2021 stirbt ein Mann beim Sturz vom Aquädukt bei Fontaine-de-Vaucluse. Der Tote gibt Commissaire Luc Vidal von der Police nationale und der Gerichtsmedizinerin Chloé Nikolaou Rätsel auf. Wer war er? Warum starb er? Wer könnte aus welchem Grund für seinen Tod verantwortlich sein? In den Mittelpunkt der Ermittlungen gerät sehr schnell der Student Xavier Leroy, der einen Aushilfsjob bei diesem Mann angenommen hatte. Luc Vidal und seinem Team bleiben nur etwas mehr als zwei Wochen, um vor dem Trubel des Festival d’Avignon die Stadt und das Departement Vaucluse wieder zu sicheren Orten zu machen. Als bekannt wird, dass der Verstorbene ein starkes Interesse an dem Theaterstück «Warten auf Godot» hatte, erhält das Dorf Roussillon eine besondere Bedeutung für den Fall. In dem Stück erinnert die Figur Wladimir an die Weinlese in diesem Ort in der Vaucluse: «Da leuchtet doch alles so rot!» Auf seiner Flucht vor der Polizei und einem unbekannten Verfolger, denkt auch Xavier über die Bedeutung des Satzes nach. Um das Rätsel zu lösen, überqueren er und seine Freundin Marie mit Mountainbikes auf versteckten Pfaden die wilde Bergwelt des Plateau de Vaucluse. Ein mörderisches Unterfangen, das sie an ihre Grenzen führt.
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Facettenreicher Krimi mit eindrucksvollen Landschaftsbildern.
Bewertung am 11.11.2025
Bewertungsnummer: 2651528
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Commissaire Luc Vidal von der Police nationale wird zu einem Toten gerufen. Dieser ist vom Aquädukt bei Fontaine-de Vaucluse gefallen. Die Umstände sind jedoch nicht klar. Aufschluß soll eine die Obduktion ergeben, durchgeführt von der Gerichtsmedizinerin Chloe Nikolauo. War es ein Unfall, Selbstmord oder Mord. Und wer ist der Mann? Eine Vermisstenmeldung erleichtert die Identifizierung des Toten. Der Student Xavier Leroy hat den Toten als vermisst gemeldet. Was für ein Verhältnis hatte der Student zu dem Toten? Leider verschwindet Xavier von einem auf den anderen Tag plötzlich. Warum? Was verschweigt er.
Dann gibt es bei einer Studentenparty eine weitere Tote. Unfall oder Mord? Und was hatte der Mann dort zu suchen, den Xavier beschrieben hatte?
Luc und sein Team geraten unter Druck. Es bleiben nur noch zwei Wochen, um vor dem Trubel des Festival d’Avignon die Stadt und das Departement Vaucluse wieder zu sicheren Orten zu machen.
Bald finden Luc und sein Team mehr über den Toten vom Aquädukt heraus. Er hieß Christoph Wegener und war Journalist. Er hatte wohl geplant eine Biografie über einen Kunstsachverständigen zu schreiben. Doch dieser Gideon Hoffmann ist mittlerweile verstorben. In dessen Umfeld gab es Gerüchte über ein neu entdecktes Gemälde eines sehr berühmten Künstlers. Dabei spielen auch die Farben, die dieser berühmte Maler verwendetet eine große Rolle.
Xavier hat sich mittlerweile mit seiner Freundin getroffen. Gemeinsam fliehen sie vor dem Unbekannten. Wir erleben eine abenteuerliche Flucht durch die wilde Bergwelt des Plateau de Vaucluse. Wer wird die beiden zuerst finden? Luc oder der Unbekannte?
Am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Ein spannender Fall geht zu Ende, anders als erwartet.
Sehr zu empfehlen.
Das Rot spielt eine große Rolle
Bewertung am 10.11.2025
Bewertungsnummer: 2651048
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Buch überzeugt durch die plastische Darstellung der Landschaft und seine kluge Verknüpfung von Kunst, Literatur und Krimihandlung.
Schon das Cover gibt die Tonalität des Krimis vor: das intensive Rot der Ockerfelsen, scharf kontrastiert vom klaren, wolkenlosen Blau des provenzalischen Himmels. Es ist ein Bild, das Hitze, Weite und eine unterschwellige Bedrohung in sich vereint. Und genau in diesem Spannungsfeld entfaltet Tom Burger seinen 2025 erschienenen Krimi rund um Commissaire Luc Vidal. Der Titel Das Rot der Vaucluse ist mehr als eine geografische Verortung, er ist programmatisch. Das Rot steht für Landschaft, Blut, Bühne, Leidenschaft und Gefahr. Der Roman greift das Cover-Motiv erzählerisch immer wieder auf: die roten Böden, die an der Sonne glühen, die von Xavier auf dem Mountainbike überquert werden, die Farben, die in „Warten auf Godot“ erwähnt werden. Die Provence ist hier nicht Kulisse, sondern Charakter. Sie ist ein atmender, rauer, wunderschöner, aber auch gnadenloser Mitspieler. Burger gelingt es, die dramatische Fallhöhe des Plots mit feinem Lokalkolorit zu verbinden, ohne in Folklore abzurutschen. Der Tod des unbekannten Mannes beim Sturz vom Aquädukt bei Fontaine-de-Vaucluse wirkt zunächst wie ein tragischer Unfall, doch schon bald wird klar: Hier stimmt etwas nicht. Die Ermittlungen führen Vidal und die wunderbar kantige, unbeirrbar direkte Gerichtsmedizinerin Chloé Nikolaou in die Welt der Theatermenschen – eine Welt, in der das Spiel mit Wahrheit und Illusion zum Berufsalltag gehört. Der Autor nutzt das kunstvolle Chaos dieser Szene erzählerisch klug, um Spannung aufzubauen und falsche Fährten zu legen. Besonders gelungen wirkt der Perspektivwechsel hin zu Xavier Leroy, der als Verdächtiger und Flüchtender zum tragischen Gegenpol Vidals wird. Seine Flucht vor der Polizei und einem geheimnisvollen Verfolger ist ein atemloses, fast filmisches Element des Romans. Burgers Beschreibungen der wilden Bergwelt des Plateau de Vaucluse sind so bildhaft, dass man beim Lesen fast Staub im Mund spürt und die trockene Hitze auf der Haut zu fühlen meint. Dass sich der Fall letztlich immer stärker um die Bedeutung eines Satzes aus „Warten auf Godot“ rankt, macht die Geschichte nicht nur literarisch reizvoll, sondern auch thematisch vielschichtig. Wie das Cover, das uns visuell in die Tiefe zieht, zieht der Roman den Leser in einen roten Faden aus Symbolik, Täuschung und existenziellen Fragen: Warum töten Menschen? Was treibt sie an? Was bleibt, wenn alle Masken fallen? Ein Krimi, der nicht nur Spannung liefert, sondern auch anregt, sich mit dem „Warum“ hinter den Taten zu beschäftigen.
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