»Zum ersten Mal war ihr Problem nicht, dass sie zu wenig wusste. Das war in den einunddreißig Jahren davor der Fall gewesen. Sie war hier, weil sie zu viel wusste.«
Jule wurde mit dem Ruf geboren - der kosmischen Gabe, Materie mit dem Willen zu formen. Doch trotz ihrer langjährigen Ausbildung an der Zitadelle von Arges gelingt es ihr nicht, etwas aus ihrem Talent zu machen. Als Beschwörerin taugt Jule nicht viel, und so stellt sie sich auf eine schnöde Beamtenkarriere und gemütliche Pizzaabende ein. Ein Auftrag der Zitadelle bringt ihre Pläne allerdings durcheinander: Jule wird von intergalaktischen Rebellen entführt und landet mit einem schnippischen Monster im Kerker. Statt sie zu fressen, verbündet es sich mit Jule und macht ihr ein verlockendes Angebot. Bald schon ist Jule die argesische Geheimpolizei auf den Fersen, und die Götter selbst verwickeln sie in ein tödliches Spiel aus Intrigen, Lust und geheimnisvollen Mächten.
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Der Auftakt einer abenteuerlich-romantischen Reise, die Science-Fiction und Urban Fantasy verbindet.
»Arcane« trifft »Star Wars«.
Mit Illustrationen von Johanna Lehmert und Lunariztic.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
26.05.2026
eBook (ePUB)
Genre-Mix mit Sogwirkung
Seelengrube beginnt nicht nur mit einem ersten Satz, der mir Gänsehaut beschert hat sondern gleicht anfangs einem Kammerspiel mit überschaubarer Personenzahl in abgeschlossenem Setting. Denn Jule sitzt gemeinsam mit einem wahrhaft mürrischen Monster in einem Kerker fest, nachdem sie während einer Mission auf dem Planeten Nibel V von Rebellen gefangen genommen wurde.
Ihre Tage bestehen aus Selbstzweifeln, Selbstgesprächen und Blickduellen mit dem Monster, mit dem sie sich später auch herrliche Wortgefechte liefert. Diese Monotonie wird nur von den unerfreulichen Besuchen des Rebellenführers Ekre unterbrochen, der Jule die Geheimnisse der Zitadelle mit allen Mitteln entlocken möchte. Denn in der Zitadelle von Arges werden all jene ausgebildet, die durch eine genetische Mutation über den Glimmer verfügen, eine Art von Magie, die mittels spezieller Handgesten – den Rufen – gewirkt wird.
Jule ist allerdings eine … mittelmäßige Beschwörerin, die schon mehrfach an der Aufstiegsprüfung in den zweiten Rang gescheitert ist. Um dem Kerker zu entkommen, muss sie mit Hilfe des Monsters Mika über sich hinauswachsen. Während ihrer gemeinsamen Übungen lassen beide ihre Schilde aus Sarkasmus und bissigen Kommentaren Zoll um Zoll sinken. Trotz ihrer Verschiedenheit kommen sie einander auf intellektueller und emotionaler Ebene näher. Subtil eingewobene Details haben das warme Gefühl, das Jule alsbald in Mikas Nähe empfindet, für mich nachempfindbar gemacht. Dass sie sich schlussendlich in ihn verliebt ist ebenso glaubhaft geschildert wie ihr Bestreben, Mika nach ihrer Rückkehr nach Arges um jeden Preis wiedersehen und ihn befreien zu wollen.
Dazu muss sie allerdings den Aufstieg in den nächsten Rang schaffen. Problematisch ist dabei vor allem, dass Jule sich aus Bequemlichkeit und Angst mit ihrer Rolle als Versagerin abgefunden hat. Sie schöpft ihr volles Potenzial nicht aus. Mika retten zu wollen gibt ihr genau den richtigen Anstoß, ihrem Leben mit einunddreißig Jahren eine neue Richtung zu geben.
