Benjamin ist achtzehn, arbeitet im Supermarkt und lebt in einem Caravan Park an der Ostküste Englands. Seit seine Oma im Krankenhaus liegt - ein Ort, den er aufgrund all der Keime und Erreger tunlichst meidet -, ist Benjamin auf sich allein gestellt. Bis ein toter Wal am Strand angespült wird und er einem herrenlosen Windhund begegnet, der sich prompt an seine Fersen heftet. Als wäre der Anblick des toten Wals nicht schon Herausforderung genug gewesen, muss sich Benjamin nun auch noch um einen fremden Hund kümmern, über dessen Herkunft (und vor allem über dessen potenzielle Krankheiten) er nichts weiß. Erst als der Essenslieferant Leonard in dem Vierbeiner den Großen Gary, den schnellsten Hund des Landes, erkennt und Benjamin vor seinen grausamen Besitzern warnt, fasst dieser einen Entschluss: Er muss Gary beschützen. Auch wenn er sich dafür auf einen abenteuerlichen Roadtrip mit dem wenig vertrauenserweckenden Leonard einlassen und sich seinen schlimmsten Ängsten stellen muss.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
29.12.2025
eBook (ePUB)
wunderbares Buch
Dieses Buch nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise, die mit allem aufwarten kann was es braucht, um unvergesslich zu sein: Protagonisten die so wunderlich wie wunderbar sind, eine rasante Story mit Hund und Wal, mit Crime und Verrücktheiten die mehr oder weniger schwer im Leben wiegen. Ein Roadmovie, eine Emanzipation, eine Geschichte von Verrat, Einsamkeit und Liebe. Aber vor allem eine Geschichte, die auf Werte und den inneren Kompass Bezug nimmt und in ganz vorzüglicher Weise die Protagonisten dabei begleitet, sich für die eigenen Werte einzusetzen und den Wertekompass neu zu justieren. Voller Situationskomik, tolle Sätze, Szenen die sich im Kopf zu Bildern formen und die einen gleichermaßen rühren und vor Lachen weinen lassen. Unbedingt lesen! Unbedingt verfilmen!
MirjS
aus Essen
5/5
01.09.2025
eBook (ePUB)
Wenn Mut und Empathie über…
Wenn Mut und Empathie über Ängste siegen Was bedeutet es eigentlich, sich trotz sämtlicher Phobien, Ängsten und Zwängen, um ein „keimbehaftetes“ Tier zu kümmern, das einem in Form eines Windhundes, plötzlich am Strand hinterher läuft? Sich plötzlich, aus Sorge um einen völlig fremden Hund, der sich zudem noch als bekannter Rennchampion entpuppt, seinen eigenen Ängsten zu stellen und obendrein noch den Mut aufzubringen, ihn vor seinen grausamen Besitzern zu beschützen? Im Roman „Der große Gary“ von Rob Perry geht es um Ängste, um Mitgefühl, Liebe und um Mut. Es geht um skurrile Menschen und um Freundschaft. Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte des jungen Außenseiters Benjamin, der, nach dem Zusammenbruch seiner Oma, ganz allein auf sich gestellt, Halt und Hoffnung durch und bei einem Hund findet. Einem ganz besonderen Hund, dem großen Gary. Mit seiner ganz besonderen Erzählweise und einer gewissen Art von Leichtigkeit, greift der Autor u.a. die oftmals nicht nur tabuisierten, sondern ebenso unverstandenen Themen der Zwänge, Ängste und Phobien auf. Indem er diese aus Sicht von Benjamin darstellt, werden sie plötzlich greifbar und lassen sich besser nachvollziehen. Oft musste ich erstmal innehalten und über das Ausmaß nachdenken, über die Einschränkungen und auch die Isolation, die Benjamin aufgrund dessen widerfährt. Und darüber, wie großartig seine Entwicklung, in Anbetracht dessen, im Verkauf der Geschichte doch ist. Ich konnte richtig mitfühlen, wäre am Liebsten selbst zu Hilfe geeilt, hätte Mut zugesprochen und mich mit auf diesen skurrilen Roadtrip begeben. Um dieser, eigentlich recht dramatischen und traurigen Geschichte besagte Leichtigkeit und sogar Humor zu verleihen, kommen die übrigen, echt schrägen, doch irgendwie auch ebenso liebenswerten, Protagonisten ins Spiel. Alle sind sie auf ihre spezielle Art und Weise