Nach der Hölle des Zweiten Weltkriegs will der engagierte junge Jurist Henry Mahler als Privatermittler für Gerechtigkeit sorgen. Dabei stößt er auf das Schicksal der jüdischen Familie Lassally: Eduard Lassally, das Oberhaupt der Hamburger Handelsdynastie, wurde in der Nazizeit eingeschüchtert und enteignet - und soll schließlich Selbstmord begangen haben. Sein Sohn Oswald glaubt diese Geschichte nicht. Gemeinsam suchen Henry und Oswald nach den Schuldigen, die die Lassallys ins Unglück stürzten. Und geraten damit in höchste Gefahr ...
Deutschland nach der Kapitulation: Die Mörder sind noch unter uns. Und sie wetzen wieder ihre Messer.
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Eine klare Leseempfehlung
Gertie G. aus Wien am 06.01.2026
Bewertungsnummer: 2693533
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Michael Jensen, dessen historischen Kriminalromane rund um die Brüder Sass sowie jene um Jens Druwe, der auch hier, im aktuellen Krimi eine Rolle spielt, ich gelesen habe, nimmt mich mit in das Nachkriegsdeutschland.
Oswald und Hertha Lassaly gehören zu den wenigen, von den Nazis Vertriebenen, die nach Hamburg zurückkehren. Er hat mit der Hansestadt und Deutschland noch eine Rechnung offen: Er will einerseits das geraubte Eigentum der Familie zurück und andererseits den angeblichen Selbstmord seines Vaters Eduard aufgeklärt wissen.
Doch der befreundete Anwalt, der schon seinen Vater betreut hat, macht ihm wenig Hoffnung, denn die Firma, ein Kaffeeimport und die Familienbank, sind „verkauft“ worden, was durch Dokumente belegbar ist. Dass der Kaufpreis durch Drohungen auf einen Bruchteil des Wertes gedrückt worden ist, interessiert niemanden. Um Beweise dafür zu finden, dass einerseits der Kauf Betrug und der Selbstmord seines Vaters Mord war, wird der Kriegsheimkehrer und Privatermittler Hans Mahler beauftragt, Dokumente und Zeugen aufzutreiben. Mahler scheint dafür sehr gut geeignet, hat er doch vor dem Zweiten Weltkrieg Jura studiert, aber nicht abgeschlossen und als Gegner der Nazis selbst im Gefängnis. Allerdings wird Mahler von seinen eigenen Dämonen geplagt wird, ist doch seine Frau seit dem, als „Operation Gomorrha“ bekannten, Bombardement Hamburgs verschollen.
Je tiefer Hans Mahler in die Familiengeschichte der Lassallys eintaucht, desto mehr wird ihm bewusst, dass die Täter von damals durchwegs wieder in ihren alten Positionen arbeiten. Oswald und Hertha Lassaly sind zurück unter Mördern.
Meine Meinung:
Der Krimi beruht auf der wahren Familiengeschichte der jüdischen Familie Lassally aus Hamburg, die, wie Hunderttausende andere auch, systematisch gedemütigt, ausgeplündert, ihres Eigentums beraubt, teilweise in den Selbstmord getrieben und als sie nichts mehr hatten, was Nazi-Deutschland nützlich sein konnte, in den diversen Vernichtungslagern ermordet worden sind. Nur wenigen Mitglieder dieser jüdischen Familien ist es, wie Oswald Lassally, gelungen, das Land zu verlassen und noch viel weniger kehren in das Land der Mörder zurück.
Hans Mahler muss erkennen, dass die alten Parolen vom Durchhalten und der Volksgemeinschaft sind noch fest in den Köpfen der Menschen verankert ist. Zudem haben sie neue wie „nach vorne schauen“, „Wir haben auch gelitten.“ und „Wir haben nichts gewusst!“ gebildet haben und in einer Art Dauerschleife wiederholt werden. Schrecklich zu lesen ist das Selbstverständnis mit der Täter/Opferumkehr betrieben wird. Die Mehrzahl der Deutschen sieht sich als Opfer der Alliierten und der jüdischen Weltverschwörung. Unrechtsbewusstsein in kaum vorhanden, weshalb es kaum möglich ist, geraubte Gegenstände und Wohnungen den ursprünglichen Eigentümern zurückzugeben.
Michael Jensen hat mit diesem historischen Krimi die düstere und beklemmende Stimmung im Nachkriegsdeutschland sehr gut eingefangen. Die wahre Geschichte von Eduard Lassally und seiner Familie ist penibel recherchiert. Wie schon in den historischen Krimis rund um die Brüder Sass und um Kriminalkommissar Jens Druwe lässt sich dieser hier ebenso sehr gut lesen, auch wenn er keine leichte Kost ist. Zartbesaiteten Lesern könnte die eine oder andere Grausamkeit vielleicht Probleme bereiten.
Die Figur des Hans Mahler bietet sich gemeinsam mit dem Thema förmlich an, als Reihe weiter entwickelt zu werden. Denn leider ist die Familie Lassally kein Einzelfall.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Krimi aus dem Nachkriegsdeutschland 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Spannend und informativ
Philiene aus Süsel am 12.12.2025
Bewertungsnummer: 2676002
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Zurück unter Mördern ist ein spannender Roman, der sich mit Verbrechen der Naziezeit beschäftigt.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal 1950. Hier geht es um den Juristen Henry Mahler der im zweiten Weltkrieg alles verloren hat und sich jetzt mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Als er von dem Kaufmann Oswald Lassaly den Auftrag erhält die Ungereimtheiten die es in der Vergangenheit von dessen Familie in der Naziezeit aufzuklären, beginnt er zu recherchieren und stößt dabei auf Wiederstand, Schweigen und Altlasten....
In Rückblicken wird die Geschichte von Lassaly und seiner Familie erzählt. Hier geht es um den Aufsteigenden Antisemitismus und die langsame aber unaufhaltsam Enteignung des Familienunternehmens.
Der Roman ist spannend und gleichzeitig informativ. Es geht tief hinein in die Ungerechtigkeiten die damals passiert sind und zeigt auf wie damals vorgegangen wurde. Gleichzeitig geht es darum wie viele ehemalige Parteimitglieder unbescholten weiter in guten Jobs gearbeitet haben und wie schwer es war etwas über diese Zeit zu erfahren.
Ein sehr lesenswerter Roman
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