Bei einem Spaziergang im oberbergischen Wald verschwindet die dreijährige Leni spurlos. Zurück bleiben ihre Eltern Julia und Sebastian, die sich durch einen Alltag voller Schuldzuweisungen, Trauer und Hoffnung winden. Die eine Frage beherrscht fortan ihr Leben: Wo ist unsere Tochter? Zehn Jahre später taucht aus dem Nichts in einer Nacht ein junges Mädchen auf. Das einzige Wort, das es spricht, ist sein eigener Name: Leni. Dr. Vinzenz Reker, ein erfahrener Kinder- und Jugendpsychologe, betreut das Mädchen. Nach kurzer Zeit vertraut es ihm eine ungeheure Wahrheit an und alle beginnen sich zu fragen: Wer ist diese Leni? "Je tiefer der Wald" ist ein Psychothriller mit Figuren zum Anfassen, die die Leser an die Hand nehmen und am Ende nicht mehr loslassen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Svanvithe
5/5
07.04.2026
eBook (ePUB 3)
Je tiefer der Wald
Vor zehn Jahren beginnt ein Albtraum für die Eltern der dreijährigen Leni, als das Mädchen während eines Ausflugs im oberbergischen Wald verschwindet. Seitdem befinden sich Julia und Sebastian in einer Spirale zwischen hoffnungsvoller Verzweiflung und Schuld.
Sie reagieren unterschiedlich auf den Verlust, die Ungewissheit und den seelischen Schmerz. Hieran scheitert ihre Beziehung. Denn während Sebastian die Suche nicht aufgibt, spürt Julia Erleichterung von dem Druck, der als Mutter auf ihr lastete.
Unverhofft taucht jedoch ein unbekanntes Mädchen auf und sagt nur ein Wort: Leni.
Ist sie Julias und Sebastians kleine Tochter? Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Aber Leni zeigt sich unzugänglich und ängstlich.
Deshalb widmet sich Dr. Vinzenz Reker, ein erfahrener Kinder- und Jugendpsychologe, dem Kind. Er versucht behutsam und immer im Interesse des Mädchens, Licht ins Dunkel der Identität und Ereignisse zu bringen.
Für Julia und Sebastian werden hingegen alte Dämonen wachgerüttelt, der damalige Albtraum scheint wieder gegenwärtig zu sein. Wäre da nicht einerseits ihre Hoffnung, dass Leni ihre vermisste Tochter ist, auch wenn dieser die klar wahrnehmbaren gravierenden Veränderungen und Geheimnisse, die das Mädchen umgeben, gegenüberstehen …
In “Je tiefer der Wald” geht Daniel Kohlhas vordergründig einem rätselhaften und ungeklärten Vermisstenfall auf den Grund und verwendet hierbei einen intensiven und empathischen Schreibstil, der den Handlungsverlauf dank kurzer Kapitellänge dynamisch vorantreibt, einen durchgängig kontinuierlichen Spannungsbogen beibehält, eine in Teilen bedrückende Stimmung vermittelt und uns als Leser unweigerlich in das Geschehen hineinzieht.
Doch die im elegischen Grundton erzählte Geschichte bietet noch einiges mehr. Sie fokussiert weniger das Verbrechen an sich, sondern befasst sich akribisch mit der psychologischen Seite der Vorfälle inmitten von Halbwahrheiten, Lügen und Geheimnissen, insbesondere den Empfindungen eines Elternpaares, die sich auf verschiedene Weise äußern.
Außerdem sind wir Zeugen von behutsamen Gesprächen des Psychologen mit einem traumatisierten Kind, in denen der Schmerz fast greifbar wird und die diesem emotional zusetzen. Auch aus diesem Grund legt er alles daran, das Schicksal von Leni zu ergründen und dem schweigsamen Mädchen dauerhaft helfen zu können.