Außenseiter, doch zugleich absolut echt und authentisch. Wobei ich jedem, von Zwangs- oder Angststörungen Geplagten, eine Vorgesetzte und Freundin wie Camille, einfach nur wünschen kann! Da ich nicht nur eine große Tierfreundin bin, sondern selbst auch mit Ängsten zu kämpfen und eine Oma im Krankenhaus habe, kann ich nicht beurteilen ob das Buch wirklich jeden so erreichen wird, wie es mich beim lesen erreicht und zudem zutiefst berührt hat. Ich denke, um die Tiefgründigkeit des Buches wirklich fühlen zu können, sollte man zumindest offen bzw. interessiert an psychischen Problematiken sein und darüber hinaus auch die enge Verbundenheit und Liebe zu einem Tier nachempfinden können oder sie im besten Fall selbst schon einmal erlebt haben. In dem Fall kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, für mich war es in Idee und Umsetzung ein wahres Highlight. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann mich ein Buch das letzte Mal dazu gebracht hat, es in einem Rutsch durchzulesen. Dabei hat es mir gleichzeitig sowohl Tränen, als auch urkomische Schmunzler entlockt. Einfach eine großartige Mischung, wenngleich ich mir schon irgendwie ein klareres Ende gewünscht hätte, ein eindeutigeres Happy End, eines schwarz auf weiß, das nicht so viel Raum für Interpretationen und eigene Gedanken gelassen hätte. Eines, das ich Benjamin zutiefst wünsche. Fazit: Ein Muss für jeden, der weiß was es heißt - trotz seiner Ängste - mutig zu sein! Und ein Muss für jeden, der weiß wie heilsam Tiere sein können, wie sie es immer wieder schaffen, dass man aus Liebe zu ihnen über sich selbst hinauswächst. Großartige Idee, großartige Umsetzung!
Hanna
5/5
06.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Warme Geschichte mit Herz
Die Geschichte des grossen Gary und seinem Freund hat mich sehr berührt. Teilweise hatte ich Tränchen in den Augen und gleichzeitig ein wohlig, warmes Gefühl beim lesen. Der Autor schafft es, einem die Gefühlswelten nahe zu bringen und ich konnte das Innenleben der Figuren sehr gut nachfühlen. Absolut Empfehlenswert.
Bewertung
aus Claußnitz
5/5
30.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der treue Windhund Gary
Außenseiter Benjamin fühlt sich oft fehl am Platz. Bis er dem großen und wertvollen Rennhund Gary am Strand über den Weg läuft. Dieser weicht fortan nicht mehr von seiner Seite. Das berührende und feinfühlige Buch gibt tiefe Einblicke in das Leben von Benjamin. Er muss sich seinen Ängsten stellen, um Gary vor seinen skrupellosen Besitzern zu schützen. Dafür muss er all seinen Mut zusammen nehmen. Kann er es schaffen und über sich hinauswachsen? Bekommt er Hilfe? Kann Vertrauen und Freundschaft Berge versetzen? Ein hoffnungsvoller und herzzerreißender Coming-of-Age Roman, der die Liebe zwischen Mensch und Hund herzerwärmend beschreibt. Die Charaktere sind wunderbar authentisch beschrieben. Spannend und emotional bis zum Schluss.
Silke - Buchgespür -
5/5
04.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebe überwindet den Zwang
Leon Englers Roman erzählt von einem Mann, der mit der Angst lebt, selbst psychisch krank zu werden. In seiner Familie sind psychische Erkrankungen kein Geheimnis, sondern ein Erbe: Die Großmutter war manisch-depressiv, der Vater litt an schweren Depressionen, die Mutter an einer Alkoholabhängigkeit. Als ihre Wohnung zwangsgeräumt wird und alle Erinnerungen verloren gehen, steht der Sohn plötzlich ohne Halt da – zurück bleibt nur die Geschichte seiner Herkunft, die ihn nicht loslässt. Er verlässt Deutschland, lebt in New York und später in Wien, wo er Psychologie studiert und in einer psychiatrischen Klinik arbeitet. Zwischen Forschung und Selbstbeobachtung sucht er nach Antworten: Ist das, was in seiner Familie Generation für Generation aufbricht, unausweichlich? Oder kann man sich davon lösen?
