Romi Weber, Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik, tritt ihren Nachtdienst an. Der Roman erzählt die sich überstürzenden Ereignisse der Nacht, bis Romi die Klinik am nächsten Morgen wieder verlässt. Was sie in atemberaubendem Tempo erlebt, ist der ganz normale Alltag in einer psychiatrischen Pflegestation. Jana, eine junge Frau, hat sich am Vortrag das Leben genommen. Mit dieser entsetzlichen Nachricht sieht sich Romi konfrontiert, als sie ihren Nachtdienst antritt - und sofort beginnt derFilm im Kopf: Hat sie die junge Patientin vernachlässigt? Hat sie Anzeichen übersehen? Hätte sie verhindern können…? Diese und ähnliche Fragen quälen die Pflegende während der ganzen Nacht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
18.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Humanität und Realität
Für jeden der diese Berufsfelder selbst kennt und für alle die sie nicht kennen, eine lesenswerte kleine Reise ins uns und wir, in Institutionen und andere Realitäten.
Ein sensibles Debût einer feinsinnigen Mitarbeiterin deren Wesensart mit dem Cover der wunderschönen Blumen auf dunklem Grund in Perfektion gespiegelt wird.
Gratulation!
Bewertung
5/5
07.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Authentischer Bericht aus Psychiatrie
INHALT
Du wolltest schon immer mal wissen, wie der Alltag in der Psychatrie aussieht? Dann ist dieses Buch genau das richtige. Es zeigt den Alltag von Romi. Genauer gesagt, begleiten wir sie bei genau einer Nachtschicht. Zu Beginn des Buches sind wir direkt im Geschehen. Ihre Bezugspatienten hat Suizid begangen. Romi steht neben sich und kommt nur schwer in die Schicht. Es geht um den Alltag der fliegenden um Fixierungen und psychisch kranke Menschen.
EINDRUCK UND FAZIT
Nach neun Jahren Psychiatrie kann ich mir gut vorstellen, wie Romis Alltag war und habe annähernd das Gefühl, zu wissen, wovon sie spricht. Auch wenn ich nicht im Pflegebereich war, kommt mir die Situation dennoch sehr gut bekannt vor. Ich finde dieses Buch sehr authentisch und ungeschönt beschrieben. Genauso wie es ist. Für alle, die sich schon immer für den Psychiatrie - Alltag interessiert haben. Ein Buch, das ich auf jeden Fall lohnt und einmal mehr zeigt, welch unglaublich gute Arbeit die Leute dort leisten.
Esther N.
Orell Füssli Book Circle Community
4/5
15.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Stark erzählt, aber nicht durchgehend fesselnd
Mit ihrem Debütroman Keine Sorge alles gut (2023) gewährt Malwina Ledniowska einen eindringlichen Einblick in den Alltag einer psychiatrischen Klinik. Der Roman begleitet die Pflegefachfrau Romi Weber während einer einzigen Nachtschicht, nachdem eine junge Patientin am Vortag Suizid begangen hat. Während Romi ihren Dienst versieht, wird sie von Zweifel, Schuldgefühlen und der Frage begleitet, ob sie Anzeichen übersehen haben könnte.
Besonders beeindruckt hat mich die Sprache. Ledniowska gelingt es, komplexe Situationen in prägnante, treffende Sätze zu fassen. Formulierungen wie «Professionelle Leidtragende», «Ruhe ist ein zerbrechliches Gut» oder «Hoffnungslosigkeit ist ein leises Problem» bleiben lange im Gedächtnis. Auch die Erzählperspektive ist ungewöhnlich: Die Klinik selbst tritt als eine Art allwissender Beobachter auf und führt durch die Nacht. Dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre, die gleichzeitig Nähe und Distanz schafft.
Erschreckend fand ich die Darstellung des Klinikalltags. Personalengpässe, Zeitdruck und administrative Aufgaben dominieren das Geschehen. Als Leserin gewann ich phasenweise den Eindruck, dass die Pflegenden kaum die Zeit haben, den Menschen hinter der Krankheit wirklich gerecht zu werden. Diese Perspektive hat mich beschäftigt und teilweise verunsichert. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass es sich um einen Roman handelt und nicht um eine allgemeingültige Beschreibung psychiatrischer Einrichtungen.
