Konstantinopel, im Jahr 1007. Ein blauer Stern steht drohend über der Stadt, und seit sieben Jahre herrscht eine eisige Kälte in ganz Europa. Von Norden bis Süden ist die Zivilisation zusammengebrochen, und es wüten mörderische Banden. Als eine Hochzeitsgesellschaft von ihnen heimgesucht und gemeuchelt wird, kann nur ein kleines Mädchen, Halla, mit seiner Mutter entkommen, gewarnt von einem Fremden. Zusammen mit Orpheus, einem Taugenichts und Lautenspieler, begeben sie sich auf eine gefährliche Reise voller Schrecken und Gefahren. Denn es gilt unbedingt das Kind vor den Mördern zu schützen. Nur Halla verfügt über die mystischen Kräfte, die den ewigen Winter beenden können ...
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Zwischen Mythos, Macht und Moral
Bücherdrache am 26.12.2025
Bewertungsnummer: 2685141
Bewertet: eBook (ePUB)
Konstantinopel im Jahr 1007: Seit sieben Jahren liegt Europa unter einer unnatürlichen Kälte. Reiche sind zerfallen, Banden ziehen mordend durch das Land, und mit dem Winter sind Kreaturen gekommen, die mehr sind als bloße Mythen. Über allem steht der Verdacht einer geheimnisvollen Gestalt – der Weißen Hexe.
Im Zentrum der Handlung steht das Waisenmädchen Halla. Sie scheint zunächst unscheinbar, doch rasch wird klar, dass sie von verschiedenen Fraktionen gesucht wird. Nach dem Tod ihrer Pflegeeltern flieht sie mit ihrem Onkel Orpheus, einem fahrigen Musiker, der alles andere als ein klassischer Held ist. Parallel dazu begleiten wir weitere Perspektiven: die Söldnerin Skadi, deren Auftrag zunehmend Risse bekommt, und Kaiserin Theophanu, die nach Antworten über den verschwundenen Sohn und den Ursprung des Winters sucht.
Der Roman ist bewusst komplex angelegt. Mehrere Erzählstränge laufen nebeneinander, ohne sich sofort zu verbinden. Das verlangt Aufmerksamkeit, wirkt aber nie beliebig. Vielmehr entsteht der Reiz gerade daraus, dass Zusammenhänge nur angedeutet werden und sich Motive erst allmählich erschließen. Das offene Ende ist konsequent und macht klar, dass dies ein Auftakt ist – kein in sich abgeschlossener Roman.
Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Kälte und Bedrohung sind nicht bloße Kulisse, sondern prägen jede Szene. Sevänen beschreibt eine Welt, die feindlich, rau und müde wirkt. Diese Stimmung trägt sich vor allem im letzten Drittel des Buches sehr stark. Auffällig sind auch Hallas Traumsequenzen, die sich einer eindeutigen Deutung entziehen und eher Fragen aufwerfen als Antworten zu geben – erzählerisch eine der interessantesten Ebenen des Romans.
Stilistisch verbindet der Autor historische Anmutung mit klarer, bildhafter Sprache. Die Vermischung von realer Geschichte, nordischer Mythologie und christlichen Motiven ist gut durchdacht und wirkt organisch. Historische Abweichungen sind deutlich erkennbar, stören aber nicht, solange man den Roman klar als Fantasy liest.
Die Figuren sind klar gezeichnet, ohne schon in die Tiefe zu gehen. Vieles bleibt bewusst offen – moralisch wie inhaltlich. Wer einfache Gut-und-Böse-Zuschreibungen sucht, wird hier nicht fündig. Gerade das macht den Roman interessant und verspricht Entwicklung in den Folgebänden.
Ein anspruchsvoller, atmosphärisch dichter Auftakt, der Geduld und Aufmerksamkeit belohnt. Der Weg des ewigen Winters ist keine schnelle Fantasy-Lektüre, sondern ein vielschichtiger Einstieg in eine Welt, die nach und nach ihre Geheimnisse preisgibt. Für Leserinnen und Leser, die historische Fantasy mit Tiefe, dunkler Stimmung und erzählerischem Anspruch schätzen.
