Im Reich Olland leben Menschen und Zombies friedlich und glücklich Seite an Seite. Zumindest sehen die Menschen das so: Aus mysteriösen Gründen erwachen manche Tote nach 30 Tagen wieder zum Leben, und dann brauchen die Wiedergänger keine Nahrung und werden niemals müde – praktisch, denn so können sie als günstige Arbeitskräfte ausgenutzt werden! Eine harmonische Gesellschaft, die jedoch auf wackligen Beinen steht. Die frisch verstorbene Aristokratin Lily beauftragt den Anwalt Gold damit, ihren Tod zu beweisen, damit sie ihre eigene Lebensversicherung kassieren kann. Aber wie beweist man das Ableben einer Person, die nicht im Grab liegt? Und falls entschieden wird, dass Lily gar nicht tot ist, was bedeutet das für alle anderen »Zombies«?!
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
5 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Der Anwalt der Zombies *Herz*
mamabaer1a aus Deutschland am 13.01.2026
Bewertungsnummer: 2980338
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Triggerwarnung: Suizid, Mord, Versicherungsbetrug, Ausgrenzung, Arbeitsausbeutung und natürlich Zombies *lach*
.
Mich hat die Geschichte – und vor allem ihr Hintergrund – sofort gepackt. Schon der Klappentext weckte mein Interesse.
Im Zentrum steht eine spannende Frage: Wie beurteilt man einen Zombie? Lebt er – oder ist er tot?
Besonders interessant ist, dass die Zombies hier bei vollem Verstand sind. Sie müssen weder schlafen noch essen und werden genau deshalb arbeitstechnisch ausgebeutet: geringerer Lohn, bestimmte Tätigkeiten dürfen oder sollen sie nicht ausführen.
Zombies werden also als billige Arbeitskräfte akzeptiert, aber nicht als gleichwertige Lebewesen oder eigene Gattung anerkannt.
Die Handlung dreht sich um eine junge Adlige, die von einer Versicherung ermordet wurde, damit sie ihr Erbe nicht antreten kann. Nach 30 Tagen „steht“ sie jedoch wieder auf. Die zentrale Frage lautet nun:
Hat sie als Wiederauferstandene nicht trotzdem Anspruch auf ihre eigene Sterbeversicherung oder auf die ihrer Eltern?
Die Umsetzung ist großartig. Es macht wirklich Spaß, den Ideen und der clever aufgebauten Gerichtsverhandlung zu folgen.
Ich bin gespannt, wann solche Fragen einmal wegen KI verhandelt werden.
Auch die Zeichnungen haben mich sehr beeindruckt. Sie sind relativ hell gehalten – vermutlich, um zu zeigen, dass es hier um Leben (hell) und nicht um Tod (dunkel) geht.
Ein kleiner Wermutstropfen: Nur etwa drei Viertel des Bandes widmen sich dieser Geschichte. Danach folgt eine Kurzgeschichte, die sich mit Suizidgedanken und der Planung eines Selbstmords bzw. eines gemeinsamen Suizids beschäftigt – ebenfalls kein leichtes Thema.
Trotzdem kann ich dir diesen Einzelband sehr ans Herz legen. Er ist ungewöhnlich, intelligent aufgebaut und regt stark zum Nachdenken an.
Du solltest ihn aber nicht lesen, wenn du psychisch gerade sehr angeschlagen bist.
Ein Einzelband + eine Kurzgeschichte
lauras_garden_of_books am 12.01.2026
Bewertungsnummer: 2978731
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Eine Welt, in der nicht die Erscheinung, sondern der Charakter von Leuten zählt. Eine Gesellschaft, in der jeder die selben Chancen hat.“
„Deadmeat Paradox“ ist für mich ein erneutes Highlight aus dem Programm von Splittermangaplus!
Ein Band der moralischen Fragen zur Identität, Klassengesellschaft, Gleichberechtigung, Diskriminierung und der Selbstbestimmung nachgeht.
Das alles vor dem Hintergrund eines Art postapokalyptischen Settings, zeitlich angesiedelt am Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts.
In dieser Welt können Verstorbene innerhalb von 30 Tagen als Zombie „wiedergeboren“ werden. Der Körper muss vor dem Verfall geschützt werden, sie brauchen nicht mehr essen und nicht mehr schlafen, können aber ansonsten ganz „normal“ leben und arbeiten. Dadurch werden sie aber auch oft als billige Arbeitskräfte missbraucht und die Gesellschaft spaltet sich in Zombie-Gegner und Zombie-Unterstützer. Aber nicht nur unter den Menschen bilden sich Anti-Zombie-Fraktionen, auch manche Zombies lehnen die Menschen ab. Es gibt daher Stadtteile in den nur Zombies leben oder sogar auch Öffentliche Verkehrsmittel, die nur von Menschen oder von Zombies genutzt werden.
Inmitten dieses Settings begleiten wir die Brüder Gold und Silver Anderson; Gold ist ein Mensch, sein kleiner Bruder Silver ist ein Zombie. Gold ist Anwalt und hat sich zur Aufgabe gemacht, für die Rechte der Zombies zu kämpfen; dadurch vertritt er schließlich die Aristokratin Lily, die als Zombie wiedergeboren wurde und Gerechtigkeit für ihre ermordete Familie möchte.
Es folgt ein spannender Gerichtsprozess, der so manche Wendung bereithält und letztendlich der Frage nachgeht, ob Zombies als tot oder als lebendig einzustufen sind - mit weitreichenden Folgen.
Diese Geschichte funktioniert hervorragend als Einzelband, auch wenn es fast schade ist, Gold und Silver nicht weiter zu begleiten, da ich die beiden sofort ins Herz geschlossen habe, besonders den kleinen aufgeweckten Silver. Aber die Geschichte und die Themen, die hier erzählt werden möchten, bekommen ausreichend Raum und werden auch ganz wunderbar zum Abschluss gebracht. Für mich rundum gelungen und perfekt und ebenso zeichnerisch wunderbar zur Geltung gebracht
Die anschließende Kurzgeschichte, die ein Viertel des Bands ausmacht, beschäftigt sich mit dem Thema Tod und nicht mehr leben zu wollen und einer Freundschaft von 2 Frauen, die dieses Vorhaben beeinflussen wird.
Auch sehr lesenswert, aber die Hauptgeschichte hat mich so bewegt und beeindruckt, dass diese für mich dann nicht ganz mithalten konnte.
Absolute Lese-Empfehlung!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.