Trotz seiner sprachlichen Stärke verlor das Buch für mich gegen die Mitte etwas an Spannung. Nachdem die Mechanismen des Stationsalltags deutlich geworden waren, wiederholten sich gewisse Eindrücke, sodass die Handlung etwas an Dynamik einbüsste.
Insgesamt ist Keine Sorge alles gut ein sprachlich aussergewöhnlicher und gesellschaftlich relevanter Roman, der wichtige Fragen zu psychischer Gesundheit, Pflege und Verantwortung aufwirft. Besonders empfehlenswert ist er für Leserinnen und Leser, die sich für literarisch anspruchsvolle Gegenwartsliteratur und für Einblicke in soziale und gesundheitliche Themen interessieren.
Karina
aus Wiesbaden
4/5
07.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Starkes Debüt
Ich weiß, es ist vielleicht oberflächlich - aber dieses Cover! Schöner geht es wirklich kaum.
'Keine Sorge alles gut' ist der Debütroman von Malwina Ledniowska - und man spürt auf jeder Seite, dass hier jemand schreibt, der weiß, wovon er erzählt. Kein Wunder: Die Autorin hat selbst als Pflegekraft in der Psychiatrie gearbeitet. Diese persönlich Erfahrung verleiht dem Roman eine beeindruckende Authentizität.
Wir begleiten Romi Weber durch eine einzige Nachtschicht auf einer unterbesetzten Akutstation einer psychiatrischen Klinik - und erleben den "ganz normalen Wahnsinn" hautnah mit. Personalmangel, Überforderung, Verantwortung: all das schwingt in jeder Szene mit. Besonders schwer lastet auf Romi der Suizid einer Patientin, zu der sie einen engen Draht hatte. Kurz zuvor hatte diese noch um ein Gespräch gebeten - doch Romi hatte keine Zeit. Ein Gedanke, der sie nicht loslässt.
Dieses schmale Buch erzählt eine einzige Nacht - intensiv, atemlos und beinahe wie ein Theaterstück inszeniert. Der gehetzte, drängende Schreibstil überträgt sich unmittelbar auf die Lesenr*innen. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie ich selbst immer schneller wurde und mich bewusst bremsen musste.
Sehr authentisch, stellenweise bewusst verwirrend und getragen von einer permanenten Getriebenheit, fliegt man durch diese eindringliche Erzählung. Ein eindrucksvolles Debüt, das nachhallt.
Nadine Dietz
aus Pforzheim
4/5
23.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beeindruckende Einblicke
Ich bin durch Zufall auf diesen Debütroman aufmerksam geworden. Da ich selbst im psychiatrischen Bereich tätig bin, war ich gleich Feuer und Flamme.
Erzählt wird von der Pflegefachfrau Romi und wir dürfen sie in ihrer Nachtschicht in einer psychiatrischen Klinik begleiten.
Die Handlung beginnt etwas wirr und ich hatte das Gefühl, Zeuge eines Bühnenstückes zu sein. Romis Gedanken und Gefühle werden detailliert beschrieben, als sie erfährt, dass ihre Bezugspatientin einen Suizid verübt hat. Sie scheint neben sich zu stehen, hat Selbstzweifel und ist abgelenkt. Romi macht sich verständlicherweise Gedanken, ob sie es hätte verhindern können. Neben den Sorgen ist sie natürlich im nächtlichen Stationsalltag gefordert.
Die Autorin hat die Athmosphäre der Station intensiv beschrieben und ich erinnerte mich an so manche Situation meiner eigenen Arbeit.
Für mich war "Keine Sorge alles gut" eine authentische Geschichte, die einen Ausschnitt der Arbeit in der Psychiatrie aufzeigt und ich habe Romi gerne über die Schulter geschaut.
Vielen Dank an Malwina für dieses beeindruckende Debüt.
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