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Die glücklichste Familie der Welt Roman | Eine junge Frau, eine jüdische Familie und eine unendlich kurze Reise nach Berlin

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.01.2026

Verlag

Fischer

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

20,8/12,8/3,4 cm

Gewicht

429 g

Farbe

Wollweiß / Rot

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Vårt eget hala vatten

Übersetzt von

Franziska Hüther

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7587-0034-7

Beschreibung

Rezension

[...] eine wunderbare Familiengeschichte: Im Ton lakonisch, auch mal bitter gehalten, in den Schilderungen absolut scharf gestellt und zugleich frei von leichtgläubigem Trost, [...] deshalb voller Hoffnungskraft. ("Jüdische Allgemeine Buchmessenbeilage")
Ergreifende Erzählung ("Happy")
Meisterinnenhaft! ("Kleine Zeitung - Lesezeichen")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.01.2026

Verlag

Fischer

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

20,8/12,8/3,4 cm

Gewicht

429 g

Farbe

Wollweiß / Rot

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Vårt eget hala vatten

Übersetzt von

Franziska Hüther

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7587-0034-7

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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Wie lebt man mit einem Erbe, das man sich nicht ausgesucht hat?

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 09.06.2026

Bewertungsnummer: 3162415

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die 28jährige Sara ist schwanger, aber sie und ihr Partner Elias wollen das Kind nicht behalten; sie hat bereits einen Abtreibungstermin. Dennoch reist sie kurzfristig gemeinsam mit ihrem Onkel Mats und ihrer 16jährigen Cousine Evi für ein Wochenende nach Berlin. Dort wollen sie den neu verlegten Stolperstein mit ihrem Familiennamen besuchen. Doch auf der Reise werden sie nicht nur mit ihrer jüdischen Vergangenheit, sondern auch mit persönlichen Lebenskrisen konfrontiert.   „Wenn man geboren wird, ist alles, wie es sein soll, dann wird es langsam immer schlechter. Gegen Ende des Frühlings waren die Dinge noch zu einem gewissen Grad, wie sie sein sollten, die Sonne schien gleißend vom Himmel, als wäre bereits Sommer. Alles, wovon Sara spürte, dass es geschehen würde, trug sie bereits in sich, all die kleinen und großen Katastrophen, deren Konsequenzen sie nicht exakt absehen konnte, deren Konturen sie aber bereits zwischen den Handflächen zu spüren glaubte.“   Die kürzlich verstorbene Großmutter von Sara und Evi war damals zusammen mit ihrer Schwester mit einem Kindertransport aus Berlin nach Schweden gerettet worden. Ihre Briefe möchte Mats nun dem Jüdischen Museum übergeben; Evi ist davon nicht begeistert. Und Mats weiß nicht, wie er ihr beibringen soll, dass er sich von ihrer Mutter trennen wird.   „So vieles während der Tage in Berlin ließ Sara an den Marsch der Lebenden in Auschwitz denken, […] an andere Reisen, die sie im Laufe der Zeit im Zeichen des Judentums unternommen hatte und deren Konturen bereits verschwammen. Reisen, die sie auf unterschiedliche Weise beeinflusst hatten – wenn auch nicht immer so, wie eigentlich angedacht.  […] Zum ersten Mal war sie gegen Ende der Schulzeit in Berlin gewesen, und das nicht aus freien Stücken, sondern im Rahmen einer Klassenfahrt. In Deutschland ist die Asche immer noch warm, ein Satz, den sie irgendwo gelesen hatte und der ihr nicht mehr aus dem Sinn ging. Sie versuchte, Berlin wie London oder Paris zu sehen, wie eine x-beliebige Stadt. Sie war […] die einzige Jüdin in ihrer Klasse gewesen, und als sie mit den Händen über die eckigen Blöcke des Holocaust-Mahnmals strich, hatte sie an niemanden aus ihrer Familie gedacht, es gehörte in keiner Weise zu ihr. Die Geschichte steckte nicht in dem dämlichen, toten Mahnmal, die Geschichte steckte in ihren Eltern, ihren Geschwistern, in Anne, in Mats und Evi, nicht im Marsch der Lebenden, nicht im Stockholmer Forum für lebendige Geschichte, nicht im Holocaust-Gedenktag, der im Übrigen zu einer Art Black Friday für die Woke-Generation geworden war, während sich gleichzeitig niemand nennenswert dafür interessierte, wenn jemand Hakenkreuze auf den Spind einer jüdischen Gymnasiastin schmierte.“   „Und Sara würde mit etwas matter Stimme antworten müssen, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hatte, dass alles bloß Zufall ist. Dass man früh dem Irrglauben erliegt, im Leben gäbe es eine Form von Symmetrie, alles Schiefe werde geradegerückt, von fest gespannten magischen Bändern gelenkt. Vielleicht hätte Evi ihr beigepflichtet. Nur langsam gezwinkert, in dem Ton erwidert, den sie immer hatte, wenn sie etwas selbstverständlich fand: Natürlich haben Alt und Neu nichts miteinander zu tun. Sonst wäre es ja nichts Neues, sondern bloß eine Fortsetzung. Das Neue ist etwas Eigenes, genau wie alles andere: Das Neue beginnt damit, dass ein Moment sich an einen anderen fügt.“   „Die glücklichste Familie der Welt“ ist ein leiser, berührender und tiefgründiger Roman, der sich vor allem mit der schwierigen und persönlichen Frage beschäftigt, wie man mit einer Vergangenheit, einem Erbe umgeht, das man nicht selbst gewählt hat. Mich hat das Buch sehr berührt, vor allem die Rückblenden in die Vergangenheit waren unfassbar intensiv.   Vielen Dank an den Fischer Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