Dabei wagt sich Daniel Kohlhaas auch an ein sozial eher tabuisiertes Thema: das Bedauern der Mutterschaft (“Regretting Motherhood”), einem anhaltenden Zustand, in dem eine Frau bereut, Mutter geworden zu sein, und zudem die Rolle als Mutter negativ erlebt.
Das lässt Julia zu einer Figur werden, bei der Annäherung schwierig ist, die allerdings im Verlauf der Handlung immer deutlicher Verständnis hervorruft.
Möglich wird dies durch die vom Autor gewählte Struktur aus zwei Erzählperspektiven. Neben den Szenen, die wir mit Vinzenz Reker bei den behutsamen Begegnungen mit Leni begleiten, sind wir an Julias Seite und werden in ihre Gedankengänge eingebunden.
Julia und Sebastian sind zwei vom Autor geschaffene Charaktere, die durch die zurückliegenden Ereignisse unter seelischer Erschütterung leiden, verunsichert und überfordert sind, die Erfahrungen der Vergangenheit zu bewältigen.
Erleichternd für die Schwere des Romans ist es, dass es seinem Verfasser in einigen Momenten gelingt, die düstere Grundstimmung etwas aufzuhellen, wozu die Dialoge mit Abir, der Taxifahrerin von Dr. Reker, beitragen.
Mit “Je tiefer der Wald” hat Daniel Kolhas einen außergewöhnlichen und ambitionierten Thriller geschrieben, der den Leser auf Grund eines klugen Plots, des psychologisch fesselnden Geschehens sowie den komplex ausgearbeiteten Figuren in den Bann zieht und auch nach der Lektüre beschäftigt.
Mandel120999
5/5
02.11.2025
eBook (ePUB 3)
Wad geschah mit Leni?
Vor zehn Jahren verschwand die damals 13-jährige Leni während eines Waldspazierganges mit ihren Eltern Julia und Sebastian. Seitdem fehlt jede Spur von dem Kind. Bis zu einem Tag 10 Jahre später, als ein 13-jähriges Mädchen, das sich selbst Leni nennt, plötzlich auftaucht, sich jedoch weigert, zu sprechen ...
Der Thriller ist aus der Sicht mehrerer Personen geschrieben, sodass man tiefe Einblicke in das Seelenleben der Eltern und Ermittler gewinnt.
Die wichtigste Rolle hat Dr Vinzenz Reker inne, Jugendpsychologe, der mit der Betreuung Lenis im Krankenhaus beauftragt wird. Einfühlsam und ohne sie zu drängen versucht er, wichtige Informationen aus dem Mädchen herauszubekommen. Das Kind scheint tieft traumatisiert, es ist nicht einfach, mit ihr zu kommunizieren.
Vinzenz ist ein interessante Persönlichkeit, ein Mensch, der von seinen eigenen Dämonen gejagt wird.
Dann gibt es da die Eltern Lenis, Julia und Sebastian. Während Sebastian ein rationaler Charakter ist, der Trost und Zuversicht in Zahlen und Statistiken sucht, ist Julia getrieben. Sie hat nie so recht in ihre Mutterrolle hineingefunden, litt an einer postpartalen Depression, die niemand erkannt hat. So schlitterte sie immer tiefer in ihr Leid hinein.
Eine weitere wichtige Person ist Jakob, Julias derzeitiger Lebensgefährte, der allein durch die Tatsache, dass er sich damit rühmt, Verbindung zu verschwundenen Menschen aufnehmen zu können, undurchsichtig wirkt.
Die Kapitel haben eine überschaubare Länge und lassen sich angenehm weglesen. Durch den Wechsel der Perspektiven bleibt der Krimi immer spannend und abwechslungsreich. Das Buch besteht aus leisen Tönen, das Geschehen entwickelt sich allmählich, ist jedoch zu jedem Zeitpunkt hochspannend.
Ich empfehle den Thriller allen, die tiefgründige, ruhige Spannung mögen!
Virginia
5/5
25.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Toller Psychothriller - große Empfehlung!