Jule ist keine perfekte Protagonistin, der alles in den Schoß fällt. Sie ist ein Underdog, angetrieben von Sehnsucht und Wut. Sie muss sich den Allerwertesten aufreißen, um ihre Ziele zu erreichen – und dabei ihre schlimmste Feindin überwinden: sich selbst. In ihren Zweifeln und Ängsten ist sie so nahbar, so menschlich und zeigt dabei gleichzeitig, dass es für einen Neuanfang niemals zu spät ist. Dass sie dabei – manchmal auch unverschuldet – von einer Katastrophe in die nächste stolpert, sorgt dafür, dass Seelengrube einen Sog entwickelt, dass ich mich nicht nur einmal nicht an meinen Nur-noch-ein-Kapitel-Vorsatz gehalten habe. Zum Glück hat Jule eine Gruppe toller Freund*innen an ihrer Seite – und eine geheimnisvolle Instanz, die im Hintergrund die Fäden zieht und sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt.
Eine besondere Stärke des Romans liegt für mich in seinem Genre-Mix: Neben Science Fiction gibt es einen hohen Anteil an Fantasy-Elementen. Wie schon in ihrem Urban Fantasy Krimi Lunarcoast – Mord unter dem Hexenmond überzeugt auch hier Meiers komplexer Weltenbau und das detaillierte Magie- bzw. Glimmer-System. Die verschiedenen Aspekte und ihre Rufe sind anfangs nicht leicht zu überblicken, aber in jedem Fall faszinierend.
Trotz einiger Rückschläge, wächst Jule dank Hilfe von unerwarteter Seite über sich hinaus. Das muss sie auch: Als sich ihr wahres Potenzial zeigt, gerät sie nicht nur ins Visier der argesischen Geheimpolizei. Auch die göttlichen Avatare, die Arges schützen, haben Interesse an ihr. Sie stehen an der Spitze dieses streng hierarchisch gegliederten Gesellschaftssystems, das sich auch in der Architektur der Stadt widerspiegelt.
Arges wirkt auf seltsame Weise lebendig. Beinahe wie ein weiteres Monster, übermächtig und nahezu göttlich, dem Jule sich ebenfalls stellen muss. Die Stadt ist laut, in den unteren Schichten von Elend geprägt. Diese Beschreibungen haben mich vielfach an die Wahrnehmung von Städten in der Lyrik des Expressionismus erinnert. Sie verleihen dem Setting eine weitere bedrohliche Komponente.
Beeindruckend detailreiche Illustrationen von Johanna Lehmert (auch Cover) und Lunariztic lassen Signa, Aspekte oder Arges selbst an verschiedenen Stellen des Romans lebendig werden.
Fazit
Seelengrube ist ein Auftakt nach Maß für die Der-letzte-Schlüssel-Reihe: Die Mischung aus Science Fiction und Urban Fantasy weiß mit einem komplexen Setting sowie mit einem nicht weniger komplexen Magiesystem zu überzeugen. Seite an Seite mit Jule kämpfen wir uns hartnäckig aus den untersten Schichten von Arges empor, getragen von der Sehnsucht nach einem menschlichen Monster. Mit ihr finden wir die Stärke, nicht nur eingeschlagene Lebenswege zu ändern, sondern sogar die Götter herauszufordern.
Band 2 – Funkenflug – erschien im Mai 2026.
Denise ließt
5/5
20.05.2026
eBook (ePUB)
Was für ein Auftakt!
Seelengrube Der letzte Schlüssel von @coffeeandkismet ist der Auftakt zu einer fesselnden SciFi Romantasy voller Intrigen und Spielereien der Mächtigen.
Mittendrin die nicht ganz so erfolgreiche Jule. Denn obwohl sie schon Jahre ihren Ruf, die magische Fähigkeit, trainiert, bleibt sie darin erfolglos.
Doch dann gerät sie bei einen Auftrag in Gefangenschaft und lernt dort Mika, ein gefährliches Wesen, kennen.
Seelengrube Der letzte Schlüssel beginnt mitten in der Geschichte. Keine Erklärung, kein Kennenlernen. Wir sind mitten im Geschehen und ich fand diesen Auftakt einfach großartig.
Obwohl ich SciFi nicht sonderlich oft lese war ich direkt von Jules Art begeistert. Hier haben wir keine Teenie Heldin sondern eine junge Frau Anfang dreißig die abwegt aber auch impulsiv sein kann.
Dazu kommt Mika, ein Mysterium das weder Jule noch eir Lesenden vergessen können.
Ich hab die Dialoge der beiden gefeiert.
Auch der Storyverlauf ist fesselnd geschrieben. Jules Gefangenschaft ändert nämlich einiges in ihrem Leben und ihrer Magie. Doch auch ihre Freunde bringen dahingehend Spannungen mit sich.
