Produktbild: Babylonisches Repertoire

Babylonisches Repertoire Roman

4

17,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

01.09.2021

Verlag

Müry Salzmann

Seitenzahl

510 (Printausgabe)

Dateigröße

3794 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783990142950

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

01.09.2021

Verlag

Müry Salzmann

Seitenzahl

510 (Printausgabe)

Dateigröße

3794 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783990142950

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  • Bewertung

    5/5

    17.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unvergesslich

    „Bücher sind eine Flaschenpost durch die Zeit, vielleicht das beste Medium, um Bleibendes zu schaffen.“ (Judith Schalansky) Was bleibt bei der Lektüre? Nicht ein vielfältig und differenziert angelegtes Entwickeln einer Familiengeschichte des Herkommens und Weitergehens bzw. Hernehmens und Weitergebens von Ideen, Sprache, Essgewohnheiten und Erbstücken über Grenzen und Zeiten hinweg, sondern das Zurückgeben der Geschichte zwischen Generationen. Die sprachliche Umsetzung dieses kunstgriffigen Abenteuers ist das Neue und Bleibende, das als Faszinodium den Roman umgibt, und rechtfertigt die raumgreifende (512 Seiten) Chuzpe des Erzählers – und die Freude des Lesers, der im Gegensatz zum Autor gelegentlich sprachlos bleiben darf.

  • Bewertung

    5/5

    02.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Licht- und Schattenseiten einer jüdischen Familie

