Was passiert, wenn der Funke in dir sich entzündet?
Nie hätte Tamsyn gedacht, dass Fell einmal alles für sie bedeuten würde. Aus dem grausamen Krieger, den sie gegen ihren Willen heiraten musste, ist für sie der Mann geworden, den sie aus tiefstem Herzen liebt. Doch dann gerät Fell in die Gewalt eines verfeindeten Clans und wird für tot erklärt. Niemand glaubt Tamsyn, dass sie ihn noch immer über das Heiratsmal auf ihrer Handfläche spürt. Als sie selbst in die Fänge der Palastgarde gerät, steht auf einmal auch ihr eigenes Leben auf dem Spiel.
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27.10.2026
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Unzerstörbar
„A Scar in the Bone“ von Sophie Jordan ist der zweite Band ihrer Drachen Romantasy Reihe Die Feuerschwur Chroniken.
Auch unter Drachen und eigentlich ihresgleichen bleibt das ehemalige Prügelmädchen Tamsyn eine weiterhin Außenseiterin. Die Lage verschärft sich noch, als ihr Ehemann und Gefährte Fell von einer Mission mit seinem Zwillingsbruder nicht zurückkehrt und seitdem als tot gilt. Auch wenn Tamsyn Fell über ihr Heiratsmal immer noch spüren kann, setzt nach einem Jahr endgültig die Resignation ein. Tamsyn muss sich Tag für Tag behaupten, obwohl ihr aufgrund ihrer Vergangenheit unter Menschen niemand wirklich traut. Als sie bei ihrer ersten Außenmission auch noch in die Hände ihres schlimmsten Feindes gerät, könnte nicht nur ihr Leben auf dem Spiel stehen. Doch Tamsyn ist stärker als alle annehmen und sie hat nichts mehr zu verlieren.
Sophie Jordan setzt mit ihrer Handlung etwa ein Jahr nach dem Ende des Auftaktbandes an. Tamsyn lebt im Drachenclan von Fells Zwillingsbruder, aber gleich zu Anfang bekommt man so nebenbei die Nachricht, dass Fell von einem verfeindeten Clan getötet wurde. Diesen Brocken muss man erstmal verarbeiten, denn dadurch ändert sich die gesamte Dynamik der Story.
Der Fokus liegt noch stärker auf Tamsyn und ihrem Überlebenskampf, und wie sie in Babyschritten ihr Leben neu ausrichtet. Es ist schmerzhaft mitanzusehen, welche Parallelen ihr neues Leben zu ihrem alten hat. Wieder ist sie die Außenseiterin, die nie dazugehören wird. Zumindest bis sie sich für eine angebotene Zukunft erwärmt, die sie sich zuerst nie vorstellen konnte.
Die Entwicklung von Tamsyn ist stark und Tamsyn selbst ist noch stärker. Sie stellt sich ihren Dämonen und bleibt sich trotzdem treu, obwohl sie dabei ihr Leben verlieren könnte. Die Trauer um Fell und die zunehmende Hoffnungslosigkeit sorgen für eine düstere und bedrückende Atmosphäre und doch strahlt Tamsyns unzerstörbarer Wille eine enorme Kraft aus.
Sophie Jordan lässt unsere Heldin wirklich leiden und man darf gespannt sein, ob Tamsyns Leben eine neue Richtung einschlagen wird. Ich konnte ihre widerstreitenden Emotionen nachvollziehen und bewundere ihre unerschütterliche Loyalität und Menschlichkeit.
Die Handlung konnte mich von Anfang bis Ende fesseln, was vor allem an der starken weiblichen Hauptfigur liegt. Obwohl die Geschichte von Tamsyn abgeschlossen wird, zeigt der Epilog, dass noch jede Menge ungeklärte Dinge auf ihre Fortsetzung warten. Und ich bin sehr gespannt darauf.
Mein Fazit:
Klare Leseempfehlung!
Aarany
aus Berlin
3/5
27.10.2026
eBook (ePUB)
Puls-Echo
Cover & Klappentext
Das Cover ist quasi identisch mit dem von Band eins. Lediglich in der Farbgebung unterscheiden sie sich. Natürlich macht es damit sofort deutlich, dass die Teile zusammengehören, aber in meinen Augen ist es dennoch nicht ideal.
Unabhängig davon gefällt das Cover mir immer noch.
