Nach fast einem Jahrzehnt ohne Nachschub erzählt Andreas Schorsch endlich neue Geschichten aus seinem Alltag als Service-Mitarbeiter im Hauptbahnhof Düsseldorf. Dieses Mal geht es stilistisch wilder zu als in den früheren Bänden, die Gedanken tanzen Pogo, die Kamera schwenkt häufig und schnell. Wir gehen mit Schorsch durch die Tages- und Jahreszeiten, man fröstelt förmlich an einem frühen Weihnachtsmorgen mit, bekommt ständig Kaffeedurst und fragt sich bei all den irren Gestalten und Ereignissen: Ist das wirklich passiert? Schnell beantwortet man sich selbst die Frage mit „Ja!“. Vor allem, weil der neue Erzählstil eine authentische, dokumentarische Art mit sich bringt, quasi Blair Witch Project in urkomisch. Der Ansatz erinnert an die Technik des Bewusstseinstroms – und wer hat die schon in der Geschichte der Literatur wirklich angewendet? James Joyce, Arthur Schnitzler, Peter Licht. Gute Gesellschaft. Dem teils verspielten, teils sarkastischen Humor von Schorsch spielt das in die Karten und so wird diese realistische Komödie über den Wahnsinn der Gegenwart, der am Bahnhof kulminiert, zugleich zur Katharsis.
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