Selbstermächtigung oder Einfühlung Edith Steins frühe Philosophie und der historische Kontext
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Sprache:Deutsch
56,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
09.07.2025
Herausgeber
Hans Rainer SeppVerlag
Traugott BautzSeitenzahl
440
Maße (L/B/H)
22,2/15,4/2,5 cm
Gewicht
629 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-689-11037-6
Der zweite Teil konzentriert sich zunächst auf Steins Dissertation Zum Problem der Einfühlung (1916). Stein will die ursprüngliche Korrelativität von Welt und Bewusstsein ergründen. Da zur Welt nicht nur das fragende und reflektierende „Ich“ gehört, sondern unabdingbar auch fremdes Bewusstsein, richtet sich Steins Interesse auf die philosophischen Voraussetzungen für die Bedingung der Möglichkeit von Fremdwahrnehmung. Zugleich möchte sie herausfinden, wie das Individuum sich seiner selbst bewusst wird bzw. sich konstituiert. Mit der Einsicht, dass der „Andere“ immer zum Gegebensein der Welt gehört, fängt das Fragen aber erst an: Wie steht es mit der Ursprünglichkeit der eigenen Erfahrung, wenn es noch andere Ursprünglichkeiten gibt? Gibt es trotz der Pluralität der Subjektivitäten eine Verschränkung gleicher Strukturen und unter welchen Bedingungen? Kann man bei vielen Subjekten eine Vernunft und eine Wahrheit voraussetzen? Mit ihrer bei Edmund Husserl und Adolf Reinach erlernten phänomenologischen Arbeitsweise besitzt sie das Instrumentarium, das sie auf ihr Konzept der „Einfühlung“ anwendet und damit eine praktische Erkenntnisweise vorstellt, durch die Intersubjektivität ermöglicht wird:
Selbstverstehen durch Fremdverstehen.
Zum Ende ihrer Dissertation ist sich Stein der Grenzen des husserlschen Ansatzes (bzw. der metaphysischen Lücke) immer bewusster geworden. Während ihrer in den Jahren 1916 bis 1918 folgenden Mitarbeit an Manuskripten Husserls gelingt ihr der Durchbruch. In den Schriften, die im zeitlichen Umfeld jener Jahre entstanden sind, deutet sich eine hermeneutische Kehre an, in der die Dialektik von Suchen und Gefundensein bzw. ein präreflexives Vertrauen Steins Denkweg zu prägen beginnen. Wenn sie über ihr Selbstverständnis schreibt, taucht eine neue Sprache auf, die sie in den kommenden Jahren profilieren wird. Das Buch schließt mit einem Ausblick, in dem Steins Annäherung an das „ontologische Apriori“ skizziert wird – in Einsichten, die aus der Dissertation erwachsen sind.
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