Geboren im Jahr 1869, wuchs Anna als Bauerntochter inmitten des Emmentals zu einer aussergewöhnlichen jungen Frau heran. Einer Frau, die bald die Aufmerksamkeit von Paul auf sich zog. Sie gefiel ihm. Und er, er gefiel ihr. Eigentlich war vieles klar. Doch das Leben sah etwas anderes für sie vor. Sie war dabei, in der »Krone« von Zäziwil Köchin zu werden, als ein Schicksalsschlag alles veränderte: Von einem Moment auf den anderen wurde sie, erst fünfundzwanzig Jahre alt, zur Mutter von acht Kindern, zur Ehefrau des Wirts - und zur Gastgeberin. Anna fand sich in einer Realität wieder, die ihr Herz sich so nie ausgesucht hätte. Aber - sie arrangierte sich, wuchs an den Herausforderungen und wurde sogar glücklich. Der zweite Bruch in ihrem Leben erfolgte fast dreissig Jahre später. Ausgerechnet im Wonnemonat Mai. Wider alle Erwartungen wurde ihr die Möglichkeit geschenkt, ihrem Herzen doch noch zu folgen. Und zwar ans andere Ende der Welt. Das Buch »Anna« erzählt eine bezaubernde Geschichte, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann - die Geschichte einer Frau, die aus dem, was war, das Beste machte und aus dem, was kam, das Schönste.
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Zwischen Pflicht und Sehnsucht
Shilo aus Ulm am 23.10.2025
Bewertungsnummer: 2633711
Bewertet: eBook (PDF)
Schon zu Beginn spürt man, dass hier eine Geschichte erzählt wird, die aus echtem Leben entstanden ist. Die Sprache ist schlicht und zeitgemäß, sie unterstreicht die Echtheit der Erzählung. Ich konnte mir das Leben im Emmental gut vorstellen, die geschäftige Küche der Krone und den einfachen Rhythmus des Alltags.
Das Leben von Anna, der Ururgroßmutter der Autorin, geboren 1869, gestorben 1944, ist akribisch von Annina Keller recherchiert worden. Sie erzählt die Geschichte einer Frau, die nicht hadert, sondern handelt, und die ihr Leben so meistert, wie es kommt, auch wenn die Entscheidungen oft schwerfallen. Ich habe Anna für ihre Stärke bewundert, aber manchmal hätte ich mir gewünscht, noch tiefer in ihre Gedanken zu blicken. In Momenten, in denen ihr Herz anders wollte als ihr Verstand, blieb sie mir ein wenig zu gefasst. Vielleicht war das aber auch ihre Art, stark zu sein.
Die Autorin erzählt ruhig, ohne Effekthascherei, und lässt somit die Geschichte glaubwürdig wirken. Dass sie auf wahren Begebenheiten beruht, spürt man in jedem Kapitel. Ich fand es beeindruckend, wie Annina Keller das Leben ihrer Vorfahrin mit Achtung und Nähe beschrieben hat.
Was mich besonders berührt hat, ist die Entwicklung dieser Frau, die sich ihrem Schicksal stellt und trotzdem ihren eigenen Weg findet. Ich habe mit ihr gefühlt, auch wenn sie ihre Gefühle selten zeigt.
Für mich ist dies ein ruhiges, warmes Buch über Mut, Pflichterfüllung und das leise Glück, das man sich selbst schafft. Ein lesenswertes Stück Zeitgeschichte, das ohne große Dramatik auskommt und gerade dadurch bewegt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Es lohnt sich, den leisen Geschichten zuzuhören
Esther N. (Mitglied der Orell Füssli Book Circle Community) am 01.05.2026
Bewertungsnummer: 3125660
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Anna Rösti – Zuckerrohr und Liebe von Annina Keller ist ein historischer Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht und tief im Emmental verwurzelt ist. Das Buch verbindet eine berührende Lebensgeschichte mit regionaler Geschichte und einer grossen Portion Menschlichkeit.
Im Zentrum steht Anna Rösti, geboren 1869, eine Frau, die schon in jungen Jahren durch ihren Mut und ihre innere Stärke beeindruckt. Der Roman begleitet sie durch eine Zeit, in der Selbstbestimmung für Frauen alles andere als selbstverständlich war. Vor der Kulisse des Emmentals entfaltet sich eine Geschichte von Herkunft, Entscheidungen und Liebe, die leise, aber nachhaltig wirkt.
Besonders eindrücklich fand ich die Figur der Anna selbst. Sie wird feinfühlig und glaubwürdig gezeichnet, ohne verklärt zu wirken. Ihre Entschlossenheit und ihr Mut haben mich tief berührt. Die Sprache des Romans ist klar und zugänglich, das Buch liest sich sehr leicht und fliesst angenehm dahin. Gleichzeitig bleibt genug Raum für Emotionen und historische Tiefe. Dass die Geschichte auf wahren Ereignissen aus dem Emmental basiert, hat mein Leseerlebnis zusätzlich intensiviert, da ich mich mit dieser Gegend sehr eng verbunden fühle.
Die Liebesgeschichte nimmt einen wichtigen Platz ein und hat mich stellenweise zu Tränen gerührt. Auch die liebevolle Gestaltung des Buches trägt dazu bei, dass man sich beim Lesen rundum aufgehoben fühlt.
Was sagen dir Verstand, Magen und Herz? Seite 137
Es lohnt sich, den leisen Geschichten zuzuhören … Seite 179
Insgesamt ist Anna Rösti – Zuckerrohr und Liebe ein bewegender Roman, den ich allen empfehle, die historische Stoffe, starke Frauenfiguren und emotional erzählte Lebensgeschichten schätzen.
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