Reden und reden lassen
Ist der Dativ des Genitivs Mörder? — Wie sich das Deutsche wandelt und warum das kein Drama ist. Ein neuer Blick auf Sprachgebrauch, Sprachnormen und alte Debatten (Duden – Sachbuch)
Die deutsche Sprache geht den Bach runter, heißt es. Die Jugend macht sie kaputt. Englisch macht sie kaputt. Die Linkswoken machen sie kaputt. Und das Internet auch. Ständig ist man besorgt um die deutsche Sprache, obwohl die seit ihrer Geburt nichts tut, als sich zu verändern. Teresa Reichl möchte Frieden stiften, wo gekämpft wird, seit es Sprache gibt. Zwischen Jung und Alt, rechts und links, „unserer“ und „deren“ Sprache. Egal, wie sehr wir uns alle aufregen wollen: Die Sprache lässt sich nicht aufhalten, hat sie nie und wird sie nie. Und damit müssen wir uns abfinden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
08.10.2026
Buch (Taschenbuch)
unterhaltsamer als erwartet
Ich hatte hier ein eher trockenes Sachbuch erwartet und wurde absolut positiv überrascht. Die Autorin schreibt mit so viel Humor und Augenzwinkern, dass ich total Spaß beim Lesen hatte und mich perfekt unterhalten fühlte.
Dabei merkt man trotz allem Humor, dass sie wirklich weiß, wovon sie redet (bzw. schreibt). Sie zeigt auf, dass sich die Sprache schon immer gewandelt hat. Übrigens nicht nur die deutsche, sondern so ziemlich jede Sprache. Mir haben der Streifzug durch die Epochen und der augenzwinkernde Blick auf die selbsternannten “Hüter der Sprache” sehr gut gefallen und ich habe viel wissenswertes gelernt.
Von mir eine klare Kaufempfehlung. Wissen gepaart mit Humor. Besser gehts doch nicht.
Sabrina
aus Siegen
5/5
06.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Top
Social Media, Jugendsprache, Denglisch...mir kommt es vor, als hätte sich unsere Sprache die letzten Jahre massiv gewandelt, doch Teresa Reichl beweist in Reden und Reden lassen, dass die deutsche Sprache schon immer vom Wandel gelebt hat. Dabei geht sie nicht nur wissenschaftlich fundiert vor, sondern packt noch eine Portion Lockerheit und Humor in das Ganze. Das Buch hat mich wahnsinnig gut unterhalten und viel Wissenswerte und Interessante vor Augen geführt.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
05.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Kein Grund zur Panik: Warum unsere Sprache sich (schon immer) verändert
„Reden und reden lassen – Wie sich das Deutsche wandelt und warum das kein Drama ist“ ist mein erstes Buch der Kabarettistin, Podcasterin und Autorin Teresa Reichl – und ihr humorvoller und lockerer Tonfall hat mich sofort begeistert.
Dabei geht sie durchaus wissenschftlich fundiert auf das Thema Sprache und deren Entwicklung ein. Sie untersucht den historischen Sprachwandel und geht zurück zu den Ursprüngen des Deutschen (wie z.B. den historischen Lautverschiebungen). Ihrer Meinung nach ist Sprachwandel ein natürlicher und unaufhaltsamer Prozess, der beweist, dass eine Sprache lebt. Das passiert ohne Absicht, sondern unbewusst im Alltag, ähnlich wie bei Trampelpfaden: durch die (sprachliche) Nutzung vieler Menschen entstehen ganz von selbst neue Wege bzw. Worte und Begriffe.
Die Autorin räumt mit dem Vorurteil auf, dass die deutsche Sprache durch Einflüsse wie das Internet, die Jugend oder die „Linkswoken“ kaputtgeht. Tatsächlich ist die Sorge um die deutsche Sprache so alt wie die Sprache selbst, wer hätte das gedacht?
Es gibt interessante „Funfacts“ zwischen den Kapiteln, in denen Teresa Reichl auf die Jugensprache, den Einfluss des Englischen (sowie auch anderen Sprachen) eingeht, auf das polarisierende Thema Gendern, aber auch auf Grammatik-Themen wie das das Zurückweichen des Genitivs zugunsten des Dativs … Hört sich vielleicht nach einem trockenen Thema an, ist aber dank der Gelassenheit und des Wortwitzes der Autorin wirklich unterhaltsam.
„Reden und reden lassen“ ist kluges, informatives und unterhaltsames Sachbuch sowie ein Aufruf zu mehr Gelassenheit, sprachlichen Wandel als dynamischen Prozess zu begreifen.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die Sprache lieben.
Vielen Dank an den Duden Verlag und Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar!
Tara
aus Ratingen
5/5
04.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein unterhaltsamer Blick auf die Entwicklung der Sprache
„Reden und reden lassen“ ist ein unterhaltsames und lehrreiches Buch der Kabarettistin und Autorin Teresa Reichl.