Mehr als ein „wahnsinnig“ tolles Cover
Das Cover hatte mich richtig gecatcht, beim Klappentext war ich fasziniert und bei der Frage, wer schon einen „normalen“ Menschen kennen würde, war ich schon so bei der Thematik, dass ich Leon Englers Roman einfach lesen musste!!!
Beim Lesen musste ich an eine Parallele denken. Während meines Studiums habe ich mit einem Psychologiestudenten zusammengewohnt, der mir überrascht erzählte, wie viele seiner Kommilitonen selbst von psychischen Erkrankungen betroffen seien. Auch Leon Engler und sein Ich-Erzähler studierten Psychologie, letzterer aus Angst, selbst zu erkranken.
Leon Englers fundierte, jahrelange Recherchen erlauben ihm eine differenzierte, reflektierte und distanzierten Darstellung dieser psychischen Erkrankungen genau dort, wo Nüchternheit notwendig ist. Der Erzähler beschreibt das Leben seiner Familie mit analytischem Blick, ohne Selbstmitleid oder Überhöhung. Er geht auf die Gefühle seiner Mutter ein, auf deren Verzweiflung angesichts der Todessehnsucht ihrer eigenen Mutter, bleibt aber bei sich zurückhaltend. Diese Distanz wirkt nicht kalt, sondern wie ein Schutz, der überhaupt erst ermöglicht, das Thema auszuhalten.
Auch die Schilderungen seiner Arbeit in der psychiatrischen Klinik sind für mich sehr realitätsnah, jedenfalls so stelle ich es mir jedenfalls aus Therapeutensicht vor, und so empfinde ich es auch beim Lesen. Sie wirken glaubwürdig, von Empathie getragen und aus einer reflektierten, professionellen Perspektive geschrieben.
Das passt zu Leon Englers eigener Aussage, er habe das Buch geschrieben, um sich während seiner Ausbildung als Psychotherapeut mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Ihn habe interessiert, warum Menschen psychisch krank werden, und welche Rolle dabei familiäre Strukturen, Vererbung und gesellschaftliche Erwartungen spielen. Er wollte zeigen, dass seelische Erkrankungen nicht nur individuelles Leid, sondern auch Ausdruck einer bestimmten Umgebung sind. Besonders betont er, wie wichtig es ist, sich als Mensch wie als Therapeut den eigenen familiären Mustern zu stellen. Bevor man die Geschichten anderer verstehen will, müsse man die eigene begreifen.
Der Roman ist aber keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern eine berührende Geschichte mit Figuren, die ich mir leicht vorstellen konnte. Er liest sich flüssig, die Sprache gut verständlich mit genau der richtigen Prise (Galgen-) Humor und Ironie. Die Rückblenden sitzen an den richtigen Stellen und machen Leons Gegenwart, seine Gefühle und Handlungen nachvollziehbar.
Ich halte es für außerordentlich mutig, ein so persönliches Buch zu veröffentlichen und dem Ich-Erzähler sogar den eigenen Namen zu geben. Das schafft Nähe, birgt aber auch das Risiko, mit der Figur verwechselt zu werden. Ein Schritt, den der Autor ganz bewusst geht. Für mich leistet Leon Engler etwas Bedeutungsvolles. Er rückt psychische Erkrankungen ins Licht, wo sie bereits sind und hingehören, mitten in die Gesellschaft, enttabuisiert, auf Augenhöhe mit jeder anderen Krankheit. Dafür habe ich großen Respekt.
Ich wünsche dem Ich-Erzähler (), dass er bei der Stabilität bleibt, mit der das Buch endet. Gerade weil er sich so intensiv mit seiner Geschichte auseinandersetzt, bevor er überhaupt erkrankt ist, schließt das Buch an einem hoffnungsvollen Punkt. Als Plädoyer für Offenheit, Selbstreflexion und Verständnis im Umgang mit psychischen Erkrankungen.
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