Außergewöhnliche High-Fantasy mit besonderem Setting
Nicoles Bücherwelt am 19.12.2025
Bewertungsnummer: 2681299
Bewertet: eBook (ePUB)
„Der Weg des ewigen Winters“ ist der Debütroman von Niilo Sevänen, dem Sänger der finnischen Melodic-Death-Metal-Band INSOMNIUM. Die epische High-Fantasy mit einem mittelalterlichen Setting ist der Auftakt einer mehrbändigen Reihe.
Konstantinopel, im Jahr 1007: Seit sieben Jahren herrscht eine eisige Kälte über ganz Europa und ein rätselhafter blauer Stern steht über der Stadt. In diesen dunklen Zeiten ist es sehr gefährlich geworden: Mörderische Banden ziehen durch die Lande, die Zivilisation ist zusammengebrochen. In all dem Chaos versucht Xenia mit ihrer kleinen Tochter Halla gefährlichen Verfolgern zu entkommen. Als die Mutter in ihrer Verzweiflung ihren Bruder Orpheus um Hilfe bittet, überschlagen sich die Ereignisse. Der Lautenspieler, der bisher kein besonderes Ziel im Leben hatte, setzt nun alles daran, Halla vor den rätselhaften Mördern zu beschützen – und so begeben sie sich auf eine gefährliche Reise voller Schrecken. Denn das kleine Mädchen besitzt besondere mystische Kräfte, die alles verändern könnten…
Die Geschichte beginnt vielversprechend und hat ein besonderes Setting: In einer mittelalterlichen Welt mit nordischen Mythen, eingebettet in einen tiefen Winter herrscht eine besondere Atmosphäre: Etwas düster und mit gut eingesetzten Mystik- und Fantasyelementen.
Die Handlung wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, wodurch man immer einen guten Überblick über das gesamte Geschehen hat. Von einer gefährlichen Flucht, einer Verfolgung bis hin zu einer Suche. Dazwischen gibt es Einblicke in die besonderen Träume des Mädchens Halla, in denen die Tierwelt eine zentrale Rolle spielt. Zudem kreuzen verschiedene Gestalten die Wege der Figuren und es geht Seltsames vor in der winterlichen Welt.
Nach einem rätselhaften Beginn der neugierig auf den weiteren Verlauf macht, hat es eine Weile gedauert, bis ich in der Story angekommen war. Die Charaktere blieben mir etwas fremd – gerne hätte ich noch mehr über die einzelnen, so verschiedenen Figuren erfahren. Da es jedoch der Auftakt einer Reihe ist, kann es natürlich sein, dass sie in der Fortsetzung mehr Tiefe erhalten.
Obwohl der Schreibstil detailreich und atmosphärisch dicht ist und es im Laufe der Handlung einige überraschende Entwicklungen gibt, konnte mich die Geschichte nicht komplett erreichen. Manches blieb etwas unklar, an anderen Stellen war es etwas verworren.
Dennoch gibt es gibt hier Interessantes und einige Besonderheiten zu entdecken und so konnte mich der Roman mit der geheimnisvollen Winterwelt doch noch gut unterhalten.
Mein Fazit: Außergewöhnliche High-Fantasy mit mittelalterlichem Setting, nordischem Flair und mystischer Atmosphäre. Die regelmäßigen wechselnden Blickwinkel geben einen guten Überblick über die Geschehnisse und einen Einblick in die Pläne von verschiedensten Figuren. Trotz der gelungenen düsteren Atmosphäre und den gut eingesetzten Fantasyelementen konnte mich die Geschichte nicht komplett erreichen – der Funke ist einfach nicht ganz übergesprungen.
Dennoch ein wirklich interessanter, wenn auch etwas spezieller Fantasyroman, dem ich positive 3,5 Sterne gebe.
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