Unsere Sprache befindet sich stetig im Wandel. Vieles klingt für uns zunächst falsch und einige Jahre später steht es dann genau so im Duden. Ich denke, das hat jeder schon erlebt, gestaunt, gelacht oder sich auch geärgert.
Teresa Reichl - die sogar Deutsch auf Lehramt studiert hat – setzt sich hier mit der für sie typischen kritischen und humorvollen Art und Weise, mit einigen der alltäglichen Dauerbrenner auseinander.
Da geht es zum Beispiel um den Dativ, das Gendern, Jugendsprache oder eingewanderte englische Begriffe.
Sie regt dazu an, unsere Sprache spannend zu finden, zu hinterfragen, warum andere anders sprechen und den Wandel der Sprache anzunehmen, anstatt permanent besserwisserisch auf Fehler hinzuweisen, die der Wandel der Sprache mit sich bringt.
Ich muss zugeben, dass ich mich oft innerlich ärgere und das Gesicht verziehe, wenn jemand den Genitiv durch den Dativ ersetzt und behauptet, „dass das Sinn macht“, werde mich aber in Zukunft auch um eine entspanntere Sichtweise bemühen. Sprachwandel gab es schon immer und es gibt keinen Grund, diesen abzulehnen.
Mir hat das Buch Spaß gemacht, da hier wissenswerte Fakten kritisch und humorvoll vermittelt werden.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
11.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Sprachwissen mit Augenzwinkern
Teresa Reichl hat ein Buch geschrieben – über Sprache. Eine Kabarettistin? Das muss doch lustig sein, oder? Ja und nein, denn hier geht es nicht nur um Funfacts, sondern auch um fundiertes Wissen, denn die Autorin hat Germanistik studiert. Der renommierte Dudenverlag hat daher mit “Reden und reden lassen” ein Sachbuch herausgebracht, das die Debatte, ob Sprache sich verändern soll und darf, auf humorvolle, aber ebenso wissenschaftlich fundierte Weise beantwortet.
Auch für Laien durchaus nachvollziehbar enthält das Buch einen kurzen historischen Abriss über die Entwicklung der deutschen Sprache, die geprägt wurde von wechselnden Herrschaftsverhältnissen, religiöser Zugehörigkeit und sozialer Schichtung. Hier bringt die Autorin viele Beispiele, die die Verwandtschaft von Sprachfamilien zeigen, und erklärt ebenso die Veränderungen, denen die gesprochene Sprache im Lauf der Zeit unterworfen war. Natürlich wurden Sprachnormen auch allgemein verbindlich gesetzt. Man denke nur an die Rechtschreibreform, die vielen Menschen das Umlernen schwergemacht hat, die jedoch zum Ziel hatte, die Sprache zu vereinfachen.
Ebenso beschäftigt sich Teresa Reichl mit den gesellschaftlichen Auswirkungen, die Sprache heute hat. Im Kapitel über das Gendern – ein wirkliches Anliegen der Autorin – begründet sie ihre uneingeschränkt positive Haltung dazu mit dem Argument, dass jeder und jede in seiner bzw. ihrer Einzigartigkeit gesehen und sprachlich abgebildet werden sollte.
Daher mag es verwundern, dass die Autorin anhand historischer Quellen die These aufstellt, dass die Erwachsenen die Jugendlichen – die ja “an allem schuld” seien, so auch am Niedergang der Sprache – hassen. “Die Alten” gegen “Die Jungen”? Hier wird leider mit Stereotypen gearbeitet. Menschen nur über ihre Gruppenzugehörigkeit zu definieren, beraubt sie ihrer Individualität – ganz abgesehen davon, dass die genannten Gruppen sehr inhomogen sind. Und “hassen”? Was für ein martialisches Wort, geeignet, den ohnehin schon mürben Faden des Generationenvertrages endgültig zu durchtrennen!
Wie schon Kurt Tucholsky sagte, um vor dem Nationalsozialismus zu warnen: “Die Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf!” Teresa Reichl warnt davor, auch heute noch Ausdrücke zu verwenden, die auf diese unglückselige Zeit zurückgehen. Vieles bringt man nicht mehr mit der Vergangenheit in Zusammenhang. Gut, dass daran gemahnt wird!
Und natürlich ist Sprache auch heute politisch und manipulativ – ob es nun um Gesinnung geht, um Wokeness oder die Situation der Frau in der Gesellschaft. Wie wir sprechen, drückt aus, wie wir denken. Fürchten wir uns deshalb vor einer Veränderung der Sprache, die doch lebendig bleiben soll?
“Reden und reden lassen” ist ein interessantes Sachbuch, in dessen Anhang sich ein ausführliches Quellenverzeichnis befindet, das ebenso wie das Buch besondere Aufmerksamkeit verdient. Teresa Reichl hat ein interessantes und witzig-pointiertes, auch für Laien gut lesbares Werk verfasst. Spielerische Leichtigkeit trifft auf sprachliches Können, eine Mischung, die zu Debatten anregt. Also: Reden wir darüber!
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