Ein großartiger Psychothriller, der sich meiner Meinung nach bei den Werken der ganz großen Autoren mit einreihen kann!
Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen durchgesuchtet und war komplett im Sog der Geschichte gefangen.
Die Bezeichnung "Psychothriller" trägt dieses Buch zurecht, denn es spielt sowohl mit der Psyche der Protagonisten, als auch mit der von uns Lesern.
Man zweifelt, verdächtigt, hinterfragt und irgendwann weiß man nicht mehr wem man was glauben kann - genauso mag ich das!
Dazu kommt die gelungene Zeichnung der Charaktere. Die Figuren haben Tiefe und egal ob man sie mag oder nicht, sie wecken Emotionen.
Und das brauche ich als Leserin.
Mir war tatsächlich niemand so richtig sympathisch bis auf Dr. Reker. Trotzdem habe ich mitgefiebert und wollte hinter die Fassaden blicken.
Die kurzen Kapitel fand ich super.
Das hat den Lesefluss nochmal beschleunigt.
Und auch die Rückblicke in die Vergangenheit haben zusätzlich für Spannung gesorgt.
Ich hoffe sehr, dass wir bald wieder ein Buch von Daniel Kohlhaas lesen dürfen!
Ich für meinen Teil freue mich schon darauf und bin froh einen neuen tollen Autor entdeckt zu haben
Fazit:
Ein Psychothriller, der die Bezeichnung definitiv verdient! Spannend, Charaktere mit Tiefgang und ein Spiel mit der Psyche des Lesers - wer sagt die Wahrheit und wer verbirgt etwas?
Große Empfehlung!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
25.09.2026
Buch (Taschenbuch)
...desto dunkler die Geheimnisse
Mit seinem Thriller “JE TIEFER DER WALD” lässt der Autor, Daniel Kohlhaas, seine Leser tief in die menschliche Psyche blicken.
Schon zu Beginn wird man mit einem beklemmenden Ereignis konfrontiert: Während eines Ausflugs verschwindet die damals dreijährige Leni spurlos. Es scheint, als hätte der Wald sie einfach verschluckt. Für ihre Eltern beginnt damit ein Albtraum, der ihr gesamtes Leben zerstört.
Doch zehn Jahre später taucht plötzlich ein verstörtes junges Mädchen auf, das nur ein einziges Wort spricht: „Leni“.
Damit beginnt die schwierige Ermittlungsarbeit des Kinder- und Jugendpsychologen Vinzenz Reker. Schnell wird klar, dass die Wahrheit nicht einfach ans Licht zu bringen ist.
Daniel Kohlhaas schreibt so eindringlich, dass einem stellenweise der Atem stockt. Die Geschichte wirkt erschreckend authentisch. Zwar verlaufen manche Ermittlungen etwas ruhig, dennoch bleibt der Spannungsbogen durchgehend erhalten. Besonders die Zeitsprünge sorgen für Nervenkitzel, da nach und nach auch die zerrüttete Beziehung der Eltern enthüllt wird.
Bis zum Schluss fragt man sich, ob das aufgetauchte Mädchen tatsächlich Leni ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen – vor allem wegen des außergewöhnlichen und völlig überraschenden Endes.
Bewertung
5/5
14.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Herausragend gut!
Ein fantastisches Buch! Von der ersten bis zur letzten Seite! Für mich eins der besten Bücher die ich seit langem gelesen habe!
Das Buch ist durchgehend wahnsinnig spannend gestaltet, sodass ich es garnicht weglegen konnte. Die Geschichte ist abwechslungsreich und hat mich immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt, immer wenn ich dachte ich hätte die Geschichte durchblickt kam eine neue Wendung. Ein wahnsinnig guter Thriller der sich leicht und angenehm liest und trotzdem packt und mitreißt ☺️
Man merkt wie viel Liebe und Herz der Autor in dieses Buch gesteckt hat.
Ich freue mich schon auf das nächste Buch! ☺️
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