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Candy Girls Sexismus in der Musikindustrie

Aus der Reihe Nautilus Flugschrift
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2025

Verlag

Edition Nautilus GmbH

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

20,4/12,2/1,7 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Anthrazit / Seidengrau

Auflage

1 Auflage Originalveröffentlichung

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96054-472-2

Beschreibung

Rezension

»Die Stärke von ›Candy Girls‹ liegt in Sonja Eismanns scharfer Analyse, aber auch darin, dass die Autorin historische Kontinuitäten mit aktuellen Debatten verknüpft. (…) Das Buch verliert sich dabei nicht in Resignation. Zwischen der erschreckenden Fülle an Material blitzen immer wieder Momente des Widerstands auf – Frauen, die den sexistischen Strukturen etwas entgegensetzen, die Strategien finden, um etwas zu verändern.« Alba Wilczek, Bayern2 Zündfunk
»Frauen, beziehungsweise nicht männlich gelesene Künstler*innen, werden in der Popmusik diskriminiert, unterdrückt, benutzt und sexualisiert. Das belegt Sonja Eismann in ihrem Buch mit erschreckend vielen Beispielen aus der Popmusik des letzten und des aktuellen Jahrhunderts und mit wissenschaftlich belegten Zahlen und Studien. (…) All das, was sie in ihrem Buch schreibt, sind keine Geheimnisse, eigentlich ist alles seit Jahren bekannt. Das jetzt aber auf 180 Seiten zusammengetragen zu sehen, schockiert, zu sehen, wie sehr die Popkultur infiziert ist.« Kerstin Poppendieck, Deutschlandfunk Kultur
»›Candy Girls‹ ist mit seinen eindrücklichen Beispielen ein zutiefst empörendes Werk, eines das deutlich macht, dass wir in Sachen Gleichberechtigung immer noch einiges vor uns haben. Denn resigniert lässt uns Sonja Eismann ganz sicher nicht zurück.« Vanessa Wohlrath, NDR Kultur
»In ihrer eingehenden Kulturkritik seziert Sonja Eismann die patriarchalen Narrative im Pop und beschreibt etwa, wie wir, auch als Publikum, den männlich geprägten Blick, erlernt haben, der Künstlerinnen zuallererst auf ihr Geschlecht reduziert und zum Objekt macht.« Vina Yun, an.schläge

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2025

Verlag

Edition Nautilus GmbH

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

20,4/12,2/1,7 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Anthrazit / Seidengrau

Auflage

1 Auflage Originalveröffentlichung

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96054-472-2

Herstelleradresse

Edition Nautilus
Schützenstraße 49 a
22761 Hamburg
DE

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  • xxholidayxx

    5/5

    16.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Definitiv keine Wohlfühlmusik hier...

    „Candy Girls sind süß. Sie sind frisch und lecker. […] Sie lassen sich schnell konsumieren oder unauffällig wegwerfen.“ (S. 8) Mit „Candy Girls – Sexismus in der Musikindustrie“ legt Sonja Eismann (Journalistin, Kulturwissenschaftlerin und Mitgründerin des Missy Magazine) ein Buch vor, das nicht erklären will, warum Pop problematisch sein kann, sondern zeigt, warum er es ist. Erschienen im September 2025 im Edition Nautilus Verlag, verbindet dieses Buch kulturwissenschaftliche Analyse, Popgeschichte und feministische Theorie zu einer schmerzhaft klaren Bestandsaufnahme. Meine Meinung Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, worum es Eismann geht: Nicht um Einzelfälle, nicht um „schwarze Schafe“, nicht um moralische Panik, sondern um ein strukturelles Problem: „Wie und wo ist die Musikbranche sexistisch? Kurze Antwort: überall.“ (S. 10) Dieser Satz klingt zunächst provokant und auch etwas oberflächlich, aber im Verlauf des Buches wird er (leider!) erschreckend präzise belegt. Eismann analysiert, wie Frauen und weiblich gelesene Personen im Pop gleichzeitig begehrt, entwertet und austauschbar gemacht werden. Der Begriff der Candy Girls steht dabei sinnbildlich für eine Industrie, die weibliche Körper konsumierbar macht: süß, verfügbar, ersetzbar. Besonders beeindruckt hat mich der intersektionalen Blick, den die Autorin einnimmt, und wie sie unterschiedliche Kontextebenen zusammendenkt: Musikerinnen, Fans, Groupies, Musikjournalismus, Kanonbildung und ökonomische Macht. Eismann zeigt, dass Sexismus nicht nur auf der Bühne passiert, sondern auch in Rezensionen, Line-ups, Backstage-Räumen und Fan-Narrativen. Und immer wieder geht es um Gewalt. Nicht "nur" physisch, sondern auch symbolisch: um das Verharmlosen von Übergriffen, die Romantisierung männlicher Grenzüberschreitungen und die systematische Unsichtbarmachung weiblicher Perspektiven. Besonders betroffen gemacht haben mich Beispiele, bei denen nicht die übergriffigen Männer, sondern die Künstlerinnen gecancelt wurden. Viele der Täter waren mir als Künstler bekannt, jedoch bisher nicht als Täter. Mich hat schockiert, wie viele es sind, welches System dahintersteckt und wie konsequent Täter geschützt werden, während Betroffene gecancelt werden oder verschwinden. Stilistisch ist „Candy Girls“ fordernd. Die Sätze sind teilweise lang, die Argumentation dicht, theoretische Begriffe werden nicht vereinfacht. Aber genau darin liegt auch eine Stärke: Eismann traut ihren Leser:innen zu, mitzudenken. Trotz aller Wut bleibt das Buch nicht im Zynismus stehen. Es öffnet Räume für Kritik, für Verantwortung und für kollektives Umlernen. Nicht als Happy End, sondern als Aufgabe. Denn „Popkultur ist nur ein Bestandteil einer sexistischen Gesellschaft, die wir gemeinsam bekämpfen müssen.“ (S. 171) Fazit „Candy Girls“ ist unbequem, wütend und notwendig. Ein Buch für alle, die Popkultur lieben, aber nicht länger wegsehen wollen. Für Leser:innen feministischer Sachbücher ein absolutes Must-read und vor allem für Menschen, die ihre Idole wie David Bowie, Justin Timberlake und co. bisher nicht hinterfragt haben. Danke an netgalley.de und an Edition Nautilus für das Rezensionsexemplar.