    Von André Farin Was passiert eigentlich, wenn sich ein Lyriker als Romanautor ausprobiert? Gute Frage. Gabriel Wolkenfeld liefert mit seinem neuen Roman „Babylonisches Repertoire“ eine passende Antwort dazu. Der 36-jährige Berliner sieht sich eher als Poet, der aus seinen Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen wort- und bildgewaltige Verszeilen macht. In seinem aktuellen Gedichtband „Sandoasen“ gelang ihm das zum Beispiel in erstaunlicher Weise. Der Schritt nun zu einem 500-Seiten-Werk wirkt dagegen als eine Herausforderung, der sich der studierte Germanist und Literaturwissenschaftler bewusst stellen wollte. Gabriel Wolkenfeld beschäftigte sich mit dem Schicksal einer jüdischen Familie, deren Geschichte von Litauen über Taschkent und das ehemalige Gorki bis in das heutige Israel führte. Darin sind der 86-jährige Avigdor Seliger und sein Enkel Yair zwei der zentralen Figuren der zahlreichen Handlungsstränge durch ein gutes Jahrhundert. Der eine lebt in einem Seniorenwohnheim, weil er mit seiner Tochter nicht mehr sprechen wollte und möglicherweise dement ist. Sein eigenwilliger Charakter kommt noch dazu. Und der andere mit einem eher chaotischen Lebenswandel wohnt in Tel Aviv in einer lockeren Beziehung zu seinem Freund und mit kurz gehaltenen Kontakten zu seiner neugierigen und besorgten Mutter. Yair kennt seinen Großvater aus den Geschichten, die er ihm selbst einmal in den Ferien am See Genezareth erzählte. Er will jetzt als Erwachsener nicht wahrhaben, dass dieser lebenserfahrene alte Mann vielleicht an Demenz leidet und den Bezug zur Realität verloren haben könnte. Daher möchte er ihn auf die Probe stellen und erzählt aus dessen Vergangenheit, manchmal etwas hinzudichtend, bewusst weglassend oder an anderer Stelle einfach nur abgewandelt. An jedem Besuchstag bringt er eine andere Frucht mit, die sie gemeinsam essen und damit eine Verbindung zu dem jeweiligen Lebensabschnitt seines Opas Avi herstellen, aus dem Yair ihm leidenschaftlich und anschaulich berichtet. Eine Familiengeschichte aus mehreren Jahrzehnten braucht natürlich eine große Anzahl von Personen, wie sie Gabriel Wolkenfeld selbstverständlich aufnimmt. 27 Menschen finden so ihren dichterischen Platz in einer Ansammlung von Lebensgeschichten, die von vielfältigen gesellschaftlichen Verhältnissen und persönlichen Umständen bestimmt werden. Das Leben in dem viel zu großen Sowjetreich, das oft nur mit den Anordnungen der führenden Politriege und unlauteren Mitteln der Staatsicherheit zusammengehalten werden konnte, wird tiefgründig geschildert. Der Umgang von Volk und Partei mit den 2,5 Millionen Juden in der Sowjetunion oder die Auswanderung von jüdischen Bevölkerungsteilen werden thematisiert. Schwierige Zeiten und traurige Rückschläge für die agierenden Protagonisten wechseln mit amüsanten Höhepunkten, sagenhaften Momenten und lesenswerten Anekdoten. Besonders schillernde Figuren umgeben Avigdor und machen den Reiz des Romans aus, denn wir erleben sie in vielen alltäglichen und besonderen Situationen äußerst bild- und gestenreich beschrieben. Etwa wie die bezaubernde Bella Rubinsteyn, Avigdors leibliche Mutter. Sie träumt davon, ein außergewöhnliches Wesen gebären zu können und isst daher während ihrer Schwangerschaft nur exotische Früchte, für die sie sogar ihren Schmuck eintauschte. In dem Roman sticht Avigdors zweite Frau Olympiada hervor. Sie ist lesebegeistert, interessiert sich für den literarischen Untergrund und versteht es mit fraulichem Geschick, Geheimdienstmänner zu umgarnen. Eine weitere bemerkenswerte Frauengestalt in Avigdors Leben ist Danuta, seine angenommene Schwester. Größtenteils wuchs sie in einem Taschkenter Waisenhaus auf und führte lange Zeit eine dortige Kinderbande an, die alle möglichen Märkte der Stadt unsicher machte. Wie in einem Kaleidoskop fügen sich die wechselnden Zeiten, Orte und Personen des Romans zusammen. Die Fülle an Gesprächsstoff und erzählenswerten Details bringt der Autor mit großem schriftstellerischem Talent so auf dem Punkt, wie man es von seiner Lyrik kennt. Nur einem guten Zuhörer, Zuschauer und Beobachter wie ihm gelingt es, den roten Faden und das fantasiereiche Anliegen der hier festgehaltenen Lebensgeschichte zu verbinden. Er hat sein schreibendes Handwerk nicht nur gelernt, sondern mit dem vorliegenden Werk meisterlich ausgeführt. Der Roman erschien in diesem Herbst im Müry Salzmann Verlag und wird jetzt die Lesefans erobern. Gabriel Wolkenfeld plant nach seinem Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse in diesen Tagen eine Lesetour durch Deutschland. Dann wird er vielleicht darüber Auskunft geben, wie autobiografisch sein Werk ist und ob er über eine Fortsetzung nachdenkt. Mit Sicherheit aber wird er die Zuhörer von seiner Erzählkunst begeistern, weil sie von den genauen Beobachtungen, ideenreichen Beschreibungen und attributgefüllten Wortspielen eines Lyrikers lebt.

  • André

    aus Putbus

    5/5

    02.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von André Farin Was passiert…

