Produktbild: Mann und Frau - ein Auslaufmodell?

Mann und Frau - ein Auslaufmodell? Warum sie sich ähnlicher sind, als wir vermuten, und wo der wahre Unterschied liegt.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.09.2025

Verlag

Hogrefe AG

Seitenzahl

264

Maße (L/B/H)

21,7/13,9/1,8 cm

Gewicht

482 g

Farbe

Aubergine / Graublau

Auflage

1. Auflage 2025

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-456-86410-5

Beschreibung

Rezension

„„Mann und Frau – ein Auslaufmodell?“ klingt provokant, ist jedoch eine Einladung zum differenzierten Denken. Jäncke will zeigen, dass moderne Neurowissenschaft nicht spaltet, sondern verbindet. Ein anregendes und aktuelles Buch – sehr empfehlenswert.“
Katja Evers, Redakteurin, Erstveröffentlichung in Hamburger Ärzteblatt 12 | 2025

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.09.2025

Verlag

Hogrefe AG

Seitenzahl

264

Maße (L/B/H)

21,7/13,9/1,8 cm

Gewicht

482 g

Farbe

Aubergine / Graublau

Auflage

1. Auflage 2025

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-456-86410-5

Herstelleradresse

Brockhaus Kommission
Kreidlerstraße 9
70806 Kornwestheim
DE

Email: info@brocom.de

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Konservativismus im wissenschaftlichen Mäntelchen

B. am 28.01.2026

Bewertungsnummer: 3027744

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

So etwas Irritierendes, Widersprüchliches und unter dem Deckmantel von Wissenschaftlichkeit Verstecktes habe ich selten gelesen. Dieses Buch ist ein Musterbeispiel dafür, wie man fachliche Autorität missbraucht, um ein über Jahrzehnte konserviertes Weltbild als Biologie zu verkaufen. Der hintere Teil liest sich wie eine Zeitreise in die 1950er: Frauen als unterwürfige Verführerinnen, Männer als statusgetriebene Kraftkerle. Dazu Formulierungen wie „lustig homosexuell betätigen“ (S. 189) – peinlich, heteronormativ, würdelos gegenüber Betroffenen und mit Verlaub - eines renommierten Wissenschaftlers unwürdig. Es ist das Repertoire eines Denkens, das sich selbst für objektiv hält, obwohl es längst aus der Zeit gefallen ist. Vollends fragwürdig wird es dort, wo der Autor nahelegt, Jugendliche würden durch queere Sichtbarkeit „dazu getrieben“, sich als homosexuell oder transgender zu identifizieren. Das ist wissenschaftlich widerlegt und erinnert an die längst entsorgten Erzählungen einer angeblichen „sozialen Ansteckung“. Forschung ist hier eindeutig: Sichtbarkeit schafft Sicherheit, nicht Orientierung. Dass ein Professor 2025 solche Narrative reproduziert, ist schwer erträglich. Dazu passt die intellektuelle Schieflage, die man höflich als frühes Stadium der „Nobel Disease“ bezeichnen könnte: Ein Experte verlässt sein Fachgebiet, ersetzt Evidenz durch persönliche Überzeugung und hält diese für unanfechtbar. Und dann kommt der eigentliche Tiefpunkt – am Schluss des Buches. Nachdem zuvor moderne Forschung referiert wird (kulturelle Prägung, geringe Unterschiede, individuelle Variabilität), kippt der Text erneut in ein altbekanntes, normatives, konservativ-reaktionäres Weltbild. Statt die Widersprüche des gesamten Buches einzugestehen oder korrigierend einzuordnen, präsentiert der Autor hier seine persönliche Ideologie – als wäre alles zuvor nur ein wissenschaftliches Feigenblatt gewesen. Es wirkt, als hätte jemand die ersten Kapitel geschrieben, um Seriosität zu simulieren, und sich am Ende doch nicht zurückhalten können, das tatsächliche Weltbild auszubreiten: ein Denken, das im übertragenen Sinne alt, weiß, männlich ist – selbstgewiss, nostalgisch, biologistisch und blind für die eigene Verzerrung. Das Ergebnis ist kein Sachbuch, sondern ein Spagat zwischen angestaubter Agenda und wissenschaftlicher Fassade. Und dieser Spagat reißt. Mit Verlaub: Das ist kein Beitrag zum Wissen, sondern Futter für die ewig Rückgewandten.

Konservativismus im wissenschaftlichen Mäntelchen

B. am 28.01.2026
Bewertungsnummer: 3027744
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

So etwas Irritierendes, Widersprüchliches und unter dem Deckmantel von Wissenschaftlichkeit Verstecktes habe ich selten gelesen. Dieses Buch ist ein Musterbeispiel dafür, wie man fachliche Autorität missbraucht, um ein über Jahrzehnte konserviertes Weltbild als Biologie zu verkaufen. Der hintere Teil liest sich wie eine Zeitreise in die 1950er: Frauen als unterwürfige Verführerinnen, Männer als statusgetriebene Kraftkerle. Dazu Formulierungen wie „lustig homosexuell betätigen“ (S. 189) – peinlich, heteronormativ, würdelos gegenüber Betroffenen und mit Verlaub - eines renommierten Wissenschaftlers unwürdig. Es ist das Repertoire eines Denkens, das sich selbst für objektiv hält, obwohl es längst aus der Zeit gefallen ist. Vollends fragwürdig wird es dort, wo der Autor nahelegt, Jugendliche würden durch queere Sichtbarkeit „dazu getrieben“, sich als homosexuell oder transgender zu identifizieren. Das ist wissenschaftlich widerlegt und erinnert an die längst entsorgten Erzählungen einer angeblichen „sozialen Ansteckung“. Forschung ist hier eindeutig: Sichtbarkeit schafft Sicherheit, nicht Orientierung. Dass ein Professor 2025 solche Narrative reproduziert, ist schwer erträglich. Dazu passt die intellektuelle Schieflage, die man höflich als frühes Stadium der „Nobel Disease“ bezeichnen könnte: Ein Experte verlässt sein Fachgebiet, ersetzt Evidenz durch persönliche Überzeugung und hält diese für unanfechtbar. Und dann kommt der eigentliche Tiefpunkt – am Schluss des Buches. Nachdem zuvor moderne Forschung referiert wird (kulturelle Prägung, geringe Unterschiede, individuelle Variabilität), kippt der Text erneut in ein altbekanntes, normatives, konservativ-reaktionäres Weltbild. Statt die Widersprüche des gesamten Buches einzugestehen oder korrigierend einzuordnen, präsentiert der Autor hier seine persönliche Ideologie – als wäre alles zuvor nur ein wissenschaftliches Feigenblatt gewesen. Es wirkt, als hätte jemand die ersten Kapitel geschrieben, um Seriosität zu simulieren, und sich am Ende doch nicht zurückhalten können, das tatsächliche Weltbild auszubreiten: ein Denken, das im übertragenen Sinne alt, weiß, männlich ist – selbstgewiss, nostalgisch, biologistisch und blind für die eigene Verzerrung. Das Ergebnis ist kein Sachbuch, sondern ein Spagat zwischen angestaubter Agenda und wissenschaftlicher Fassade. Und dieser Spagat reißt. Mit Verlaub: Das ist kein Beitrag zum Wissen, sondern Futter für die ewig Rückgewandten.

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Mann und Frau - ein Auslaufmodell?

von Lutz Jäncke

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