Manchmal scheint es Segel zu spannen Blüthenstaubs Gegenwart
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
20.08.2025
Verlag
Killroy MediaSeitenzahl
100
Maße (L/B/H)
19,3/11,5/1,1 cm
Gewicht
140 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-931140-72-4
Wie aus der vermeintlichen »Krone der Schöpfung« »das Schwein, der Mensch« wurde, welches/r sich aus dem Lebensgewebe so mir nichts, dir nichts, fast klammheimlich, herausgelöst hat, als wäre es bloß ein gewiefter Zaubertrick und keine Innen- und Umwelt-Katastrophe: mit dieser Frage im Gepäck unternimmt der Essay »Manchmal scheint es Segel zu spannen« eine archäologische Spurensuche mit blanken Füßen durch die Sahara und mit fünftausend Jahre alten Schilfbooten an die Küste des legendären Kolchis, wobei die fünf Zeitalter der antiken Welt, probeweise, für eine zwar reichlich schmutzige, aber durchaus gültige, bare Münze genommen werden und schlussendlich (was wieder ein neuer Denkanfang wäre) im nach wie vor schlagenden Herzen des »Mahabarata« in Indien landen. Was esoterisch klingen mag, arbeitet sich psychologisch an Fritz Perls’ Aggressions-Ansatz und den nach Wilhelm Reich im ›Körperpanzer‹ manifestierten Widerständen ab, stolpert unterwegs über altägyptische Mumien, diese Prototypen der Panzerung, und auch ein wenig, im krassen Gegensatz, durch den Geist (oder die (belebenden?) Geister) des Anarchismus (mit Paul Goodman als Gewährsmann), was, freigelegt – und im/dem handfesten Freien ausgesetzt (›Natur‹ im, wortwörtlich, weitesten, offensten Sinne) –, aus dem Menschen wieder »ein Stück selbstverständlicher, anständiger [Mit-]Natur« machen könnte.
Der Essay ist freilich weder eine psychologische noch eine archäologische Studie (lediglich, ich sagte es, eine (Ge-)Fährtensuche), sondern eine, mit den Mitteln des Autors ansetzende, durch und durch literarische Tiefenbohrung – und somit auch mit den, teils analytischen, teils hochpoetischen Mitteln der Sprache arbeitende An-, zuweilen auch Erregung (Aufklärung stets eingeschlossen), welche am Ende (das nun ein/der andere neue Anfang sein könnte) nur den Stab weitergeben und auf die Resonanz der Leser warten kann. Erst wenn die innere Natur wieder hergestellt ist, so die Grundannahme, kann, auf an- und grundständige Weise, auch die äußere Natur wieder ins Lot kommen. Es ist ein ziemliches weites Feld mit reichlich Schlamm zum Schlittern und Auskommen und furchtbaren Sonnenattacken ohne Mückenschutz, dessen ist sich der Autor voll bewusst. Wer sich auf das Wagnis einlassen möchten, kann (mag?) sein Herz und seinen Verstand mit in die Waagschale werfen. Wie sagt Wilhelm Reich? »Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.«
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