    Von André Farin Was passiert eigentlich, wenn sich ein Lyriker als Romanautor ausprobiert? Gute Frage. Gabriel Wolkenfeld liefert mit seinem neuen Roman „Babylonisches Repertoire“ eine passende Antwort dazu. Der 36-jährige Berliner sieht sich eher als Poet, der aus seinen Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen wort- und bildgewaltige Verszeilen macht. In seinem aktuellen Gedichtband „Sandoasen“ gelang ihm das zum Beispiel in erstaunlicher Weise. Der Schritt nun zu einem 500-Seiten-Werk wirkt dagegen als eine Herausforderung, der sich der studierte Germanist und Literaturwissenschaftler bewusst stellen wollte. Gabriel Wolkenfeld beschäftigte sich mit dem Schicksal einer jüdischen Familie, deren Geschichte von Litauen über Taschkent und das ehemalige Gorki bis in das heutige Israel führte. Darin sind der 86-jährige Avigdor Seliger und sein Enkel Yair zwei der zentralen Figuren der zahlreichen Handlungsstränge durch ein gutes Jahrhundert. Der eine lebt in einem Seniorenwohnheim, weil er mit seiner Tochter nicht mehr sprechen wollte und möglicherweise dement ist. Sein eigenwilliger Charakter kommt noch dazu. Und der andere mit einem eher chaotischen Lebenswandel wohnt in Tel Aviv in einer lockeren Beziehung zu seinem Freund und mit kurz gehaltenen Kontakten zu seiner neugierigen und besorgten Mutter. Yair kennt seinen Großvater aus den Geschichten, die er ihm selbst einmal in den Ferien am See Genezareth erzählte. Er will jetzt als Erwachsener nicht wahrhaben, dass dieser lebenserfahrene alte Mann vielleicht an Demenz leidet und den Bezug zur Realität verloren haben könnte. Daher möchte er ihn auf die Probe stellen und erzählt aus dessen Vergangenheit, manchmal etwas hinzudichtend, bewusst weglassend oder an anderer Stelle einfach nur abgewandelt. An jedem Besuchstag bringt er eine andere Frucht mit, die sie gemeinsam essen und damit eine Verbindung zu dem jeweiligen Lebensabschnitt seines Opas Avi herstellen, aus dem Yair ihm leidenschaftlich und anschaulich berichtet. Eine Familiengeschichte aus mehreren Jahrzehnten braucht natürlich eine große Anzahl von Personen, wie sie Gabriel Wolkenfeld selbstverständlich aufnimmt. 27 Menschen finden so ihren dichterischen Platz in einer Ansammlung von Lebensgeschichten, die von vielfältigen gesellschaftlichen Verhältnissen und persönlichen Umständen bestimmt werden. Das Leben in dem viel zu großen Sowjetreich, das oft nur mit den Anordnungen der führenden Politriege und unlauteren Mitteln der Staatsicherheit zusammengehalten werden konnte, wird tiefgründig geschildert. Der Umgang von Volk und Partei mit den 2,5 Millionen Juden in der Sowjetunion oder die Auswanderung von jüdischen Bevölkerungsteilen werden thematisiert. Schwierige Zeiten und traurige Rückschläge für die agierenden Protagonisten wechseln mit amüsanten Höhepunkten, sagenhaften Momenten und lesenswerten Anekdoten. Besonders schillernde Figuren umgeben Avigdor und machen den Reiz des Romans aus, denn wir erleben sie in vielen alltäglichen und besonderen Situationen äußerst bild- und gestenreich beschrieben. Etwa wie die bezaubernde Bella Rubinsteyn, Avigdors leibliche Mutter. Sie träumt davon, ein außergewöhnliches Wesen gebären zu können und isst daher während ihrer Schwangerschaft nur exotische Früchte, für die sie sogar ihren Schmuck eintauschte. In dem Roman sticht Avigdors zweite Frau Olympiada hervor. Sie ist lesebegeistert, interessiert sich für den literarischen Untergrund und versteht es mit fraulichem Geschick, Geheimdienstmänner zu umgarnen. Eine weitere bemerkenswerte Frauengestalt in Avigdors Leben ist Danuta, seine angenommene Schwester. Größtenteils wuchs sie in einem Taschkenter Waisenhaus auf und führte lange Zeit eine dortige Kinderbande an, die alle möglichen Märkte der Stadt unsicher machte. Wie in einem Kaleidoskop fügen sich die wechselnden Zeiten, Orte und Personen des Romans zusammen. Die Fülle an Gesprächsstoff und erzählenswerten Details bringt der Autor mit großem schriftstellerisc

  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    08.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schönes Buch über eine jüdische Familiengeschichte