Wie lebt man mit einem Erbe, das man sich nicht ausgesucht hat?

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 09.06.2026
Bewertungsnummer: 3162415
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die 28jährige Sara ist schwanger, aber sie und ihr Partner Elias wollen das Kind nicht behalten; sie hat bereits einen Abtreibungstermin. Dennoch reist sie kurzfristig gemeinsam mit ihrem Onkel Mats und ihrer 16jährigen Cousine Evi für ein Wochenende nach Berlin. Dort wollen sie den neu verlegten Stolperstein mit ihrem Familiennamen besuchen. Doch auf der Reise werden sie nicht nur mit ihrer jüdischen Vergangenheit, sondern auch mit persönlichen Lebenskrisen konfrontiert.   „Wenn man geboren wird, ist alles, wie es sein soll, dann wird es langsam immer schlechter. Gegen Ende des Frühlings waren die Dinge noch zu einem gewissen Grad, wie sie sein sollten, die Sonne schien gleißend vom Himmel, als wäre bereits Sommer. Alles, wovon Sara spürte, dass es geschehen würde, trug sie bereits in sich, all die kleinen und großen Katastrophen, deren Konsequenzen sie nicht exakt absehen konnte, deren Konturen sie aber bereits zwischen den Handflächen zu spüren glaubte.“   Die kürzlich verstorbene Großmutter von Sara und Evi war damals zusammen mit ihrer Schwester mit einem Kindertransport aus Berlin nach Schweden gerettet worden. Ihre Briefe möchte Mats nun dem Jüdischen Museum übergeben; Evi ist davon nicht begeistert. Und Mats weiß nicht, wie er ihr beibringen soll, dass er sich von ihrer Mutter trennen wird.   „So vieles während der Tage in Berlin ließ Sara an den Marsch der Lebenden in Auschwitz denken, […] an andere Reisen, die sie im Laufe der Zeit im Zeichen des Judentums unternommen hatte und deren Konturen bereits verschwammen. Reisen, die sie auf unterschiedliche Weise beeinflusst hatten – wenn auch nicht immer so, wie eigentlich angedacht.  […] Zum ersten Mal war sie gegen Ende der Schulzeit in Berlin gewesen, und das nicht aus freien Stücken, sondern im Rahmen einer Klassenfahrt. In Deutschland ist die Asche immer noch warm, ein Satz, den sie irgendwo gelesen hatte und der ihr nicht mehr aus dem Sinn ging. Sie versuchte, Berlin wie London oder Paris zu sehen, wie eine x-beliebige Stadt. Sie war […] die einzige Jüdin in ihrer Klasse gewesen, und als sie mit den Händen über die eckigen Blöcke des Holocaust-Mahnmals strich, hatte sie an niemanden aus ihrer Familie gedacht, es gehörte in keiner Weise zu ihr. Die Geschichte steckte nicht in dem dämlichen, toten Mahnmal, die Geschichte steckte in ihren Eltern, ihren Geschwistern, in Anne, in Mats und Evi, nicht im Marsch der Lebenden, nicht im Stockholmer Forum für lebendige Geschichte, nicht im Holocaust-Gedenktag, der im Übrigen zu einer Art Black Friday für die Woke-Generation geworden war, während sich gleichzeitig niemand nennenswert dafür interessierte, wenn jemand Hakenkreuze auf den Spind einer jüdischen Gymnasiastin schmierte.“   „Und Sara würde mit etwas matter Stimme antworten müssen, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hatte, dass alles bloß Zufall ist. Dass man früh dem Irrglauben erliegt, im Leben gäbe es eine Form von Symmetrie, alles Schiefe werde geradegerückt, von fest gespannten magischen Bändern gelenkt. Vielleicht hätte Evi ihr beigepflichtet. Nur langsam gezwinkert, in dem Ton erwidert, den sie immer hatte, wenn sie etwas selbstverständlich fand: Natürlich haben Alt und Neu nichts miteinander zu tun. Sonst wäre es ja nichts Neues, sondern bloß eine Fortsetzung. Das Neue ist etwas Eigenes, genau wie alles andere: Das Neue beginnt damit, dass ein Moment sich an einen anderen fügt.“   „Die glücklichste Familie der Welt“ ist ein leiser, berührender und tiefgründiger Roman, der sich vor allem mit der schwierigen und persönlichen Frage beschäftigt, wie man mit einer Vergangenheit, einem Erbe umgeht, das man nicht selbst gewählt hat. Mich hat das Buch sehr berührt, vor allem die Rückblenden in die Vergangenheit waren unfassbar intensiv.   Vielen Dank an den Fischer Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