Für mich war der Klappentext weniger relevant, da ich nach Band eins natürlich gespannt auf die Fortsetzung war. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass er etwas irreführend wirkt. Die Geschichte habe ich persönlich anders wahrgenommen.
Meinung
Nach einer Aufklärungsmission gerät Fell in die Gewalt eines verfeindeten Clans und wird für tot erklärt. Dennoch spürt Tamsyn sogar ein Jahr später noch die Verbindung zu ihm, während sie bei Fells Bruder Vetr in dessen Clan in der Gebirgswüste lebt.
Als sie erfährt, wie sehr sich das Leben der Menschen verändert hat, und Vetr sie zunehmend unter Druck setzt, eine neue Bindung einzugehen, beschließt sie, alles zu unternehmen, um Fell zu finden.
Überwiegend aus der Sicht von Tamsyn wird man durch das Geschehen geführt.
Der Einstieg war überraschend leicht, vermutlich weil die Autorin mit einem Zeitsprung gearbeitet hat. So war es nicht notwendig, sich sofort an alles zu erinnern. Stattdessen konnte man sich auf die aktuelle Situation konzentrieren, während man nach und nach wieder mit der Vergangenheit von vor einem Jahr konfrontiert wurde. Das hat es deutlich vereinfacht, in die Handlung zu finden.
Auch der Schreibstil hat dazu beigetragen.
Während mich bei „A Fire in the Sky“ der Schreibstil nicht komplett überzeugen konnte, habe ich hier nur wenig zu beanstanden. Ich glitt förmlich durch die Zeilen, nur unterbrochen von einem gelegentlichen Stolperstein, wenn ein Satz ungünstig formuliert wurde. Ansonsten gefiel mir die Wortwahl und der Satzaufbau. Insbesondere weil hier auf Schlüsselszenen gesetzt wurde. So sind tolle Abschnitte entstanden, die mich Tamsyn deutlich näherbrachten.
Tamsyn hat mich in der Fortsetzung sofort für sich eingenommen, weil sie greifbarer war, auch wenn ich sie nach wie vor nicht immer verstehen konnte. Einige Geschehnisse hätte ich anders als sie bewertet. Ich wäre misstrauischer und nicht ganz so leichtgläubig gewesen. Und gerade dieser Punkt hat mich irritiert. Tamsyn kam mir normalerweise ausgesprochen durchsetzungsfähig vor und zeigte eine beeindruckende innere Stärke. Das hat sie angetrieben. Doch hier erschien mir vieles widersprüchlich.
Dabei passiert so was, wenn überhaupt, in erster Linie bei einem Auftakt, bevor man, in dem Fall, die Hauptprotagonistin richtig einzuschätzen weiß.
Apropos Auftakt: Während ich im ersten Teil den Eindruck hatte, ein wenig auf der Stelle zu treten, fehlte mir hier einiges an Input, vermutlich bedingt durch den Zeitsprung. In der Zeit hat sich sehr viel verändert, was teilweise nur angeschnitten wurde, gerade Tamsyn betreffend.
Dafür konnte die Handlung bei mir punkten. Es ging teilweise recht rasant voran, unterbrochen von entspannteren Szenen, die viele Emotionen bereithielten. Es gab sogar einige überraschende Wendungen, die mir richtig gut gefallen haben. Erst am Ende hat es die Autorin meines Erachtens nach etwas übertrieben. In dem Versuch, viele Twists einzubauen, wirkten die Szenen etwas konstruiert und damit unglaubwürdig, während andere Konfliktmomente eher idealisiert abgehandelt wurden. Das ist sehr schade.
Auch das Ende konnte mich nicht völlig überzeugen. Es kam zu schnell und zu abrupt. Und wenn ich die Autorin in ihrer Danksagung richtig verstanden habe, liegt der Fokus zukünftig auf anderen Protagonisten. Dabei ist einiges offen geblieben.
Fazit
In vielen Punkten hat mich die Fortsetzung positiv überrascht. Die Handlung zieht den Leser in ihren Bann und bringt ihm Tamsyn näher.
Die Autorin überzeugt mit einer hohen Emotionalität und überraschenden Wendungen.
Auch hier kommen die Drachen nicht zu kurz.
Ich vergebe erneut drei von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.
#ravensburgerbücher
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