    „Babylonisches Repertoire“ ist eine wunderschön erzählte Geschichte, die über den Zeitraum fast eines Jahrhunderts an ganz unterschiedlichen Orten spielt. In der Rahmenhandlung erzählt Yair seinem Großvater dessen Lebensgeschichte, die Teil der Geschichte europäischer Juden ist. Avigvor Seliger flieht vor dem Einmarsch der Deutschen mit seiner Familie aus einem Schtetl in Litauen über die usbekische Hauptstadt an die Wolga und landet Jahrzehnte später, als der eiserne Vorhang fällt, in Israel. Der Enkel Yair führt den Großvater also zurück in die Vergangenheit. Warum? Weil er Angst hat, dass sein Großvater sich verliert. Er glaubt, den Großvater so an sich und die (seine?) Realität zu binden. Der Großvater nämlich spricht nicht mehr. Warum, ist nicht klar. Demenz? Enttäuschung? Verletztsein? Vielleicht einfach ein stiller Rückzug am Ende eines ereignisreichen Lebens. Die Idee, den Enkel das Leben des Großvaters erzählen zu lassen, finde ich sehr schön. Das weckt Scheherezade-Assoziationen. Nur geht es dem Erzähler hier nicht darum, den eigenen Kopf zu retten. Der Erzähler möchte seinen Großvater vor dem Ende bewahren. Das ist z.T. sehr anrührend und gibt dem Autor einen gewissen erzählerischen Spielraum: Weil das Leben einer anderen Person erzählt wird, kommt es zu kleinen Ungereimtheiten, Irritationen, Szenen, die märchenhaft anklingen. Die gewisse Unschärfe, die dadurch entsteht, habe ich als durchaus reizvoll empfunden. Was von dem, was der Enkel erzählt, hat sich tatsächlich so zugetragen? Genau genommen werden zwei Geschichten erzählt. Denn der andere Erzählstrang widmet sich Yair selbst, einem Mann Anfang Dreißig, der, wie so viele junge Menschen, eher in den Tag hineinlebt: abgebrochenes Studium, frisch getrennt, beruflich nicht erfolgreich. Yair, der davon träumt, als DJ durchzustarten, lernt im Tel Aviv der Gegenwart einen jungen Deutschen kennen, der ihm den Kopf verdreht und mit dem er Israel bereist. Die beiden Lebensentwürfe von Enkel und Großvater sind also total unterschiedlich – und doch hatte ich nie den Eindruck, der Roman sei am Reißbrett entworfen oder wirke konstruiert. Dafür fügen sich die verschiedenen Ebenen einfach zu überzeugend ineinander. Obwohl es sich bei den beiden Hauptfiguren um Männer handelt, wimmelt es in diesem Roman geradezu von wundervollen, intelligenten, witzigen, charmanten Frauenfiguren. Einigen davon gelingt es, sich über die engen Grenzen, die ihren die patriarchalen Gesellschaften und engen Familienstrukturen vorgeben, hinwegzusetzen, andere scheitern genau daran. Gerade bei diesem Scheitern beweist der Autor großes Einfühlungsvermögen. Er stellt seine Figuren nicht bloß. Dies gelingt, weil nicht auf Effekt oder Stereotype gesetzt wird und selbst die Nebenfiguren alles andere als eindimensional gestaltet sind. Dieses Buch ist für mich eine große Überraschung, zumal mich so umfangreiche Bücher eher abschrecken und ich einem so relativ jungen Autor so einen großen erzählerischen Bogen eher nicht zugetraut hätte. Beim Lesen hatte ich allerdings nie das Bedürfnis, ein paar Seiten zu überblättern. Im Gegenteil. Kaum hatte ich ein Kapitel beendet und das Buch aus der Hand gelegt, wollte ich wissen, wie es weitergeht. Ich bin total froh, der Empfehlung meiner Buchhändlerin gefolgt sein. „Babylonisches Repertoire“ ist für mich ein besonderes Buch, intelligent und witzig und dabei sehr schön geschrieben.

Kundinnen und Kunden meinen

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