Wenn Vergangenheit nachwirkt

Julz aus Hildesheim am 29.01.2026

Bewertungsnummer: 3028596

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman „Die glücklichste Familie der Welt“ von Anna Brynhildsen soll von einem Wochenendausflug nach Berlin handeln, dabei erzählt er viel mehr als nur das: Mats, seine sechzehnjährige Tochter Evi und ihre zwölf Jahre ältere Cousine Sara reisen nach dem Tod von Mats‘ Mutter nach Berlin, um sich den Stolperstein mit dem Namen ihrer Familie Wolff und das Grab seines Großvaters Max zu besuchen. Die jüdische Familie ist nicht streng gläubig, jedoch scheint Irmas Tod bei Mats etwas ausgelöst zu haben, was ihn zu seinen Wurzeln zieht. Irma und ihre Schwester Nina wurden durch einen Kindertransport von Berlin nach Schweden gerettet, ihre Eltern blieben in Deutschland zurück. Der Vater starb eines natürlichen Todes, die Mutter und Großmutter verschwanden in einem Konzentrationslager. Mats möchte die hinterlassenen Briefe, durch welche Irma mit ihren Eltern noch Kontakt halten konnte, dem Jüdischen Museum in Berlin spenden, was seine Tochter Evi ablehnt, denn sie würde die Briefe ihrer Großmutter lieber behalten. Bevor es jedoch auf diese gemeinsame Reise geht, die Mats sehr wichtig ist, führt uns Brynhildsen in die gegenwärtige Familiengeschichte ein: Sara trifft sich seit einigen Jahren regelmäßig mit ihrem Onkel Mats in einer Kneipe, wo die beiden sich auf den aktuellen Stand bringen, über Probleme bei der Arbeit und in der Uni sprechen, aber sich auch um Evi sorgen. Immer wieder wird betont, wie „krank“ Evi sei, doch keiner handelt, sondern wartet ab, dass die Zeit die Wunden heilt, was zum Glück auch passiert, bevor es einmal beinahe fast zu spät ist. Die Beziehung zwischen Sara und Mats ist freundschaftlich, sie gibt Sara viel Halt, welcher ihr in ihrem Leben fehlt, da ihre Eltern sich getrennt hatten als sie zwölf war, was sie immer noch mit sich herumträgt. Zu Evi hat Sara ein sehr festes Band, sie sind wie Schwestern, jedoch fühlt sich Sara für Evi krankhaft verantwortlich, sie hat Angst um sie, würde sie am liebsten in Watte packen. Sie weiß, was Evi noch nicht weiß: Es gibt einen weiteren Grund für die Reise und warum Mats unbedingt möchte, dass Sara mitkommt und für Evi da ist. Er wird ihr etwas offenbaren, was sie aus der Bahn werfen und sie wieder krank machen könnte. Evi ihrerseits hat zu ihrem Vater eine Beziehung, von der sie meist genervt ist. Ihr sind nicht die gleichen Dinge wichtig, wie ihm. Manchmal geraten sie deswegen an einander, weil sie sich nicht verstanden oder gehört fühlt. Für alle drei Figuren aus dem Roman ist das nicht nur eine Reise nach Berlin, sondern in die Vergangenheit. Es ist aber auch ein Denkanstoß und Neuanfang. Sprachlich und stilistisch unterscheiden sich die zwei ineinander verflochtenen Zeitstränge: Die Geschichte der Familie Wolff aus Pyritz, die in Berlin der 1930er-Jahre weitergeht, lässt sich flüssiger lesen und ist anschaulicher als die aktuellen Erzählungen. Der Zeitstrang während der Reise ist komplizierter und lässt sich auch nicht so flüssig lesen und ich denke, dass dies beabsichtig ist. Die Leser sollen über die Passagen „stolpern“ und über jeden Absatz ausführlich nachdenken. Meiner Meinung nach ist dieser Roman ein wichtiges Werk zur Aufarbeitung, aber auch eine Hilfestellung zur Haltung gegenüber Vergangenem und transgenerationalen Traumata. Der Titel „Die glücklichste Familie der Welt“ ist zwar trügerisch, aber er gibt Hoffnung und Lichtblicke auf die Zukunft.