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    15.10.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Ausbeutung in der Musikindustrie

    Ein schockierendes und wichtiges Werk über die Ausbeutung von Frauen in der Musikindustrie, die häufig vor allem auf ihren Körper und ihr Alter reduziert werden. Die zur Erläuterung gebrachten Beispiele sind erschütternd und haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Für alle Musikfans ein Muss, für alle anderen eine lohnende Lektüre. Sehr empfehlenswert.

  • katzenminze

    5/5

    09.09.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Gelungen!

    Candy Girls startet mit einem Kapitel, bei dem sich mir direkt der Magen umdrehen wollte. „Zu jung“ thematisiert genau das, was man sich als worst case darunter vorstellt: Ältere und mächtigere Männer die in Form von Songwritern, Musikern oder Journalisten minderjährige Mädchen sexualisieren, für zweideutige „Witzchen“ ausbeuten, über ihre Jungfräulichkeit spekulieren, bis hin zu offen gelebter Pädophilie. Ein paar der „Fälle“ die Sonja Eismann hier schildert kannte ich schon, einiges war mir neu. Im Kapitel „zu alt“ geht es dann in die andere Richtung, denn bekanntlich hat Frau ja nie das richtige Alter um ohne Kritik in der Öffentlichkeit zu stehen. Auch die Kapitel über Fans und Groupies fand ich wirklich spannend. Nochmal vor Augen geführt zu bekommen, dass Musik, die von Frauen gehört (und gemacht) wird künstlerisch erstmal weniger Wert ist hat mich stark an meine Teenie-Zeit erinnert. Ich wünschte, ich hätte damals schon die Worte dafür gehabt, die Eismann hier findet! Die schockierende Mud-Shark-Episode und die Schlüsse, die Eismann aus dieser Anekdote zieht haben schwer Eindruck auf mich gemacht. Und wer sich jetzt fragt „Mud-Shark? Was zur Hölle?“ der sollte einfach zu diesem Buch greifen! Für ein Sachbuch liest es sich extrem flott, ich bin nur so durch die Seiten gerauscht. Auch Eismanns ironisch bis wütender Ton – der allen Zykunov-Fans sehr gefallen dürfte – hat mich schnell durch die Kapitel gezogen. Das Einzige, das mir an diesem Sachbuch nicht so sehr gefallen hat ist, dass es meiner Meinung nach mit den größten Bangern startet und in den letzten Kapiteln nicht mehr die gleiche Stärke hat. Auch hat mir Künstlerin Peaches etwas zu oft als Gegenbeispiel herhalten müssen; andere Künstlerinnen dafür gefehlt – aber das ist bestimmt ein Fass ohne Boden. Auch wenn viele Dinge in diesem Buch stecken, von denen man als medienaffiner Mensch irgendwann schonmal gehört hat (France Galls Lollipop, Nippelgate, Madonnas Schönheits-Ops, misogyne Songtexte und vieles vieles mehr), legt Eismann immer die strukturellen Probleme hinter diesen vermeintlichen Einzelfällen offen, was den Mehrwert dieses Sachbuchs ausmacht. Für mich hat sich „Candy Girls“ jedenfalls zu einem meiner Lieblings-Sachbücher gemausert, das ich Musikliebhabern und -liebhaberinnen nur empfehlen kann!

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