Die Entwicklungen rund um die Protagonistin allein bieten einen lesenswerten Plot, doch das Rätsel um Mikas Verbleib und Jules Ruf machen daraus einen wahren Pageturner.
Es passiert so viel ohne das ich mich überfordert gefühlt habe.
Gleichzeitig wird deutlich, dass das Setting und Worldbuilding zwar komplex sind aber Lesende verständlich eingeführt werden.
Ich für meinen Teil konnte das Buch kaum weglegen.
Fazit:
Seelengrube Der letzte Schlüssel ist Auftakt zu einer wirklich epischen Geschichte die ich jedem Fantasyfan ans Herz legen kann, auch wenn SciFi nicht dein Ding ist.
Absolute Leseempfehlung von mir ❤️
Bewertung
5/5
12.03.2026
eBook (ePUB)
Soooo cool!
„Seelengrube“ trieft vor Kreativität, nimmt einen mit in eine dystopische Science-Fiction/Fantasy Welt und besticht dabei, trotz aller Magie und Monster unddemganzenWahnsinn durch eine Protagonistin, die so wunderbar unperfekt ist, dass man jauchzen möchte.
Jule ist nicht cool oder mutig oder sportlich oder schlau oder sonst irgendwie besonders großartig. Sie ist unsicher, läuft vor Verantwortung davon und schilddert halb unfreiwillig in ihr Abenteuer. Und das macht es so unterhaltsam! Jules struggle ist real und ich hatte extrem viel Spaß dabei zuzusehen, wie sie über sich hinaus wächst.
Teil 2 erscheint übrigens schon bald und ich werde es AUF JEDEN FALL!! lesen!
Super geil, Bitte mehr.
Bewertung
aus Brühl
5/5
29.01.2026
eBook (ePUB)
Ein Auftakt mit Aufstieg
"Seelengrube", das Roman-Debüt von Marie Meier, ist ein für mich rundum gelungener Soft-Sci-Fi-Fantasy-Auftakt. Ich sage sowohl Sci-Fi als auch Fantasy, weil das Setting mit interplanetaren Reisen und Raumschiffen eindeutig Sci-Fi ist, es mit der Gabe des Rufs jedoch ein ziemlich starkes Magie-Pendant im Roman gibt, das auch eine gewichtigere Rolle einnimmt als die Sci-Fi-Elemente. Auch sonst wirkt das Setting sehr irdisch/geerdet. Die Technik ist zumeist vertraut, Speisen und Bräuche sowieso. Man kommt also gut in die Geschichte, was durch den cleveren Einstieg im Gefängnis noch erleichtert wird. Erst nach der Befreiung von Protagonistin öffnet sich die Welt von "Seelengrube" mit ihren Regeln für uns als Lesende. Jule ist derweil nicht perfekt, sondern leidet unter Prüfungsangst, kommt eher aus der Unterschicht und hat gelinde gesagt ein Alkoholproblem. All das macht sie nahbar und gibt ihr den Raum, sich zu entfalten und zu wachsen und aufzusteigen in der Hierarchie (und das tut sie), was wiederum eine spannende und neue Ausgangslage für den zweiten Teil der Reihe schafft.
Restlos überzeugen kann übrigens auch der trockene Humor, sowohl in den Dialogen als auch in den Beschreibungen. "Seelengrube" ist wirklich sehr unterhaltsam.
Zu erwähnen ist ansonsten nur noch, dass "Seelengrube" spürbar der erste Teil einer Reihe/Trilogie ist. Ist die Handlung abgeschlossen? Jain. Sie erreicht einen befriedigenden Zwischenpunkt, und man klappt als lesende Person das Buch glücklich zu, doch das Ziel von Protagonistin Jule ist noch lange nicht erreicht. So fühlt sich auch der Roman mehr wie eine Etappe eines großen Ganzen an als wie ein in sich geschlossener Einzelband. Also mehr "The Witcher" als "Percy Jackson", wenn das Sinn macht. Das ist kein Problem, man sollte es einfach nur bedenken.
Bewertung
5/5
11.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Einfach Klasse.
Das Buch „Seelengrube“ bietet einen faszinierenden Mix aus verschiedenen Genres, der sich frisch und unverbraucht anfühlt. Die Autorin schafft eine dichte Atmosphäre, in die man total eintauchen kann. Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt und Lust auf mehr macht. Daumen hoch! Ich brauche unbedingt Band 2.
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