle zu etwas Besonderem.
Kurz gesagt: Hustle ist frech, modern, brillant beobachtet und einfach verdammt unterhaltsam. Ein Buch, das man verschlingt, weil es einen zum Lachen bringt – und danach noch lange zum Nachdenken.
Fazit:
Ein feministischer, hochkomischer Gesellschaftsroman über Geld, Moral und Freundschaft – mit Suchtfaktor!
5/5 Sterne – und der dringende Wunsch, Leonie & Co. bald wiederzusehen.
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