Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke Schriften | Fragmente | Briefe. Nach der editorischen Struktur von G. Colli und M. Montinari
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Produktdetails
Verkaufsrang
11694
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
08.09.2025
Verlag
Apebook VerlagSeitenzahl
(Printausgabe)
Dateigröße
10258 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783961306886
Mit einem vorangestellten Essay des Herausgebers.
IN DIESER AUSGABE ENTHALTEN:
Essay: Nietzsche als ästhetisches Phänomen
VERÖFFENTLICHTE WERKE UND PRIVATDRUCKE
Sokrates und die griechische Tragoedie.
Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik.
Unzeitgemässe Betrachtungen. I-IV
Ein Neujahrswort an den Herausgeber der Wochenschrift "Im neuen Reich".
Menschliches, Allzumenschliches. Erster und zweiter Band.
Morgenröthe.
Idyllen aus Messina.
Die fröhliche Wissenschaft.
Also sprach Zarathustra. I-IV
Jenseits von Gut und Böse.
Zur Genealogie der Moral.
Der Fall Wagner.
Götzen-Dämmerung.
Nietzsche contra Wagner.
AUTORISIERTE SCHRIFTEN
Der Antichrist.
Ecce homo.
Dionysos-Dithyramben.
NACHGELASSENE SCHRIFTEN
Zwei öffentliche Vorträge über die griechische Tragoedie.
Die dionysische Weltanschauung.
Die Geburt des tragischen Gedankens.
Ueber die Zukunft unserer Bildungsanstalten.
Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern.
Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen.
Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne.
Mahnruf an die Deutschen.
NACHGELASSENE FRAGMENTE 1869-1889
BRIEFE 1850-1889
Friedrich Nietzsche (1844-1900) gilt als einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Philosophen der Moderne. Geboren in Röcken bei Lützen als Sohn eines lutherischen Pfarrers, wuchs er nach dem frühen Tod des Vaters in einem weiblich geprägten Umfeld auf. Früh zeigte sich seine außergewöhnliche Begabung, die ihn 1869 bereits mit 24 Jahren auf einen Lehrstuhl für klassische Philologie in Basel brachte. Dort lehrte er, bis ihn zunehmende gesundheitliche Probleme - insbesondere Migräneanfälle und ein schwaches Augenlicht - 1879 zum Rücktritt zwangen. Fortan lebte er als freier Schriftsteller, meist in der Schweiz oder Italien, wo er seine bedeutendsten Werke verfasste. 1889 erlitt Nietzsche in Turin einen geistigen Zusammenbruch, von dem er sich nicht mehr erholte; er verbrachte seine letzten Lebensjahre, von seiner Mutter und später von seiner Schwester gepflegt, bis zu seinem Tod 1900 in Weimar.
Nietzsches Werk ist breit gefächert und verbindet Philosophie, Literatur, Psychologie und Kulturkritik. Früh trat er mit "Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" (1872) hervor, wo er die Polarität von Apollinischem und Dionysischem in der griechischen Kultur herausarbeitete. Spätere Schriften wie "Menschliches, Allzumenschliches" oder "Die fröhliche Wissenschaft" kennzeichnen seinen Bruch mit Metaphysik und Religion. Zentral sind die Ideen des "Willens zur Macht", der "Umwertung aller Werte" und der Figur des "Übermenschen", die er besonders in "Also sprach Zarathustra" (1883-85) entfaltete. Der oft zitierte Satz "Gott ist tot" markiert dabei keine bloße Provokation, sondern die Diagnose einer kulturellen und moralischen Krise Europas.
Die Rezeption Nietzsches war vielschichtig und teils widersprüchlich. Zu Lebzeiten blieb er weitgehend unverstanden und isoliert. Erst nach seinem Tod fand er breite Resonanz - sowohl in der Philosophie als auch in Literatur, Kunst und Politik. Seine Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche trug maßgeblich zur Verbreitung seines Werkes bei, verzerrte es aber durch ideologische Instrumentalisierung im nationalistischen Sinn. Im 20. Jahrhundert wurde Nietzsche fälschlicherweise von den Nationalsozialisten vereinnahmt, obwohl seine Schriften mit antisemitischen und völkischen Ideen nicht vereinbar sind.
Nietzsches Einfluss reicht bis heute weit: Existentialisten wie Jean-Paul Sartre und Albert Camus, Psychoanalytiker wie Sigmund Freud, aber auch postmoderne Denker wie Michel Foucault und Jacques Derrida knüpften an seine radikale Kritik traditioneller Werte und Denkweisen an. Seine literarische Sprache und seine provokativen Bilder machten ihn zugleich zu einem inspirierenden Autor für Künstler und Schriftsteller. Nietzsche gilt damit als Wegbereiter einer Philosophie, die das Individuum, die Kreativität und die Selbstüberwindung ins Zentrum rückt - und bleibt ein Denker, der gleichermaßen fasziniert wie irritiert.
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