„Sie hatte es geschafft, sich noch viel tiefer in die Scheiße zu reiten, als sie gestern Abend für möglich gehalten hätte. Jetzt musste sie versuchen, da wieder rauszukommen.“ Bella wird vierzig und braucht nicht viel zum Glücklichsein: eine Kippe, eine Frozen Margerita und die Zahlungseingänge aus ihrer kleinen Betrugsmasche. Doch ihre langjährige Mitbewohnerin trinkt plötzlich lieber Zitronenwasser, ihr Wochenend-Lover will mehr und ihre Mutter zwingt sie, den Einödhof zu übernehmen. Als Bella dann auch noch versehentlich ein Portal ins Dämonenreich öffnet, bricht ihr altes Leben endgültig zusammen. Magie flutet ihren Körper, Schatten der Vergangenheit kriechen ans Licht – und plötzlich steht ihre Seele auf dem Spiel. Der Einsatz? Mehr, als Bella jemals geben wollte. Aber vielleicht genau das, was sie retten könnte. Ein trotziges Coming-of-Middle-Age-Abenteuer mit heißer Romantik, casual Queerness und schwarzem Humor. „Bella ist nicht die Heldin, die wir wollten, aber sie ist die Heldin, die wir bekommen haben. “ – Leserin
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
buecherfratz
aus Oberösterreich
4/5
11.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein wilder Ritt durch die magischen Anfänge einer (fast) 40Jährigen
INHALT
Bella steht kurz vor ihrem vierzigsten Geburtstag und ist alles andere als gewöhnlich: Sie flucht hemmungslos, ernährt sich ungesund, lebt in mehreren sexuellen Beziehungen unabhängig vom Geschlecht, ist unordentlich, chaotisch und finanziert sich nicht ganz legale Weise. Als sie in einer emotional instabilen Phase versehentlich ein magisches Portal öffnet, wird sie nicht nur mit ihren lange schlummernden Fähigkeiten konfrontiert, sondern auch mit den Konsequenzen ihrer fragwürdigen Entscheidungen. Dass dabei weiteres Chaos entsteht, das sie wieder ausbaden muss, versteht sich fast von selbst.
MEINUNG
Bella ist eine klassische Anti-Heldin – unbequem, widerspenstig, aber gleichzeitig faszinierend. Ihr Selbstbewusstsein und die allmählich sichtbar werdende Verletzlichkeit machen es einfach, eine Verbindung zu ihr aufzubauen – auch wenn ihr Starrsinn gelegentlich absolut nervig sein kann.
Die Mischung aus Fantasy, erotischer Liebesgeschichte und schwarzhumoriger Komödie funktioniert überraschend gut und die Verweise auf Filme und Musik versprüht besonders für Kinder der 1970er- und 1980er-Jahre einen Hauch Nostalgie.
Auch die Darstellung unterschiedlicher Beziehungsformen – von lesbischer Liebe bis hin zu Polycules – ist in diesem Roman ein willkommenes Zeichen für Offenheit und Toleranz. Dennoch wirkt Diversität auf mich stellenweise etwas bemüht: Die klassisch heterosexuelle Beziehung wird fast vollständig außen vor gelassen, was die Balance der Erzählung für mich etwas stört.
Gewisse Fragen zur Vergangenheit der Protagonistin oder der „Funktionsweise“ der Magie bleiben für mich unbeantwortet, was in Summe dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut. Die Neugier, wie Bella in ihre mehr oder weniger missliche Lage geraten ist und welches Ende das Ganze nehmen wird, blieb von Beginn an mein ständiger Begleiter.
FAZIT
Wer sich von dem düsteren Cover mit dem Teufelchen nicht abschrecken lässt, offen für den bereits erwähnten Genre-Mix ist und sich gerne in einer Geschichte dahintreiben lässt, wird mit „Konfabellationen“ amüsante Lesestunden verbringen. Besonders die Protagonistin mit ihren (fast) 40 Jahren, den fragwürdigen Entscheidungen und der üppigen Figur bietet eine willkommene Alternative zu den allzu häufig vertretenen superschlanken, makellos schönen Jugendlichen oder Mittzwanzigern.
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