Wenn Vergangenheit nachwirkt

Julz aus Hildesheim am 29.01.2026
Bewertungsnummer: 3028596
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman „Die glücklichste Familie der Welt“ von Anna Brynhildsen soll von einem Wochenendausflug nach Berlin handeln, dabei erzählt er viel mehr als nur das: Mats, seine sechzehnjährige Tochter Evi und ihre zwölf Jahre ältere Cousine Sara reisen nach dem Tod von Mats‘ Mutter nach Berlin, um sich den Stolperstein mit dem Namen ihrer Familie Wolff und das Grab seines Großvaters Max zu besuchen. Die jüdische Familie ist nicht streng gläubig, jedoch scheint Irmas Tod bei Mats etwas ausgelöst zu haben, was ihn zu seinen Wurzeln zieht. Irma und ihre Schwester Nina wurden durch einen Kindertransport von Berlin nach Schweden gerettet, ihre Eltern blieben in Deutschland zurück. Der Vater starb eines natürlichen Todes, die Mutter und Großmutter verschwanden in einem Konzentrationslager. Mats möchte die hinterlassenen Briefe, durch welche Irma mit ihren Eltern noch Kontakt halten konnte, dem Jüdischen Museum in Berlin spenden, was seine Tochter Evi ablehnt, denn sie würde die Briefe ihrer Großmutter lieber behalten. Bevor es jedoch auf diese gemeinsame Reise geht, die Mats sehr wichtig ist, führt uns Brynhildsen in die gegenwärtige Familiengeschichte ein: Sara trifft sich seit einigen Jahren regelmäßig mit ihrem Onkel Mats in einer Kneipe, wo die beiden sich auf den aktuellen Stand bringen, über Probleme bei der Arbeit und in der Uni sprechen, aber sich auch um Evi sorgen. Immer wieder wird betont, wie „krank“ Evi sei, doch keiner handelt, sondern wartet ab, dass die Zeit die Wunden heilt, was zum Glück auch passiert, bevor es einmal beinahe fast zu spät ist. Die Beziehung zwischen Sara und Mats ist freundschaftlich, sie gibt Sara viel Halt, welcher ihr in ihrem Leben fehlt, da ihre Eltern sich getrennt hatten als sie zwölf war, was sie immer noch mit sich herumträgt. Zu Evi hat Sara ein sehr festes Band, sie sind wie Schwestern, jedoch fühlt sich Sara für Evi krankhaft verantwortlich, sie hat Angst um sie, würde sie am liebsten in Watte packen. Sie weiß, was Evi noch nicht weiß: Es gibt einen weiteren Grund für die Reise und warum Mats unbedingt möchte, dass Sara mitkommt und für Evi da ist. Er wird ihr etwas offenbaren, was sie aus der Bahn werfen und sie wieder krank machen könnte. Evi ihrerseits hat zu ihrem Vater eine Beziehung, von der sie meist genervt ist. Ihr sind nicht die gleichen Dinge wichtig, wie ihm. Manchmal geraten sie deswegen an einander, weil sie sich nicht verstanden oder gehört fühlt. Für alle drei Figuren aus dem Roman ist das nicht nur eine Reise nach Berlin, sondern in die Vergangenheit. Es ist aber auch ein Denkanstoß und Neuanfang. Sprachlich und stilistisch unterscheiden sich die zwei ineinander verflochtenen Zeitstränge: Die Geschichte der Familie Wolff aus Pyritz, die in Berlin der 1930er-Jahre weitergeht, lässt sich flüssiger lesen und ist anschaulicher als die aktuellen Erzählungen. Der Zeitstrang während der Reise ist komplizierter und lässt sich auch nicht so flüssig lesen und ich denke, dass dies beabsichtig ist. Die Leser sollen über die Passagen „stolpern“ und über jeden Absatz ausführlich nachdenken. Meiner Meinung nach ist dieser Roman ein wichtiges Werk zur Aufarbeitung, aber auch eine Hilfestellung zur Haltung gegenüber Vergangenem und transgenerationalen Traumata. Der Titel „Die glücklichste Familie der Welt“ ist zwar trügerisch, aber er gibt Hoffnung und Lichtblicke auf die Zukunft.

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